Unterbodenschutz: So das Auto mit Wachs gegen Rost schützen
Wer nach einem effektiven Rostschutz fürs Auto sucht, kommt am Unterbodenwachs nicht vorbei. Wir klären, was das Spezialwachs kann, was die Unterschiede zu anderen Unterbodenschutz-Mitteln sind und stellen verschiedene Wachse in unserem Vergleich vor.
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Die meisten Autos werden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter bewegt. Ihr Blech ist im Winter Unmengen von Streusalz ausgesetzt (hier die Vor- und Nachteile von Streusalz erklärt), bekommt auf langen Autobahnetappen viele kleine Steinchen ab und muss ganz nebenbei auch noch mit viel Feuchtigkeit fertig werden. Klingt nach vielen Korrosionsfaktoren? Stimmt. Und hat oft schlimme Folgen. Denn bleibt die nötige Pflege und Wartung aus, "dankt" es einem das Fahrzeug mit Rost an Karosserie und Unterboden. Vor allem unter dem Fahrzeug fällt die Korrosion oft nicht so schnell auf. Eine frühzeitige Konservierung mit Unterbodenwachs ist daher sinnvoll.
Empfehlenswerte Unterbodenwachse im Vergleich
Unterbodenwachs gibt es von vielen Herstellern zu unterschiedlichen Preisen und mit verschiedenen Zusammensetzungen. Gemein haben alle jedoch eines: Sie sollen den Fahrzeugunterboden vor Korrosion schützen. Wir haben einige empfehlenswerte Wachse verglichen:
Nigrin Unterbodenwachs
Ein beliebter Unterbodenschutz auf Wachsbasis stammt von Nigrin. Das schwarze Nigrin Unterbodenwachs wird, wie die meisten anderen Wachse zum Selbstauftragen, in einer Spraydose geliefert (Inhalt: 500 ml). Es wird einfach auf den gereinigten und getrockneten Unterboden aufgetragen und bildet laut Hersteller nach kurzem Trocknen einen belastbaren Schutzfilm.
Presto Unterbodenschutz-Wachs
Zum Versiegeln eignet sich auch der Unterbodenschutz-Wachs von Presto. Jede Dose enthält 1000 ml flüssiges Wachs, der Literpreis ist damit relativ günstig. Der schwarz eingefärbte Rostschutz soll nach drei Stunden staubtrocken sein. Das Mittel greift laut Hersteller Gummi, Lacke und Kunststoffe nicht an.
Mipa Unterbodenwachs UBS-Set
Das Unterbodenwachs von Mipa ist für Druckluft-Sprühpistolen gedacht.
Eine passende Sprühpistole wie die von Rostio wird allerdings auch noch gebraucht.
Das Auftragen per Pistole erfolgt mit einem angeschlossenen Kompressor bei drei bis acht bar (die besten Druckluftkompressoren in unserem Vergleich). Eine Dose enthält 1000 ml. Die Trocknungszeit gibt der Hersteller mit knapp einer Stunde an – kann jedoch je nach Dicke der Wachsschicht und Temperatur variieren.
Liqui Moly Wachsunterbodenschutz
Schmierstoff-Spezialist Liqui Moly bietet mit dem Unterbodenschutz-Wachs auch ein Korrosionsschutz-Mittel an. Das Spezialwachs kommt in einer 500-ml-Sprühflasche und ist schwarz eingefärbt. Der Hersteller verspricht eine gute Haftfähigkeit auf allen Fahrzeugunterböden. Dazu soll das Mittel auch in dicken Schichten aufgetragen werden können. Das Wachs ist zudem auch in einer größeren Dose (1000 ml) erhältlich.
Petec Multi-UBS-Wax Spray
Ein weiteres schwarz eingefärbtes Wachs bietet Petec an. Das Multi-UBS-Wax Spray benötigt in der Spraydose (500 ml) keine Saugpistole, sondern kann nach kräftigem Schütteln direkt auf den sauberen, trockenen, fett- und rostfreien Unterboden aufgetragen werden. Laut Hersteller bietet das Spray besonders gute Kriecheigenschaften. Das Spray kann bei Temperaturen von zehn bis 30 °C verwendet werden. Der Preis beträgt etwa zehn Euro.
SDV Chemie Unterbodenschutz-Wachs
Ein Preis-Leistungs-Favorit: Das Unterbodenschutz-Wachs von SDV Chemie soll für knapp fünf Euro (Inhalt: 500 ml) genauso gut vor Korrosion schützen wie die Kontrahenten im Vergleich. Das Mittel auf Wachsbasis ist ebenfalls schwarz und kann auf den meisten Metall- und Kunststoffoberflächen am Fahrzeugboden aufgetragen werden.
Wie wird Unterbodenwachs aufgetragen?
Unterbodenschutz – egal ob Wachs oder zum Beispiel Bitumen – bringt nur etwas, wenn das Auto noch nicht rostet. Ist die "braune Pest" bereits am Wüten, hilft nur noch die professionelle Instandsetzung mit Schleifen, Schweißen und anschließender Versiegelung mit Rostschutzgrundierung. Unterbodenwachs ist hingegen zum Aufrechterhalten des werkseitig aufgetragenen Unterbodenschutzes geeignet.
So wird das Wachs richtig aufgetragen (Schritt-für-Schritt-Anleitung)
- Auf die richtige Temperatur achten: Wachs sollte weder bei zu niedrigen noch bei zu hohen Temperaturen aufgetragen werden, da die Temperatur auch das Fließverhalten des Mittels ändert. Für die Anwendung sind laut einigen Herstellern etwa 20 °C ideal.
- Reinigen: Der Unterboden sollte vor der Behandlung mit Wachs frei von Flugrost, Öl, Schmutz und Wasser sein. Nur so kann das Unterbodenwachs haften und Wasser und Schmutz abweisen. Eine gute Unterbodenwäsche ist also Pflicht. Achtung: Hochdruckreiniger (Acht Hochdruckreiniger im Test) oder Kaltreiniger können einen bestehenden Unterbodenschutz entfernen.
- Abkleben: Wachs haftet sehr gut, sobald es einmal mit einer Oberfläche Kontakt hat. Deshalb müssen besonders heiße oder bewegliche Teile wie die Abgasanlage (samt Katalysator und Schalldämpfer), Bremsen (auch Bremsleitungen und Handbremsseil), Achsen, Radlager, der Motorraum und Co. großzügig mit Malerkrepp und Folie oder ähnlichem abgeklebt werden. Wichtig: Alle Teile müssen kalt sein. Sprühwachse können sich aufgrund der Treibgase entzünden.
- Auftragen: Bei Sprühdosen genügt das simple Aufsprühen des Korrosionsschutzes. Beim Sprühen wichtig: Mindestens eine Schutzmaske und -brille sollten beim Auftragen getragen werden.
- Trocknen lassen: Wie bei vielen Wachsen und Schutzschichten rund ums Auto gilt auch hier, dass dem Mittel kurz Zeit gegeben werden sollte, einzuwirken und anzutrocknen. Je nach Produkt, Temperatur und Schichtdicke kann das wenige Minuten bis mehrere Stunden dauern.
- Vorgang wiederholen: Einige Hersteller empfehlen zwei bis drei Durchgänge, damit das Metall am Unterboden komplett mit einer Wachsschicht bedeckt ist. Zu beachten ist, dass sich die Trocknungszeit mit jeder Schicht erhöht. Hinweis: Ein Unterbodenschutz ist nicht überlackierbar!
Wo darf kein Unterbodenwachs drauf?
Der Unterbodenschutz ist nur für Stellen am Auto mit unbeweglichen Teilen geeignet. Auch Fahrzeugbereiche, die beim Betrieb des Autos heiß werden, dürfen nicht mit dem Wachs in Berührung kommen. Dazu gehören beispielsweise Bremsleitungen, Bremsscheiben, Kabel, Kupplungen, der Katalysator, Schalldämpfer, Motorblock und Anbauteile, sowie Felgen und Radlager.
Wann muss das Wachs erneuert werden?
Egal ob eine werksseitige Wachsschutzschicht oder nachträglich aufgetragen: Wachs hält sich nicht dauerhaft am Unterboden. Durch Waschstraßenbesuche (besonders mit Unterbodenwäsche), Witterungseinflüsse und natürliche Prozesse im Wachs verliert dieses seine schützenden Eigenschaften. Je nach Belastung, die durch die Nutzung des Autos auf das Wachs wirkt, hält der Schutz vier bis sechs Jahre. Bei Bitumen-Unterbodenschutz können auch bis zu acht Jahre vergehen. Spätestens dann sollte der Unterboden jedoch erneut versiegelt werden. Dieselben Regeln gelten auch für den werkseitig aufgetragenen Unterbodenschutz. Fahrer:innen eines sechsjährigen Gebrauchten sollten sich für anhaltenden Rostschutz – und damit Werterhalt – um die erste Erneuerung der Unterbodenversiegelung ihres Fahrzeugs kümmern.
Was ist der Unterschied zwischen Unterbodenschutz und Unterbodenwachs?
Der Begriff Unterbodenschutz ist als Sammelbegriff für Korrosionsschutz-Mittel für den Fahrzeugunterboden zu verstehen. Daher zählen auch Unterbodenwachse zu dieser Kategorie. Beliebte Alternativen sind Bitumen-Sprays. Der Vorteil: Bitumen trocknet schnell und hart aus. Das bietet optimalen Schutz vor Steinschlägen – und ist daher auch bei Offroadern und Forst- oder Landwirtschafts-Fahrzeugen empfehlenswert. Nachteil: Die ausgetrocknete Bitumenschicht kann rissig werden und Feuchtigkeit ans Blech durchlassen. So kann es im Verborgenen rosten. Wachs hat ebenfalls einige Vor- und Nachteile. Ein großer Pluspunkt von Wachs: Es trocknet nie komplett aus. Dadurch bildet es auch auf lange Zeit eine schützende Schicht, die auch in kleine Ritzen eindringen kann und dort Wasser verdrängt. Nachteil: Wachs bietet weniger Schutz vor Steinschlag und Beschädigungen durch Äste, Splitt und andere Gegenstände.
Was kostet es, Unterbodenschutz bei ATU & Co. auftragen zu lassen?
Das Aufsprühen von Wachsschutz kann mitunter einiges an Arbeit und Vorbereitung bedeuten. Bei unsachgemäßer Anwendung läuft man zudem Gefahr, die falschen Kfz-Teile einzubalsamieren (s.oben). Diese Arbeit wird einem in einer freien Fachwerkstatt oder in der Filiale einer Werkstatt-Kette wie ATU abgenommen. Natürlich hat das auch seinen Preis: um die 200 bis 300 Euro müssen für einen professionellen Unterbodenschutz einkalkuliert werden. Wer dazu noch die Hohlräume versiegeln lassen möchte, muss noch mehr Geld in die Hand nehmen, schützt das Fahrzeug so aber effektiver vor Rostbildung. Auch hier gilt die allgemeine Empfehlung, sich vor der Auftragserteilung mehrere Angebote einzuholen, um Geld zu sparen.















