Von Audi bis Volvo: Legendäre Autos mit Fünfzylinder

Der Fünfzylinder ist ein starker Charakter mit unverwechselbarer Stimmlage. Der Motortyp mit der krummen Zylinderzahl faszinierte uns immer schon – meistens in diversen Audi, aber nicht nur. Zum Abschied zeigen wir 15 legendäre Autos mit R5.

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Eine Kollage mit drei Autos mit fünf Zylinder: Audi Quattro links, Volvo 850 T5-R oben und Fiat Coupé unten.
Fünfzylinder-Motor Foto: AUTO ZEITUNG

Der Fünfzylinder ist ein starker Charakter mit unverwechselbarer Stimmlage und zugleich eine gefährdete Spezies: Mit der Euro-7-Norm kehrt nun auch Audi als letzte verbliebene Marke der krummen Zylinderzahl den Rücken. In der Bildergalerie zeigen wir 13 legendäre Autos mit Fünfzylinder!

Mercedes 240D 3.0 Strich Acht
Mercedes /8 Foto: Mercedes

Den ersten Pkw-Fünfzylinder schuf Ferdinand Piëch im Auftrag von Daimler. Und so feierte 1974 der Dreiliter-Diesel mit 80 PS (59 kW) seine Premiere in einem facegelifteten Mercedes "Strich Acht" – und nicht in einem Audi.

Audi 100
Audi 100 C2 Foto: Audi

Der erste Audi-Fünfzylinder war – wie der erste Pkw-Fünfzylinder im Mercedes – eine Idee von Ferdinand Piëch. Im Audi 100 GL 5E von 1976 brachte es der Grauguss-Motor auf kernig klingende 136 PS (100 kW).

VW Passat
VW Passat B2 Foto: VW

Die zweite Generation des VW Passat kommt 1981 mit einem Fünfzylinder auf den Markt. Je nachdem, ob mit oder ohne Kat, bringt er 115 PS (85 kW) oder 136 PS (100 kW).

Galerie Fünfzylinder Diesel Benziner Historie Faszination
Audi Urquattro

Im September 1983 stellt Audi auf der IAA den Audi Sport Quattro (Urquattro) vor. Für Vortrieb sorgt hier ein 2,1-l-Hochleistungsaggregat mit Vierventiltechnik, das 306 PS (225 kW) und 350 Nm leistete.

Audi RS2 Avant
Audi RS2 Foto: Scoutsource Communications

Der legendäre Audi RS2 zeigte mit seinen 315 (232 kW) PS bereits 1994, wie viel Sportsgeist im Fünfzylinder steckt.

Volvo 850 T5-R
Volvo 850 Foto: Tom Kirkpatrick

Im Volvo 850, hier der Kombi, begann Anfang der 1990er das Fünfzylinder-Zeitalter. An der Spitze standen der 850 T5, der 850 T5-R und der 850 R mit bis zu 250 PS (184 kW). Nach weiteren Einsätzen in unter anderem C70, S80, V70 und C30 war 2016 auch in Schweden Schluss.

Ford Focus RS
Ford Focus RS Foto: Ford

Bei Ford wütete der Fünfzylinder nur kurz. Der auf einer Volvo-Konstruktion basierende 2,5-l-Turbo war in den 2000ern in diversen Modellen wie Focus ST oder Kuga zu finden und leistete im Kompaktsportler Focus RS bis zu 350 PS (257 kW).

Fiat Coupé
Fiat Coupé 2.0 20V Turbo Foto: Fiat

Im Fiat Coupé 2.0 20V Turbo sorgte der 2,0-l-Turbo mit 220 PS (162 kW) für starke Fahrleistungen – passend zum schrillen Design von Chris Bangle. Fünfzylinder (auch als Turbodiesel) gab es nicht nur bei Fiat, sondern auch bei Alfa Romeo und Lancia.

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Alfa Romeo 159 2.4 JTDM

Der Alfa Romeo 159 2.4 JTDM leistete 2005 runde 200 PS (147 kW), ab 2007 sogar bis zu 210 PS (154 kW). Der Motor kam auch in diversen Fiat-Modellen zum Einsatz.

VW Bora V5 (2000)
VW Bora VR5 Foto: VW

Eine besondere Konstruktion kam 1998 in Bora und Golf zum Einsatz. Der VR5 mit 150 PS (110 kW) beschleunigte die Brot-und-Butter-VWs zwar nicht sensationell gut, ließ sie dafür aber standesgemäß klingen.

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Land Rover Discovery Td5

Bei Land Rover gab es den Ur-Geländewagen Defender und den abgebildeten Discovery (1998) als Fünfzylinder-Turbodiesel Td5 mit 139 PS (102 kW).

Hummer H3
Hummer H3 3.5/3.7 Foto: Hummer

Der 3,5-l-Motor mit 223 PS (164 kW; ab 2007: 3,7 l mit 245 PS/180 kW), war eine unauffällige, nur mäßig kraftvoll arbeitende Maschine, die allerdings auch einiges zu schleppen hatte. Der Sound kam dabei ein wenig abhanden.

Das Audi RS 3 Sportback Facelift (2024) fährt über die Landstraße, von schräg vorne fotografiert.
Audi RS 3 Foto: Audi

Im Audi RS 3 sorgt der einzige aktuelle Pkw-Serien-Fünfzylinder – 400 PS (294 kW), auch in RS Q3 und zuletzt im TT RS sowie im Cupra VZ5 mit 390 PS (287 kW) – für Power und Sound. Der 2,5-l-Alu-Turbomotor arbeitet mit Ladeluftkühlung und kombinierter Saugrohr-/Direkteinspritzung.

Audi! Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort auf die Frage nach dem ersten Serien-Fünfzylinder in einem Auto. Kein geringerer als der spätere Audi- und Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch steckte hinter der ersten genialen Pkw-Fünfzylinder-Konstruktion, doch dieses Werk schuf der Enkel von Ferdinand Porsche nicht für die Marke mit den vier Ringen, sondern im Auftrag von Mercedes. So feierte die eigentlich für Audi typische Motorenbauform 1974 ihre Premiere in einem Mercedes 240 D 3.0, einem "Strich Acht" also, und zwar als Diesel. Der Dreiliter-Reihenmotor vom Typ OM 617 mobilisierte die für einen nicht aufgeladenen Selbstzünder beachtliche Leistung von 80 PS (59 kW). Und bereits 1978 kletterte die Leistung mithilfe eines Turboladers auf 111 PS (82 kW) im Mercedes 300 SD, der allerdings nur für den US-Markt vorgesehen war.
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Der Fünfzylinder-Sound im VW Passat B2 (Video):

Mercedes begründete den Fünfzylinder-Motor

Im legendären Experimentier-Sportwagen Mercedes C 111-II D standen dank der damals neuartigen Ladeluftkühlung sogar 190 PS (140 kW) im Datenblatt. Parallel rüstete Mercedes zudem diverse Nutzfahrzeuge mit dem Fünfzylinder-Diesel aus. Doch der typische Sound kam bei ihnen nicht wirklich zur Geltung, weil er stets vom nervigen Dieselnageln übertönt wurde. Das klang dann gar nicht so faszinierend rassig und sportlich, sondern eher nach Taxi oder Lkw. Als 1976 bei Audi der erste Fünfzylinder im Audi 100 GL 5E (Baureihe C2) zur Serie gereift war, war man sich nicht ganz sicher, was man von seinem doch überraschend ungewohnten Motorklang halten sollte – Sounddesign per Computerberechnung war damals noch kein Thema. Ursprünglich war der Fünfzylinder in Ingolstadt als Sechszylinder-Konkurrenz vorgesehen, denn im frontgetriebenen Audi 100 ließen sich nicht mehr als fünf Zylinder unterbringen.

Audi 100
Foto: Audi

Die Sportkarriere der fünf Töpfe ließ nicht lange auf sich warten und begann mit der Ergänzung durch einen leistungsstiftenden Turbolader – zuerst im Audi 200 5T, später auch im Audi Quattro und in dessen Rallye-Abkömmlingen bis hin zum Audi 90 quattro IMSA GTO, der 1989 in der US-Tourenwagenserie als bislang stärkster Audi-Fünfzylinder bis zu 720 PS (530 kW) freisetzte. Als Diesel setzte der Fünfzylinder seine Serienkarriere weiter fort und sorgte für den nächsten Meilenstein innerhalb des VAG-Konzerns. Als erstes Modell trug der Audi 100 Typ 44 (C3) den TDI-Motor mit 120 PS (88 kW) unter der Haube, der für viele Jahre als großer Kundschaftsliebling auch unter anderem im VW T4 zum Einsatz kam.

Nicht nur Volvo und Audi setzten auf die fünf Töpfe

Dieses Triebwerk wanderte ebenfalls nach Schweden, wo es bei Volvo in 850 TDI und V70 Verwendung fand. Bereits seit Anfang der 1990er waren die Nordlichter erfolgreich mit den eigenen herrlich klingenden Fünfzylinder-Benzinern unterwegs. Das gelang auch durchaus sportlich im Volvo 850 T5-R, S60 R oder im kompakten C30 T5. Als rasanter Kombi schaffte es der 850 BTCC sogar in den Tourenwagen-Rennsport und auch Rallyelegenden wie Colin McRae griffen zur Streckenerkundung auf speziell zu diesem Zweck umgebaute, im Fachjargon "Recce Cars" genannte, Volvo S60 2.4 T zurück. Zur Zeit der Ford Premier Automotive Group lieferte Volvo mit dem Turbo-Fünfzylinder auch die Basis für diverse starke Modelle wie den Ford Focus ST oder Ford Focus RS (zweite Generation).

Volvo 850 T5-R
Foto: Tom Kirkpatrick

Auch die italienischen Marken setzten bis in die 2000er-Jahre auf den Fünfzylinder. Eines der schärfsten und schnellsten Modelle war das Fiat Coupé 20V Turbo, der mit seinem kultigen Aussehen dank des Fünfenders auch entsprechend Dampf und Sound vorweisen konnte. Wem VW oder Audi als Familiengleiter in den Nullerjahren zu bieder waren, trotzdem aber mit einem sparsamen Turbodiesel pfennigfuchsen wollte, konnte auch bei Alfa Romeo und Lancia fündig werden. Bis 2003 in Alfa Romeo 156 2.4 JTD und ab 2005 im Alfa Romeo 159 JTDM zu finden, boten sie als 10V- und 20V-Triebwerke dank einer Topleistung von bis zu 210 PS (154 kW) die nötigen Emotionen.

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Downsizing und Euro 7 macht dem Fünfender den Garaus

Auch als Offroad-Kraftquelle war der Fünfzylinder gefragt. So trieb er als turbodieseliger Kraftquell nicht nur Land Rover Defender und Discovery als Td5 an, sondern war auch benzingetrieben im Hummer H3 3.5 beziehungsweise 3.7 zu finden. Ausgerechnet in einem Brot-und-Butter-Auto gab es ab 1998 mit dem VR5-Motor eine der skurrilsten Bauformen des Fünfzylinders. VW Golf VR5 und Bora VR5 sollten zwar Nischenmodelle bleiben, dafür sind sie uns – wie all die anderen – mit ihrem wohligen Klang gut in Erinnerung geblieben. Denn als das Drama rund um das Thema Downsizing immer mehr an Fahrt aufnahm, entschieden sich fast alle Hersteller dazu, fünfe gerade sein zu lassen und dem Vier- oder Sechszylinder den Vortritt zu lassen.

Galerie Fünfzylinder Diesel Benziner Historie Faszination
Foto: Land Rover

In naher Zukunft wird auch Audi als einzige verbliebene Fünfzylinder-Marke die Tradition beerdigen (Das steckt hinter dem Fünfzylinder-Aus bei Audi). Wer jetzt noch einen neuen Fünfzylinder kaufen möchte: Der quer eingebauter 2,5-l-Turbo mit 400 PS (294 kW) wütet seit 2025 nur noch im Audi RS 3  – hier die Fünfzylinder-Technik und die Entstehung des Sounds im Detail. Der RS Q3 ist mit der neuen Q3-Generation (vorerst) Geschichte und auch der eng verwandte und limitierte Cupra Formentor VZ5 (hier mit 390 PS (287 kW)) ist längst vergriffen.