VW Vento VR6: Rucksack-Golf mit Sechszylinder im Detail

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Der VW Vento VR6 fahrend von schräg vorne
VW Vento VR6 Foto: AUTO ZEITUNG

Heute sogar noch seltener als damals: Der VW Vento VR6 hatte trotz immenser Kraft keinen guten Stand in Deutschland.

Der VW Vento VR6 stehend von schräg hinten
VW Vento VR6 Foto: AUTO ZEITUNG

Schon die volkstümlichen Varianten des Rucksack-Golfs fristeten hierzulande stets eine Außenseiterrolle.

Der VW Vento VR6 stehend von schräg vorne
VW Vento VR6 Foto: AUTO ZEITUNG

Dass es auch die beliebteren Golf und Passat als VR6 gab, erschwerte dem Power-Vento das Leben zusätzlich.

Der Motor des VW Vento VR6
VW Vento VR6 Foto: AUTO ZEITUNG

Der Motor begeisterte mit Kraft und Sound, war allerdings kein Kostverächter.

Der Blick aufs Cockpit des VW Vento VR6
VW Vento VR6 Foto: AUTO ZEITUNG

Das Cockpit war gewohnt übersichtlich, aber nicht besonders sportlich gestaltet.

Der Rucksack nahm dem Sechszylinder-Motor den Reiz: Der VW Vento VR6 blieb trotz knackiger Fahrleistungen ein Exot.

Auch vor und nach dem VW Vento VR6 hatte es der Golf "mit Rucksack", zumindest in Deutschland, immer schwer. Ob als Jetta der ersten Generationen, als Vento der Golf-3-Baureihe oder später als Bora: Die Stufenheck-Autos waren zu konservativ. Wer einen Kofferraum brauchte, gönnte sich Passat oder Vectra. Der Golf genügte mit seinem kompakten Heck, ab 1993 gab es zudem den Variant. Der Kombi war für die junge Familie einfach praktischer. Da blieb in VWs Heimatmarkt nicht viel Platz für den viertürigen Vento, schon gar nicht mit VR6-Motor.

In den USA und anderen außereuropäischen Ländern sah das etwas anders aus: Mit zwei Millionen gebauten Exemplaren fällt die Bilanz des VW Vento gar nicht so schlecht aus. Neben den eher konservativen (oder: "vernünftigen") Motorisierungen von 75 bis 115 PS (55 bis 85 kW) sowie zwei Dieseln gönnte VW dem Vento von Anfang an auch das damalige Motoren-Highlight, den VR6. Mit 2,8 l Hubraum und 174 PS (128 kW) wurde der Vento ebenso wie sein kompakter Technikspender Golf zum echten Kraftmeier.
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Video: AUTO ZEITUNG

Sein Sport-Dress konnte den VW Vento VR6 nicht retten

Radlaufverbreiterungen um die BBS-Felgen, schwarz-rote Rückleuchten und ein Heckspoiler peppten das Topmodell VW Vento VR6 optisch auf. Fahrdynamisch wies es tatsächlich eine ganz neue Charakteristik auf, die mit der braven Familienkutsche nicht mehr viel zu tun hatte. In 8,3 s preschte der Fronttriebler auf 100 km/h und zog munter weiter bis 225 km/h Spitze. Der Verbrauch stieg natürlich parallel zur Leistung: Vor dem Familienrat musste nicht nur der relativ hohe Einstandspreis gerechtfertigt werden, im Schnitt genehmigte sich der VW zudem 11,5, bei forscher Gangart sogar bis zu 17 l Benzin auf 100 km.

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Bei diesen Dimensionen lohnte es sich schon, über den größeren Passat VR6 nachzudenken. Der VW Vento VR6 blieb also im Schatten des Golf – und verschwand schnell wieder von der Bildfläche. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt zeichnet sich heute ein ähnliches Bild ab: Vento sind rar gesät, VR6-Modelle lassen sich auf den einschlägigen Plattformen an einer Hand abzählen und sind zudem über die Jahrzehnte mit Tieferlegung, Spoilern und Nachrüst-Endrohren verschlimmbessert worden.