Poliermaschinen im Test: Zehn Maschinen für neuen Glanz
Zehn Poliermaschinen fürs Auto im Test: Überblick
Während verwitterte Lacke Schmutz, Vogelkot (so entfernen) und aggressive Chemie aus Luft und Umgebung binden, lässt eine gepflegte und wachsgeschützte Oberfläche Dreck und Wasser einfach abperlen. Der beste Weg dahin: Polieren. Von Hand geht das zwar auch – hier erklären wir in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das Auto auch von Hand poliert werden kann –, doch das braucht neben Zeit auch etwas Muskelkraft. Schneller und weniger anstrengend ist dagegen das Polieren mit der Maschine. Neben verschiedenen Arten der Stromversorgung per Akku oder Kabel unterscheiden sich die Geräte auch bei der Polierteller-Bewegungsform (hier alles Wichtigen zu Poliermaschinen-Typen und Tipps zur Nutzung). In unserem Test treten zehn elektrische Polierer gegeneinander an.
Unsere (aktuell verfügbaren) Testkandidaten in der Übersicht:
Vor- und Nachteile
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Testsieger: Dino Kraftpaket Akku-Exzenter-Poliermaschine
Die kraftvolle Exzenter-Poliermaschine von Dino Kraftpaket wird von einem energieeffizienten und leise laufenden bürstenlosen Motor angetrieben. Die Drehzahl lässt sich über sieben Stufen per Tastendruck zwischen 2000 und 4800 Touren variieren und bleibt dann auch bei erhöhtem Anpressdruck stets konstant. Die Drehzahlen werden auf einem kleinen Display angezeigt. Mit dem Exzenterhub von 15 mm lässt sich auch tiefschwarzer Lack hologrammfrei polieren. Trotz der recht robusten Ausführung wiegt unser Testsieger nur knapp 2,5 kg.

Konstante Drehzahl
Mit Anzeige und Wähl-Tasten
Leiser Motor
Exzenter-Hub mit Zwangsrotation
Ohne Schaumteller geliefert
Akku und Ladegerät als Extra
Kein Aufbewahrungskoffer dabei
Sehr empfehlenswert: Ryobi R180P-0 One+
Die 18-V-Akku-Poliermaschine von Ryobi liegt mit einem Gewicht von 2,5 kg recht gut in der Hand und arbeitet zum Beispiel mit einem 4,0-Ah-Akku erfreulich ausdauernd. Die Drehzahl lässt sich über ein mechanisches Drehrad zwischen 3000 und 7500 Touren variieren und wird dann beim Polieren konstant gehalten. Allerdings dreht die Ryobi zunächst mit dem zuletzt gewählten Tempo. Vergisst man das und startet man mit frisch aufgetragenem Poliermittel nicht langsam, dann spritzt es in alle Richtungen. An unserem Testgerät nervte die etwas hakelige Einschalttaste. Gut: Die Ryobi Akku-Poliermaschine arbeitet mit einem 125-mm-Teller und vibrationsgemindertem Exzenter, was für ein gutes Polierergebnis am Auto sorgt.

Wird mit drei Polierscheiben unterschiedlicher Härte geliefert
Lässt sich gut ablegen
Hakelige Einschalttaste
Keine Drehzahl-Rückstellfunktion
Sehr empfehlenswert: Worx WX856.9 Akku-Polierer
Die 20-V-Exzenter-Poliermaschine von Worx verfügt über einen 26 cm großen Polierteller und wiegt knapp 2,5 kg. Das ermöglicht einen recht schnellen Arbeitsfortschritt, vor allem bei großen glatten Oberflächen am Auto. Für fummelige Arbeiten an Holmen und Türrahmen lässt sich die Poliertellerkante nutzen, da die Poliertücher diese fast komplett umspannen. Für eine gute Handhabung verfügt die Worx über ergonomische Griffe, sowohl seitlich als auch oben und in der Mitte. Die Worx läuft im Poliermaschinen-Test angenehm leise und trotz der Exzentertechnik recht vibrationsarm. Eine Drehzahlregelung gibt es aber nicht.

Exzentertechnik ausdauernd
Große Polierfläche
Gut gelegener, leichtgängiger Schalter
Drehzahlregelung fehlt
Für geschwungene und filigrane Oberflächen weniger geeignet
Sehr empfehlenswert: Proxxon EP/A Exzenterpolierer
Die kompakteste Poliermaschine in unserem Test ist das Akku-Modell EP/A des Präzisionsmaschinen-Herstellers Proxxon. Der kompakte Polierer wird mit reichhaltiger Ausstattung im Kunststoffkoffer geliefert und ist für akribische Arbeiten an weniger zugänglichen Stellen perfekt. Die 50-mm-Polierscheiben führen eine stark exzentrische Bewegung aus, was ein sehr gutes hologrammfreies Polierergebnis am Auto bringt. Neben der von uns gewählten Variante mit akzeptabel ausdauerndem Akku wird auch eine deutlich günstigere kabelgebundene Poliermaschine angeboten. Die Drehzahl lässt sich über den Einschalt-Drehknopf wählen. Hier steht eine Spanne von 800 bis 2800 Touren zur Verfügung.

Gut für Feinarbeiten
Mit Koffer und viel Zubehör
Recht teuer
Arretierung so ungünstig im Griff platziert, dass sie versehentlich rastet
Preis-Leistungssieger: Güde Poliermaschine
Die ein Kilogramm leichte 12-V-Poliermaschine arbeitet ausschließlich mit Rotation, also ohne Exzenterbewegung. Mit dem kleinen 90-mm-Polierteller benötigten man für große Flächen zwar deutlich mehr Zeit, dafür meistert die Maschine aber schmale, schwerer zugängliche Bereiche und fummelige Arbeiten im Test umso gekonnter. Die Güde verfügt über ein zweistufiges Getriebe. Die jeweils gewünschte Drehzahl zwischen 2500 und 7500 Touren lässt sich per Druckpunkt am recht sensiblen Abzug des Pistolengriffs wählen.
Hinweis: Der Verkauf der von uns getesteten 12-V-Poliermaschine wurde von Hersteller Güde in der Zwischenzeit eingestellt. Eine Alternative von Güde ist die PM 18-0 BL:
Positiv | Günstiger Preis, gutes Handling, leise, gute Polierergebnisse, mit Ladestandsanzeige |
Negativ | Keine Exzenterbewegung, Akku könnte ausdauernder sein, kein Aufbewahrungskoffer |
Einhell CE-CP 18/180 Akku-Poliermaschine
Die Einhell Akku-Poliermaschine arbeitet ausschließlich rotierend. Während Geübte und Profis mit dieser Maschine samt 180er-Polierteller schnelle und gute Ergebnisse erzielen, brauchen Neulinge etwas Übung, um keine unschönen Hologrammbilder in den Lack zu schleifen. Die Drehzahl wird bei diesem Brushless-Motor digital und fein abgestuft vorgewählt und startet stets niedertourig, was das Verspritzen von Politur verhindert. Ein Querbügel sorgt im Test für eine optimale Handhabung am Auto.

Liegt sehr gut in der Hand
Konstante Drehzahl
Leichte Bedienung
Vibrationsfrei
Nur Rotation
Kein Aufbewahrungskoffer
Erfahrung und Übung erforderlich
BGS 9345 Exzenter-Poliermaschine
Das Profigerät mit Exzenter-Polierteller von BGS leistet 900 W und erreicht bis zu 6000 Touren. Mit 150 mm großen Polierscheiben sind auch große Flächen mit wenig Kraftaufwand schnell bearbeitet. Allerdings lärmen Bürstenmotor und das unruhige Getriebe im Test recht laut. Bei einem Maschinengewicht von 3,0 kg muss mit zusätzlichem Druck sparsam umgegangen werden, damit der Lack an Karosseriekanten nicht versehentlich durchgeschliffen wird. Da das Stromkabel nur zwei Meter lang ist, kommt man mit der Poliermaschine ohne Verlängerungsschnur nicht ums Auto. Erfreulich: Für den letzten Poliergang liefert BGS einen Überzug aus echtem Lammfell – für den perfekten Glanz – mit.

Exzenter-Rotation
Drehzahlsteuerung per Rad
Leichtgängiger Schalter mit Arretierung
Laut
Vibriert stark
Stromkabel viel zu kurz
Unangenehme Getriebegeräusche
Bosch EasyCurvSander
Der handliche Akku-Polierer von Bosch taugt weniger für große Flächen, dafür um so mehr für 3D-geformte Karosseriebereiche. Denn die drei rotierenden Schleifteller passen sich perfekt an gebogene Oberflächen an. Die Drehzahl lässt sich vorwählen und bleibt im Test auch stabil. Allerdings entpuppte sich der 12-V-Akku als nicht so ausdauernd wie die der 18- und 20-V-Maschinen im Testumfeld. Zum Nachpolieren ist Handarbeit angesagt, Fellpads sind bei dieser Poliermaschine Fehlanzeige.

Kompakt
Arbeitet präzise
Passt sich komplizierten Formen an
Auch für Holz geeignet
Polierpads müssen extra gekauft werden
Kein Polierfell im Angebot
Meterk 20-V-Akku-Poliermaschine
Der recht ungewöhnlich geformte Akku-Polierer arbeitet mit sehr kleinem Exzenterhub und ohne Rotationszwang. Das verhindert zwar einen schnellen Arbeitsfortschritt, vermeidet aber auch Fehler durch falsche Haltung beim Polieren. Ungewollte Schleifspuren oder Hologrammbildung auf dunklen Hochglanzlacken können hier nicht entstehen. Die Handhabung des vertikal geformten Gerätes ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber unsere Tester kamen gut mit dem Einhandpolierer klar und erzielten durchweg sehr gute Ergebnisse am Auto. Durch das Fehlen eines Winkelgetriebes arbeitet die Poliermaschine leise.
Hinweis: Der Verkauf der von uns getesteten Akku-Poliermaschine wurde von Hersteller Meterk in der Zwischenzeit eingestellt.
Positiv | Gute Drehzahlsteuerung per Drehrad, leise, umfangreiches Zubehör mit Tasche |
Negativ | Fummeliger An-/Ausschalter, sehr kleiner Exzenterhub, langsamer Arbeitsfortschritt |
BGS 9259 Rotation
Die Akku-Poliermaschine von BGS wird von einem 10,8-V-Akku versorgt und arbeitet mit einem 100-mm-Polierteller ohne Exzenterbewegung. Allerdings reicht die Durchzugskraft nicht. Schon bei leichtem Druck bricht die Drehzahl ein. Zwar gibt es eine elektronische Drehzahl-Einstellung (1500 bis 3000 Touren) über ein Drehrad, aber die Drehzahl ließ sich im Test auch mit wenig Anpressdruck nicht halten. Das reicht nicht einmal, um Kratzer auszupolieren.

Praktischer Koffer
Leise und leicht
Komplett ausgestattet
Angenehme Griffflächen
Für die Autopolitur ungeeignet
In allen Bereichen kraftlos
Schneller Drehzahlabfall
Sechs wichtige Tipps zum Polieren mit der Maschine
Vorwäsche: Vor dem Polieren das Auto gründlich und sorgfältig waschen und möglichst noch mit Reinigungsknete (Tipps zu Kauf und Anwendung) abziehen. Danach mit einem Mikrofasertuch (hier unsere Empfehlungen) trocknen.
Richtiges Poliermittel nehmen: Polieren mit der Maschine verlangt nach einer passenden Autopolitur – hier die besten im Test. Sie muss zwingend für den Gebrauch mit der Maschine vorgesehen sein.
Wärmeentwicklung vermeiden: Während der Politur ist darauf zu achten, dass keine hohe Reibungswärme entsteht. Anderenfalls kann der Lack beschädigt werden. Besondere Vorsicht bei Rotationsmaschinen, damit keine Hologrammbildung auf der Lackoberfläche entsteht. Doch auch Exzentermaschinen sollten stets gefühlvoll und mit nur wenig Druck bedient werden.
Richitge Drehzahl finden: Mit langsamer Drehzahl die Politur auftragen. Zum Auspolieren wird die Geschwindigkeit dann leicht erhöht. Die Maschine führt man am besten im sogenannten Kreuzgang über das Karosserieblech.
Richitgen Aufsatz nutzen: Zum Politurauftragen Schwamm- oder Frotteescheibe, zum Auspolieren Lammfell oder Mikrofaserüberzug wählen. Nur für die Glaspolitur Filzscheibe einsetzen.
Vorsicht an Sicken und Kanten: An Sicken und Karosseriekanten nur kurz und mit wenig Druck polieren, weil die Gefahr eines Lackabschliffs hier groß ist. Für schwer zugängliche Oberflächen kommt ein kleiner Polierteller oder eine kompakte Maschine zum Einsatz.