Analyse

Neuer Lancia Gamma: Was verpasst Deutschland?

Lancia erweitert seine Modellpalette um den Gamma. Das Mittelklasse SUV-Coupé kommt aber nicht auf den deutschen Markt, zumindest noch nicht. Ist das schlimm oder kann man es verschmerzen?

Lancia Gamma, fotografiert von schräg vorne.
Die Türgriffe des Lancia Gamma sind überaus schüchtern: Vorne schließen sie bündig ab, hinten verstecken sie sich in der C-Säule. Foto: Lancia
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Lancia soll leben. Zumindest ein bisschen. Daher bringt Stellantis die Marke auf ausgesuchten Märkten wieder in Stellung für den Kampf um Marktanteile, etwa in Italien, Frankreich, Spanien und im Benelux. Unter lancia.de wird man einen Konfigurator und Preislisten bis auf Weiteres aber vergeblich suchen. Denn wie der schicke City-Flitzer Ypsilon soll auch der Gamma um Europas größten Automarkt einen Bogen machen. Zumindest vorerst. Aber was genau verpassen wir denn?

Aus der einstigen Limousine Gamma wurde ein SUV-Coupé

Noch hält sich die Marke mit belastbaren Informationen zurück. Nur drei Fotos geben einen ersten Eindruck vom neuen Gamma. Darauf ähnelt das SUV-Coupé dem Peugeot 3008, einem der Bestseller der Löwenmarke. Und das kommt nicht von ungefähr. Wie der Franzose basiert auch der Lancia Gamma auf der Plattform STLA Medium, die sich hybrid oder vollelektrisch motorisieren lässt.

Cockpit des Lancia Gamma, fotografiert von schräg rechts.
Im Cockpit des Lancia Gamma geht es betont sachlich und minimalistisch zu. Foto: Lancia

Mit 4,67 m streckt sich der Gamma allerdings 13 cm länger und ähnelt damit dem Format des Peugeot 408, der allerdings wiederum satte 18 cm niedriger daherkommt. Mit seinem sanft abfallenden Heck und der extrem breiten, unverglasten C-Säule dürfte das SUV-Coupé die Sicht nach hinten wahrscheinlich nicht erleichtern. Dafür setzen durchgehende LED-Lichtleisten vorne und hinten und der Verzicht auf allzu aggressive Kanten optische Akzente. Rassiger oder „italienischer“ als etwa ein Cupra Tavascan wirkt er auf den ersten Blick eher nicht.

Lancia Gamma, fotografiert von schräg hinten.
Das schnelle, hohe Heck des Lancia Gamma dürfte kein Vorbild an Übersichtlichkeit sein. Foto: Lancia

Die Technik des Lancia Gamma stammt aus dem Stellantis-Baukasten

Die technischen Eckdaten lesen sich wie aus dem Stellantis-Katalog: Die angekündigte Hybridvariante mit 145 PS (107 kW) positioniert sich mit ihrer Reichweite von offiziell über 1000 km offenbar als Favorit der Langstrecken-Fahrer:innen. Daneben sind drei E-Versionen geplant, mit 169, 180 und 257 kW (230, 245 und 350 PS) und respektive rund 540, 740 und 675 km Reichweite. Die Topversion wartet dabei mit Allradantrieb auf. Über Akkugrößen oder Ladeleistung erfährt man im Augenblick noch nichts.

So oder so ähnlich hat man das auch schon bei den Konzernbrüdern Peugeot 3008, Opel Grandland, Citroën C5 Aircross, Jeep Compass und DS No 8 gesehen. Was die Frage aufwirft, wie sich der Lancia Gamma denn von den vornehmlich europäischen und asiatischen Konkurrenten abheben will. Solange wir aber weder Ausstattung noch Preise genau kennen, kann man diese Frage nur vorläufig beantworten: wahrscheinlich vor allem optisch.

Fazit

Delta, Stratos und auch Gamma sind klangvolle Namen. Aber Lancia stand ursprünglich für Sportlichkeit, Innovation und italienischen Chic. Das verdient mehr als ein Logo auf Stellantis-Technik, die man auch bei anderen Herstellern bekommt. Von daher verpasst Deutschland mit dem neuen Gamma nicht viel.

Quellen