Audi TT Roadster/BMW Z4: Vergleichstest

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BMW Z4/Audi TT Roadster
BMW Z4/Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Cabriolets und Roadster sind aus der Mode gekommen. Da ist es keine schlechte Idee, gegen den Trend zu schwimmen und sich in Audi TT oder BMW Z4 den Fahrtwind um die Ohren wehen zu lassen.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Im Herbst 1998 startete der Audi TT zunächst als Coupé, ein Jahr später folgte der Roadster. Seit 2014 wird die dritte Generation gebaut, die Ende 2018 überarbeitet wurde. 2019 kündigte Audi an, keinen Nachfolger mehr zu planen.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Das digitale Cockpit liefert alle Informationen.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Hochwertige Materialien und tadellose Verarbeitung im TT, optionale Alcantara-Leder-Sitzbezüge. Stauraum hinter den Sitzen gibt es nicht.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Bei 130 km/h muss das Haupthaar im Audi etwas stärkere Verwirbelungen verkraften als im BMW.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Keine Angst vor Regenschauern: In nur rund zehn Sekunden schließt der Audi TT sein Verdeck. Öffnen geht genauso schnell.

Audi TT Roadster
Audi TT Roadster Foto: Aleksander Perkovic

Drehfreudig und sprintstark geht das Zweiliter-Aggregat des Ingolstädters an die Arbeit. Auf den BMW fehlen 30 Newtonmeter Drehmoment.

Audi TT Roadster/BMW Z4
Audi TT Roadster/BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Wer mit Audi TT Roadster und BMW Z4 unterwegs ist, freut sich über die ordentliche Verwindungssteifigkeit. Ungebührliches Zittern, zum Beispiel beim Befahren von Bahnübergängen, verkneifen sich beide.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Im Herbst löste der Z4 den Z3 ab, in den ersten beiden Generationen bot BMW den Z4 als Roadster und Coupé an. Die dritte Generation startete 2018 und wurde in Kooperation mit Toyota entwickelt – die Japaner:innen bieten das Coupé Supra an.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Im ebenfalls hervorragend verarbeiteten BMW findet sich ein Display über der Mittelkonsole.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Die Bedienung per Dreh-Drück-Steller ist einfach, die M-Sportsitze sind an das teure M-Sportpaket gebunden.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Wer mit geöffnetem Verdeck fährt, wird dank manuell montierbarer Windschotts vor Wind geschützt.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Lediglich elf Sekunden dauert es, bis das BMW Z4-Verdeck dank elektrischer Betätigung den Innenraum vor Wetterkapriolen schützt.

BMW Z4
BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Dicht an der Stirnwand kauert der Vierzylinder-Turbo. Mit 400 Newtonmetern und 7,7 Litern auf 100 Kilometer gibt es Durchzug und Testverbrauch auf Dieselniveau.

Audi TT Roadster/BMW Z4
Audi TT Roadster/BMW Z4 Foto: Aleksander Perkovic

Audi TT Roadster und BMW Z4 bringen Sonne in den Alltag. Der BMW ist fahrdynamischer, der Audi komfortabler. Beide Roadster sind alltagstauglich und zuverlässig, auch bei der Hauptuntersuchung.

Auf welchem Niveau bewegen sich der neue BMW Z4 und der Audi TT Roadster im Vergleichstest? Bekanntlich machen ordentlich motorisierte Roadster nicht nur auf Hochgebirgs-Pässen Laune. Auch auf der Geraden ist Spaß garantiert. Stürmische Testkilometer geben Aufschluss.

Gesamtbewertung (max. Punkte)Audi TT Roadster
45 TFSI quattro
BMW Z4
sDrive 30i
Karosserie (1000)451486
Fahrkomfort (1000)639641
Motor/Getriebe (1000)664690
Fahrdynamik (1000)763796
Eigenschaftswertung (4000)25172613
Kosten/Umwelt (1000)332314
Gesamtwertung (5000)28492927
Platzierung21

Sie gehören nicht zu den Leuten, für die die Welt ein Jammertal ist und die bereits beim ersten Sonnenstrahl um ihre schlechte Laune fürchten? Stattdessen vermögen Sie Begriffe wie Lebensfreude und Fahrspaß mit Inhalt zu füllen? Gut! Dann sind Sie hier richtig: Audi TT Roadster und BMW Z4 verheißen bei unserem Vergleichstest Vergnügen auf höchstem Niveau, nicht nur am Stilfser Joch. Versprochen!

Der Audi TT RS im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Audi TT Roadster und BMW Z4 im Vergleichstest

Einsteigen und Platz nehmen bitte, im Audi TT Roadster und BMW Z4. Obwohl sich die Innenraum-Abmessungen nur geringfügig unterscheiden, vermittelt der Audi im Vergleichstest ein etwas großzügigeres Raumgefühl als der BMW. Nach rund zehn Sekunden steht den TT-Passagieren dank des elektrisch betätigten Verdecks der Himmel of­fen. Beim Z4 flutet das Sonnenlicht den Innenraum nach rund elf Sekunden. Die Schließvorgänge dauern in beiden Autos genauso kurz wie das Ö­ffnen. Ansonsten hat der BMW bei der Bedienung die Niere vorn: Zweimaliges Ziehen am Hauben-Entriegelungshebel erspart ebenso schmutzige Finger wie die Ölstandskontrolle per Dreh-Drück-Steller des iDrive-Systems. Dieses gilt nach wie vor als Benchmark unter den Bediensystemen, hat aber gegenüber früheren Versionen an Funktionsumfang gewonnen, was es nicht unbedingt übersichtlicher macht. Da beide Roadster mehr als Fortbewegungsmittel sind, wird stets der Weg zum Ziel. Und der darf auch mal etwas länger sein. Mit 280 respektive 281 Litern Ko­fferraumvolumen sind auch Urlaubsreisen zu zweit mit etwas Überlegung bei der Gepäckplanung durchaus drin. Mit serienmäßigem Abstandsregeltempomat beispielsweise oder mit der Option auf eine Querverkehrswarnung ist der neue BMW Z4 dem Audi TT Roadster in Sachen Assistenzsysteme weit voraus.

Fahrkomfort: Audi TT Roadster filtert schlechte Fahrbahn besser

Wer mit Audi TT Roadster und BMW Z4 unterwegs ist, freut sich zunächst einmal über die ordentliche Verwindungssteifigkeit. Ungebührliches Zittern, zum Beispiel beim Befahren von Bahnübergängen, verkneifen sich im Vergleichstest beide. Wer mit geö­ffnetem Verdeck f­ährt, kann beiden einen ordentlichen Windschutz attestieren, woran die Windschotts (Audi: elektrisch ausfahrbar, 450 Euro extra, BMW: manuelle Montage, Serie) ihren Anteil haben. Bei 130 km/h muss das Haupthaar im Audi allerdings etwas stärkere Verwirbelungen verkraften als im BMW, was sicherlich auch auf die höhere Sitzposition im TT Roadster gegenüber dem Z4 zurückzuführen ist. Apropos Sitze: Beide Testwagen sind aufpreispflichtig bestückt. Der Audi trägt S-Sportsitze (690 Euro), die über eine körpergerecht ausgeformte Sitzmulde verfügen, während die M Sportsitze des BMW Z4 (nur erhältlich in Paketen, ab 3750 Euro) zusätzlich über elektrisch einstellbare Sitzwangen auf der Fahrerseite verfügen und sich somit noch besser an die Torso-Anatomie anpassen lassen. Das bedeutet vor allem für den Piloten einen noch stabileren Seitenhalt als im Audi TT Roadster. Schlechte Wegstrecken steckt der TT Roadster besser weg als sein Konkurrent. Seine optionalen adaptiven Dämpfer besitzen gegenüber Bodenunebenheiten die besseren Filtereigenschaften, was in deutlich weniger Karosseriebewegungen mündet. Da werden die Z4-Passagiere, obwohl der Test-BMW ebenfalls mit adaptiven Dämpfern bestückt ist, schon etwas stärker durchgeschüttelt. Das kann man unter urtümlichem Roadster-Charakter verbuchen, muss man aber nicht.

Motor­/­Getriebe: BMW Z4 mit leichtem Leistungsvorsprung

Audi TT Roadster und BMW Z4 verfügen im Vergleichstest beide über einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo. Das 245 PS starke Audi-Aggregat ist, weil auch der TT Roadster auf dem modularen Querbaukasten des Konzerns basiert, quer eingebaut. Das 258-PS-Triebwerk im BMW ruht längs zur Fahrtrichtung unter der Haube. Beide Motoren eint ein spontanes Ansprechverhalten ohne auff­­älliges Turboloch und eine gute Lau­fkultur. Die Klangnote beider Aggregate f­ällt dem Roadster-Fahrerlebnis angemessen kernig sportlich aus. Bei den Fahrleistungen gibt der BMW Z4 mit einem Sprintwert von null auf 100 km/h in nur 5,4 Sekunden dem Audi TT Roadster (5,6 Sekunden) minimal das Nachsehen. Beide erreichen 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, was für diese Fahrzeugklasse wohl kaum Wünsche of­fen lässt. Die vorzüglich agierende, serienmäßige Achtstufen-Automatik des BMW stellt stets die passende Fahrstufe bereit, schaltet ebenso weich im Comfort-Modus wie zackig in den Sportmodi und operiert mit einem etwas niedrigeren Drehzahlniveau als der Audi mit seinem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Dieser Umstand und die Tatsache, dass der Audi-Testwagen nur als quattro zur Verfügung stand, hat natürlich Auswirkungen auf den Kraftstoff­­konsum. So liegt der Testverbrauch des TT Roadsters mit 8,7 Liter einen Liter über dem des Hinterrad-getriebenen Z4.

Fahrdynamik: Feinfühliger BMW Z4 glänzt auf Handlingkurs

Die AUTO ZEITUNG-Präzisionswaage ist auch in diesem Vergleichstest unbestechlich. Sie attestiert dem 1509 Kilogramm schweren Audi eine klassische Fronttriebler-Gewichtsverteilung von 60 (Vorderachse) zu 40 Prozent (Hinterachse). Demgegenüber kommt der 1508 Kilogramm schwere BMW auf ein optimales 50:50-Verhältnis in der Achslastverteilung. Das bedeutet, dass beim Audi 150 Kilo mehr auf der Vorderachse lasten. Dass das nicht ohne Auswirkungen auf das Fahrverhalten bleibt, steht außer Frage. So lenkt der BMW wesentlich zackiger ein und erreicht höhere Kurventempi als der an der Haftgrenze zum leichten Untersteuern tendierende Audi TT Roadster. Dank Allradantrieb hat der Audi TT Roadster zwar vor allem bei Nässe spürbare Traktionsvorteile im Vergleich mit dem BMW Z4, aber der mit dem optionalen Sperrdifferential bestückte BMW bringt seine Motorkraft ebenfalls verlässlich über die angetriebenen Hinterräder auf die Fahrbahn. Die von Antriebseinflüssen freie und sehr feinfühlig agierende Lenkung lässt den Umgang mit dem Münchener Roadster sehr spielerisch erscheinen, verlangt aber auch genau dosierte Lenkbefehle. Bei Bedarf lässt sich der Z4 auf abgesperrter Strecke in Kurven gar unterhaltsam mit dem Gas lenken, gerät aber auch in Wechselkurven stärker in Bewegung. Dennoch umrundet ein kundiger Fahrer mit ihm den Handlingkurs drei Sekunden schneller als im Audi. Abgerundet wird die BMW-Vorstellung mit bestens dosierbarer Bremse und deutlich kürzeren Bremswegen als beim Audi.

Umwelt­/­Kosten: Audi TT Roadster gewinnt bei der Kostenfrage

Grundpreise weit jenseits der 40.000-Euro-Marke sind bei dieser Fahrzeug-Gattung und entsprechender Motorisierung nicht verwunderlich, suggeriert doch lediglich der Gattungsbegri­ff Roadster eine vermeintlich technische Einfachheit. In Wahrheit aber sind der Audi TT Roadster und der BMW Z4 recht komplexe und damit teuer herzustellende Fahrzeuge. Geht es um den im Vergleichstest bewerteten Preis mit testrelevanten Ausstattungsdetails, liegt der BMW fast 8000 Euro über dem Audi. Der Grund: Sportbremse und Sportsitze sind nur mit der 6000 Euro teuren M Sport-Ausstattung und nicht separat erhältlich, was für eingefleischte BMW-Fans durchaus für Verdruss sorgen dürfte. Das führt im Ergebnis des Vergleichstests dazu, dass der Z4 trotz günstigerer Versicherungs- und Kraftstoff­­kosten sowie einer punkteträchtigeren Serienausstattung das Kostenkapitel verliert.

Messwerte & technische Daten: Audi TT Roadster 45 TFSI quattro & BMW Z4 sDrive30i

AUTO ZEITUNG
18/2019
Audi TT Roadster
45 TFSI quattro
BMW Z4
sDrive30i
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo4/4; Turbo
Hubraum1984 cm³1998 cm³
Leistung180 kW/245 PS190 kW/258 PS
Max. Drehmoment370 Nm400 Nm
Getriebe/Antrieb7-Gang Doppelkupplung/
Allrad, permanent
8-Stufen-Automatik/
Hinterrad
Messwerte
Leergewicht (Werk/Test)1455/1509 kg1415/1508 kg
Beschleunigung (Test)  
0 - 100 km/h5,6 s5,4 s
0 - 150 km/h11,7 s11,1 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h250 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
34,4/34,0 m32,8/31,9 m
Verbrauch (Test/WLTP)8,7/8,3 l S/100 km7,7/7,1 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)242/189 g/km214/170 g/km
Preise
Grundpreis46.250 Euro48.950 Euro
Testwagenpreis49.940 Euro57.900 Euro

Fazit

Der Audi TT Roadster präsentiert sich als sehr ausgewogenes Auto, das nicht nur mit viel Komfort, sondern auch mit hohem Fahrspaß-Potenzial und einer vergleichsweise günstigen Kostenbilanz aufwartet. Dennoch reicht es dem Ingolstädter in diesem Vergleichstest zwischen Audi TT Roadster und BMW Z4 nicht für den Sieg, denn die Münchener liegen mit ihrem neuen BMW Z4 nicht nur im Antriebskapitel dank besserer Fahrleistungen und niedrigerem Verbrauch vorn, sondern trumpfen auch bei einer weiteren Kernkompetenz des Hauses, der Fahrdynamik, mächtig auf. Dank perfekter Gewichtsverteilung und einer gelungenen Fahrwerksabstimmung besticht der Z4 mit einem superben Handling. Hinzu kommen Top-Bremswerte. Im Hinblick auf die Kosten sollte BMW allerdings seine Aufpreispolitik noch einmal überdenken.