Wohnmobil-Vorstellung

Rocket Mountain: Alles zum Allrad-Campervan unter 3,5 t

Müssen Allrad-Campervans mehr als 3,5 t Gesamtgewicht haben? Nein, meint die schwäbische Manufaktur Rocket Camper und stellt das mit dem Modell Mountain auf MAN-TGE-Basis unter Beweis. Typisch Rocket: Auch hier fehlt natürlich das Bad!

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Der Rocket Mountain statisch von schräg vorne rechts.
Allradler können nicht unter 3500 kg bleiben? Rocket Camper sieht das anders, der Mountain bleibt trotz Vierradantrieb vollkommen Führerscheinklasse-B-tauglich. Foto: Rocket Camper
Der Rocket Mountain statisch von schräg hinten links.
Mit 5,99 m Außenlänge ist der Campervan auf MAN TGE noch recht kompakt. Serienmäßig ist er auf zwei Personen zugeschnitten. Foto: Rocket Camper
Blick auf das Cockpit des Rocket Mountain.
Das Basisfahrzeug, seines Zeichens Technikzwilling des VW Crafters, kommt bereits serienmäßig mit modernem Infotainment. Apple Carplay und Android Auto sind ebenso Standard wie die Achtstufen-Automatik. Foto: Rocket Camper
Blick durch die Schiebetüre auf die Sitzgruppe des Rocket Mountain.
Bei der Sitzgruppe handelt es sich zumindest optional um eine Halbdinette: Serienmäßig sind nur die Sitzplätze im Fahrerhaus, gegen Aufpreis gibt es auch zwei Einzelsitze mit Gurten in „Reihe zwei“. Foto: Rocket Camper
Blick auf den Zusatzsessel für die Sitzgruppe, der auf dem ausziehbaren WC in der Küche des Rocket Mountain Platz findet.
Das ausfahrbare WC lässt sich mit einem Zusatzpolster jedoch auch zum Dinettensitz umfunktionieren – etwa wenn man in Zwei-Personen-Konfiguration doch einmal einen Gast erwartet. Foto: Rocket Camper
Blick durch die geöffnete Schiebetüre in den Wohnraum des Rocket Mountain.
Der Wohnraum ist Rocket-typisch gestaltet: Der Campervan rollt mit viel Holz, Filz an den Wänden und komplett ohne festes Badezimmer vor. Das sogenannte „Herzstück“ übernimmt die meisten Funktionen an Bord. Foto: Rocket Camper
Die Küchenzeile des Rocket Mountain im Detail.
So auch die Küche: Serienmäßig ist lediglich eine Gasflamme an Bord, optional auch zwei. Foto: Rocket Camper
Der geöffnete Kühlschrank unter der Arbeitsfläche in der Küche des Rocket Mountain im Detail.
Unter der Arbeitsfläche befindet sich der 80-l-Kühlschrank. Foto: Rocket Camper
Das WC im Küchenschrank des Rocket Mountain im Detail.
Und auch als „Bad“ fungiert das „Herzstück“. Das bereits angesprochene WC ist in einem Auszug untergebracht. Foto: Rocket Camper
Die Duschbrause auf der seitlichen Karosserieöffnung im Küchenbereich des Rocket Mountain im Detail.
An der Seitenwand ist zudem ein großes Waschbecken im L-förmigen Möbelstück eingelassen. Eine Serviceklappe ermöglicht das Duschen direkt links neben dem Van, die Duschbrause wird dann einfach durchgereicht. Foto: Rocket Camper
Das Heckbett des Rocket Mountain im Umbau als Lounge.
Das Heckbett lässt sich mit einem Topper verbreitern, serienmäßig ist dagegen der Umbau zur Lounge. Foto: Rocket Camper
Blick durch die geöffnete Schiebetüre in den Wohnraum des Rocket Mountain. Das Fahrerhaus ist durch einen Vorhang optisch abgetrennt.
Zwei Filzvorhänge dienen als Raumtrenner zwischen Fahrerhaus und Wohnraum sowie Wohnraum und Heckbett. Foto: Rocket Camper
Blick durch die geöffneten Hecktüren in die Heckgarage des Rocket Mountain.
Die Heckgarage profitiert von kleinen Wassertanks und Gas nur fürs Kochen. Sie bietet viel Stauraum über beinahe die gesamte Fahrzeugbreite. Foto: Rocket Camper
Die Grundrisszeichnung des Rocket Mountain.
Wer den Mountain auch zu viert nutzen möchte, bekommt ein Aufstelldach für den Sechs-Meter-Campervan mit Allradantrieb. Foto: Rocket Camper

Preis: Rocket Mountain ab 92.940 Euro

In der Caravaning-Branche scheint man generell der Ansicht zu sein, dass Allrad selbst beim vergleichsweise kompakten Sechs-Meter-Campervan nicht ohne Auflastung auf über 3,5 t Gesamtgewicht möglich ist. Die gängigen Wohnmobil-Bauarten erklären wir hier im Detail. In Remshalden bei Stuttgart ist man da ganz anderer Meinung – und schickt mit dem Rocket Mountain den Gegenentwurf. Mit ihm ist man mit 3005 kg Leergewicht und damit mit fast 500 kg Zuladung, trotzdem serienmäßig mit Allradantrieb und optional sogar mit Aufstelldach und vier Gurtplätzen unterwegs, und damit nicht in der Not, in der Führerscheinklasse aufsteigen zu müssen.

Mit einem Basispreis von mindestens 92.940 Euro (Stand: Mai 2026) ist der Rocket Mountain natürlich nicht günstig, aber das ist in der Regel auch kein anderer Allrad-Campervan. Mit dem Basisfahrzeug MAN TGE bietet die schwäbische Manufaktur zudem ein recht modernes Fahrzeug an, was auch die Cockpit-Ausstattung anbelangt. Denn ein Infotainmentsystem mit Apple Carplay oder Android Auto zählt beim VW-Crafter-Zwilling zur Serienausstattung, eine elektrische Feststellbremse ist seit dem Facelift 2024 ebenfalls Standard. Genauso kommt der Allradler ausschließlich mit einer Achtstufen-Automatik.

Tipps zum Wohnmobilkauf im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Innenraum: Leichtbau und Reduktion mit Stil

Natürlich ist auch etwas Arbeit gefordert, wenn der Allrad-Campervan unter 3,5 t bleiben soll. Bei Rocket Camper sieht man es deshalb pragmatisch: „Ein Auto muss leicht sein“, verrät uns Firmengründer und Geschäftsführer Swen Dluzak. Daher bleibt auch weg, was erfahrungsgemäß ohnehin beim Camping nur selten zum Einsatz kommt: die Nasszelle.

Aber auch am Wohnraum selbst wird gefeilt, damit das Mindeste, was zum Camping benötigt wird, nicht nach Verzicht wirkt. So sind die Wände etwa mit Filz ausgekleidet. Das setzt optisch ein Highlight, hat aber auch einen tieferen Sinn, denn Filz hat dämmende Fähigkeiten. Bei den Möbeln bleibt es dennoch bei robustem Echtholz – dafür sind es aber auch weniger als im Standard-Campervan.

Blick durch die geöffnete Schiebetüre in den Wohnraum des Rocket Mountain.
Foto: Rocket Camper

Sitzgruppe

Sitzgruppen-Typ

Halbdinette

Sitzplätze/Gurtplätze

2 (+ 2 opt.) / 2 (+ 2 opt.)

Bettenumbau

Der Grundriss des Rocket Mountain ist identisch mit dem frontgetriebenen Rocket TGE, schließlich ist die Basis samt Abmessungen auch dieselbe. Daher bleibt es auch ab Werk bei einem auf zwei Personen zugeschnittenen Wohnraum. Das fällt etwa in der Sitzgruppe auf. Serienmäßig sind nämlich lediglich die drehbaren Frontsessel sowie der Tisch.

Auf dem ausziehbaren WC ließe sich noch ein Sitzpolster anbringen, damit eine dritte Person als Gast am Tisch Platz nehmen kann, mitfahren ist aber tabu. Hierfür ist eine Extra-Investition in ein bis zwei Zusatz-Sitzplätze nötig. Diese sind dank Schienensystem im Boden auch einfach wieder herausnehmbar, kosten aber jeweils 1210 Euro. Isofix gibt es für nochmals 110 Euro Aufpreis je Rücksitz.

Küche und Sanitäreinrichtung

Küchenform

Querküche

Kochstellen/Befeuerung

1 (opt. 2) / Gas

Kühlschrankvolumen

80 l

Frischwasser

48 l

Abwasser

48 l

Ohne Nasszelle an Bord müssen die Funktionen alle vom mittig platzierten Küchenblock aufgefangen werden. Diesen nennt Rocket Camper dementsprechend auch das „Herzstück“. Doch die Sanitärfunktionen sind versteckt. Offensichtlicher ist dagegen die Küche. Serienmäßig ist ein Einflammen-Gaskocher in die Arbeitsplatte eingelassen und versteckt sich unter einer Edelstahl-Abdeckung. Optional gibt es einen zweiten Kocher dazu. Der Kühlschrank mit 80 l Stauvolumen ist unter der Arbeitsfläche in den Möbelkorpus integriert. An Arbeitsfläche dürfte es beim quer zur Fahrrichtung eingebauten Modul nicht mangeln.

In einem Auszug direkt rechts neben dem Kühlschrank ist das WC versteckt. Serienmäßig handelt es sich hierbei um eine Chemie-Toilette, gegen Aufpreis wird auch eine Trenntoilette angeboten. An der Seitenwand ist zudem ein großes Waschbecken im L-förmigen Möbelstück eingelassen. Eine Serviceklappe ermöglicht das Duschen direkt links neben dem Van, die Duschbrause wird dann einfach durchgereicht.

Schlafplätze

Schlafplätze

2 – 4

Bettentyp / Maße

Heck: Doppelbett / 197 x 140 cm (mit Topper: 197 x 185 cm)

Aufstelldach (opt.): Doppelbett / 117 x 200 cm

Serienmäßig ist der Rocket Mountain als Zwei-Personen-Campervan nur mit einem Doppelbett im Heck ausgestattet. Mit einem Topper lässt sich das Bett auf das Herzstück optional verlängern und bietet so mehr Liegefläche. Ganz serienmäßig ist dagegen der Umbau zur „Lounge“. Hierfür lassen sich die Betthälften so umklappen, dass vom Sofa nach innen oder außen geschaut werden kann. Ein weiterer Vorteil: Durch den faltbaren Lattenrost lässt sich die Heckgarage auch vom Wohnraum aus erreichen.

Weitere Schlafplätze gibt es für mindestens 5990 Euro Aufpreis mit dem „Rocket Roof“ aufs Dach. Mit einem Eigengewicht von 90 kg ist die selbstentwickelte Lösung laut Swen Dluzak das „leichteste Aufstelldach in der Branche“ und hält so das Gesamtgewicht unter 3,5 t.

Stauraum und Bordtechnik

Stauraum

Heckgarage, Dachstauschränke, herausnehmbare Stautaschen, Netzablagen

Bordbatterietyp / Kapazität

AGM / 95 Ah

Heizung

Diesel (4 kW)

Gaskasten

1 x 2,75 kg

Technische Ausstattung

Solar-Vorbereitung (opt.)

Ohne Nasszelle ist auch ein großer Frisch- wie Abwassertank nicht nötig, zudem wird durch die Dieselheizung auch kein riesiger Gasvorrat an Bord nötig. Spürbar wird das beim Stauraum. In der Heckgarage sind daher auch keine großen Seitenstaufächer für die Bordversorgung zu sehen. Weiteren Stauraum bietet insbesondere das Herzstück mit vielen Fächern und Auszügen. Doch es geht auch eine Spur kreativer: Neben klassischen Dachstauschränken nehmen auch herausnehmbare Dachtaschen sowie Netzablagen Gepäck auf.

Technisch bleibt die Ausstattung dagegen etwas einfacher. Eine AGM-Aufbaubatterie muss genügen, gegen Aufpreis gibt es die Solar-Vorbereitung sowie Ambientebeleuchtung für die Dachstauschränke. Doch auch das passt zur Philosophie der Marke: „Immer basic anfangen, später nachrüsten“, rät Swen Dluzak seinen Campervan-Kund:innen.

Die Besonderheiten im Überblick

  • Trotz Allradantrieb bleibt es bei 3500 kg zulässige Gesamtmasse im Rocket Mountain.

  • Serienmäßig nur mit zwei Sitz- und Schlafplätzen, optional aber jeweils auf vier erweiterbar.

  • Sehr große Heckgarage dank 2,75-kg-Gaskasten und kleinen Wassertanks.

Technische Daten des Rocket Mountain

Rocket Mountain

Basisfahrzeug

MAN TGE

Motor

2,0-l-Vierzylinder-Diesel

Leistung / Drehmoment

163 PS (120 kW) / 410 Nm

Getriebe

8-Stufen-Automatik mit Allrad

Zulässige Gesamtmasse

3500 kg

Optionale Auflastung

Maße (L / B / H)

5990 / 2040 / 2710 mm

Stehhöhe

184 cm

Fazit

Offroad geht auch leicht! Wer den eigenen Führerschein nicht von B auf C erweitern möchte, aber auf ein Bad verzichten kann, bekommt mit dem Rocket Mountain einen schicken Manufaktur-Allradler auf moderner MAN-Basis.