Forza Horizon 6 im Test: Zwischen Auto-Himmel & JDM-Overkill
Das vielleicht derzeit beste Open-World-Rennspiel geht in die nächste Runde: Forza Horizon 6 startet am 19. Mai 2026. Wir durften uns vorab schon durch das japanische Setting testen und haben dabei die vielfältigen Möglichkeiten ausgereizt – inklusive der bemitleidenswerten Grafikkarte.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
- Forza Horizon 6: Der Vorgänger steckt die Test-Erwartungen hoch
- Mangels Polizei genießt man das Leben auf der Überholspur
- Parkplatztreffen rücken die digitale Community näher zusammen
- Im neuen Horizon steckt von allem mehr, auch vom Wettkampf
- FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Forza Horizon 6
- Fazit
Forza Horizon 6: Der Vorgänger steckt die Test-Erwartungen hoch
Wenn es in den vergangenen Jahren ein Spiel gab, das mich an den Bildschirm gefesselt hat, dann definitiv Forza Horizon 5. Als frisch gebackener Vater war das Zockerleben damals in weite Ferne gerückt. Aber mit dem schlafenden Sohnemann im Schoß das Gamepad zücken und ein bis zwei Stunden durch Mexiko cruisen – das ging.
Das ist nun fast fünf Jahre her und mittlerweile darf der Nachwuchs gelegentlich selber ins Sim-Racing-Lenkrad greifen. Und auch Horizon 5 motiviert dank der Rallye- und Hot-Wheels-Welt, der konsequenten Einführung von neuen Autos, den rührigen Community-Kreationen sowie der wechselnden Herausforderungen noch immer dazu, wöchentlich einzuschalten. Aber die Sehnsucht nach einem neuen Setting wuchs nach all den Jahren und damit auch die Erwartungen an Forza Horizon 6. Doch würde das neue Spiel meine antike Grafikkarte nicht schon beim Intro rösten?
So viel vorweg: Mein PC lebt (noch). Die offensichtliche Warnung nach dem 130 GB großen Download, dass Forza Horizon 6 die Kapazität meines Set-Ups übersteigt, habe ich gekonnt in den Wind geschlagen. Dank Forza fahren wir jetzt beide auf letzter Rille, mein PC und ich. Um ein Daumenkino zu verhindern, verwandelt sich die Spielwelt auf niedrigsten Grafikeinstellungen in grau-trüben Matsch. Die rosarote Grafikbrille ziehen wir also gar nicht erst auf.
Für mich geht es vorrangig ums Fahrgefühl mit dem Gamepad – und da ist auch der jüngste Horizon-Teil unschlagbar. Trotz der Steuerung über Sticks, Knöpfe und Trigger verwächst man schnell mit seinem Fahrzeug. Die Balance zwischen Authentizität und Action sitzt. Der im Vergleich zu früheren Horizon-Titeln gefühlt etwas früher ansetzende Haftungsabriss der Reifen, verschiedene Bodenbeläge und selbst die kleinen Nuancen des individuellen Feintunings werden dir in die Hände gespielt. Das macht das Spiel sowohl für Neulinge als auch für Veteranen höchst immersiv.
Mangels Polizei genießt man das Leben auf der Überholspur
Apropos Immersion: Diese sucht man in Form eines komplexen Story-Modus erneut vergebens. Entwickler Playground Games macht sich gar nicht erst die Mühe, eine seichte Handlung à la Need for Speed ins Spiel zu integrieren. Statt unglaubwürdiger Dramen oder automobilen Gefechten mit der Polizei setzt Horizon 6 beispielsweise auf Tagestouren durch die reichhaltige Welt Japans. Also Dinge, die Petrolheads auch in der echten Welt unternehmen würden. Dazu später mehr.
Die Motivation, den Spielfortschritt voranzutreiben, entsteht ganz automatisch dank der unzähligen Autos, Rennserien und Belohnungen, die man im Verlauf freischalten kann. So ist es auch völlig normal, dass nach der ersten Spielstunde schon eine zweistellige Anzahl an Fahrzeugen in der digitalen Garage steht und auch die erste Million Forza-Credits nicht mehr weit entfernt sind. Immerhin gibt es schon zu Beginn gut 550 verschiedene Modelle zu sammeln, von Abarth bis Wuling.
Als Tribut an die Landeskultur spielen in diesem Horizon-Teil vor allem die „Japanese Domestic Market"-Fahrzeuge, kurz JDM, eine große Rolle. Allen voran die in den engen Metropolen beliebten Kei-Cars. Passend dazu kann man neuerdings tatsächlich mit dem RakuRaku-Express Essen ausliefern und sich damit weiteres Taschengeld erspielen. Und wenn wir schon beim Knabbern sind: Playground Games ließ es sich nicht nehmen, zerstörbare Riesen-Edamame und Nudel-Bowls aufzustellen, um die kulinarischen Traditionen der jeweiligen Regionen darzustellen.
Ebenfalls neu: Tokyo-Drift-verdächtige Togue-Events mit Eins-gegen-Eins-Duellen über die Serpentinen der Japanischen Alpen. Außerdem bietet die offene Welt jetzt noch mehr Events wie spontane Drag- und Zeitrennen – ein Riesen-Vorteil, wenn man zum Beispiel gerade darauf wartet, dass der Online-Kumpel sein Auto endlich fertiggetunt hat.
Parkplatztreffen rücken die digitale Community näher zusammen
Die ohnehin schon vielschichtigen Fahrzeugmodifikationen der Vorgänger bleiben natürlich gesetzt. Ein echtes Upgrade für Ästhet:innen dürfte die individuelle Montage von Felgen an der Vorder- und Hinterachse sein. Das Tuning beschränkt sich übrigens nicht mehr nur aufs Auto: Auch die Garage und sogar die Spielerhäuser lassen sich mit den aus dem Eventlab bekannten Gegenständen frei individualisieren. Wer immer schon mal im Mancave mit den persönlichen Lieblingsautos leben wollte, kann hier seinen Traum gestalten und verwirklichen.
Playground Games hat es tatsächlich geschafft, Forza noch näher an die Auto-Szene heranzurücken. Ein weiterer Beweis hierfür sind die Parkplatztreffen, die jetzt als echte Events in der Spielwelt angelegt sind und sowohl das Vernetzen mit anderen Spielenden, als auch das Kaufen von Gebrauchtwagen ermöglicht.
Im neuen Horizon steckt von allem mehr, auch vom Wettkampf
Forza Horizon 6 lebt aber am Ende vor allem von seinen Multiplayer-Rennen – und auch da hat die Spielserie nochmals aufgestockt. Mit Spec Racing startet nun eine Rennserie, in der alle Teilnehmenden mit identischen Autos fahren. Vorteile durch bessere oder besser getunte Autos fallen damit weg, sodass die Chancengleichheit hoch wie nie zuvor ausfällt. Ein neues, globales Leaderboard soll außerdem transparenter darstellen, wie gut man im Vergleich zur restlichen Forza-Community abschneidet.
Das lässt zugegebenermaßen auch meinen persönlichen Ehrgeiz nicht ganz kalt. Wenn zudem die wöchentliche Festival-Spieleliste gut gepflegt wird und die künftigen Add-On-Welten in den kommenden Jahren noch mehr Tiefe in Forza Horizon 6 bringen, steht fünf weiteren Jahren Spielspaß nichts mehr im Wege. Außer vielleicht noch meine Grafikkarte.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Forza Horizon 6
Wie viel wird Forza Horizon 6 kosten?
Die Standard Edition startet bei 69,99 Euro. Darüber rangieren die Deluxe Edition mit noch mehr exklusiven Autos für 99,99 Euro und die Premium Edition für 119,99 Euro. Letztere bietet neben einer Vielzahl an Auto-Boni auch noch den kostenlosen Zugang zu den künftigen beiden Erweiterungspaketen und einem Early Access zum Hauptspiel.
Wann erscheint Forza Horizon 6?
Ab dem 15. Mai 2026 ist Forza Horizon 6 für die Käufer:innen der Premium Edition auf PC und Xbox spielbar, der reguläre Release folgt am 19. Mai 2026. Das Releasedatum für PS5 ist noch nicht kommuniziert, dürfte aber ebenfalls noch in 2026 erfolgen.
Kann man Forza Horizon 6 auch mit Lenkrad spielen?
Ja, Forza Horizon 6 ist auch mit Lenkrad und Pedalen kompatibel, reicht in Sachen Realitätsnähe aber nicht an echte Sim-Racing-Games heran. Deshalb empfehle ich das Spielen mit Gamepad.
Fazit
Forza Horizon 6 ist genau das, was ich erwartet habe: Eine Fortführung des grandiosen, fünften Teils mit neuen Ideen, noch mehr Autos, einer noch größeren Spielwelt und Potenzial für viele Stunden Spielspaß. Der Preis dafür ist absolut gerechtfertigt. Und keine Sorge: An den japanischen Linksverkehr gewöhnt man sich.




















