VW Corrado kaufen: Ratgeber

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VW Corrado in Kurvenfahrt
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth

Der im Jahr 1988 vorgestellte VW Corrado bietet bewährte Technik bei exklusiver Optik. Wo liegen die Stärken und 
Schwächen des schicken Coupés?

VW Corrado in Kurvenfahrt von hinten
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth

Der Corrado war kein Aerodynamik-Wunder, aber deutlich windschlüpfiger als der Scirocco. Das reduziert den Verbrauch.

VW Corrado Cockpit
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth

Lässt sich der Corrado nicht starten, liegt das häufig an einem defekten Zündanlass-Schalter. Zum Ersatz muss unter anderem das Lenkrad abmontiert werden.

VW Corrado Sitze
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Die Sportsitze bieten einen ausgezeichneten Halt. Bei Fahrzeugen mit hohen Kilometerständen sind die äußeren Sitzwangen oft verschlissen.

VW Corrado VR6 Motorraum
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth

Der ursprünglich angebotene Motor des Corrado war der 1,8-l-G60 mit 160 PS (118 kW). Bei Unklarheiten sollte eine Lader-Überholung beim Kauf gleich mit einkalkuliert werden.

VW Corrado Frontspoiler
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Spoilerlippe: Durch den langen Vorderwagen trägt die Lippe mehr oder weniger heftige Kampfspuren.

VW Corrado Thermostat
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Thermostat: Das Gehäuse wird undicht, deshalb auf Spuren von Kühlwasser achten!

VW Corrado Luftfilterkasten
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Luftfiltergehäuse: Tuningfans ersetzen die originale Ausstattung oft durch einen Sportluftfilter.

VW Corrado Antriebsstrang
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Antriebsstrang: Manschetten und Gelenke unterliegen dem normalen Verschleiß.

VW Corrado Zündverteiler
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Zündverteiler: Probleme (unrunder Motorlauf) rühren oft vom hinteren Stecker her.

VW Corrado Luftführung
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Luftführung: Ist die Lippe beschädigt, reißt sie oft ein oder ist bereits komplett verschwunden.

VW Corrado Instrumentenrahmen
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Instrumentenrahmen: Die feinen Stege zwischen
Radioschacht und Heizungsbedienung brechen.

VW Corrado Türgriff
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Türgriffe: Eine ausgeleierte Mechanik lässt 
sie im Laufe der Jahre wackelig werden.

VW Corrado Wagenheberaufnahme
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Wagenheberaufnahme: Typisch sind 
verbogene und aufgeplatzte Kanten am Schweller.

VW Corrado Wasserablauf
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Wasserablauf: Ist die Sicke am Ende der Schweller verstopft oder zugeschweißt, bildet sich Rost.

VW Corrado Tankstutzen
VW Corrado Foto: AUTO ZEITUNG/Nils Koshofer

Tankstutzen: Aufgewirbelter Dreck sammelt sich um die Manschette, Rost entsteht zunächst unbemerkt.

Der im Jahr 1988 vorgestellte VW Corrado bietet bewährte Technik bei exklusiver Optik. Wo liegen die Stärken und 
Schwächen des schicken Coupés? Kaufberatung!

Der Start war holprig: Der VW Scirocco war in die Jahre gekommen, das letzte Update lag sieben Jahre zurück. Volkswagen entwickelte ein neues Coupé auf Basis des Golf II – die beiden Scirocco-Generationen bauten noch auf dem Vorgänger auf. Mit technischen Finessen und einem besseren Fahrwerk sollte das Segment der sportlichen Zweitürer wieder belebt werden. Am Ende stand keine Ablösung, sondern ein weiteres Modell beim Händler: Der VW Corrado wurde über dem Scirocco positioniert.
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Video: AUTO ZEITUNG

Ratgeber: Darauf beim Kauf eines VW Corrado achten

Um sich vom Scirocco abzugrenzen, bot der VW Corrado auch mehr: Statt einer schwarzen Gummilippe gab es einen elektrisch ein- und ausfahrbaren Spoiler am Heck. ABS war serienmäßig an Bord. Zur Markteinführung kam er zudem gleich mit dem 160 PS (118 kW) starken G60-Motor. Die G-Lader-Technik war nicht neu, man kannte sie bereits aus dem Polo G40 von 1985. Der G60-Motor war immerhin auch noch im Passat und im Golf zu haben. Auch wenn die Basis bei der Markteinführung nicht mehr ganz frisch war (der Golf II kam 1983 auf den Markt), wirkte der Corrado deutlich moderner als der Scirocco.

Die wahren Unterschiede zeigten sich im Vergleich auf der Strecke: Der Scirocco fühlte sich agiler an, nicht zuletzt aufgrund des kürzeren Radstands und des geringeren Gewichts. Der VW Corrado aber war dafür souveräner, schneller und komfortabler. Entsprechend fiel deshalb das Resümee eines Vergleichs in der AUTO ZEITUNG 13/89 aus: "Am Scirocco hat sich das Autovolk sattgesehen. Der Corrado ist der Hingucker, auf ihn wird der Besitzer an der Tankstelle angesprochen." Bis 1992 durfte der Scirocco aber noch bleiben. Heute gelten Corrado und Scirocco als eigenständige Modelle. Jedes hat seinen Reiz und seine Fans.

VW Corrado G60 Motorraum
AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth Foto: AUTO ZEITUNG/Klaus Huber-Abendroth

Entscheidend ist die Motorfrage & der Pflegezustand

Wer sich für den Kauf eines VW Corrado interessiert, stellt sich erst einmal die Frage nach dem Motor: Zunächst gab es nur den 1,8-l-Vierzylinder mit G60-Lader und 160 PS (118 kW). 1991 folgten der 2,0-l-16V mit 136 PS (100 kW) sowie der 2,9-l-VR6 mit 190 PS (140 kW). Als günstigere Basis schob VW 1993 den 2,0-l-Zweiventiler mit 115 PS (85 kW) nach. Mit dem schwächsten Motor geht dem Coupé viel von seinem Temperament verloren. Der 16V ist im Unterhalt nicht viel teurer, bietet aber deutlich mehr Fahrspaß.

Der G60 erfordert eine regelmäßige Wartung, beim VR6 sollte vor dem Kauf unbedingt der Öldruck geprüft werden. Ist dieser aufgrund einer defekten Ölpumpe zu hoch, drückt der Steuerkettenspanner zu fest auf die Steuerkette – der Verschleiß ist deutlich erhöht. "Oft wird nur der defekte Steuerkettenspanner entdeckt, aber nicht nach der Ursache geforscht", weiß Dirk Scheibner, 2.Vorsitzender des Corrado Club Germany e.V., und ergänzt: "Hin und wieder gibt es auch Probleme mit dem hinteren Stecker des Zündverteilers." Der VR6-Motor ist übrigens auch von Mercedes im Vito/V 280 angeboten worden – und hier sieht die Ersatzteilversorgung besser aus als bei VW.

Tuning lässt den Corrado leiden

Als günstiger Gebrauchter wurde der VW Corrado zum Tuningobjekt. Die Folge: Oft ersetzt ein Sportluftfilter-Pilz den originalen Luftfilterkasten. "Ein neuer Luftfilterkasten wird mittlerweile in Gold aufgewogen", so Scheibner. Viele Autos erhielten andere, breitere Räder. Wurden dazu die Radlaufkanten umgelegt, bildeten sich potenzielle Rostquellen. Ansonsten ist das Blech des Corrado eher unauffällig, abgesehen vom Bereich des Tankdeckels: Im Radhaus sammelt sich rund um den Stutzen Dreck und Feuchtigkeit, der Rost kommt von innen.

Auch die Schwellerenden sind gefährdet. Ein schmaler Wasserablauf soll die Feuchtigkeit abführen. Ist er verstopft, entsteht eine Problemzone. Falsch angebrachte Auflagen der Hebebühne bilden eine Gefahr: Die Markierung ist zwar am Schweller, angesetzt werden sollten sie aber dahinter – sonst wird die Kante umgedrückt und platzt auf. Vorsicht: Mit dem Facelift des VW Corrado zum Modelljahr 1993 gab es einige Änderungen wie die gewölbte Haube, breitere Kotflügel, andere Sicken in den Schürzen, einen neuen Grill und ein überarbeitetes Cockpit. Da aber alles passt, sind im Zuge von Reparaturen viele Zwitter entstanden.

Technische Daten

Classic Cars 04/2024VW Corrado G60VW Corrado 16VVW Corrado VR6
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/2; G-Lader4/46/2
Hubraum1781 cm³1984 cm³2861 cm³
Leistung118 kW/160 PS100 kW/136 PS140 kW/190 PS
Max. Gesamtdrehmoment bei225 Nm 4000/min180 Nm 4400/min245 Nm 4200/min
Getriebe/Antrieb5-Gang-Getriebe/Vorderrad5-Gang-Getriebe/Vorderrad5-Gang-Getriebe/Vorderrad
L/B/H4050/1690/1310 mm4050/1690/1310 mm4050/1690/1310 mm
Leergewicht1115 kg1210 kg1210 kg
Bauzeit1988-19931991-19941991-1995
Stückzahl97.521 (Corrado gesamt)97.521 (Corrado gesamt)97.521 (Corrado gesamt)
Beschleunigung
null auf 100 km/h
8,3 s9,3 s7,9 s
Höchstgeschwindigkeit225 km/h210 km/h233 km/h
Verbrauch auf 100 km9,5 l S9,3 l S11,0 l S
Grundpreis (Jahr)42.500 Mark (1988)41.575 Mark (1992)52.200 Mark (1994)

Fazit

Trotz aller Großserien-Bauteile: Der Corrado ist ein eigenständiges Modell in der VW-Palette gewesen. Das demonstriert er mit jeder Karosserielinie. Einen wie ihn gab es vorher nicht – und hinterher auch nicht. Und damit sollte er seinen Platz in der Klassikerwelt sicher haben. Klar: Die Technik vom anspruchslosen Zweiventiler über den exklusiven G60 bis hin zum bulligen VR6 bot nichts grundlegend Neues, war aber plötzlich zwischen flacher Front und bulligem Heck auch noch ansprechend verpackt. Warum also nicht mal Corrado fahren?