Maut

Pkw-Maut in Europa: Alle Länder in der Übersicht und Infos

In Deutschland muss keine Pkw-Maut bezahlt werden, in anderen Ländern Europas hingegen schon. In welchen europäischen Staaten es mautpflichtige Strecken und Vignetten gibt und wie man die Gebühr bezahlt.

Eine Mautstation auf einer Autobahn.
In vielen Ländern Europas wird auf der Autobahn eine Mautgebühr fällig. Foto: Imago
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Was versteht man unter Maut?

Eine Maut für Pkw bedeutet, dass die Person am Steuer eine Gebühr bezahlen muss, um bestimmte Straßen befahren zu dürfen. Mautpflichtige Straßen können einzelne Streckenabschnitte oder Sonderstrecken wie Tunnel, Pässe und Brücken sein, es kann aber auch das gesamte Autobahnnetz eines Landes betreffen. Eine europaweite Pkw-Maut gibt es nicht. Je nach Mautsystem müssen Fahrzeuge online registriert werden, oder man muss eine Vignette kaufen. Oft werden die Gebühren auch vor Ort an Mautstationen bezahlt.

Wie wird Maut bezahlt?

Besteht auf einem kompletten Straßennetz von Autobahnen und Schnellstraßen die Pflicht, Maut zu bezahlen, so werden die Gebühren üblicherweise über Vignetten mit bestimmter Gültigkeitsdauer (Tages-, Monats-, oder Jahresvignette) erhoben. Die Vignette gibt es nur noch in wenigen Ländern als Klebevignette für die Frontscheibe des Autos, die dann nur für das entsprechende Fahrzeug gilt. Klebevignetten werden nach und nach von digitalen Vignetten abgelöst und funktionieren über eine digitale Registrierung des Kennzeichens, die bei Wechselkennzeichen dann auch für unterschiedliche Fahrzeuge gilt.

Bei einer streckenbezogenen Maut wird meist an Mautstationen beim Auf- und Abfahren auf die kostenpflichtige Strecke bezahlt, da nicht nach Gültigkeitsdauer, sondern nach Länge der Strecke abgerechnet wird. Welche Autobahnen gebührenpflichtig sind, erkennen Reisende an der entsprechenden Beschilderung. Es gibt aber auch bei der streckenbezogenen Maut Länder oder Gebiete mit ausschließlich elektronischem Mautsystem. Man muss also vorher eine Onlineregistrierung des Autos vornehmen.

Pkw-Maut mit Mautbox

Um die Pkw-Maut automatisch beziehungsweise per Abbuchung oder Guthaben zu bezahlen, kann man eine sogenannte Mautbox kaufen und innen an der Frontscheibe des Autos installieren. Vorteile: Eine Mautbox kann je nach Anbieter in mehreren Ländern genutzt werden. Zudem kann man bei Mautstationen auf der Autobahn die entsprechenden Spuren für automatische Mauterfassung nutzen und Zeit sparen. Nachteile: Die Mautbox kostet Gerätemiete. Hinzu kommen Aktivierungsgebühren und gegebenenfalls Versandkosten. Zudem werden oft Aufschläge (Servicegebühren) von rund fünf bis sieben Prozent auf die Mautgebühr erhoben.

Beispiele für Mautbox-Anbieter

  • Bip&Go: Frankreich, Italien, Portugal und Spanien

  • maut1.de/ADAC: Frankreich, Italien, Kroatien (ohne Istrien), Portugal und Spanien

  • tolltickets.de: Dänemark, Norwegen, Schweden, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien

  • Go-Box:Österreich

  • DarsGo-unit: Slowenien

Welche Länder in Europa haben eine Pkw-Maut?

Mautgebühren werden im Gegensatz zu Deutschland in vielen Ländern Europas erhoben. Wir haben sie nach "digitale Vignette", "streckenbezogene Maut" und "Sondermaut" nachfolgend entsprechend gelistet.

Digitale Vignette:

Die Pkw-Maut wird in elf Ländern Europas über eine Vignette bezahlt. Zusätzlich gibt es Sondermaut-Strecken (siehe unten), die nicht von der Vignette abgedeckt sind. Hier gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen Vignettenpflicht:

  • Belarus (mit Transponder auch pro km)

  • Bulgarien (+ Sondermaut-Strecken)

  • Moldawien

  • Österreich (+ Sondermaut-Strecken)

  • Rumänien (+ Sondermaut-Strecken)

  • Schweiz (Digitale Vignette seit Ende 2023, + Sondermaut-Strecken)

  • Slowakei

  • Slowenien (+ Sondermaut-Strecken)

  • Tschechien

  • Ungarn

Streckenbezogene Maut:

In Europa wird die Maut für Pkw in 16 Ländern streckenbezogen erhoben. Hier muss man Mautgebühren für Strecken bezahlen, zu denen auch Tunnel, Brücken, Pässe oder Städte gehören können:

  • Belarus (auch E-Vignette möglich)

  • Bosnien-Herzegowina

  • Frankreich (Onlineregistrierung nötig: A79 nördlich von Lyon, A4 bei Metz)

  • Griechenland

  • Großbritannien (Onlineregistrierung nötig: London)

  • Irland (Onlineregistrierung nötig: Dublin)

  • Italien (Onlineregistrierung nötig: nördlich von Mailand)

  • Kroatien

  • Montenegro

  • Nordmazedonien

  • Norwegen

  • Polen

  • Portugal (Onlineregistrierung oder Transponder nötig)

  • Serbien

  • Spanien (Onlineregistrierung nötig: A636 im Baskenland)

  • Türkei

Sondermaut für Pässe, Brücken, Tunnel oder Städte (City-Maut):

In vielen Ländern Europas gibt es gebührenpflichtige Brücken, Tunnel, Pässe oder Innenstädte (City-Maut). Auch, wenn es in einigen dieser Länder die Vignettenpflicht gibt, werden die Kosten für diese Sonderstrecken nicht von der Vignette abgedeckt. Man muss also zusätzlich eine Maut bezahlen. Teilweise beinhaltet die Liste auch Länder, in denen neben Tunnel und Brücken keine weitere Maut für normale Straßenabschnitte erhoben wird.

Was kostet die Maut für Pkw in Europa?

Die Kosten für gebührenpflichtige Strecken erklären wir im Detail in den jeweiligen Ratgebern, die in den Länderlisten oben verlinkt sind. Muss man zum Befahren der Mautstrecken eine Vignette kaufen, so berechnet sich der Preis für die Vignette nach ihrer Gültigkeitsdauer. Die streckenabhängige Maut variiert je nach Straßenabschnitt. Die Höhe der Mautkosten, egal ob sie nach Streckenlänge oder per Vignette anfallen, lässt sich über den ADAC-Routenplaner für jede Route in Europa berechnen.

Welche Strafen gelten bei einem Mautverstoß?

Wer ohne Vignette oder registriertem Kennzeichen auf einer Mautstrecke unterwegs ist oder aus einem anderen Grund die Maut nicht bezahlt hat, muss mit einem Bußgeld rechnen. Je nach Land ist auch die Nachzahlung einer Ersatzmaut innerhalb eines gewissen Zeitraums möglich, ehe man Strafe zahlen muss. Die Höhe der Ersatzmaut und der Bußgelder bei Verstoß gegen die Mautpflicht in Europa ist in der Tabelle zusammen mit den Mautgebühren unten aufgelistet.

Die Preise für gewöhnliche Pkw unter 3,5 t bei entsprechender Gültigkeitsdauer der Vignette in allen Ländern mit Vignettenpflicht und die Bußgelder bei Mautverstoß (Stand: Dezember 2024, Preise können durch den sich ändernden Wechselkurs variieren):

Maut in Europa: Was gilt für Wohnmobile?

Für Wohnmobile ist die Berechnung der Maut je nach Land unterschiedlich. So geht es beispielsweise in Italien nach Höhe an der Vorderachse (ab 1,50 m teurer) und in den Niederlanden nach Gesamthöhe und -länge (ab 3 m Höhe und 6 m Länge teurer). In Norwegen wiederum geht es nur darum, ob ein Fahrzeug schwerer als 3,5 t ist. Andere Länder unterscheiden generell zwischen Pkw und Wohnmobil, ohne dabei Maßangaben zu machen.

Für weiterführende Informationen sollten Wohnmobil-Reisende sich vorab auf der jeweiligen Internetseite zu Mautgebühren des zu befahrenden Landes erkundigen. Eine Empfehlung des ADAC ist die sogenannte Camper-Mautbox. Über diese kann man die Mautkosten in zehn europäischen Ländern für Wohnmobile über 3,5 t zusammen abrechnen lassen. Wer viel reist, kann die Wartezeiten an den Mautstationen so umgehen, weil über die Mautbox automatisch abgerechnet wird. Es wird demnach kein Ticket oder keine Reservierung benötigt.