Volvo 240 kaufen: Ratgeber

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Volvo 240 Frontansicht fahrend
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Bis heute ist der rustikale
Volvo 240 die Verkörperung des Langzeitautos schlechthin.

Volvo 240 Seitenansicht fahrend
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Der Volvo 240 ist kein Wunder der Fahrdynamik, dafür berechenbar, komfortabel und vor allem ein
absoluter Sympathieträger.

Volvo 240 Heckansicht fahrend
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Mittlerweile ist der 240 vom Gebrauchsgegenstand zum Klassiker avanciert.

Volvo 240 Cockpit
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Ist der Volvo mit einem Schaltgetriebe ausgestattet, sollte die Funktion des Overdrive getestet werden. Kontaktkorrosion macht den Schalter funktionslos.

Volvo 240 Innenraum
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Die Sitze sind komfortabel, Seitenhalt wird überbewertet. Der Fülle an Ausstattungslinien geschuldet, ist passender Interieurersatz nicht immer parat.

Volvo 240 Motor
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Die Motoren des 240, hier der B21-Vierzylinder, zeichnen sich durch große Wartungsfreundlichkeit aus.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Die Alu-Zylinderköpfe des B21-Motors sind rar. Alufraß ist hier ein bekanntes Problem.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Ist das Glas heil? Vor allem Scheinwerfer der frühen Varianten sind selten zu kriegen und werden teuer gehandelt.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Die dünnen Chromstreifen sind ebenfalls nicht mehr zu bekommen. Auf Vollständigkeit achten!

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

An der Türunterkante nagt gerne der Rost. Reparaturbleche gibt es aktuell nur für die Außenhaut.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Nicht nur die Türen, sondern auch die Schweller leiden unter verstopften Abläufen. 

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Die Radläufe sind ein Klassiker, was Rost betrifft,
vor dem auch der Volvo 240 nicht sicher ist.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

An der Reserveradmulde treffen drei Bleche aufeinander. Eindringende Feuchtigkeit lässt sie blühen.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Vor allem die Längslenker sind beim 245 (Kombi) gern ausgeschlagen und sollten geprüft werden.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Frühe Kombis arbeiten noch mit Luftbälgen statt Nivomaten. Heute gesuchter Goldstaub!

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Betrifft die Kombis: Die Unterkante der Kofferraumklappe und der Heckscheibenrahmen sind häufig rostig. Geschrumpfte Gummis sind der Übeltäter.

Volvo 240
Volvo 240 Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Durch das Heckklappenscharnier laufen Kabel, die im Lauf der Jahre gern brechen.

Er ist für viele wohl der Volvo schlechthin:
der Volvo 240. Über Jahre etablierte sich sein guter Ruf. Doch zeigt der knorrig-zähe Schwede wirklich keine Schwächen? Unser Ratgeber zum Kauf!

Sozikiste, Raumwunder, Trutzburg, Ziegelstein: Der Volvo 240 hat viele Namen bekommen. Fakt ist, dass die Modellreihe aus dem hohen Norden bis heute das Bild des Autobauers aus Göteborg prägt. Kaum ein anderer Volvo schaffte es, sich so ins kollektive Gedächtnis einzubrennen. Neben Buckel, Amazon oder Schneewittchensarg erscheint wohl
vielen beim Gedanken an die Marke ein 240 Kombi vor dem inneren Auge, denn bis heute hält der Wagen den Rekord des meistgebauten Modells. Zeit für einen ausgiebigen Ratgeber zum Kauf!
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Video: AUTO ZEITUNG

Ratgeber: So einen Volvo 240 kaufen

Gefertigt wurde der "Zwovierziger" im schwedischen Torslanda und Kalmar, aber auch im belgischen Gent. Als Basis diente der bewährte Volvo P (Personenvagn) 140, der unter der Feder Jan Wilsgaards zum Verkaufsschlager wuchs. Von diesem Erfolgsrezept ausgehend und die Einflüsse des Volvo Experimental Safety Car (VESC) von 1972 in Betracht ziehend, stellte Volvo im August 1974 dessen Nachfolger vor. Jan Wilsgaard zeichnete erneut, doch es blieb nicht alles beim Alten. McPherson-Federbeine vorn, eine geänderte Hinterachse mit Querstabi und frische Motoren bewiesen neben dem Fokus auf die Sicherheit das Gegenteil.

Volvo 240 Seitenansicht fahrend
Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Das Rezept erwies sich als erfolgreich. Von 1974 bis 1993 entstanden rund 2,7 Mio. sowohl zwei- (242) als auch viertürige Limousinen (244) und natürlich Kombis (245). Der Volvo 240 war so beliebt, dass Volvo sie parallel zum Nachfolger weiterhin produzierte. So überlebte er die 700/900-Serie, und während der Volvo 850 im Jahr 1991 Premiere feierte, behauptete sich der alteingesessene 240 noch bis 1993. So sehr hatte sich der knorrige Schwede in die Herzen der Kundschaft gefahren.

Diverse Ausstattungen im Volvo 240

Die lange Bauzeit brachte allerhand Raum für technische Veränderungen, Facelifts und Ausstattungsvarianten (darunter DL, GL, GLE, GLT, GT) mit sich. Beispielsweise weichten frühe Modelle noch mit Rundscheinwerfern die Blechkanten auf. Ab Modelljahr 1979 vollendeten rechteckige oder quadratische Scheinwerfer das Bild. 1981 und 1986 erfolgten die größten Modellpflegen des Volvo 240, die an Innenraum und Äußerem zwar so manches veränderten, doch den Grundwerten nichts anhaben konnten.

Volvo 240
Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Hier kommen wir zum ersten Knackpunkt beim Kauf eines Volvo 240: ein möglichst vollständiges Äußeres sowie Inneres. Vor allem bei frühen Modellen ist es wichtig, dass Chrom und Zierrat komplett sind, Ersatz ist rar und meist teuer. So manches Teil der späten 240 kann zwar zur Not genutzt werden, lässt aber die Originalität schwinden.

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Auch Schwedenstahl kann rosten

Der berühmt-berüchtigte Schwedenstahl, dem am Stammtisch so manche übernatürlichen Eigenschaften zugeschrieben werden, schützte tatsächlich. Sorge dafür trugen und tragen Details wie ein integrierter Überrollbügel, die großzügig bemessene Knautschzone oder die Sicherheitslenksäule, die im Fall eines Frontalaufpralls in mehrere Teile einknickt. Doch von den Stoßstangen wie Billardkugeln abprallende Kleinwagen sind nicht das Problem des kantigen Schweden. Vielmehr ist es der Rost. Die Korrosion macht sich an Türunterkanten, Schwellern, Radläufen, Federtellern, Endspitzen oder – beim Kombi – an der Heckklappe zu schaffen. Grund dafür sind unter anderem verstopfte Ablaufbohrungen oder durch das Alter geschrumpfte Dichtungen. Frühe 240er sind davon eher betroffen als die Modelle ab 1980.

Volvo 240
Foto: AUTO ZEITUNG/Zbigniew Mazar

Unter der Haube kam es zu einer schier undurchschaubaren Fülle an Motoren, von denen wir hier nur eine Auswahl vorstellen möchten. Frühe Modelle nutzten teils noch den B20-Vierzylinder (82 PS (60 kW)) mit Stößelstangen, Kipphebeln und untenliegender Nockenwelle. Der B21A-Vierzylinder (97 bis 106 PS (71-78 kW)) brachte ab 1975 mit obenliegender Nockenwelle und Alu-Querstromkopf die nötige Modernisierung mit sich. Wer auf Vergaser verzichten konnte und die K-Jetronic samt Direkteinspritzung bevorzugte, griff zum 123 PS (90 kW) starken B21E-Motor. 1979 stieß der 240 GLT (Grand Luxe Touring) mit B23E-Vierzylinder hinzu, der aus 2316 cm3 Hubraum 140 PS (103 kW) holte.

Produkte für den Klassiker: 

Der Turbo gilt als Krönung der 240er

Einer konnte ihm allerdings das Wasser abgraben: der Volvo 244 Turbo. Für viele Fans des Backsteins trägt er die Krone der Modellreihe. Im Herbst 1980 vorgestellt, befeuerte ihn der B21ET-Vierzylinder, der mithilfe eines Garrett-Turboladers satte 155 PS (114 kW) leistete. Auch an der Selbstzünderfront war Volvo nicht untätig und brachte 1979 als erster Hersteller überhaupt eine Sechszylinder-Diesel-Limousine auf den Markt. Der Volvo 244 D6 borgte sich den 82 PS (60 kW) starken D24-Saugdiesel von VW. 1986 fand der B230F (113 PS (83 kW)) mit geregeltem Dreiwege-Kat und Lambdasonde den Weg in den Vorderwagen und zu deutschen Kunden. Sechszylinder-Benziner blieben, wie bereits beim Volvo 164, dem Volvo 260 vorbehalten.

Die Motoren gelten generell als äußerst haltbar und wartungsfreundlich. Wichtig ist der regelmäßige Zahnriemenwechsel, denn obwohl die Triebwerke Freiläufer sind, ist eine vernünftige Wartung unabdingbar. Die gute Nachricht: Die Versorgung technischer Ersatzteile ist zum Großteil sichergestellt. Die schlechte: In den letzten Jahren ist der Volvo 240 immer stärker in den Fokus der Klassikerszene gerückt. Vor allem GLT, Turbo oder 242 GT sind begehrt und teuer. Das schlägt sich mittlerweile auch in den Preisen der Brot & Butter-Modelle nieder. Dafür ist der Unterhalt überschaubar.

Technische Daten des Volvo 240

Classic Cars 05/2024Volvo 244 D6Volvo 244 TurboVolvo 240 GL Kombi
Zylinder/Ventile pro Zylin.6/24/2; Turbo4/2
Hubraum2383 cm³2127 cm³2316 cm³
Leistung60 kW/82 PS114 kW/155 PS85 kW/116 PS
Max. Gesamtdrehmoment bei140 Nm 2800/min245 Nm 5500/min185 Nm 2400/min
Getriebe/Antrieb5-Gang-Getriebe/Hinterrad5-Gang-Getriebe/Hinterrad5-Gang-Getriebe/Hinterrad
L/B/H4880/1710/1430 mm4898/1707/1430 mm4785/1710/1460 mm
Leergewicht1380 kg1335 kg1360 kg
Bauzeit1979-19931980-19851986-1993
Stückzahl2.685.171 (240 ges.)2.685.171 (240 ges.)2.685.171 (240 ges.)
Beschleunigung
null auf 100 km/h
17,1 s9 s13,5 s
Höchstgeschwindigkeit149 km/h190 km/h180 km/h
Verbrauch auf 100 km11,8 l D11,5 l S11,0 l S
Grundpreis (Jahr)23.500 Mark (1979)28.500 Mark (1981)34.450 Mark (1993)

Fazit

Dieser Schwedenpanzer ist eine Ikone. Zwar keine unzerstörbare, aber bei vernünftiger Pflege eine fast unverwüstliche. Allerdings ist auch er mittlerweile vom Gebrauchsgegenstand zum Klassiker avanciert. So mancher Volvo 240 leistet heute noch seinen treuen Dienst als Kilometerfresser im Alltag. Manch anderer wartet darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Hohe Kilometerstände sollten Käufer:innen nicht abschrecken. Und: Es muss nicht unbedingt ein Turbo oder GLT sein. Den typisch robusten Charme versprühen alle 240, egal ob Kombi, Limousine, Diesel oder Saugbenziner. Er ist eben einer dieser Oldies, mit dem man immer ein anerkennendes Nicken oder nostalgisch-freudiges Fingerzeigen einheimst.