Van Tourer Ford 600 D (2024): Alles zum Paar-Camper

Der Van Tourer Ford 600 D (2024) wird als klassischer Kastenwagen-Grundriss für Paare beworben – und genau das ist er auch. In einigen Ausstattungsdetails weicht der Ford-Transit-Kastenwagen jedoch von der Norm ab. Das ist sein Preis!

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Das Bild zeigt den Van Tourer Ford 600 D (2024) an einem See in den Bergen stehend von schräg vorne rechts fotografiert.
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Der Name 600 D ist bei Van Tourer häufiger in Gebrauch. Daher nennt sich dieser hier "Ford 600 D", womit sich die Frage nach dem Basisfahrzeug erübrigt.

Das Bild zeigt den Van Tourer Ford 600 D (2024) in den Bergen stehend von schräg hinten rechts fotografiert.
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Der 600 D setzt auf den Transit mit sechs Metern Außenlänge. Im Vergleich zum identsich langen Fiat Ducato hat der Ford einen Trumpf: das serienmäßige Hochdach.

Das Bild zeigt das Cockpit des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Im Ford-Cockpit fällt der Umstieg aus dem Pkw nicht schwer. Anmutung und Ausstattung wirken sehr Pkw-artig.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Die Sitzgruppe ist zwar nicht wirklich außergewöhnlich, lässt sich jedoch mit einer variablen Rückbank samt Isofix-Haltern ausstatten.

Das Bild zeigt die Küche des Van Tourer Ford 600 D (2024) mit geöffnetem Kühlschrank.
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Kompakter Block an gewohntem Einbauort: Die Küche umfasst den obligatorischen 90-l-Kühlschrank mit Doppelanschlag an der Stirnseite.

Das Bild zeigt die Küche des Van Tourer Ford 600 D (2024) im Detail mit einem Topf auf dem Kocher und geschnittenem Obst und Gemüse auf einem Schneidebrett rechts neben dem Spülbecken.
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Gekocht wird auf zwei Flammen. Neben Herd und Spüle bleibt gleichermaßen Arbeitsfläche. Bei vielen Konkurrenten ist hier deutlich weniger Platz.

Das Bild zeigt die Bad des Van Tourer Ford 600 D (2024) aus der Vogelperspektive.
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Highlight des Ford 600 D ist das Variobad. Faltwände und eine erweiterte Duschtasse machen duschen im Flur möglich.

Das Bild zeigt das Seitenfenster und das Waschbecken im Bad des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Das übrige Bad ist recht zweckmäßig eingerichtet, bietet aber sogar ein Seitenfenster.

Das Bild zeigt das Heckbett des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Das Doppelbett im Heck ist zwar nicht riesig, lässt sich aber optional durch Karosserieverbreiterungen etwas vergrößern.

Das Bild zeigt die Heckgarage des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Durch Hochklappen der hinteren Betthälfte erweitert sich die Heckgarage nach oben.

Das Bild zeigt die Grundrisszeichnung des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Van Tourer Ford 600 D (2024) Foto: Van Tourer

Klassischer Kastenwagen: Die Aufteilung mit Doppelbett im Heck, Sitzgruppe vorne sowie Bad und Küche in der Mitte ist der etablierte Standard in der Sechs-Meter-Klasse.

Preis: Van Tourer Ford 600 D (2024) ab 62.490 Euro

Der Name "600 D" kommt bei der Euro-Caravaning-Marke Van Tourer gleich mehrfach vor. Und in allen Fällen handelt es sich um einen Campervan (die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklärt) mit etwa sechs Metern Länge und Doppelbett im Heck.  Die Unterschiede? Die liegen im Basisfahrzeug begründet. Während das einfach nur "Van Tourer 600 D" genannte Modell auf dem Fiat Ducato basiert, machen Van Tourer MAN 600 D und Van Tourer Ford 600 D (2024) bereits im Namen auf ihre Basisfahrzeuge, nämlich MAN TGE und Ford Transit, aufmerksam.

Letzterer, der Ford-Kastenwagen, beginnt wie der 600 D auf Fiat Ducato bereits bei 62.490 Euro (Stand: März 2025) und ist damit erheblich günstiger als das MAN-Modell. Mit 5,99 m Außenlänge ist der Van-Tourer-Ford sogar exakt so lang, wie der Fiat mit mittlerem Radstand. Seinen Trumpf spielt der Transit jedoch mit dem serienmäßigen Hochdach ohne Gfk-Aufbau aus, das ihm eine Innenhöhe von knapp über zwei Metern beschert. Bei der Ausstattung ist er dann wieder ziemlich gleich auf mit dem Fiat-Camper.
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Innenraum: Klassischer Aufbau, aber mit Variobad

Während der Aufbau des Van Tourer Ford 600 D (2024) kaum überrascht – schließlich spricht auch der Hersteller aus Koblenz hier vom "klassischen Zwei-Personen-Grundriss" – fallen einige Details dann doch aus dem 0815-Kastenwagen-Raster. Aber zunächst das Normale: In der Front befindet sich die typische Sitzgruppe für vier mit drehbaren Frontsesseln, einem Einhängetisch mit Dreherweiterung sowie einer Sitzbank. Letztere lässt sich mit dem "Comfort-Paket" für mehr Sitzkomfort seitlich ausziehen sowie mit zwei Isofix-Plätzen ausstatten. Einen Notbett-Umbau (156 x 70 cm) gibt es Paket-unabhängig für 319 Euro Aufpreis.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Van Tourer Ford 600 D (2024).
Foto: Van Tourer

Und auch die zwei Festbett-Schlafplätze im Heck des Van Tourer Ford 600 D (2024) sind Campervan-Standard in der Sechs-Meter-Klasse. Das Bett misst recht kurze 193 x 147 – 138 cm, eine optionale Heckverbreiterung im Bettbereich fügt ein paar Zentimeter hinzu. Unter dem Heckbett bleibt recht viel Stauraum, der sich durch das Hochklappen der hinteren Betthälfte nach oben erweitern lässt. Das recht üppige Laderaumvolumen ist unter anderem dem Wegfall eines sperrigen Gaskastens zu verdanken. Geheizt wird nämlich serienmäßig mit Diesel (so eine Standheizung nachrüsten), Gas wird ausschließlich zum Kochen benötigt. Daher reicht eine Drei-Kilogramm-Flasche an Bord aus.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

Die Küche des Van Tourer Ford 600 D (2024) ist zwar weitestgehend eine klassische Campervan-Seitenküche, bietet aber erstaunlich viel Arbeitsfläche auf kleinem Raum. Der Kühlschrank (die besten Kühlboxen im Test) ist – wie in der Klasse mittlerweile üblich – an der Stirnseite des Blocks eingebaut. Das Kompressor-Gerät fasst bis zu 90 l (inklusive herausnehmbarem Eisfach) Reiseproviant, was für zwei Camper:innen ausreichen dürfte. Gekocht wird auf einem Zweiflammen-Gaskocher (die besten Campingkocher im Test), der zwar mit der Spüle eine Einheit bildet, aber getrennt abdeckbar ist.

Das eigentliche Highlight des Grundrisses ist die Nasszelle. Diese ist als Variobad ausgeführt. Bedeutet: Bei Bedarf kann dank erweiterter Duschtasse und Faltwänden auch im Flur zwischen dem eigentlichen Badezimmer und der Küche geduscht werden. Dank doppeltem Ladeboden ist die Abdeckung der Duschwanne sogar recht eben und somit ohne "Stolperfalle" ausgeführt. Der lästige Umgang mit dem Duschvorhang im engen Kompaktbad fällt dann also weg. Ansonsten bietet das Bad eine drehbare Kassettentoilette (hier unsere Tipps und Empfehlungen zu Campingtoiletten), ein kompaktes Festwaschbecken sowie Seitenfenster und Dachluke (so nachrüsten) mit integriertem Lüfter.

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Basisfahrzeug: Ford Transit

Wie bereits erwähnt und im Modellnamen ersichtlich, basiert der Van Tourer Ford 600 D (2024) auf dem Ford Transit. Unter der Haube kommt serienmäßig der 2,0-TDCi-Turbodiesel (hier die Geschichte des Dieselmotors) mit 130 PS (96 kW) zum Einsatz. Gegen einen moderaten Aufpreis von nur 1690 Euro ist auch die 165 PS (121 kW) starke Leistungsvariante des Vierzylinders lieferbar. Die Wandlerautomatik (Technik im Automatikgetriebe erklärt) ersetzt auf Wunsch das Sechsgang-Schaltgetriebe.

Ausstattungsseitig kommt die Ford-Basis bereits ab Werk mit Tempomat und einem DAB-Radio für den 1-DIN-Schacht. Da das "Chassis Paket" für 3590 Euro Aufpreis eine Pflichtoption ist, wird die normalerweise serienmäßige manuelle Klimaanlage direkt durch eine Klimaautomatik ersetzt, hinzu kommen unter anderem Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht und ein lackierter Frontstoßfänger. Das "Assistenz-Paket-Plus" beinhaltet neben diversen Fahrsicherheitsassistenten, darunter Notbrems-, Spurhalte- oder Toter-Winkel-Assistent, auch das Ford-SYNC4-Infotainmentsystem inklusive 12,0-Zoll-Touchscreen und einer Einparkhilfe vorne.

Fahreindruck: Ein Kastenwagen mit Attraktions-Bad und Fahrdynamik

Eine der größten Stärken des Van Tourer Ford 600 D (2024) ist zweifelsohne die Stehhöhe von 2,05 m, mit der sich der Kastenwagen zum Reisebegleiter großgewachsener Leute qualifiziert. Man muss in gewöhnlichen Campervans nicht mit dem Scheitel an der Decke schubbern, um das luftige Raumgefühl im Van Tourer zu mögen. Doch natürlich ist es wie bei allen Sechs-Meter-Kastenwagen auch im 600 D das hintere Querbett, das die Freiheit begrenzt: Selbst mit der optionalen Heckverbreiterung (1399 Euro) in der linken Karosseriewand ist es nicht länger als 1,95 m. Doch da ist auch noch das flexible Bad des Van Tourer – und das ist die eigentliche Attraktion, weil es jedes gewohnte Kastenwagen-Maß sprengt.

Fahrdynamiker:innen werden den Ford sympathisch finden, denn dessen Top-Motorisierung mit 170 PS (125 kW) fordert moderate 1590 Euro Aufpreis, während Van Tourer für den 600 D auf Fiat Ducato –bei identischem Grundpreis – gleich 4390 Euro für den Turbodiesel mit 180 PS (132 kW) kassiert. Darüber hinaus kann die niedrigere Sitzposition für den Transit sprechen sowie das sanftere Abrollen oder auch das leisere Motorgeräusch. Ein Komfortgewinn auf ganzer Linie.
Von Christian Steiger