E-Auto-Reichweite

Elektroauto-Beladung: So viel Reichweite mit Dachbox & Co.

Elektroautos sind im Verkehrsbild längst präsent und werden daher logischerweise auch für Urlaubsfahrten immer beliebter. Doch wie wirkt sich die Zuladung auf die Reichweite aus? Im Praxistest überprüfen wir den Einfluss des Zusatzgewichts in einer Dachbox, einer Heckbox und im Kofferraum. Das ist unser Ergebnis!

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Das Bild zeigt einen Volvo C40 Recharge Pure Electric von schräg hinten links an einer Ladesäule für Elektroautos. Das Foto ist aus einer leicht erhöhten Position aufgenommen. Eine Heckbox ist auf der Anhängerkupplung angebracht.
Elektroauto-Beladung Foto: Thomas Starck

Wie wirkt sich Gepäck – und besonders die Unterbringungs-Art – auf die Reichweite eines E-Autos aus? Dieser Frage sind wir im Praxistest nachgegangen und haben Dachboxen, Heckboxen und Kofferraum gecheckt. Unser Testwagen: ein Volvo C40 Recharge Pure Electric.

Das Bild zeigt den Volvo C40 Recharge Pure Electric fahrend von schräg vorne links. Eine Dachbox ist auf Dachträgern angebracht.
Elektroauto-Beladung Foto: Thomas Starck

Für den Praxistest haben wir den Akku des Volvo jede Runde bis 80 Prozent aufgeladen und sind vier Mal dieselbe 111 km lange Strecke gefahren: Einmal unbeladen (345 km Reichweite), und je einmal mit 50 kg Ballast im Kofferraum (332 km), in der Dachbox (278 km) und der Heckbox (337 km).

Das Bild zeigt den Volvo C40 Recharge Pure Electric fahrend von schräg hinten links. Eine Heckbox ist auf der Anhängerkupplung angebracht.
Elektroauto-Beladung Foto: Thomas Starck

Die montierte Heckbox beeinflusst die Luftströmung positiv: Laminare Abrisskanten werden leicht reduziert, die Turbulenzen geben einen Teil ihrer Bewegungsenergie sogar in Fahrtrichtung ab.

Das Bild zeigt die für den Test mit 50 kg Sandsäcken beladene, geöffnete Dachbox im Detail.
Elektroauto-Beladung Foto: Thomas Starck

Gut verzurrt: Die Test-Beladung mit 50 kg Sand in sechs Säcken simuliert das Urlaubsgepäck im Praxistest.

Das Bild zeigt einen Volvo C40 Recharge Pure Electric an einer Ladesäule für Elektroautos von schräg vorne rechts fotografiert. Eine Dachbox ist auf Dachträgern angebracht.
Elektroauto-Beladung Foto: Thomas Starck

Start und Ziel unserer Vergleichsfahrt mit den Transportboxen ist die Schnellladesäule mit Ökostrom-Anschluss. Unser Ergebnis: Die Heckbox schlägt sogar den beladenen Kofferraum bei der Reichweite. Bei der klassischen Dachbox schrumpft die Reichweite dagegen um ganze 67 km.

Wenn es mit Kind und Gepäck auf Urlaubsreisen geht, ist der Stauraum knapp. Auch Elektroauto-Besitzer:innen stehen immer häufiger vor diesem Problem, denn einige Stromer dienen bereits als Familienwagen und Reiseauto. Nahezu alle Autofahrer:innen wissen, dass sich Zuladung oft negativ auf Verbrauch und – besonders wichtig bei batterieelektrischen Autos – auf die Reichweite auswirkt. Doch wenn der Platz im Innenraum nicht ausreicht, gilt die Dachbeladung als probate Alternative. Statt des einst üblichen "Dachgartens", auf dem Koffer und Taschen verzurrt wurden, haben sich windschnittige Dachboxen – hier acht Dachboxen im Test – durchgesetzt.

Für unseren Reichweitentest wählten wir statt einer üblichen Ski-Transportbox eine Kurz-Variante, die für Snowboards oder sperrige Campingartikel gedacht ist. Die Thule Motion XT – hier der Nachfolger Thule Motion 3 L zum Kaufen – wiegt 20 kg und darf mit einer maximalen Zuladung von bis zu 75 kg belastet werden. Das Montieren braucht Zeit und ist – wegen der Überkopfarbeiten – auch etwas beschwerlich.

Was wäre, wenn alle E-Auto fahren? (Video):

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Video: wochit

Elektroauto-Beladung: Sicherer mit Heckbox

Neu im Programm einiger Zubehörhersteller sind Heckboxen – hier die Thule Santu im Test –, die sich schnell und einfach am Kugelkopf der Anhängekupplung befestigen lassen. Wir wählten für unseren Vergleich die Thule Arcos Box L aus: aufstecken, Befestigungshebel umlegen – fertig! Das geht schnell, und sie sitzt fest sowie sicher. Das passiert zwar alles in Kniehöhe, doch auch hier empfiehlt sich eine Montage zu zweit, denn die Box mit Stahlträger wiegt in montiertem Zustand 29 kg. Sie darf bis zu 50 kg Last aufnehmen, was bei einer erlaubten Stützlast – darum ist sie wichtig – von 100 kg beim Haken des im Testfahrzeugs Volvo C40 Recharge Pure Electric passt.

Doch der größte Vorteil gegenüber der Dachbox besteht darin, dass sie sich komfortabel beladen lässt, nicht den Aufbau erhöht und sich auch nicht gegen den Fahrtwind stemmt, sondern im Windschatten des Autos mitfährt. Das ist deutlich hörbar. Während Dachbox und Traversen ab 50 km/h mit munterem Rauschen und hochfrequentem Zischeln spürbar für Komforteinbußen sorgen, bleibt es mit der Heckbox mucksmäuschenstill. In puncto Fahrverhalten verschlechtert die Dachbox zudem die Seitenwind-Empfindlichkeit. Die beladene Heckbox verursacht dafür bei langen Bodenwellen ein spürbares Nachschwingen.
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Heckbox effizienter als Kofferraum, Dachbox erhöht den Verbrauch stark

Um herauszufinden, wie man energiesparend reisen kann, unternahmen wir nacheinander Testfahrten auf unserer praxisnahen Verbrauchsrunde mit 111 km Länge unter exakt vergleichbaren Bedingungen: ohne Beladung, mit 50 kg Last im Kofferraum (Sandsäcke), 50 kg Last in der Dach- und 50 kg Last in der Heckbox. Für das elektrische Laden – jeweils vor und nach der Messfahrt – nutzten wir stets dieselbe Ladesäule, um den 67-kWh-Lithium-Ionen-Akku des Volvo auf exakt 80 Prozent aufzuladen. So ermittelten wir über die nachgeladene elektrische Energie den exakten Verbrauch.

Ergebnis: Allein das kleine Mehrgewicht von 50 kg im Kofferraum reduziert die Reichweite um 13 km. Der Dachbox-Transport mit gleicher Zusatzlast verringert die Reichweite sogar um stattliche 67 km. Hier geben die hohen Luftwiderstände des Aufbaus den Ausschlag. Die Vergleichsfahrt mit der beladenen Heckbox entpuppt sich als sparsamste Fahrt mit Zusatzlast. Hier sorgt die Aerodynamik hinter dem Auto mit verringertem laminaren Strömungsabriss für einen messbaren Einspareffekt.

Ergebnisse des Praxistests (Tabelle)

Testwagen:
Volvo C40 Recharge
Pure Electric
ohne
Zuladung
Kofferraum-
Zuladung
Dachbox-
Zuladung
Heckbox-
Zuladung
Ladegewicht0 kg50 kg50 kg50 kg
Verbrauchsrunde in km111 km111 km111 km111 km
Energieverbrauch
(nachgeladen)
21,3 kWh22,4 kWh26,8 kWh22,0 kWh
Verbrauch pro 100 km19,2 kWh20,2 kWh24,1 kWh19,9 kWh
Reichweite bei 67 kWh
Akku-Kapazität (netto)
345 km332 km278 km337 km
Verlust bei 67 kWh
Akku-Kapazität (netto)
-13 km67 km8 km