VW Tayron vs. VW Tiguan: Wo liegen die Unterschiede?
Der VW Tayron ist doch nur ein gestreckter VW Tiguan – oder? Die AUTO ZEITUNG stellt im Vergleich Daten und Preise der beiden SUV gegenüber!
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VW Tayron & VW Tiguan: Maße & Preise im Vergleich
Mit der dritten Generation des Bestsellers VW Tiguan stampfte Wolfsburg 2024 die Langversion Tiguan Allspace ein. Kein allzu großer Verlust, startete doch bereits wenige Monate später der VW Tayron, der aussieht wie ein längerer Tiguan. Entsprechend trat der Neue an die Stelle des Allspace und schließt seit 2025 die Lücke zwischen dem Kompakten und dem Oberklasse-SUV Touareg. Der Touareg läuft übrigens noch 2026 aus, womit der Tayron VWs neues SUV-Flaggschiff wird.
Unterschieden sich die Standard-Variante und der Allspace um elf Zentimeter im Radstand und 22 cm in der Länge, knüpfen der dritte Tiguan und sein dazugewonnener Bruder Tayron nahtlos an: ebenfalls elf Zentimeter im Radstand und diesmal 25 cm Unterschied in der Außenlänge. In absoluten Zahlen bedeutet das: der Kompakte misst 4,54 m in der Länge und der Mittelklässler 4,79 m.
Nicht zuletzt die gemeinsame Evolutionsstufe des Modularen Querbaukastens (MQB evo) deutet auf die enge technische Verwandtschaft der beiden Modelle hin – auch die Antriebspaletten kommen beinahe identisch daher. Der je nach Variante rund 60 kg schwerere Tayron spart sich lediglich die Einstiegsmotorisierung des Tiguan.
Und wie steht es um die Preise? Hier addiert der Tayron mit einem Einstiegspreis von 46.925 Euro saftige 7750 Euro auf den Tiguan, der ab 39.175 Euro zu haben ist. So viel spart man jedoch nur, wenn man sich beim Tiguan mit der Basisausstattung Trend begnügt. Hebt man den Tiguan auf das Basisniveau des Tayron (Ausstattung Life), reduziert sich die Differenz auf knapp 5000 Euro. Klettert man die Ausstattungsleiter weiter nach oben bis zur sportlich anmutenden R-Line, stehen 51.770 Euro gegen 53.430 Euro (alle Preise: Stand März 2026).
Der VW Tayron im Fahrbericht (Video)

Antriebe: Fast identisches Angebot
Neben der gemeinsamen Architektur teilen sich VW Tayron und VW Tiguan wie erwähnt auch den Großteil der Antriebe. Dass der Tayron nicht mit dem 131-PS-Basis-Motor (96 kW) ausgeliefert wird, ist möglicherweise eine gute Entscheidung, bringt er nach WLTP schon dem Tiguan keinerlei Verbrauchsvorteil. Allerdings feuert auch der Einstiegsmotor über vier Brennräume, sodass häufig rau laufende Dreizylinder auch beim kleineren Kandidaten keine Option sind.
Schwächster Antrieb des Mittelklässlers ist der mildhybridisierte 1,5-l-Turbobenziner mit 150 PS (110 kW), den es gleichermaßen auch für den Tiguan gibt. Weitere gemeinsame Benziner sind die 2,0-l-Vierzylinder mit 204 PS (150 kW) sowie 265 PS (195 kW).
204 PS (150 kW) gibt es für beide SUV auch mit einem 1,5-l-Plug-in-Hybrid. Als dynamische Speerspitze steht ein weiterer1,5-l-Plug-in-Hybrid mit 272 PS (200 kW) bereit, der mit nur marginalen Unterschieden zwischen den Modellen rund 120 km vollelektrisch fahren soll.
Wer eine Abneigung gegen Zündkerzen hegt, wird hier wie dort bei den 2,0-l-Dieseln mit 150 PS (110 kW) respektive 193 PS (142 kW) fündig. Schaltgetriebe sind in Wolfsburg bekanntlich aus der Mode gekommen, weshalb beide Modelle ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe vom Band rollen. Der kompaktere Tiguan hat bei gleicher Motorisierung zwar einen gewissen Verbrauchsvorteil, mit 0,1 bis 0,3 l auf 100 km fällt dieser jedoch überschaubar aus.
Innenraum: Tayron mit spürbar mehr Platz
Deutlich größer als unter der Haube sind die Unterschiede zwischen VW Tayron und VW Tiguan, wenn man versucht seine sieben Sachen unterzubringen – oder eben sieben Personen, denn der Tayron bietet wie sein tschechischer Bruder Skoda Kodiaq die Option auf eine dritte Sitzreihe mit zwei zusätzlichen Plätzen (hier alle aktuellen Autos mit sieben Sitzplätzen). Damit kann der Tiguan nicht dienen und auch der Tayron nur bei den reinen Verbrennern, die Plug-in-Hybride sind ausgenommen.
Beim Kofferraumvolumen profitiert der Neuling ebenfalls von seinem längeren Radstand und kann je nach Variante mindestens 850 l hinter der zweiten Sitzreihe bis maximal 2090 l hinter den Vordersitzen unterbringen. Das Tiguan-Heck fällt mit 652 bis 1650 l zwar nicht eng aus, aber im direkten Vergleich spürbar sparsamer.

Weniger ins Gewicht fällt das Cockpit, das bei Tayron und Tiguan weitgehend identisch konzipiert ist. Hier wie dort gibt es eine digitale Instrumententafel sowie einen 12,9 Zoll großen zentralen Touchscreen. Standardmäßig ist der Gangwahlhebel hinter dem Lenkrad positioniert, wodurch in der Mittelkonsole Platz für einen Dreh-Drück-Steller geschaffen wird, mit dem unter anderem Fahrprofile und weitere Einstellungen wie die Lautstärke der Audioanlage geregelt werden.
Fazit
Wer den Platz des VW Tayron nicht benötigt, ist naturgemäß mit dem mehr oder weniger identisch gezeichneten VW Tiguan besser bedient – ein niedrigerer Preis und ein minimal niedrigerer Verbrauch treffen hier auf ein kompakteres Auto. Wer gelegentlich sieben Personen oder viel Ladung unterbringen will, sollte jedoch unbedingt zum wesentlich geräumigeren Tayron greifen. Ist der Preis das entscheidende Kriterium, muss man sich die Frage stellen, ob die 131 PS (96 kW) des Tiguan-Einstiegsmotors und die Basisausstattung reichen – denn greift man zu einer höheren Ausstattung, relativiert sich der Preisunterschied zum großen Bruder schnell.
























