Ratgeber

Lackstift fürs Auto: Anwendungs-Anleitung & Farbcode finden

Ein Lackstift ist für viele Autofahrer:innen die erste Wahl bei kleinen Lackschäden. Schnell gekauft, günstig und einfach anzuwenden. Doch nicht jeder Kratzer lässt sich damit unsichtbar reparieren. Wir verraten, was bei Anwendung und Kratzerreparatur mit dem Stift zu beachten ist – und wo die Grenzen liegen.

Eine Person bessert einen Steinschlag auf der Motorhaube eines weißen Autos mit einem Lackstift aus.
Mit einem Lackstift lassen sich Kratzer entfernen, die weder zu tief noch zu groß sind. Ideal: Kleine Schäden wie etwa Steinschläge auf der Motorhaube. Foto: Imago
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Was ist ein Lackstift fürs Auto?

Ein Lackstift ist ein kleines Reparaturwerkzeug zur Ausbesserung kleiner Kratzer im Lack. Der Stift ist dabei meistens im Originalfarbton des Fahrzeugs gehalten, damit die Reparatur nicht auffällt. Es gibt jedoch auch Universaltöne, die insbesondere in Weiß oder Schwarz erhältlich sind, wo kleine Farbton-Abweichungen bei winzigen Reparaturen nicht so schnell auffallen.

Lackstifte fürs Auto werden genutzt, um punktuelle Lackschäden auszubessern und das darunterliegende Material vor Korrosion zu schützen. Typischerweise wird ein Lackstift in einem kleinen Set geliefert. Dieses beinhaltet:

  • Farblack (fahrzeugspezifisch)

  • Einen zusätzlichen Klarlack

  • Applikator als Pinsel oder Stiftspitze

Das Ziel bei der Verwendung eines Lackstifts ist der Schutz des Metalls unter einem Kratzer sowie die optische Verbesserung, nicht jedoch eine vollständige Neulackierung. Dafür genügt in der Regel auch die Lackmenge von etwa 15 ml pro Stift bei weitem nicht aus.

Für welche Schäden eignet sich ein Lackstift?

Ein Lackstift ist nicht für jeden Kratzer im Autolack geeignet. Seine Stärke liegt bei kleinen, klar begrenzten Schäden, aber auch hier sind die Fähigkeiten der Stifte begrenzt.

Geeignet für:

  • Kleine Steinschläge

  • Punktuelle Lackabplatzer

  • Schmale Kratzer bis zur Farbschicht

  • Kanten- und Türgriffschäden

Nicht geeignet für:

  • Tiefe Kratzer oder große Schrammen

  • Flächige Lackbeschädigungen

  • Schäden mit Verformung des Blechs

Sind die Schäden nicht mit einem Lackstift reparierbar, sind sie meistens auch zum Wegpolieren zu tief. Mit welchen Möglichkeiten sich Kratzer am Auto noch entfernen lassen, erklären wir hier.

Den richtigen Lackstift auswählen: Ton mit Farbcode bestimmen

Der wichtigste Faktor für ein gutes Ergebnis ist der exakte Farbton. Daher ist auch der Zubehörshop des Fahrzeugherstellers in der Regel die erste Anlaufstelle für einen passenden Lackstift. Um den passenden Lack zu bekommen, hilft beim Kauf der Farbcode. Diesen findet man je nach Hersteller an diesen Orten im Auto:

  • Auf einem Typenschild oder Aufkleber im Motorraum

  • Auf einem Schild im Kofferraum oder in der Ersatzradmulde

  • An der B-Säule

  • Im Serviceheft oder Bordbuch

Der Code ist in der Regel drei bis vier Zeichen lang und beinhaltet neben Zahlen oft auch Buchstaben. Bei VW steht etwa „L57H“ für „Ozeanicblau“, bei Mercedes steht „9984“ für „Arrowsilber“, bei Toyota verbirgt sich hinter „070“ der Farbton „White Crystal Shine“.

Schon kleinste Farbabweichungen sind sichtbar. Daher sollten Lackstifte immer nach dem offiziellen Hersteller-Lackcode gekauft werden und nicht nur nach Farbnamen. So kann man sicherstellen, dass die Ausbesserung nicht von der Wagenfarbe abweicht.

Für einige wenige Fahrzeuge sind dagegen auch sogenannte Universal-Lackstifte eine gute Alternative zu den (meist teureren) Herstellerprodukten. Oft handelt es sich hierbei um einfache Weiß- oder Schwarztöne, meist auch nur in glänzend oder matt, Metallic-Lackierungen werden nur selten als Universallösung angeboten. Hier muss aber klar sein: Den exakten Farbton treffen diese Produkte nur in den seltensten Fällen. Einige Produkte sollen Kratzer sogar unabhängig des Farbtons verschwinden lassen. Hierbei handelt es sich in der Regel jedoch nur um Klarlack, der den Kratzer ausfüllt und diesen dadurch „verschwinden“ lässt – und so nur eine Lösung für oberflächliche Kratzer ist.

Lackstift richtig anwenden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit einem Lackstift können auch weniger versierte Personen in kurzer Zeit recht gute Ergebnisse erzielen. Viel Übung braucht es für die Nutzung nicht. Eine saubere Vorbereitung entscheidet aber über das Ergebnis.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass mit den einfachen Stiften kaum ein perfektes Ergebnis erzielt werden kann, da die Stifte dafür meist zu grob sind. Wie ein Lackstift benutzt wird, erklären wir in der Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Schadstelle gründlich reinigen: Schmutz, Wachs und Fett sollten vor der Ausbesserung entfernt werden. Dazu genügt schon etwas warmes Wasser und Spülmittel. Anschließend die auszubessernde Stelle am Lack mit einem Autoleder oder einem fusselfreien Mikrofasertuch gründlich trocknen.

  2. Lack sparsam auftragen: Mit dem Lackstift wird nicht „gemalt“, sondern getupft. Wichtig: Unbedingt gut schütteln, damit die Farbpartikel gleichmäßig verteilt werden. Lieber mehrere dünne Schichten auftragen als eine dicke. So lassen sich auch kleine Fehler leichter beheben, die Trocknungszeit ist ebenfalls kürzer.

  3. Trocknen lassen: Je nach Produkt muss die Farbe anschließend mehrere Minuten bis gar Stunden trocknen. Das Fahrzeug sollte in dieser Zeit bestenfalls trocken stehen bleiben.

  4. Klarlack auftragen: Viele Lackstift-Sets beinhalten nicht nur Lack im Farbton des Autos selbst, sondern noch ein zweites Fläschchen Klarlack. Dieser schützt die frisch reparierte Stelle. Wichtig: Erst auftragen, wenn der Farblack ausgetrocknet ist.

  5. Polieren: Ist auch der Klarlack getrocknet, was je nach Lack bis zu 24 h dauern kann, wird die Stelle in der Regel nochmal nachpoliert. Denn das Ergebnis mit dem Lackstift allein ist nur selten zufriedenstellend, daher kann mit feinem Schleifpapier oder Polierschleifpaste nachgeholfen werden, um die Ausbesserung an die Umgebungsfläche anzugleichen. Eine Politur wirkt wie feines Schleifpapier abrasiv und trägt etwas Lack ab, was den aufgetragenen Lack etwas an die Form des Metalls angleicht. Wie man ein Auto richtig poliert, erklären wir in diesem Ratgeber.

Welche Ergebnisse sind mit einem Lackstift realistisch?

Ein Lackstift macht Schäden weniger sichtbar, aber meist nicht unsichtbar. Dafür lässt sich der Farbfluss oft zu schlecht kontrollieren oder die Farbschicht ebnen. Das Ergebnis abhängig von:

  • Größe des Schadens

  • Lackfarbe

  • Auftragstechnik

  • Lichtverhältnissen

Aus kurzer Distanz bleibt die Reparatur oft erkennbar, aus normalem Betrachtungsabstand jedoch kaum. Wer sparsam mit dem Stift arbeitet, kann sogar recht gute Ergebnisse erzielen – insbesondere, wenn die aufgetragene Lackschicht anschließend poliert wird.

FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Lackstiften fürs Auto

Ja. Wird der Schaden vollständig versiegelt, schützt der Lackstift zuverlässig vor Korrosion.

Meistens ja. Aber in der Regel kaschiert der Lackstift die Stelle und sie ist dadurch deutlich weniger zu sehen, als der unbehandelte Schaden.

Ja, sofern der passende Lackcode verfügbar ist. Universelle Lackstifte oder „magische“ Lackstifte für alle Farbtöne – oft nur Klarlack – können insbesondere tiefere Kratzer nicht so gut füllen und fallen schneller ins Auge.

Bei korrekter Anwendung mehrere Jahre, besonders bei geringer Belastung.