Fronleichnam: Stauprognose für heute, morgen & Wochenende
Wegen Fronleichnam verlagern sich die Staus in sechs Bundesländern in Richtung Wochenmitte. Wann es wo voll wird auf den Autobahnen und wieso am Wochenende, 3. bis 7. Juni 2026, im Süden noch einmal Geduld gefragt ist, verrät die Stauprognose!
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Staumelder: Die Verkehrslage am Fronleichnam-Wochenende, 3. bis 7. Juni 2026
Am kommenden, anlässlich Fronleichnam vielfach verlängerten Wochenende (3. bis 7. Juni 2026) verschieben sich die Stauwellen in vielen Regionen Deutschlands in Richtung Wochenmitte.
In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern sorgt der Feiertag dafür, dass die typischen Pendlerstaus vom Freitag auf den Mittwoch verlagert werden. Der Auto Club Europa (ACE) und der ADAC warnen: Der Mittwoch vor Fronleichnam gehörte in den vergangenen Jahren zu den staureichsten Tagen und dürfte erneut der verkehrsreichste Tag des langen Wochenendes werden.
Am Mittwoch startet in den genannten Bundesländern für viele das verlängerte Wochenende, und zahlreiche Kurzurlauber:innen sind unterwegs. Dadurch muss auf den Fernstraßen vor allem ab dem Nachmittag mit erheblichen Verzögerungen gerechnet werden.
Der Freitag verläuft in diesen Regionen ruhiger als gewohnt. Dennoch ist in den übrigen Bundesländern mit den üblichen Pendlerstaus zu rechnen. Ab Samstag und Sonntag steigt die Staugefahr vor allem auf den Heimreiserouten von Süden Richtung Norden. Schwerpunkt bleibt Süddeutschland, da in Bayern und Baden-Württemberg die Pfingstferien enden und viele aus dem Urlaub zurückkehren.
Staugefährdete Autobahnen
A1 Fehmarn – Lübeck – Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Dortmund – Köln
A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Berlin
A3 Linz – Passau – Würzburg – Frankfurt – Köln – Oberhausen – Arnheim
A4 Aachen – Köln – Olpe
A5 Frankfurt/Main – Karlsruhe – Basel
A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel und Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – München – Salzburg
A9 München – Nürnberg – Berlin
A10 Berliner Ring
A11 Berliner Ring – Kreuz Uckermark
A12 Berliner Ring – Frankfurt (Oder)
A13 Dresden – Schönefelder Kreuz
A23 Hamburg – Heide
A24 Pritzwalk – Berliner Ring
A27 Bremen – Bremerhaven
A40 Essen – Duisburg – Venlo
A45 Dortmund – Hagen – Gießen
A59 Düsseldorf – Köln – Bonn
A61 Ludwigshafen – Koblenz – Mönchengladbach
A81 Heilbronn – Stuttgart – Singen
A93 Kiefersfelden – Rosenheim
A95 München – Garmisch-Partenkirchen
A96 München – Lindau
A99 Autobahnring München
Vollsperrungen
A59 zwischen Dreieck Düsseldorf-Süd und Monheim in Richtung Köln bis Juni 2026
Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)
Deutschlandweit sorgen weiterhin rund 550 Baustellen für zusätzliche Verzögerungen. Eine Übersicht aktueller und geplanter Bauabschnitte bietet die interaktive Karte der Autobahn GmbH und der BaustellenCheck der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), wo Nutzer:innen nach Strecke, Land und Baustellenart filtern können. Hier geht es zur interaktiven Baustellen-Übersicht der Autobahn GmbH.
Verkehr in Österreich & Schweiz
Auch im Alpenraum ist Geduld gefragt, da die Reiseströme vor allem auf den Heimreiserouten zu Verzögerungen führen. In Österreich sind insbesondere am Samstag Staus möglich – darunter auf der Brennerautobahn (A13) mit der Dauerbaustelle an der Luegbrücke, der Tauernautobahn (A10) sowie am Fernpass (B179).
An den Grenzen zu Deutschland kann es wegen der stichprobenhaften Einreisekontrollen zu Wartezeiten kommen, besonders an den Übergängen Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93). Aktuelle Reisezeiten auf den wichtigsten Transitkorridoren in Österreich lassen sich auf der Website der Asfinag abrufen.
In der Schweiz ist vor allem auf der Gotthardautobahn (A2) mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Sollte sich dort ein Rückstau von mehr als einer Stunde abzeichnen, gilt die Ausweichroute über die San-Bernardino-Route (A13) als empfehlenswert.
Grenzkontrollen
Stichprobenartige Grenzkontrollen führen an den Übergängen von Österreich zu längeren Wartezeiten, etwa bei Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93). Die aktuellen Reisezeiten für wichtige Transitkorridore lassen sich auf der Website der Asfinag abrufen.

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht, in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps (Funktionen und Tipps wie Tricks hier) oder Apple Karten gibt es viele spezialisierte Varianten.
Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation (Nützliche Apps in der Übersicht) nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden.
Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen.
Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau
Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrende immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.
Wie reagiere ich richtig auf ein Stauende?
Sobald der Verkehr dichter wird, sollten Autofahrende den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unbedingt vergrößern und die Geschwindigkeit rechtzeitig sowie gleichmäßig verringern. Bei unübersichtlichen Situationen ist es im Zweifel besser, einmal zu viel als einmal zu wenig abzubremsen. Keinesfalls sollte zu forsch an ein Stauende (Diese Gefahren drohen hier) herangefahren werden. Auch von sofortigem, rabiaten Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus ist abzuraten. Und nicht zuletzt: Wer an ein Stauende heranfährt, sollte schnellstmöglich die Warnblinker anstellen und so gut es geht behutsam abbremsen. Schon wenn der Verkehr stockt, muss die Rettungsgasse gebildet werden (siehe nächster Absatz).
Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der Spur ganz links und dem Fahrstreifen rechts daneben.
Gilt der Sicherheitsabstand auch im Stau?
Grundsätzlich wird bei Staugefahr generell dazu geraten, das Tempo zu drosseln und den Abstand zum Vorausfahrenden etwas größer werden zu lassen. Normalerweise ist der halbe Tachowert in Metern richtig – also bei Tempo 100 mindestens 50 m Abstand. Nun gern etwas mehr. Zur Orientierung können Leitpfosten dienen, die im Abstand von 50 m stehen. Auch bei geringen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr muss genügend Abstand zum vorausfahrenden Wagen da sein. Hier sollte man je nach Tempo etwa drei Wagenlängen Distanz halten, um rechtzeitig auf einen plötzlichen Stillstand reagieren zu können, rät der TÜV Thüringen.
Spart stetiger Spurwechsel im Stau Zeit?
Klar, jeder hat es eilig, auch auf dem Weg in den Urlaub. Und gerade rollt die Kolonne auf der anderen Spur etwas schneller. Rasch den Blinker gesetzt und ab nach links und so schneller durch Stop-and-go und Stau? Nein, denn unnötige Spurwechsel bringen keinen messbaren Zeitgewinn. Sie erhöhen nur das Unfallrisiko, so die Sicherheitsexperten des TÜV Thüringen. Daher raten sie klar von solchem Kolonnenspringen ab. Zudem seien viele Autofahrende bei Stau schnell abgelenkt und bemerken den Lückenspringer möglicherweise zu spät, was das Risiko für Auffahrunfälle deutlich erhöht. Denn die Spurwechsel zwingen die Hinterherfahrenden immer wieder zum Bremsen, und auch das ständige Durchkreuzen der Rettungsgasse sei gefährlich.
Darf im Stau rechts überholt werden?
Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h höherer Geschwindigkeit überholen, aber nicht schneller als 80 km/h.
Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.
Darf im Stau gewendet werden?
Nein, im Stau darf nicht gewendet werden! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.
Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und dann in die andere Spur einfädeln.
Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?
Telefonieren am Steuer, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist und das Fahrzeug steht. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.
Dürfen sich Motorradfahrende durchschlängeln?
Nein, Motorradfahrende dürfen sich im Stau nicht durch die Rettungsgasse durchschlängeln. Es ist Motorradfahrenden aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.
Darf man im Stau aussteigen?
Nein, das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Warnweste tragen.
Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
Ausgerechnet im Stau drückt der halbe Liter Limonade von vorhin. Wohin aber austreten? Einfach mal kurz raus aus dem Auto und hinter der Leitplanke verschwinden? Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht, informiert der Auto Club Europa (ACE). Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Daher auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen, nach Unfällen ist tabu. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn Motorradfahrer:innen im Sommer ein Hitzschlag droht. Ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall. Was aber soll und darf man nun tun? In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend vorzubeugen: Dazu gibt es sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nehmen nicht viel Platz weg und es gibt verschiedene Exemplare – für Männer, Frauen und Kinder.
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen. Aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Und: rollt der Verkehr wieder an, müssen alle Insass:innen wieder auf ihren Plätzen sein. Anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.
Tipp: Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 km eine mindestens 15-minütige Erholungspause machen, die dann auch für einen Toilettengang genutzt werden kann. Mobilitäts-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.
















