Produkt-Vergleichstest

Autopolituren im Test: Damit kommt der Glanz zurück

Lohnen sich teure Pflegemittel für die Autolack-Politur? Wir haben zwölf Autopolituren, die zwischen 18 und 70 Euro je Liter kosten, getestet und geben die Antwort.

(1/18)
Draufsicht auf zwölf Autopolituren auf Motorhaube eines Ford Fiesta.
Autopolituren im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Wir haben zwölf Autopolituren auf ihre Anwendbarkeit und Wirksamkeit getestet. Nicht alle haben sich als kompetente Kratzer-Killer erwiesen!

Draufsicht auf zwölf Autopolituren auf Testblech.
Autopolituren-Test Foto: AUTO ZEITUNG

Zur besseren Vergleichbarkeit haben wird die Autopolituren auch an Testblechen angewendet, die zuvor fachgerecht angeraut wurden. Keine Politur schnitt mit "Sehr gut" ab. Es gab aber auch keinen Durchfaller.

Draufsicht auf ShineSpeedPolish von Koch-Chemie, mit Schwamm und Tuch.
ShineSpeedPolish von Koch-Chemie Foto: AUTO ZEITUNG

Der Testsieger von Koch-Chemie kommt auch im Set mit Schwamm und Poliertuch. Praktisch.

Draufsicht auf Petzolds Premium Reinigungspolitur.
Petzold's Premium Reinigungspolitur Foto: AUTO ZEITUNG

Die mit Abstand teuerste Autopolitur stammt aus dem Hause Petzold's und überzeugt mit ihrem beinahe neutralen Geruch und einem sehr schönen Polierergebnis.

Draufsicht auf Sonax Xtreme Ceramic Polish.
Sonax Xtreme Ceramic Polish Foto: AUTO ZEITUNG

Sonax springt mit der Xtreme Ceramic Polish aufs letzte Treppchen des Podiums. Eine reife Leistung.

Draufsicht auf Prinox-Autopolitur mit Schwamm.
Prinox-Autopolitur Foto: AUTO ZEITUNG

Auch die Prinox-Autopolitur bringt einen Polierschwamm schon mit. Das erleichtert die Anwendung.

Draufsicht auf Dr. Wack A1 Speed Polish.
Dr. Wack A1 Speed Polish Foto: AUTO ZEITUNG

Auf dem Fläschchen von Dr. Wack A1 Speed Polish prangt viel Text. Zu den Sicherheitshinweisen findet sich dort allerdings kein Wort.

Draufsicht auf Sonax Autopolitur.
Sonax Autopolitur Foto: AUTO ZEITUNG

Die klassische Sonax Autopolitur bietet Glanz und Brillanz zum vertretbaren Preis und kürt sich damit zum Preis-/Leistungssieger.

Draufsicht auf Licargo Premium Autopolitur.
Licargo Premium Autopolitur Foto: AUTO ZEITUNG

Die Licargo Premium Autopolitur hat eine sehr zähflüssige Substanz und überrascht mit Kokos-Duft.

Draufsicht auf Nigrin Performance Brillant-Politur
Nigrin Performance Brillant-Politur Foto: AUTO ZEITUNG

Nigrin liefert ein ganzes Polierset an: Politur, Schwamm und Tuch erlauben es, direkt zur Tat zu schreiten.

Draufsicht auf Liqui Moly Hochglanzpolitur.
Liqui Moly Hochglanzpolitur Foto: AUTO ZEITUNG

Die Liqui Moly Hochglanzpolitur kann gegen Kratzer wenig ausrichten. Aber verwitterte Flächen bringt sie zuverlässig zum Glänzen.

Draufsicht auf Meguiars Ultimate Polish.
Meguiar's Ultimate Polish Foto: AUTO ZEITUNG

Meguiar's Ultimate Polish ist das abrasivste Produkt im Vergleichstest. Die Glanzwirkung lässt allerdings zu wünschen übrig.

Draufsicht auf Autopolitur Acryshield S von Chem-Tools.
Autopolitur Acryshield S von Chem-Tools Foto: AUTO ZEITUNG

Die Autopolitur Acryshield S von Chem-Tools riecht stark nach Lösemittel und zeigt Schwächen beim Abtragen. 

Draufsicht auf Politur Carbright Classic.
Politur Carbright Classic Foto: AUTO ZEITUNG

Ganz ohne Schleifmittel kommt die Politur Carbright Classic aus. Gegen kleine Kratzer ist sie folglich machtlos.

Redakteur Guntram Fiala beim Polieren der Motorhaube eines Ford Fiesta.
Autopolituren-Test Foto: AUTO ZEITUNG

Falls der Politurhersteller keinen Schwamm mitgeliefert hat, haben wir die Produkte im Test mit dem Sonax P-Ball aufgetragen.

Wassersprühpistole beim Benetzen einer Motorhaube, Abperleffekt des Wassers ist zu sehen.
Autopolituren-Test Foto: AUTO ZEITUNG

Gut geschützter Lack lässt Wasser abperlen wie Morgentau und schützt damit die Karrosserie vor Ablagerungen und Verkrustungen, die Schmutz magisch anziehen. 

Draufsicht Polierschwamm Sonax P-Ball.
Sonax P-Ball Foto: AUTO ZEITUNG

Der P-Ball von Sonax verfügt über einen Polierschwamm, der mittels Klettverschluss am Griff haftet. Der Schwamm ist auswaschbar,

Draufsicht Glart-Mikrofasertuch
Glart-Mikrofasertuch Foto: AUTO ZEITUNG

Zum Abtragen von Produktrückständen benötigt man ein flauschiges Mikrofasertuch. Wir haben im Test Tücher von Glart genutzt.

Autopolituren im Test: Produkte im Überblick

Wenn sich winzige Lackkratzer häufen, sieht das geheiligte Blech schnell matt und traurig aus. Mit Autolackpolituren soll dieser Grauschleier wieder verschwinden, sagen Autopflege-Profis. Die Wundermittel geloben, kleinste Risse und Kratzer aufzufüllen und der Karosse wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Wir haben zwölf Autopolituren getestet und festgestellt, dass nicht alle als Kratzer-Killer taugen. Dabei haben wir bewusst relativ sanfte Mittel gewählt, die von Hand aufgetragen werden.

Denn besonders wirkungsvolle Lackreiniger peppen zwar verwitterte und stumpfe Oberflächen durch schleifende Wirkung auf – doch das ist alles andere als schonend: Kleine Partikel tragen dabei wie bei einem Peeling Material ab, um damit Lackvertiefungen und Risse aufzufüllen. Das funktioniert wirkungsvoll, kann aber nicht oft angewendet werden. Denn bei solch einer Politur mit abtragender Wirkung nimmt die Lackdicke – besonders an den Karosseriekanten – spürbar ab. Mit einer Poliermaschine – hier im Test – verstärkt sich dieser Effekt noch.

Für unseren Autopolitur-Test wählen wir Glanz-Polituren, die zudem einen Konservierungseffekt versprechen: Die kraft- und zeitaufwendige Polierarbeit soll sich ja schließlich lohnen und möglichst lange sichtbar sein. Neben relativ preiswerten Marken-Polituren muss sich auch ein ausgewiesenes Premium-Produkt dem Test stellen: Petzold's Premium Reinigungspolitur ruft einen Literpreis von 70 Euro auf. Ob das gerechtfertigt ist, klärt unser Test!

Unsere Bewertung
3,5/5
Unsere Bewertung
3,3/5
Unsere Bewertung
2,9/5
Unsere Bewertung
2,8/5
Unsere Bewertung
2,7/5
Unsere Bewertung
2,7/5
Unsere Bewertung
2,6/5
Unsere Bewertung
2,5/5
Unsere Bewertung
2,4/5
Unsere Bewertung
2,1/5
Unsere Bewertung
2,0/5
Unsere Bewertung
1,3/5

Video: So poliert man richtig

Video Platzhalter
Video: TargetVideo

Testsieger: Koch-Chemie ShineSpeedPolish

Testsieger
Koch-Chemie ShineSpeedPolish
Koch-Chemie ShineSpeedPolish
Unsere Bewertung:
3,5/5

Das Politur-Set aus dem Hause Koch-Chemie zählt zu den eher kostspieligen Probanden im Testfeld. Dafür beinhaltet es bereits einen Schwamm und ein besonders flauschiges Mikrofasertuch, welche die Anwendung erleichtern. Unserem Testblech schien diese Vorzugsbehandlung zu gefallen: Das Oberflächenbild hat sich nach dem Polieren sichtbar gebessert. Matter, homogener Glanz schon vor dem restlosen Abtragen der Rückstände zeugt vom Know-how der Autopflege-Spezialist:innen aus Unna. Nur die Anwendungsbeschreibung ist etwas einsilbig: Sicherheitshinweise gibt es nur auf Anfrage. Das genügt trotzdem zur Note "Gut" und zum Testsieg!

Sehr empfehlenswert: Petzold's Premium-Reinigungspolitur

Sehr empfehlenswert
Petzold's Premium Reinigungspolitur
Petzold's Premium Reinigungspolitur
Unsere Bewertung:
3,3/5

Die mit Abstand teuerste Autopolitur im Test schmeichelt sensiblen Riechorganen: Der Geruch ist nur schwach ausgeprägt und die Creme ginge glatt als Körperpflegemittel durch. Mit Schmutz und Kratzern kennt die dickflüssige Substanz aber wenig Gnade. Nach der Behandlung mit der Petzold-Politur ist das Testblech spür- und sichtbar glatter. Dabei bleibt der Lackabtrag bei Handarbeit insgesamt gering. Die Farbe gewinnt an Frische und Tiefgang, das Abtragen geht leicht von der Hand. Nur die Sicherheitshinweise haben auf dem kleinen Flakon nicht den Platz gefunden, der ihnen gebührt. Trotzdem eine reife Leistung.

Sehr empfehlenswert: Sonax Xtreme Ceramic Polish

Sehr empfehlenswert
Sonax Xtreme Ceramic Polish
Sonax Xtreme Ceramic Polish
Unsere Bewertung:
2,9/5

Auch dank der kurzen und klaren Anwendungsbeschreibung lässt sich die Sonax Xtreme Ceramic Polish sehr leicht handhaben. Ein Warnhinweis für allergische Menschen fehlt allerdings auch hier. Das Produkt riecht nach Schuhcreme und eignet sich auch für die Poliermaschine. Nachwischen nach dem Anwenden ist beinahe überflüssig. Trotz des Xtreme im Namen ist der Lackabtrag gering. Die Sonax-Politur eignet sich daher vor allem, um nur leicht gealterte Lacke wieder auf Hochglanz zu polieren. Sie hinterlässt einen etwas speckigen Glanz und gefällt mit einem Versiegelungseffekt, der die erneute Verschmutzung verzögert. Damit kommt die Sonax-Politur noch aufs Treppchen.

Sehr empfehlenswert: Prinox-Autopolitur

Sehr empfehlenswert
Prinox Profi Autopolitur 500 ml inkl. Polierschwamm
Prinox Profi Autopolitur 500 ml inkl. Polierschwamm
Unsere Bewertung:
2,8/5

Die Autopolitur von Prinox ist direkt einsatzbereit, da sie mit einem Schwamm ausgeliefert wird. Die Anwendung klappt sehr leicht, wenn auch der chemische Geruch des Mittels in der Nase piekst. Allerdings macht das Gespann aus weichem Schwamm und dickflüssiger Politur nur wenig Eindruck auf Lackkratzer. Allein die kleinsten Lackblessuren werden augenscheinlich gemildert. Tiefere Kratzer erfordern viel Muskeleinsatz oder eine Poliermaschine. Die wahren Stärken der Prinox-Autopolitur kommen erst nach dem Finish zur Geltung: Die Glanz- und Versiegelungseffekte sind homogen und gut sichtbar.

Ergebnisse der Top 3 (Tabelle)

Koch-Chemie ShineSpeedPolish

Petzold's Premium Reinigungspolitur

Sonax Xtreme Ceramic Polish

Funktionalität (50)

42

44

36

Qualität (20)

20

14

17

Sicherheit (20)

11

11

11

Nachhaltigkeit (10)

10

10

10

Gesamtpunkte (100)

83

79

74

Bewertung

Gut

Gut

Gut

Prädikat

Testsieger

Sehr empfehlenswert

Sehr empfehlenswert

Sehr empfehlenswert: Dr. Wack A1 Speed Polish

Sehr empfehlenswert
Dr. Wack A1 Speed Polish
Dr. Wack A1 Speed Polish
Unsere Bewertung:
2,7/5

Die Autopolitur Dr. Wack A1 Speed Polish riecht nicht nur nach Bodenwachs, sondern wird auch genauso einfach angewendet. Das lösemittelfreie Produkt lässt sich leicht auftragen. Die Anwendungsbeschreibung empfiehlt "viel Druck", um Kratzern an den Kragen zu gehen. Der Materialabtrag bleibt dabei gering; das schonende Produkt lässt sich also durchaus häufiger anwenden, zumal die Wirkung am Ende überzeugt. Fast ohne Nachpolieren sorgt der Speed Polish für vertieften Glanz und eine spürbare Farbauffrischung. So soll das sein. Mit Hinweisen für Allergiker auf der umfangreich beschrifteten Verpackung hätte es sogar zu einer noch besseren Platzierung gereicht.

Preis-Leistungs-Sieger: Sonax-Autopolitur

Preis-/Leistungssieger
Sonax Autopolitur
Sonax Autopolitur
Unsere Bewertung:
2,7/5

Punktgleich gefällt der Klassiker unter den Autopolituren vor allem mit seiner einfachen Anwendung. Die dünnflüssige Sonax-Autopolitur lässt sich leicht auftragen, riecht nicht unangenehm und hinterlässt auch auf Kunststoffteilen nur wenig Rückstände, die sich bestens entfernen lassen. Um kleinere Kratzer nachhaltig aus dem Lack zu polieren, ist allerdings sehr viel Handarbeit notwendig, denn die Schleifwirkung ist bescheiden. Der Polierglanz ist vor allem dem Carnaubawachs geschuldet, mit dem die Sonax Autopolitur angereichert wurde.

Leicht verwitterte Lacke wirken damit nach der Anwendung deutlich frischer und tiefer. Wasser perlt ab wie von einem Neuwagen. Grobe Kratzer erfordern hingegen eine Vorbehandlung mit einem abrasiveren Produkt. Dennoch eine solide Leistung, die ob des vergleichsweise günstigen Preises mit dem Titel Preis-Leistungssieger belohnt wird.

Licargo Premium-Autopolitur

Licargo Premium Autopolitur
Licargo Premium Autopolitur
Unsere Bewertung:
2,6/5

Die Licargo Premium-Autopolitur kommt aus Österreich und zeigt eine ordentliche Leistung. Die dickflüssige Konsistenz der Politur erfordert allerdings etwas mehr Kraftaufwand beim Polieren als die anderen Probanden. Der Hersteller empfiehlt sogar die Anwendung einer Poliermaschine. Aber auch das Ergebnis per Hand kann sich sehen lassen: Die Oberfläche unseres Testblechs ist spürbar glatter. Kleine Kratzer sind fast vollständig verschwunden. Den Geruch der Licargo-Politur, eine Mischung aus Wandfarbe und Kokos-Noten, sollte man allerdings mögen. Und von Plastikteilen sind die Rückstände der Politur nur schwer wieder zu entfernen.

Ergebnisse der Plätze 4-6 (Tabelle)

Prinox Autopolitur

Dr. Wack A1 Speed Polish

Sonax Autopolitur

Funktionalität (50)

35

39

33

Qualität (20)

17

14

14

Sicherheit (20)

10

11

14

Nachhaltigkeit (10)

10

7

10

Gesamtpunkte (100)

72

71

71

Bewertung

Befriedigend

Befriedigend

Befriedigend

Prädikat

Sehr empfehlenswert

Sehr empfehlenswert

Preis-Leistungs-Sieger

Nigrin Performance Brillant-Politur

Nigrin Performance Brillant-Politur Turbo 300 ml
Nigrin Performance Brillant-Politur Turbo 300 ml
Unsere Bewertung:
2,5/5

"Perfekter kann Lackpflege nicht sein", verspricht die Packung der Nigrin Performance Brillant-Politur. Nun ja. Abgesehen davon, dass es von perfekt keine Steigerungsform gibt, ist die Leistung der Nigrin-Politur durchaus ausbaufähig. Sehr gut zunächst: In dem silbernen Karton stecken neben einem Fläschchen mit praktischem Verschluss auch ein Schwamm und ein Poliertuch. Die Anwendung der leicht nach Spiritus riechenden Creme gerät ein bisschen langwieriger. Erst, wenn sich ein milchiger Film auf dem Lack bildet, darf man wieder auspolieren. Das Ergebnis bietet ebenfalls Raum für Verbesserungen: Der Gewinn an Glanz ist vergleichsweise gering. Kleine Kratzer bleiben bestehen. Um den Effekt der Politur zu konservieren, rät Nigrin zudem zu einem zweiten Arbeitsgang mit einem Hartwachs.

Liqui Moly-Hochglanzpolitur

Liqui Moly Hochglanzpolitur
Liqui Moly Hochglanzpolitur
Unsere Bewertung:
2,4/5

Auf einer Skala von 1 bis 6 verspricht die Hochglanzpolitur von Liqui Moly lediglich eine Abrasivität von 2. Die bläulich-milchige Flüssigkeit mit dem frischen Zitrusduft stellt sich im Test in der Tat als besonders schonend für den Lack heraus. Auch mit viel Muskelkraft und Ausdauer lassen sich so jedoch nur oberflächliche Kratzer entfernen. Der Glanzeffekt ist dennoch bemerkenswert. Unser Testblech strahlt nach der Anwendung fast wie neu. Der Lack hat deutlich an Tiefe gewonnen.

Ergebnisse der Plätze 7-9 (Tabelle)

Licargo Premium Autopolitur

 Nigrin Performance Brillant-Politur

Liqui Moly Hochglanzpolitur

Funktionalität (50)

35

25

28

Qualität (20)

14

20

14

Sicherheit (20)

10

12

14

Nachhaltigkeit (10)

10

10

10

Gesamtpunkte (100)

69

67

66

Bewertung

Befriedigend

Befriedigend

Befriedigend

Meguiar's Ultimate Polish

Meguiar's Ultimate Polish
Meguiar's Ultimate Polish
Unsere Bewertung:
2,1/5

Mit fruchtigen Duftnoten geht Meguiar's Ultimate Polish zur Sache. Das amerikanische Produkt bewirkte im Test den stärksten Lackabtrag. Deshalb sollte man bei der Anwendung der vergleichsweise dickflüssigen Mixtur Vorsicht walten lassen, sonst wird die wertvolle Lackschicht schnell zu dünn. Das Abtragen des Produkts gestaltet sich mühselig. Auch das Finish gerät nicht wirklich zur glanzvollen Vorstellung. Dazu ist das Testergebnis zu matt.

Chem-Tools Acryshield S

Chem-Tools Acryshield S
Chem-Tools Acryshield S
Unsere Bewertung:
2,0/5

Die Autopolitur Acryshield S von Chem-Tools soll sich auch für Kunststoffe und Edelmetalle eignen und verspricht einen "extrem hohen Glanzgrad". In der Praxis stört zunächst der stechende Geruch von Lösemittel, den das Produkt beim Auftragen verströmt. Das ist nichts für sensible Nasen. Die Anwendung ist zunächst unkompliziert. Allerdings erfordert das völlige Abtragen erheblichen Zeitaufwand und Muskeleinsatz, wenn kein Grauschleier den Blick trüben soll. Danach zeigt sich auch, dass diese Politur die Kratzer kaum abschwächt. Der Versiegelungseffekt ist hingegen sichtbar: Wasser perlt von den mit dem Produkt polierten Flächen ab wie Morgentau von einer Wachsblume.

Carbright Classic

Carbright Classic
Carbright Classic
Unsere Bewertung:
1,3/5

Die günstigste Autopolitur im Test kommt von Carbright Classic und legt den Fokus auf Reinigung und Versiegelung. Das Schleifbild hat die leicht nach Zitrone riechende Mixtur im Test hingegen nicht verbessert. Damit eignet sie sich besonders für Lacke, die nur geringfügig oder gar nicht verwittert sind. Um Kratzer nachhaltig zu beseitigen, ist sie unbrauchbar. Auch von Kunststoffteilen am Auto sollte man sie bestenfalls fernhalten oder aber homogen darauf anwenden, denn sie ist nur schwer wieder zu entfernen. Die Versiegelungswirkung hingegen überzeugt. Auch ohne Wachs oder Silikon legt die Creme von Carbright einen schönen, matten Glanz übers Blech. Wasser perlt problemlos ab. Da freut man sich fast auf den nächsten Regen.

Ergebnisse der letzten drei Plätze (Tabelle)

Meguiar's Ultimate Polish

Chem-Tools Acryshield S

Carbright  Classic

Funktionalität (50)

26

27

15

Qualität (20)

14

14

14

Sicherheit (20)

12

9

14

Nachhaltigkeit (10)

10

10

10

Gesamtpunkte (100)

62

60

53

Bewertung

Befriedigend

Befriedigend

Ausreichend

Prädikat

 

 

 

So haben wir getestet

Der Fokus des Autopolituren-Tests lag auf leichter Anwendbarkeit und der Qualität des damit erreichbaren Ergebnis. Auf eine Poliermaschine – für die Anwendung auf besonders verwitterten Lacken durchaus empfehlenswert – wurde deshalb verzichtet. Dabei sind die meisten getesteten Autopolituren sowohl für reine Handarbeit als auch für Maschinen geeignet. Sofern im Lieferumfang enthalten, wurde die Politur mit dem zugehörigen Schwamm aufgetragen. Für die Probanden ohne Schwamm wurde der Sonax P-Ball zum Auftragen und Polieren verwendet. Falls in der Bedienungsanleitung keine präzise Zeitangabe fürs Trocknen angegeben wurde, haben wir nach zehn Minuten mit einem Mikrofasertuch eventuelle Rückstände abpoliert. Auch hier kamen die teils mitgelieferten Tücher zum Einsatz. Ansonsten wurden Rückstände mit dem Glart Premium Flausch-Mikrofasertuch entfernt.

Zur optimalen Vergleichbarkeit wurde die Polierqualität anhand lackierter Testbleche bewertet, die zuvor mit 120er und 320er-Schleifpapier künstlich angeraut wurden, was deutlich sichtbaren, aber oberflächlichen Kratzern entspricht. Als rollende Versuchskaninchen kamen zudem ein Ford Fiesta, ein Renault Espace und ein Opel Vivaro zum Einsatz. Um die Verträglichkeit mit Kunststoff zu testen, wurden die Polituren auf einer unlackierten Stoßstange appliziert.

Wann empfiehlt sich eine Autopolitur?

Wenn der Lack durchgängig verwittert ist und sich kleine Risse und Kratzer zeigen, ist es Zeit für eine umfassende Lackpflege. Für zeitgenössische Autos mit Wasserlack finden sich passende Mittel unter den von uns getesteten Produkten. Bei Oldtimern können je nach Lacktyp, -zustand und -farbe auch Spezialmittel benötigt werden, die den Oldie nicht beschädigen und dennoch das Polierergebnis optimieren (hier die besten Tipps fürs Polieren eines Oldtimers).

So sollte man die Autopolitur vorbereiten

Vor der Politur muss man das Auto gründlich waschen, von Hand (hier unsere Tipps) oder in der Waschstraße, in letzterem Fall aber ohne Versiegelungsprogramm. Falls hartnäckige Insektenreste (Insektenentferner im Test) oder Harzflecken (so entfernen) die Karosse verunzieren, müssen diese ebenfalls vor der Politur entfernt werden, etwa mit Lacktiefenreiniger oder Reinigungsknete.

Was ist der Unterschied zwischen Polierpaste und Autopolitur?

Der Hauptunterschied zwischen Polierpaste und Autopolitur liegt in der Abrasivität (Schleifwirkung) und dem Ziel der Anwendung. Polierpaste ist grober, dient dem Beseitigen tieferer Kratzer und abgetragenen Lackschichten, während Autopolitur feiner ist, den Lack glättet, mattierte Stellen entfernt und für Hochglanz sorgt. Zumeist wird nach einer groben Polierpaste eine feine Politur angewendet, um den perfekten Glanz zu erreichen.

Wie soll man sein Auto polieren?

  • Gerade Anfänger:innen sollten zunächst einen Bogen um Poliermaschinen machen. Damit lässt sich viel Schaden anrichten, insbesondere an den Karosseriekanten.
  • Heiße oder auch besonders kalte Bleche darf man nicht polieren. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu meiden.
  • Autopolituren haben allergene Inhaltsstoffe. Beim Polieren in der Garage sollte man daher eine gute Belüftung sicherstellen und Handschuhe tragen. Beim Arbeiten mit der Poliermaschine auch eine Schutzbrille. Rauchen sollte man beim Polieren unterlassen.
  • Autopolitur vor der Anwendung gut schütteln, damit die Schleifmittel homogen verteilt werden.
  • Autopolituren können auf trockene oder feuchte Polierschwämme oder aber auch direkt auf den Lack aufgetragen werden. Tupfend verteilen und dann zusammenhängende Karrosserieteile in einem Arbeitsgang mit (falls nicht anders angegeben) mittlerem Druck polieren. Dabei die Bewegungen variieren: Rundbewegungen, dann quer, dann längs und die Anwendung so lange wiederholen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Nicht zu sehr auf Blechkanten polieren. Dort kann der Lack besonders leicht durchpoliert werden. Wenn zu sehr in Rundbewegungen gearbeitet wird, besteht das Risiko, Hologramme ins Blech zu wienern.

  • Produktrückstände nie vollständig trocknen lassen, sondern vorher mit einem flauschigen und sauberen Mikrofasertuch abtragen.
  • Falls nicht ausdrücklich gewünscht und mit einem geeigneten Produkt machbar, sollte man den Kontakt mit Kunststoffteilen vermeiden. Falls dies schwierig ist (Übergang von Motorhaube zu Scheinwerfern etc.), sollte man die Kunststoffteile vorher mit breitem Tape abkleben.
  • Tiefe Lackkratzer benötigen in der Regel Vorarbeiten mit einem geeigneten Produkt, etwa einem Lackstift.
  • Die meisten Autopolituren verfügen auch über einen Versiegelungsschutz. Im Einzelfall kann sich aber auch eine zusätzliche Hartwachskonservierung lohnen, um den Glanzeffekt zu verlängern.