Mit bis zu 18 Zylindern: Porsche reicht Patent für W-Motor ein!
Haben großvolumige Verbrenner aus Zuffenhausen doch mehr Zukunft als gedacht? Im Oktober 2025 reichte Porsche ein Patent ein für ein ausgeklügeltes Verbrenner-Konzept ein – mit W-Bauform und bis zu 18 Zylindern.
Porsche reicht Patent für W-Motor ein
Richtig gelesen: In der Patentschrift, welche die World Intellectual Property Organization am 16. Oktober 2025 offenlegte, ist tatsächlich die Rede von einem neuen Porsche-Verbrenner mit W-Bauform und bis zu 18 Brennräumen. Entscheidend sind jedoch eher die kompakte Bauweise und technischen Lösungen, die eine so absurde Zylinderanzahl überhaupt erst möglich machen – aber ebenso Motoren mit weniger Brennräumen zugutekommen könnten.
Grundsätzlich zeichnet sich ein W-Motor durch drei separate Zylinderbänke aus, deren Pleuelstangen allesamt eine Kurbelwelle antreiben. Streng genommen fällt Bugattis legendärer W16 gar nicht in diese Kategorie, da es sich hier um zwei Zylinderbänke mit je acht versetzt angeordneten Brennräumen handelt. Im Fall des Porsche-Patents kommen allerdings tatsächlich drei baulich getrennte Bänke zum Einsatz, die im Falle der Patentzeichnung (siehe oben) mit jeweils sechs Zylindern – in Summe also 18 – bestückt sind.
Theoretisch ließe sich das Konzept auch auf andere durch drei teilbare Zylinderanzahlen anwenden; also etwa neun, zwölf oder 15. In der Patentveröffentlichung wird explizit erwähnt, dass der 18-Zylinder nur beispielhafter Natur für das Konzept ist.
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Der Porsche 911 Turbo S (2025) im Video:

Das sind die Vorteile des Konzepts
Neben der exotischen Bauform wartet das W-Konzept aus dem Porsche-Patent mit weiteren interessanten Ansätzen auf. So sitzt der Luftsammler über und nicht neben den Zylinderköpfen, sodass der Motor die Luft auf äußerst kurzen und direkten Wegen ansaugen kann. Das soll die Reibungsverluste während der Ansaugung reduzieren. Zudem sei die Idee von Vorteil zur Trennung von Ansaugluft und Abgas, womit die Luft kühler gehalten werden könne. "Dies führt zu einer Steigerung einer erzielbaren Leistung der Verbrennungskraftmaschine bei unverändertem Hubvolumen", heißt es in der Patentveröffentlichung.
Apropos Ansaugung und Abgas: Für mehr Leistung soll der Motor "zumindest einen Abgasturbolader aufweisen" – bevorzugt sei jedoch ein Lader pro Zylinderbank. Zudem bezieht sich das Patent auch auf die Abgasführung. So werden die Auspuffrohre mehrerer Zylinder noch zwischen beziehungsweise neben den Zylinderbänken zusammengeführt, um Platz zu sparen und das Abgas mehrerer Zylinder mit einem Katalysator reinigen zu können (siehe obige Zeichnung, Bauteil 31). Außerdem soll ein gemeinsames Auspuffrohr mit größerem Durchmesser gezielt den Abgasgegendruck senken.

Porsche setzt vermehrt auf Verbrenner
Nicht zuletzt spektakuläre Rohrkrepierer-Patente aus der Vergangenheit beweisen: Die Patentbeantragung eines Autoherstellers heißt per se noch nicht viel. Ob ein solcher W-Motor also bei Porsche in Serie geht, ist völlig offen – und wenn dem so wäre, dann würden wir stark gegen einen 18-Zylinder tippen. Was sich aber ableiten lässt, ist, dass Porsche auch 2025 noch Ressourcen in die Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren investiert. Und während es lange den Anschein machte, dass großvolumige Motoren nicht mehr neu eingeführt werden, sondern nach und nach aussterben, scheint Porsche noch Potenzial im Verbrenner zu sehen.
Das wiederum passt zur aktuell schwierigen Lage des Sportwagenherstellers und dessen Kurskorrektur. Strich Porsche beispielsweise 2024 mit dem Wechsel zur zweiten Macan-Generation den Verbrenner komplett, kündigte man inzwischen für 2028 einen fossilen Nachfolger an. Auch der immer wieder vertagte elektrische Porsche 718 soll zumindest als Top-Antrieb nun doch einen Verbrennungsmotor erhalten.
Für diese Modelle käme der W-Motor ziemlich sicher zu spät, doch wirkt die Patenteinreichung vor deren Hintergrund trotzdem schlüssig. Mit etwas Fantasie könnte das Konzept auch als Hoffnungsträger des wankenden Riesen gewertet werden – die Zeit wird es zeigen. Prinzipiell denkbar wäre die Nutzung eines W-Motors etwa in einem künftigen 911 oder dem XXL-SUV mit dem Arbeitstitel K1. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht mehr als Spekulation.
Nicht der erste W-Motor im Konzern
Ein Porsche mit W-Motor wäre nicht das erste Auto seiner Art im VW-Konzern. Neben dem erwähnten Bugatti-W16 gab es auch einen W8-Motor, der von 2001 bis 2004 im VW Passat zum Einsatz kam. Ebenfalls in den 2000ern und 2010ern hatten einige Audi A8 sowie VW Phaeton und Touareg einen W12 unter der Haube. Dessen Nachfolgemotor kam bis 2024 in verschiedenen Bentley-Modellen zum Einsatz.
Allesamt hatten – wie auch das neue Porsche-Konzept – die Unterbringung vieler Zylinder auf wenig Bauraum zum Ziel. Allerdings arbeitete keines der genannten Beispiele mit drei separaten Zylinderbänken. Stattdessen kamen zwei Zylinderbänke zum Einsatz, in denen jeweils zwei versetzte Reihen an Zylindern untergebracht waren – beim W12 beispielsweise zwei Bänke mit je zwei Dreier-Reihen. Insofern wäre ein Serienauto mit Porsches W12-Konzept tatsächlich ein absolutes Novum.







