Produkt-Einzeltest

CarPlay-Display und Dashcam von Lescars im Test: Aus Zwei mach Eins

Wer sein Auto aufrüsten will, ohne die gesamte Windschutzscheibe hinter Kabelsalat zu verbergen, könnte sich für das Multimedia-Display für CarPlay und Android Auto von Lescars mit Neun-Zoll-Bildschirm interessieren. Wir haben es getestet.

(1/4)
CarPlay-Display und Dashcam von Lescars im Test, nachts fotografiert mit Android Handy, von hinten.
Der Bildschirm von Lescars ist satte neun Zoll groß und so hell, dass man ihn nachts dimmen muss. Leider funktioniert das nicht automatisch. Das Gerät bandelt sowohl mit Android-Smartphones... Foto: AUTO ZEITUNG
CarPlay-Display und Dashcam von Lescars im Test, fotografiert mit iPhone von hinten.
... als auch mit iPhones an. Der Wechsel zwischen den beiden Systemen ruckelt aber deutlich. Foto: AUTO ZEITUNG
Schnittstellen des CarPlay-Displays und Dashcam von Lescars im Test, fotografiert oben.
Über diese vier Schnittstellen wird das Display mit Strom und Daten versorgt. Der Adapter für den Zigarettenanzünder zählt bereits zum Lieferumfang. Ein AUX-Kabel, die Micro-SD-Speicherkarte und die rückwärtige Kamera können optional erworben werden. Foto: AUTO ZEITUNG
Dashcam des CarPlay-Displays von Lescars im Test, fotografiert von oben.
Sehr gut zum Verhindern von Kabelsalat: Die Front-Dashcam ist bereits integriert. Die Bildqualität lässt allerdings zu wünschen übrig. Foto: AUTO ZEITUNG

CarPlay-Display und Dashcam von Lescars im Test

Umweltplakette, elektronische Parkscheibe, Dashcam und CarPlay-Display: Wer sein Auto mit allen Annehmlichkeiten der Moderne ausstaffieren will, findet sich schnell mit einer Unzahl von verschiedenen Geräten und entsprechend vielen Kabeln im Sichtfeld wieder. Hier kommt das CarPlay-Display von Lescars mit integrierter Front-Dashcam ins Spiel. Der flache Bildschirm ist kompatibel zu Android Auto und Apple CarPlay und ein echtes Multimedia-Talent. Er dient aber auch zugleich als Dashcam, die mit einem ausrichtbaren Objektiv nach vorne filmt. Mit seiner Bildschirmdiagonale von neun Zoll erleichtert der Helfer von Lescars die Bedienung von Streaming, Navigations- und Telefonfunktionen ungemein. Zumindest wenn man über ein Auto verfügt, dass dem 22 cm breiten Gerät auch genügend Platz bietet. Es lässt sich nämlich von Haus aus nur mit einem kleb- oder schraubbaren Standfuß am Armaturenbrett anbringen. Ein Saugnapfhalter für die Windschutzscheibe oder glatte Kunststoffflächen zählt leider nicht zum Lieferumfang, könnte sich aber nachrüsten lassen.

Sehr empfehlenswert
Lescars Auto Monitor: IPS-HD-Display für Android Auto & CarPlay, 9 Zoll, mit Frontkamera
Lescars Auto Monitor: IPS-HD-Display für Android Auto & CarPlay, 9 Zoll, mit Frontkamera
Unsere Bewertung:
2,5/5

Sofern der Touch-Bildschirm in Armlänge installiert werden kann und dabei der Dashcam freie Sicht garantiert, gefällt er mit guter Bedienbarkeit und prompten Reaktionen auf Fingerbefehle. Natürlich lässt er sich auch mit Sprachkommandos via Siri oder Google Assistant/Gemini pilotieren. Auch Apple AirPlay und Android Mirroring werden unterstützt. Je nach Einbaulage fallen zwei Nachteile mehr oder weniger ins Gewicht: Das Display ist zwar scharf und hell, spiegelt bei Sonneneinstrahlung aber deutlich und die Helligkeit passt sich nicht von allein der Umgebung an. Nachts muss der Bildschirm deshalb manuell heruntergedimmt werden, um nicht zu blenden. Tröstlich ist die Qualität des integrierten Lautsprechers, der Navigationsbefehle deutlich vernehmbar und ohne Kratzen vermeldet. Zum Musikhören fehlt es ihm natürlich an Tiefe, doch dafür kann man die autoeigenen Lautsprecher anzapfen, via (optionalem) AUX-Kabel, Bluetooth oder einem integrierten FM-Transmitter.

Als Dashcam kann der Lescars nicht wirklich überzeugen

Die Einrichtung der Dashcam ist sehr einfach. Allerdings benötigt man dazu eine Speicherkarte im Format Micro-SD, die nicht mitgeliefert wird. Die Sichtwinkel sind angenehm weit und das Bild wird nur schwach verzerrt. Allerdings kann man nicht erwarten, dass man alle gefilmten Nummernschilder auch problemlos entziffern kann. Besonders bei Dunkelheit und Nässe kann sich die Lescars-Dashcam nicht mit den Standalone-Dashcams unseres Vergleichstest messen. Auch der Wechsel von iPhone zu Android-Smartphone dürfte leichter vonstattengehen: Dieses Manöver ruckelt deutlich und erfordert meist das völlige Entkoppeln des jeweils nicht genutzten Geräts.

Gute Alternativen zum Lescars CarPlay-Display

Das CarPlay-Display von Lescars hat mit seiner Doppelfunktion als Multimedia-Talent und Dashcam nicht nur einen, sondern zwei mächtige Gegner. Wer vor allem Wert auf Streaming und Navigation legt, dürfte mit dem Nachrüst-Display von Krunia besser fahren. Das Display ist mit sieben Zoll zwar spürbar kleiner. Dafür lässt sich das Gerät auch leichter im Cockpit unterbringen und sogar im Hochformat nutzen.

Wer hingegen eine wirklich brauchbare Dashcam mit guter Bildqualität benötigt, wird sich eher für die Redtiger F7N Touch Dashcam erwärmen. Die hat einen guten Bildsensor, filmt zugleich nach vorne und nach hinten, und lässt sich über den Touch-Bildschirm kinderleicht bedienen. Und wer gesteigerten Wert auf hohe Funktionalität und Qualität legt, sollte sich die beiden zugleich zulegen.

Hier gehts zu den Vergleichstests der Nachrüst-Displays und der Dashcams:

So haben wir getestet und bepunktet

Das Testgerät wurde uns von Pearl zur Verfügung gestellt und unter realistischen Alltagsbedingungen geprüft. Zum Einsatz kamen dabei zwei unterschiedliche Smartphones: ein iPhone 11 sowie ein Pixel 9a sowie ein Testfahrzeug mit Bluetooth-Autoradio und AUX-Eingang. Im Abschnitt „Funktionalität“ wurden nicht nur für einzelne Ausstattungsmerkmale Punkte vergeben, sondern auch deren praktische Einsatzfähigkeit bewertet. In die Bewertung flossen neben der Displaygröße unter anderem die Multitouch-Fähigkeit, die Anzahl und Art der Anschlüsse, die Möglichkeiten zur Befestigung des Displays sowie die Nutzerführung der Menüs ein.

Für eine hohe Wertung im Bereich „Qualität“ waren ein heller, scharfer und reaktionsschneller Bildschirm mit großem Betrachtungswinkel, eine überzeugende Klangqualität über sämtliche Anschlüsse sowie eine deutschsprachige Bedienungsanleitung entscheidend. Unter dem Punkt „Sicherheit“ wurde besonders auf die stabile Befestigung der Displays im Fahrzeug geachtet. Bewertet wurde zudem die Nachhaltigkeit, zu der eine sparsame Verpackung, das Fehlen sichtbarer Abnutzungserscheinungen sowie die Fehlerfreiheit des Geräts beitragen.

Punkteschlüssel für Sterne-Bewertung

Punkte

Sterne

Note

100

5

Sehr gut

90 – 99

4 – 4,9

Sehr gut

75 - 89

3 – 3,9

Gut

61 - 74

2 – 2,9

Befriedigend

51 - 60

1,1 – 1,9

Ausreichend

0 – 50

1

Mangelhaft

Fazit

Dieses CarPlay- und Android Auto-Display zum Nachrüsten ist kein Alleskönner, aber ein Ziemlich-viel-Könner kann im Alltag ja auch gefallen. Vorausgesetzt, man findet einen geeigneten Platz für den recht sperrigen Helfer.