Fahrbericht

Erste Testfahrt im MG S9: Das kann der 7-Sitzer ab 45.000 Euro

Siebensitzig, komfortabel und trotzdem günstig: Ist der MG S9 PHEV das ultimative Familienauto? Unsere erste Testfahrt offenbart die Stärken und Schwächen des SUV.

(1/9)
Der MG S9 PHEV fährt auf einer Landstraße, von vorne fotografiert.
Komfortabel statt dynamisch: Der MG S9 fährt mit klarer Ausrichtung vor. Foto: MG
Der MG S9 PHEV fährt auf einer Landstraße, von hinten fotografiert.
Vorerst gibt es ausschließlich den 299 PS (220 kW) starken PHEV-Antrieb sowie die beiden Ausstattungen „Comfort“ und „Premium“. Foto: MG
Das Cockpit des MG S9 PHEV.
Gute Verarbeitung der Materialien, langsame Verarbeitung im Infotainment. Foto: MG
Die vorderen Sitze des MG S9 PHEV.
Der Fahrersitz ist serienmäßig 8-fach elektrisch verstellbar. Foto: MG
Der Fond des MG S9 PHEV.
Der S9 begeistert mit riesigem Platzangebot in der zweiten Reihe. Foto: MG
Die dritte Sitzreihe im MG S9 PHEV.
Mehr als Alibi-Notsitze, aber auch nicht vollwertig: die dritte Sitzreihe. Foto: MG
Der Kofferraum des MG S9 PHEV.
Der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration 332 bis 2093 l Ladung. Foto: MG
Der MG S9 PHEV steht vor einer Betonwand, von vorne links fotografiert.
Der Basispreis von 44.990 Euro ist kaum zu schlagen. Foto: MG
Der MG S9 PHEV steht vor einer Betonwand, obersichtig von hinten links fotografiert.
Mit 4,98 m Außenlänge überragt der S9 sogar BMW X5 und Mercedes GLE. Foto: MG

Auf Testfahrt im neuen MG S9 PHEV

Mit knapp fünf Metern Außenlänge, sieben Sitzplätzen und rund 45.000 Euro Grundpreis ist der MG S9 PHEV eine echte Ansage an die Konkurrenz – solche Werte findet man sonst höchstens in Verbindung mit reichlich Nutzfahrzeug-Charme und nicht unter einer SUV-Hülle. Da nimmt man eine überschaubare Auswahl in Motorisierung und Ausstattung gern in Kauf: Vorerst gibt es das Flaggschiff ausschließlich als 299 PS (220 kW) starken Plug-in-Hybrid mit einem 1,5-l-Vierzylinder. Dank einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit 23,2 kWh Nettokapazität bringt es der MG auf 100 km elektrische WLTP-Reichweite, was ihn sowohl für die 0,5-Prozent-Dienstwagen-Regelung als auch die E-Auto-Förderung des Bundes qualifiziert.

Bei unserer ersten Testfahrt fühlen sich die rund 300 PS des S9 vollkommen angemessen an. Der Antrieb hinterlässt einen souveränen, wenn auch wenig dynamischen Eindruck. Selbiges gilt für das Fahrwerk, das komfortabel anfedert, aber in Verbindung mit dem serienmäßigen Frontantrieb wenig Traktion generiert. Damit geht der neue MG S9 erwartungsgemäß eher als komfortable Familienkutsche durch denn als Kurvenräuber – und da er diesen Job einwandfrei erledigt, stört das auch nicht weiter. Wir waren zwar ohne viel Beladung unterwegs, sind aufgrund der Leistung und Antriebsauslegung jedoch zuversichtlich, dass das SUV auch die 557 kg maximale Zuladung problemlos bewegt.

Der MG S6 EV im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Auch für siebenköpfige Familien

Spannender als die Fahrdynamik ist beim neuen MG S9 PHEV der genauere Blick auf die hinteren Sitzreihen. MG spricht von sieben vollwertigen Sitzen, was sich bei der ersten Testfahrt als optimistisch entpuppt. Sitzen kann man in der serienmäßigen dritten Reihe auch als Großgewachsener, dann stören jedoch gleichzeitig die sehr tiefe Anbringung der Sitze sowie die beschränkte Kopffreiheit – definitiv mehr als Alibi-Notsitze, aber eben auch nicht vollwertig. Kleinere Personen oder Kinder dürften sich derweil kaum beschweren.

In der mittleren Sitzreihe herrschen dagegen fürstliche Platzverhältnisse für jede Größenordnung. Schade: Isofix-Halterungen gibt es lediglich für die äußeren beiden Sitze der zweiten Reihe, wodurch der MG für Familien mit mehr als zwei Kleinkindern durchfällt.

Erste Sitzreihe auf Komfort getrimmt

Positiv ist der Reisekomfort in der ersten Sitzreihe hervorzuheben. Bei unserer ersten Testfahrt waren wir zwar in der höherwertigen „Premium“-Ausstattung unterwegs, einige Features wie die elektrische 8-fach-Verstellung des Fahrersitzes gibt es jedoch auch in der zweiten Variante „Comfort“. Die „Premium“-Ausstattung fährt ab 48.790 Euro vor und bringt zusätzlich zur Sitzheizung auch eine -belüftung sowie eine verstellbare Lordosenstütze und eine Massagefunktion mit (alle Preise: Stand Juni 2026). Letztere ist zwar alles andere als eine Notwendigkeit, bescherte unserem Rücken aber in Verbindung mit den astreinen Sitzen durchaus Freude.

Das Cockpit des MG S9 PHEV.
Foto: MG

Wenngleich im Innenraum des neuen MG S9 PHEV viel Kunststoff zum Einsatz kommt, überrascht er mit vorbildlicher Verarbeitung. Beispielsweise der Fahrmodus-Drehregler in der Mittelkonsole oder die aufziehbare Abdeckung des Staufachs rechts davon weisen weit weniger Spiel auf als in einigen höherpreisigen Autos.

Die serienmäßige Kombination aus 12,3-Zoll-Cockpit-Display und -Zentralbildschirm ist recht übersichtlich zu bedienen und wird durch sinnvolle haptische Tasten in der Mittelkonsole und am Lenkrad ergänzt. Leider setzt MG jedoch nicht das neueste Infotainment-System aus dem Konzernregal ein, was zu einer vergleichsweise ruckeligen Verarbeitung von Befehlen führt.

Fazit

Der MG S9 PHEV ist nicht frei von Schwächen, aber mimt konsequent die komfortable Familienkutsche und ist dabei preislich kaum zu schlagen. Runde Sache, MG!

Technische Daten des MG S9 PHEV

AUTO ZEITUNG 13/2026

MG S9 PHEV

Technische Daten

Motoren

1,5-l-Vierzylinder; E-Motor

Antrieb

Automatik; Vorderrad

Systemleistung

220 kW / 299 PS

Max. Systemdrehmoment

390 Nm

Akkukapazität

23,2 kWh (netto)

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

4983 / 1967 / 1778 mm

Leergewicht / Zuladung

2160 / 557 kg

Kofferraumvolumen (mit 7 / 5 / 2 Sitzen)

332 / 1026 / 2093 l

Fahrleistungen

Beschleunigung (0 – 100 km/h)

9,6 s

Höchstgeschwindigkeit

200 km/h

Verbrauch auf 100 km

2,4 l S + 21,3 kWh

Elektr. Reichweite (WLTP)

100 km

Kaufinformationen

Grundpreis

44.990 €

Alle Daten Werksangaben