GT 1300 Junior/912/1200 S/Fulvia: Classic Cars

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GT 1300 Junior/912/1200 S/Fulvia: Classic Cars
GT 1300 Junior/912/1200 S/Fulvia: Classic Cars Foto: AUTO ZEITUNG

Alfa Romeo GT 1300, Porsche 912, Simca 1200 S und Lancia Fulvia 1.3 S Coupé vereinen geringes Gewicht, spielerisches Handling und tolle Vierzylinder-Triebwerke. Damit werden diese vier sportlichen Coupés zu echten Brandstiftern auf der Landstraße. >> Mehr zum Thema Classic Cars

Alfa Romeo/Porsche/Simca/Lancia: Vergleich
Alfa Romeo GT 1300 Junior

Rein formal und stilistisch betrachtet gibt es am Alfa Romeo GT Junior einfach nichts zu kritteln – er ist heute wie schon seinerzeit ein bildschönes Coupé, noch dazu mit diesem wunderbaren Doppelnockenwellenmotor. Neben toller Performance im Sporteinsatz bietet er zudem ein ...

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Alfa Romeo GT 1300 Junior

... gesundes Maß an Komfort, das ihn auch für längere Strecken tauglich macht. Aufgrund der hohen Fertigungszahl der Alfa GT-Modelle ist das Angebot noch entsprechend breit und reicht von top bis hopp.

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Alfa Romeo GT 1300 Junior

Grundsätzliche Bösartigkeiten hält der GT Junior aus technischer Sicht nicht bereit. Bei der etwas ausgedehnteren Probefahrt sollte jedoch der Öldruckaufbau im Visier sein und die weitere Beobachtung eventuellem Blaurauchen beim Gaswegnehmen und anschließendem Gasgeben gelten.

Alfa Romeo/Porsche/Simca/Lancia: Vergleich
Alfa Romeo GT 1300 Junior

Im Alfa-Cockpit herrscht stilvolles italienisches Ambiente vor. Der weit nach hinten mgekröpfte Schaltknüppel betätigt ein gut funktionierendes Fünfgang-Getriebe.

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Alfa Romeo GT 1300 Junior

Einmal mehr gilt für den schmucken Alfa, dass die braune Pest sein erklärter Feind ist. Da viele Exemplare mittlerweile schon Karosseriearbeiten hinter sich haben, ist Vorsicht geboten. Nicht immer wurde profund und sauber gearbeitet. Neben Schwellern, Radläufen und ...

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Alfa Romeo GT 1300 Junior

Unterboden sollte auch der äußerlich vielleicht schmucke Blechaufbau genauer inspiziert werden. Denn selbst unter der tollsten Lackoberfläche kann sich jede Menge Spachtel verbergen.

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Alfa Romeo GT 1300 Junior

Bei der Ersatzteilversorgung gibt es kaum Engpässe. Entweder sind noch Neuteile verfügbar, oder es existieren bereits Nachfertigungen. Auch der Gebrauchtmarkt gibt ordentliche Ersatzkomponenten, etwa aus einem Schlachtfahrzeug, her.

Lancia Fulvia 1.3 S
Lancia Fulvia 1.3 S Foto: AUTO ZEITUNG

Dank Vorderradantrieb ist das Fahrverhalten der Fulvia sehr berechenbar.

Lancia Fulvia 1.3 S
Lancia Fulvia 1.3 S Foto: AUTO ZEITUNG

Die Fulvia umweht ein Hauch von Rallye Monte Carlo. Das spürt man in jeder Kurve.

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Lancia Fulvia 1.3 S

Der vergleichsweise hochgezüchtete Vierzylinder ist im Grunde ein zuverlässiger Begleiter. Dies kann sich jedoch schlagartig ändern, wenn die Vergaserflansche durch Korrosion undicht werden und das Triebwerk Falschluft zieht und abmagert. Dann droht der Motor-Kollaps. Undichte Antriebswellen kommen häufiger vor, sind aber vergleichsweise problemlos instandzusetzen.

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Lancia Fulvia 1.3 S

Eine formidable Uhrensammlung ziert das klar gezeichnete Cockpit des Lancia Fulvia 1.3 S Monte Carlo.

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Lancia Fulvia 1.3 S

Als Achillesferse der Fulvia gilt gemeinhin die Anbindung des vorderen Hilfsrahmens an die A-Säulen. Unsachgemäß reparierte Unfallschäden, schlecht ausgeführte Schweißarbeiten oder einfach nur Korrosion über die Jahrzehnte hinweg sorgen hier wie auch an Schwellern, Radläufen und ...

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Lancia Fulvia 1.3 S

... Bodenblechen oftmals für kräftigen Instandsetzungsbedarf – und für große Augen angesichts der dann auftretenden hohen Kosten.

Lancia Fulvia 1.3 S
Lancia Fulvia 1.3 S Foto: AUTO ZEITUNG

Die hier gezeigte Fulvia von 1973 besitzt bereits fünf Gänge und Scheibenbremsen rundum.

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Porsche 912

Der Erzfeind des Porsche 912 ist der Rostfraß. Je nach Pflegezustand und Einsatz durch den Vorbesitzer reicht das Angebot daher von exzellenten bis hin zu restaurierungsbedürftigen Exemplaren, was für den Laien jedoch nicht ...

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Porsche 912

... immer zu erkennen ist. Die enorme Wertsteigerung, die der 912 im Sog des 911 in vergangener Zeit erfahren hat, ruft auch listige Geister auf den Plan, die schlechte Fahrzeuge aufpeppen und überteuert an den Mann bringen. Daher unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen.

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Porsche 912

Ölverlust am Vierzylinder-Boxermotor und am Getriebe, schlechtes Laufverhalten und maue Gasannahme wegen ausgeschlagener Drosselklappen sind typische Merkmale ungepflegter Exemplare. Hinzu kommen ausgeleierte Fahrwerkselemente, was sich in einem unpräzisen Fahrverhalten niederschlägt und auf einer ausführlichen Probefahrt auffallen sollte.

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Porsche 912

Serienmäßig hatte der 912 zuerst nur drei Rundinstrumente. Fünf wie beim Elfer gab es aber als Sonderausstattung und von August 1967 an auch in Serie.

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Porsche 912

Man kann es im Grunde kurz machen, denn der 912 rostet im Extremfall fast überall. Besonders ist im Bereich des Kofferraums, der Stehbleche, Schweller und Innenschweller sowie am Tragrohr der Hinterachse auf die braune Pest zu achten.

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Porsche 912

Vorsicht insbesondere auch bei unsachgemäß reparierten Unfallschäden geboten, die teilweise mit sehr viel Fantasie kaschiert werden. Der 911-Boom hat dazu geführt, dass das Teileangebot nicht nur seitens Porsche Classic auch ...

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Porsche 912

... für den 912 stetig ausgebaut wird, sondern dass sich auch zahlreiche kleinere Firmen darum kümmern. Doch auch hier muss aufgepasst werden, denn nicht jedes vermeintlich günstige Nachfertigungsteil entspricht qualitativ den Porsche-Originalersatzteilen. Hier spart man möglicherweise am falschen Platz!

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Simca 1200 S Coupé

Sportcoupé mit Heckmotor und Heckantrieb – das klingt nach Porsche. Doch weit gefehlt! Auch Simca hatte diesbezüglich mit dem 1200 S Coupé etwas Hochinteressantes aufzubieten. Hochinteressant deshalb, weil der 1200 S, von kundiger Hand bewegt, auf kurvenreichem Terrain ein ...

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Simca 1200 S Coupé

... pfeilschnelles Fahrzeug sein kann. Von unkundiger Hand zu optimistisch bis unbedarft bewegt, können sportliche Darbietungen aber auch ins Auge gehen. Bei schneller Gangart ist der Simca ein Auto für Könner.

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Simca 1200 S Coupé

Prinzipiell ist das Simca 1200 S Coupé ein robuster Geselle ohne etwaige Hinterlisten im technischen Bereich. So gilt der Check im Regelfall der allgemeinen Funktionstüchtigkeit von Fahrwerk, Antrieb und Elektrik. Böse Überraschungen sind bei dem französischen Beau eher die Ausnahme.

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Simca 1200 S Coupé

Geradezu edel mutet das zierliche, feingliedrige Cockpit des Simca an. Das sportive Lenkrad sowie das chromgefasste Uhren-Ensemble wecken die Lust aufs Fahren.

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Simca 1200 S Coupé

Der größte Feind des Simca 1200 S Coupés ist – wie meistens bei Autos aus den 60er- oder 70er-Jahren – der Rost. Wurde der Korrosion nicht früh und professionell Einhalt geboten, setzt sie dem Sportcoupé an den gemeinhin ...

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Simca 1200 S Coupé

... neuralgischen Punkten wie Schwellern, Radläufen, Unterboden mächtig zu. Hatte der Wagen schließlich noch irgendwann einen Unfall, der unsachgemäß repariert wurde, kommt auf den geneigten Karosseriebauer der Wahl eventuell sehr viel Arbeit zu.

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Simca 1200 S Coupé

Insbesondere die Simca Heckmotor Interessengemeinschaft kümmert sich äußerst rührig um das Ersatzteilwesen. Ob Nachfertigungen oder Neuteile – bei der Interessengemeinschaft findet der Fan im deutschsprachigen Raum die ideale Anlaufstelle, um mit dem leichten, schnellen Sportcoupé auch weiterhin viel Freude zu haben.

Alfa Romeo/Porsche/Simca/Lancia: Vergleich
Fazit von Jürgen Gassebner

Lancia und Porsche teilen sich den Sieg knapp vor Alfa Romeo und Simca. Doch der geringe Abstand macht deutlich, dass die Unterschiede marginal sind. Beim wichtigsten Kriterium, dem Fahrspaß, hat der heckgetriebene Simca sogar die Nase vorn.

Geringes Gewicht, spielerisches Handling und tolle Vierzylinder-Triebwerke machen Alfa Romeo GT 1300, Porsche 912, Simca 1200 S und Lancia Fulvia 1.3 S Coupé zu echten Brandstiftern auf der Landstraße. Wir haben die Classic Cars zum Vergleich eingeladen.

Geht es um das lustvolle Generieren von Fahrspaß, so sind die individuellen Philosophien diesbezüglich höchst unterschiedlich. Während die einen auf schiere Motorleistung, am besten noch aus großen Hubräumen, setzen, geht die andere Fraktion einen Weg, der mindestens genauso zielführend ist – nämlich über geringes Gewicht, wieselflinkes Handling und vergleichsweise kleinvolumige, drehfreudige Motoren. Zumindest auf kurvigem Landstraßenterrain bietet letzter Ansatz handfeste Vorteile, will doch jedes zusätzliche Kilogramm beschleunigt, verzögert und eingelenkt werden. Allein die Schulphysik erklärt da hinreichend, dass dies umso besser gelingt, je leichter ein Fahrzeug ist. Vor diesem Hintergrund haben wir ein veritables Testfeld zusammengestellt, bestehend aus vier Leichtgewichten, die den Fahrspaß schon zu ihren aktuellen Neuwagenzeiten ganz in den Vordergrund rückten. Einen Alfa Romeo GT 1300 Junior, flankiert von einem Simca 1200 S Coupé, dazu einen Porsche 912 sowie eine Lancia Fulvia 1.3 S Monte Carlo. Vier kleine, leichte Brenner, die mit geringen Gewichten und dennoch genügend Motorleistung um unsere Gunst buhlen. Starten wir mit dem Alfa Romeo. Seine Geburtsstunde datiert genau genommen aus dem Jahr 1963, als er auf der Internationalen Automobil-Ausstellung mit einer fein und elegant von Bertone-Designer Giorgio Giugiaro gezeichneten Karosserie seinerzeit noch unter dem Namen Giulia Sprint GT die Blicke auf sich zog. Unterm Blech gab es schon damals die Technik, welche die Alfisti bis heute lieben – den Doppelnockenwellenmotor, dessen Zylinderkopf nicht einfach ein Zylinderkopf, sondern vielmehr eine technische Skulptur darstellt. Einfach schön eben! Zwei Jahre, nachdem der Sprint GT als 1600er vorgestellt wurde, folgte der GT 1300 Junior, und schließlich blieb das erfolgreichste Coupé in der Alfa-Romeo-Markengeschichte bis 1977 im Programm. Im GT 1300 Junior schöpft der vorne längs eingebaute Reihenvierzylinder stramme 87 PS bei 6000 Touren aus lediglich 1290 Kubikzentimetern Hubraum. Mehr zum Thema: Alfa Romeo Spider, Giulia und GT im Classic Cars-Vergleich

Tipps für die Organisation einer Oldtimer-Rallye (im Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

GT 1300 Junior, 912, 1200 S und Fulvia: Classic Cars

Die Aufbereitung von zündfähigem Gemisch übernehmen zwei Doppelvergaser, und die Kraftübertragung erfolgt via Fünfgang-Getriebe zur Hinterachse. Dank des geringen Leergewichts von nur 930 Kilogramm sprintet der GT 1300 Junior in 12,5 Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Erst bei erbaulichen 176 km/h endet der Vortrieb. In puncto Leistungsgewicht erreicht der kleine schmucke Alfa einen Wert von 10,69 Kilogramm pro PS. Fahrwerkstechnisch setzt der Junior vorne auf eine Einzelradaufhängung mit Querlenkern, während hinten eine Starrachse an Schubarmen zum Einsatz kommt. Scheibenbremsen sowie eine Bereifung in der Dimension 185/70 R 14 auf 4,5 mal 14 Zoll großen Rädern runden das sportlich geschnürte Fahrpaket ab. Innerhalb unseres Vergleichsfeldes stellt sich der sportiv geschnittene Alfa als sehr homogenes Auto dar. Seine Stärken liegen im tollen, drehfreudigen Motor, der dennoch unten herum genügend Drehmoment bietet, im gut zu schaltenden Fünfgang-Getriebe und bei den wirksamen, gut dosierbaren Bremsen. Hinzu kommen ein aktives, gutmütiges Fahrverhalten sowie ein erfreulich hohes Komfortangebot, welches den Alfa auch für längere Etappen als kompetenten Partner ausweist. Dank Rücksitzbank gelingt auch eine Fahrt zu viert, solange die Mitreisenden nicht allzu groß gewachsen sind. Platz fürs Reisegepäck bietet ein ausreichend dimensionierter Kofferraum.

Das Simca 1200 S Coupé rennt 175 km/h

Zweiter im Bunde unserer Viererbande ist das Simca 1200 S Coupé. Analog zum Alfa wurde es im Hause Bertone von Giugiaro gezeichnet. In seinen Grundfesten erblickte das kleine, sportliche Coupé als Simca 1000 S Coupé bereits 1962 auf dem Genfer Salon das Licht der Automobilwelt. Fünf Jahre später, 1967, übernahm schließlich das Simca 1200 S Coupé die Rolle des 1000ers. Sein Reihenvierzylinder ist im Gegensatz zu dem des Alfa jedoch im Heck eingebaut, während sich vorne der Kofferraum befindet. Aus 1204 Kubikzentimetern Hubraum schöpft der im Verhältnis 10,25:1 verdichtete Motor muntere 80 PS bei 6000 Umdrehungen pro Minute, was angesichts von lediglich 890 Kilogramm Leergewicht den Sprint von null auf einhundert km/h in veritablen 11,8 Sekunden erlaubt. Mit 175 km/h Höchstgeschwindigkeit liegt der Simca mit dem Alfa nahezu gleichauf. Auf der Fahrwerksseite kombiniert das leichte Coupé mit einem Leistungsgewicht von 11,13 Kilogramm pro PS den quirligen und ebenfalls von Doppelvergasern befeuerten 1200er-Motor mit einer Einzelradaufhängung samt querliegendem Federpaket vorne, während sich am Heck eine Einzelradaufhängung mit Schräglenkern um die Aufgaben der Radführung kümmert. Die hecklastige Gewichtsverteilung aufgrund des achtern implantierten Triebwerks bringt freilich Licht und Schatten in die Welt der Fahrdynamik. Licht findet sich in strahlender Helle dort, wo es ums Beschleunigen und damit um die Traktion geht. So feuert der sportliche Franzose lustvoll röhrend aus den Ecken, dass es eine wahre Pracht ist. Fast in Analogie zu den bekannten Porsche-Modellen 356, 911 und 912 ist aufgrund des Heckmotors und der damit hecklastigen Balance jedoch Vorsicht bei Lastwechseln in Kurven geboten. Konzeptionsbedingt sollte der Simca hier von seinem hoffentlich kundigen Fahrer schön auf Zug gehalten werden. In Sachen Raumangebot und Komfort pariert der fahraktive, mit einem Viergang-Getriebe sowie Scheibenbremsen ausgerüstete Simca den Alfa nicht ganz, ist er doch kleiner geschnitten und mehr Sport- als Reise-Coupé.

Porsche 912 ist in 13,5 Sekunden auf 100

Kandidat Nummer drei hört auf den Namen Porsche 912. Mit Geburtsmonat April 1965 folgte er nur sieben Monate, nachdem der 911 – zuerst noch als Typ 901 – in die Serienproduktion ging. Das erklärte Ziel der Entwickler für den Typ 912 war die Ablösung des erfolgreichen 356, und wie dieser besitzt der 912 einen Vierzylinder-Boxermotor mit untenliegender Nockenwelle und via Stoßstangen sowie Kipphebel betätigten Ventilen. Aus seinen 1582 Kubikzentimetern Hubraum serviert uns der Porsche stramme 90 PS bei 5800 Umdrehungen pro Minute, was im Verein mit 970 Kilogramm Leergewicht für eine Spurtzeit von 13,5 Sekunden von null auf 100 km/h sorgt. Insbesondere gegenüber dem leichten Simca hilft dem 912 hierbei auch seine traktionsfördernde Heckmotoranordnung nichts – er wiegt einfach 80 Kilogramm mehr, wenngleich er mit einem Leistungsgewicht von 10,78 Kilogramm pro PS sogar deutlich besser als der Franzose dasteht. Doch beim Beschleunigen aus dem Stand fordert die höhere Massenträgheit eben ihren Tribut. Der mit einem Vier- oder wahlweise auch mit einem Fünfgang-Getriebe ausgestattete Porsche 912 erreicht dafür mit 185 km/h die höchste Endgeschwindigkeit in unserem Testfeld – ganz so, wie man das gemeinhin von einem Sportwagen aus Zuffenhausen auch erwartet. Als 2+2-Sitzer ausgelegt, ist der 912 wie auch die beiden Konkurrenten aus Italien und Frankreich nicht gerade für eine Weltumrundung zu viert prädestiniert. Eher schon bietet er zwei Personen ordentlich Platz und erlaubt auf der Rückbank sowie im vorderen Kofferraum das Mitführen von ausreichend Urlaubsgepäck. Auf der Fahrwerksseite setzt der 912 wie sein Bruder 911 auf eine Einzelradaufhängung mit Längsdrehstäben und Querlenkern vorne, während hinten eine Einzelradaufhängung mit Längslenkern und querliegenden Drehstäben zum Einsatz kommt. Rundum wie die anderen Testteilnehmer mit Scheibenbremsen gesegnet, ist auch der 912 für die sportliche Gangart konzipiert. In schöner Analogie zum Simca sollte sich der Pilot zu optimistisch angelegte Kurvenfahrten in Kombination mit angstbedingten Lastwechseln durch abruptes Gaswegnehmen jedoch tunlichst verkneifen. Stets Zug an der Hinterachse und ein runder Fahrstil bewahren hier vor unliebsamen Ausflügen in die Botanik.

Lancia Fulvia 1.3 S als einziger Fronttriebler

Unser sportliches Quartett komplettiert schließlich der Lancia Fulvia 1.3 S Monte Carlo. Fulvia – welch ein Name, geradezu wie der einer schönen Frau. Und tatsächlich war Fulvia die unversöhnliche Feindin Ciceros, die nacheinander mit drei verschiedenen Herrn verheiratet war – freilich zu Zeiten, als Fahrspaß noch mit Streitwägen verbunden war und Pferdestärken noch mit Heu und Hafer gefüttert werden wollten. Mit der Lebedame Fulvia, an die wir uns schwach aus der Lateinkunde und dem Geschichtsunterricht erinnern, hat unsere Fulvia aus dem Hause Lancia freilich wenig zu tun – vielleicht von der Tatsache abgesehen, dass auch sie bereits durch mehrere Hände ging und so manchen Herrn beglückte. Dazu hat sie freilich alle Anlagen. Etwa eine betörend schöne Karosserieform, die in ihren Grundfesten auf dem im März 1965 als Fulvia 1.2 Coupé auf dem Turiner Autosalon präsentierten Erstentwurf von Pietro Castagneros basiert. Unsere Fulvia, ein 1.3 S Coupé, stammt hingegen bereits aus dem Jahre 1973 und gehört somit zu der zweiten, von Mitte 1970 bis Anfang 1976 gebauten Serie. Sie besitzt bereits ein aus dem 1.6 HF abgeleitetes Fünfgang-Getriebe sowie ebenfalls rundum Scheibenbremsen. Aus 1298 Kubikzentimetern Hubraum schöpft ihr vorne platzierter Vierzylinder stramme 89 PS bei 6000 Umdrehungen, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h sowie eine Beschleunigungszeit von null auf 100 Stundenkilometer in für damalige Verhältnisse beachtlichen 13,1 Sekunden gut ist. Technisch besonders ist die Motorkonstruktion des Vierzylinders, der als Reihen-V-Triebwerk mit einem Zylinderwinkel von zarten 12 Grad 58 Minuten und 28 Sekunden sowie einem gemeinsamen Zylinderkopf ausgelegt ist. Damit baut der mit zwei obenliegenden Nockenwellen bestückte und landläufig als Reihen-V-Motor bezeichnete Antrieb zwar kompakt, was angesichts der Platzverhältnisse im Motorraum der Fulvia aber gar nicht zwingend nötig gewesen wäre. Aus technischer Sicht ist die Bezeichnung Reihen-V-Motor hingegen irreführend, da Lancia, wie bei einem Reihenmotor üblich, jedem Pleuel einen eigenen Hubzapfen zuordnete. So handelt es sich vielmehr um einen so genannten geschränkten Reihenvierzylinder mit je zwei um rund 13 Grad zueinander angeordneten Zylinderachsen beziehungsweise zwei Zylinderebenen in eben diesem Winkel.

Technische Daten von GT 1300 Junior, 912, 1200 S und Fulvia

Techn. DatenAlfa RomeoLanciaPorscheSimca
MotorR4-Zylinder4-ZylinderB4-Zylinder R4-Zylinder
NockenwellenantriebKetteKetteKetteKette
Hubraum1290 cm³1298 cm³1582 cm³1204 cm³
Leistung
bei
64 kW/87 PS
bei
6000/min
65 kW/89 PS
bei
6000/min
66 kW/90 PS
bei
5800/min
59 kW/80 PS
bei
6000/min
Max. Drehmom.
bei
115 Nm
bei 3200/min
114 Nm
bei 5000/min
122 Nm
bei 3500/min
103 Nm
bei 4500/min
GetriebeFünfgang-GetriebeFünfgang-GetriebeViergang-GetriebeViergang-Getriebe
AntriebHinterradVorderradHinterradHinterrad
0 - 100 km/h12,5 s13,1 s13,5 s11,8 s
Höchstgeschw.176 km/h173 km/h185 km/h175 km/h
Verbrauch9,8 l/100 km
 
8,4 l/100 km
 
8,5 l/100 km
 
7,5 l/100 km
 
Platzierung4123

Fazit

Bei 193 Zentimetern Körpergröße bin ich einigermaßen hin- und hergerissen, in welches Spaßmobil ich mich jetzt am liebsten zwängen würde. Ich denke, den Ausschlag gäbe wohl die Beifahrerin. Ernsthaft betrachtet würde mich aber der Simca reizen, ginge es rein um den Fahrspaß. Stünden auch mal längere Reisen an, wäre es hingegen der komfortable Alfa. Bei derben Umtrieben auf der Landstraße würde ich mich gerne dem standfest und gut bremsenden Porsche anvertrauen. Und jetzt, in der Winterzeit, ja, da wäre es wohl die Fulvia, in der ich mich dann von einem Hauch der Rallye Monte Carlo, vorzugsweise bei 20 Zentimeter Neuschnee, umwehen lassen würde. Spaßmacher sind die vier Coupés allesamt, jedes eben auf seine ganz eigene charakteristische Art.