Produkt-Vergleichstest

Schlüsselfinder im Test: AirTags und Co. unter der Lupe

Bluetooth-Schlüsselfinder helfen, verlegte oder verlorene Schlüssel wiederzufinden, ist ja klar. Aber taugen sie auch für den entlaufenen Hund oder als Diebstahlschutz fürs Auto, Fahrrad, Portemonnaie? Wir haben es getestet.

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Collage mit Schlüsselfinder im Auto und am Hunde-Halsband.
Ersatz für verlegte Autoschlüssel ist teuer, Schlüsselfinder sind hingegen schon für kleines Geld zu haben. Außerdem spüren sie nicht nur verlorene Schlüssel wieder auf. Foto: Imago/Collage AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder von Incard im Test mit Ladegerät, fotografiert von schräg oben.
Der Testsieger heißt Incard Tagigo Smart Finder und überzeugt mit einer runden Leistung. Mit ihm lassen sich nicht nur Schlüssel wiederfinden. Außerdem funktioniert er sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Wetag Mini im Test an einem Etui, fotografiert von der Seite.
Zum kleinen Preis schlägt sich der Wetag Mini wie ein Großer. Damit lässt sich alles orten, was wertvoll oder wichtig ist, nicht nur Schlüssel. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Apple AirTag 1 im Test an einer Handtasche, fotografiert von der Seite.
Der AirTag von Apple trägt sich beinahe wie ein Schmuckstück. Der gelbe Silikonschutz im Bild zählt aber leider nicht zum Lieferumfang. Foto: AUTO ZEITUNG
Screenshots der App Mein Gerät finden von Google.
Die kostenlosen Apps „Mein Gerät finden“ (im Bild) von Google und „Wo ist“ von Apple ähneln sich im Aufbau und Funktionsweise. Sie sind zur Nutzung der Schlüsselfinder unerlässlich. Foto: AUTO ZEITUNG
Screenshots der App Wo ist von Apple.
Die iPhone-App gefällt vor allem mit sehr klaren und präzisen Richtungsangaben zur Ortung im Nahbereich. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Atuvos Air Tag AT2301 im Test an einem Helm, fotografiert von oben.
Selbst an Helmen lassen sich die Schlüsselfinder meist problemlos befestigen, so wie hier der Atuvos Air Tag AT2301. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Pearl Callstel SGF-55 im Test an einem Rucksack, fotografiert von schräg oben.
Der Pearl Callstel SGF-55 ist extrem klein und leicht. Dazu gesellt sich die höchste im Test gemessene Reichweite. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Mega Mtuo Dahe Tag im Test an einem Rucksack, fotografiert von schräg oben.
Die Schlüsselfinder Mega Mtuo Dahe Tag sind ausgesprochen farbenfroh und gut geschützt, wenn sie im serienmäßig gelieferten Silikon-Etui stecken. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Mega Mtuo Dahe Tag im Falltest, fotografiert von schräg oben.
Ohne diesen Schutz hat der Mega Mtuo Dahe Tag allerdings im Falltest versagt. Der Schlüsselfinder zersprang in seine Einzelteile und machte nach dem Zusammenbau keinen Pieps mehr. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Loshall Smart Tags im Test an einer Bluetooth-Box, fotografiert von vorne.
Auch die Loshall Smart Tags funktionieren zweigleisig, mit Apple und Google. Die Reichweite der Schlüsselfinder ist allerdings eingeschränkt. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder Hama Item Finder Apple im Test am Autoschlüssel, fotografiert von vorne.
Bis der Hama Item Finder Apple funktioniert, braucht es ein bisschen Werkzeug und Geschick. Die Leistungen des Trackers haben uns im Test aber nicht restlos überzeugt. Foto: AUTO ZEITUNG
Hund mit Schlüsselfinder im Test, fotografiert von hinten.
Moderne Hunde schmücken sich gerne mit Schlüsselfindern. Die begrenzte Reichweite der Tracker und die verzögerte Standortbestimmung machen es aber schwer, vierbeinige Ausbrecher wieder einzufangen. Foto: AUTO ZEITUNG
Testerhand mit Smartphone beim Schlüsselfinder-Test, fotografiert von der Seite.
Selbst unter guten Bedingungen übersteigt die Reichweite der Bluetooth-Verbindung nur selten 70 m. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselfinder im Spritzwasser-Test, fotografiert von schräg oben.
Beim Spritzwasser-Test wurden die Schlüsselfinder gezielt angespritzt. Zu Fehlfunktionen kam es danach nicht. Foto: AUTO ZEITUNG
Schlüsselschützer mit Autoschlüssel und Tracker im Test, fotografiert von oben.
Gegen NFC- und Bluetooth-Strahlung geschützte Schatullen wie dieser Schlüsselschützer unterbinden auch die Kommunikation zwischen Smartphone und Schlüsselfinder. Hier gilt es deshalb, händisch zu suchen. Foto: AUTO ZEITUNG

Marco ist der beste Hund von allen: verschmust, verspielt, verfressen. Leider hat er aber eine ausgeprägte Abenteuerlust. Wenn er erstmal aus dem Garten ausgebrochen ist, kann es Stunden dauern, bis er zurückkommt. Kurz: Ein Tracker muss her. Neben dezidierten GPS-Trackern, die aber eine schlappe Akku-Lebensdauer haben und Abokosten nach sich ziehen, bieten sich dafür Bluetooth-Schlüsselfinder an.

Bei Apple heißen die münzgroßen Tracker AirTags. Eine Bezeichnung, die sich mittlerweile auch für die zahlreichen Konkurrenzprodukte etabliert hat, die nicht oder nicht nur mit iPhones, sondern mit Android-Smartphones kompatibel sind. Teilweise werden die Geräte auch als Smart-Tracker, Tags, Keyfinder, Item Finder oder schlicht Finder bezeichnet und fahren zweigleisig: So sind drei der acht von uns getesteten Schlüsselfinder sowohl mit der App „Wo ist“ von Apple als auch mit „Mein Gerät finden“ von Android nutzbar.

Wie funktionieren Schlüsselfinder mit Bluetooth?

Das Funktionsprinzip ist immer gleich: Nach dem Auspacken werden die knopfzellenbetriebenen Tags aktiviert und via Bluetooth mit einem Smartphone verbunden. Danach steckt man sie an den Schlüsselbund, in die Handtasche oder ins Auto. Fortan sind diese „getagten“ Objekte per Handy oder sogar Smartwatch lokalisierbar, mit zum Teil erstaunlicher Präzision. Die kleinen Knopfbatterien sollen teils bis zu zwei Jahre lang halten und können dann ausgetauscht werden. Wir haben acht beliebte Schlüsselfinder getestet und erklären, wie sie funktionieren und ob sie wirklich taugen, um verlorene Schlüssel, Autos, Fahrräder oder eben Hunde wiederzufinden.

Die getesteten Schlüsselfinder in der Übersicht

Unsere Bewertung
2,6/5
Unsere Bewertung
2,6/5
Unsere Bewertung
2,4/5
Unsere Bewertung
2,2/5
Unsere Bewertung
2,0/5
Unsere Bewertung
1,7/5
Unsere Bewertung
1,5/5

Testsieger: Incard Tagigo Smart Finder

Testsieger
Incard Tagigo Smart Finder, für iOS und Android (4er-Pack)
Incard Tagigo Smart Finder, für iOS und Android (4er-Pack)
Unsere Bewertung:
2,6/5

Der Incard Tagigo Smart Finder ist überaus kontaktfreudig und bandelt in Sekundenschnelle sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones an. Dazu gefiel er im Test mit einer ordentlichen Ausstattung: Neben einer Schlaufe pro Gerät stecken im Viererpack auch vier Batterien sowie eine Reserve-Knopfzelle, die aber leider allesamt nicht aufladbar sind. Auf der Habenseite verbucht der Tagigo eine sehr einfache Bedienung sowie einen kräftigen Lautsprecher, der mit seinem Piepen die Ortung im Nahbereich erleichtert.

Incard Tagigo Smart Finder beim Test mit einem Ladegerät, fotografiert von vorne.
Foto: AUTO ZEITUNG

Ankreiden müssen wir ihm die nur durchschnittliche Reichweite der Bluetooth-Verbindung: Auch unter sehr guten Bedingungen verlor der Schlüsselfinder von Tagigo schon nach 40 m den Kontakt zum iPhone. Mit unserem Android-Testhandy waren bis zu 60 m Distanz überbrückbar. Außerdem ist für das kantige Gehäuse des Tagigo wenig passendes Zubehör erhältlich. Trotzdem ein guter Kauf zum vertretbaren Preis.

Preis-Leistungs-Sieger: Wetag Mini

Preis-Leistungs-Sieger
Wetag Mini Smart Air Tracker, für iOS (4er-Pack)
Wetag Mini Smart Air Tracker, für iOS (4er-Pack)
Unsere Bewertung:
2,6/5

Noch deutlich günstiger als der Testsieger ist der kreisrunde Wetag Mini. Da er in der Punktewertung nur einen Zähler zurückliegt, beschert ihm das den überlegenen Preis-Leistungs-Sieg. Allerdings funktioniert er ausschließlich mit iPhones. Mit gemessenen 77 dB piept der Knirps wie ein Großer und wartet mit einer guten Ausstattung auf, die sich auch leicht erweitern lässt. Der Wetag Mini weist nämlich ziemlich exakt die gleichen Maße auf wie der Apple AirTag 1 und passt daher in dieselben Etuis. Da ist die Versuchung groß, dem kleinen Billigheimer vom gesparten Geld eine nette Schatulle zu spendieren.

Sehr empfehlenswert: Apple AirTag 1

Sehr empfehlenswert
Apple AirTag 1, für iOS (4er-Pack)
Apple AirTag 1, für iOS (4er-Pack)
Unsere Bewertung:
2,4/5

Der Routinier unter den Bluetooth-Schlüsselfindern kommt von Apple, heißt AirTag 1 und klettert aufs dritte Treppchen des Podiums. Das heißt aber nicht, dass der Edeltracker gegen Kritik gefeit ist. Zunächst missfällt uns, dass Apple noch immer nicht die Zeit gefunden hat, dem AirTag ein Loch ins Gehäuse zu bohren, damit man ihn an einen Schlüsselring hängen kann. Damit braucht man beinahe zwingend ein Case oder einen Schlüsselanhänger, was das ohnehin kostspielige Vergnügen noch verteuert. Des Weiteren entwickelt der Lautsprecher mit 53 dB nicht genügend Schalldruck. Apple hat das erkannt und dem Nachfolgemodell AirTag 2 einen deutlich stärkeren Piepser gegönnt.

Punkten kann der AirTag 1 hingegen mit einer hochpräzisen Ortung im Nahbereich, die dank UWB-Technologie zentimetergenau funktioniert. Außerdem ist das kleine Schmuckstück mit der wertigen Ausstrahlung auch noch magnetisch, was zum Beispiel die Anbringung am Auto oder Motorrad erleichtert.

Ergebnisse der Top-3 (Tabelle)

Incard Tagigo Smart Finder

Wetag Mini

Apple AirTag 1

Funktionalität (50)

29

28

23

Qualität (20)

16

16

17

Sicherheit (20)

20

20

20

Nachhaltigkeit (10)

5

5

6

Gesamtpunkte (100)

70

69

66

Bewertung

Befriedigend

Befriedigend

Befriedigend

Prädikat

Testsieger

Preis-Leistungs-Sieger

Sehr empfehlenswert

Weitere Schlüsselfinder im Test

Atuvos Air Tag AT2301

Atuvos Air Tag AT2301, für iOS (2er-Pack)
Atuvos Air Tag AT2301, für iOS (2er-Pack)
Unsere Bewertung:
2,2/5

Der Atuvos Air Tag AT2301 zeigt Kante. Die Form des etwas dick geratenen Schlüsselfinders gemahnt beinahe an den Kolben eines Wankelmotors. Trotz des geringen Gewichts fühlt sich das solide an. Die Bedienung ist sehr einfach, die Ausstattung aber auch: Außer einer Knopfzelle je Gerät und einer etwas kleingeschriebenen Bedienungsanleitung ist da nichts. Dafür entschädigt der Atuvos mit einem lautstarken Ton: Mit 77 dB plärrt er mit dem Wetag Mini um die Wette. Zumindest, solange die Batterie nicht leer ist. Dann erfordert er nämlich Kraft und ein Hebelwerkzeug wie einen Schlitzschraubendreher, das nicht zum Lieferumfang zählt.

Pearl Callstel SGF-55

Pearl Callstel SGF-55, für Android (1 Stück)
Pearl Callstel SGF-55, für Android (1 Stück)
Unsere Bewertung:
2,0/5

Wie ein kleiner Puck sieht der Pearl Callstel SGF-55 aus. Mit nur acht Gramm Masse ist er aber ungleich leichter und wirkt beinahe zerbrechlich. So hat der Schlüsselfinder beim Falltest aus zwei Metern Höhe beim Aufprall auf den Fliesenboden zwar ein beunruhigendes Geräusch produziert. Danach funktionierte er allerdings anstandslos und ohne sichtbare Beschädigung weiter. Und das sogar sehr ordentlich. Die Bedienung geht leicht von der Hand und im Test mit dem Android-Smartphone erlangte er die höchste Bluetooth-Reichweite, mit über 70 Metern. Die Ausstattung fällt allerdings knapp aus, der Batteriewechsel erfordert Werkzeug und die Bedienungsanleitung ist nur online verfügbar.

Mega Mtuo Dahe Tag

Die Mega Mtuo Dahe Tags bringen Farbe ins schwarz-weiße Gehäuse-Einerlei! Die Tags im Viererpack leuchten bunt wie Ostereier. Ebenso farbenfrohe Silikonschützer mit Schlüsselring erleichtern den Transport und sind wirklich angeraten: Ohne die Schützer hat sich der Dahe Tag beim Falltest nämlich komplett in seine Einzelteile zerlegt und danach nicht mehr funktioniert. Die Nutzung der Silikonschützer ist aber ohnehin beinahe obligatorisch: Der Tag selbst hat nämlich kein Loch und ist damit inkompatibel zu Schlüsselringen. Trotz ihres niedrigen Preises lassen sich die Dahe Tags mit iPhones und mit Android-Smartphones nutzen.

Ergebnisse der Plätze 4 bis 6 (Tabelle)

Atuvos Air Tag AT2301

Pearl Callstel SGF-55

Mega Mtuo Dahe Tag

Funktionalität (50)

22

25

27

Qualität (20)

17

11

13

Sicherheit (20)

20

20

15

Nachhaltigkeit (10)

4

4

4

Gesamtpunkte (100)

63

60

59

Bewertung

Befriedigend

Befriedigend

Ausreichend

Loshall Smart Tags

Loshall Smart Tags, für iOS und Android (2er-Pack)
Loshall Smart Tags, für iOS und Android (2er-Pack)
Unsere Bewertung:
1,7/5

Laut amazon.de sind die Loshall Smart Tags allein mit iOS kompatibel. Beim Test stellte sich allerdings heraus, dass sie auch klaglos mit Android-Handys zusammenarbeiten. Für ihren Preis bieten sie ansonsten allerdings vergleichsweise wenig. Die Bluetooth-Reichweite bleibt mit bestenfalls 40 m mau und der Piepton mit 59 dB zu leise, um ihn aus der Ferne zu hören. Der Batteriewechsel erfordert einen (nicht mitgelieferten) Kreuzschlitzschraubendreher und die Bedienungsanleitung verlangt nach guten Augen und Englischkenntnissen. Dafür entschädigen die sehr einfache Bedienung und die Masse an Zubehör, die für das AirTag-identische Format der Loshall Tags zu haben ist.

Hama Item Finder Apple

Hama Item Finder Apple, für iOS (1 Stück)
Hama Item Finder Apple, für iOS (1 Stück)
Unsere Bewertung:
1,5/5

Wenn es um die erste Inbetriebnahme geht, ist der Hama Item Finder Apple der mit Abstand komplizierteste Proband im Testfeld. Denn um die Stromführung einzuleiten, muss man die Pastille unter der Batterie entfernen, Letztere also ausbauen. Klingt einfach, ist aber beinahe ein Job für die Uhrmacherei. Denn für die drei winzigen Schräubchen, die es zu entfernen gilt, sind nicht in jedem Haushalt die passenden Schraubendreher vorhanden. Wenn der Hama-Schlüsselfinder dann funktioniert, bietet er bestenfalls Hausmannskost. Reichweite (40 m) und Lautstärke (58 dB) bleiben deutlich ausbaufähig. Darüber kann auch das besonders robuste Gehäuse des Hama nicht hinwegtrösten.

Ergebnisse der Plätze 7 bis 8 (Tabelle)

Loshall Smart Tags

Hama Item Finder Apple

Funktionalität (50)

23

16

Qualität (20)

10

13

Sicherheit (20)

20

20

Nachhaltigkeit (10)

4

6

Gesamtpunkte (100)

57

55

Bewertung

Ausreichend

Ausreichend

So haben wir getestet und bepunktet

Wie üblich haben wir die getesteten Schlüsselfinder (mit Ausnahme des Pearl-Trackers) anonym bei Amazon gekauft. Im Zentrum des Tests stand die Funktionalität der Schlüsselfinder. Dazu zählen vor allem die einfache Einrichtung und Bedienung, die Kompatibilität, Reichweite, Ortungsgenauigkeit und die Stärke des Lautsprechers. Aber auch der Batteriewechsel wurde hier bepunktet. Als Test-Smartphones dienten ein iPhone 11 sowie ein Pixel 9A.

Im Kapitel Qualität kamen die Materialgüte und -verarbeitung, die Zertifizierungen nach IP-Schutzarten und die Bedienungsanleitung auf den Prüfstand. Um bei der Sicherheit zu punkten, mussten die Probanden einen Sturz aus zwei Metern Höhe auf Kachelboden unbeschadet überstehen. Auch die Ergebnisse des Spritzwassertests flossen hier ein.

Schlüsselfinder beim Spritzwassertest, fotografiert von schräg oben.
Foto: AUTO ZEITUNG

Last but not least, die Nachhaltigkeit: In dieser Disziplin wurden Defekte, Verschleißerscheinungen oder Fehlfunktionen der Schlüsselfinder abgestraft. Auch die Garantie sowie die Art der Stromversorgung wurden hier bepunktet. Der Preis floss hingegen nicht in die Punktewertung ein.

Punkteschlüssel für Sterne-Bewertung

Punkte

Sterne

Note

100

5

Sehr gut

90 – 99

4 – 4,9

Sehr gut

75 - 89

3 – 3,9

Gut

61 - 74

2 – 2,9

Befriedigend

51 - 60

1,1 – 1,9

Ausreichend

0 – 50

1

Mangelhaft

Welcher Schlüsselfinder ist (für wen) der beste?

Sowohl Apple- als auch Android-Nutzer:innen können mit dem Testsieger von Incard nicht viel falsch machen.

Preisbewusste iPhone-Besitzer:innen sollten sich den Preis-Leistungs-Sieger von Wetag angeln. Der ist richtig günstig und richtig stark.

Autofahrer:innen und Motorradbesitzer:innen dürften am Apple AirTag 1 Gefallen finden. Dessen Gehäuse ist magnetisch, was die Anbringung an versteckten Orten erleichtert.

Radler:innen, die ein teures Fahrrad oder eBike schützen wollen, benötigen ein kompaktes Gerät, das sich leicht unsichtbar anbringen lässt. Hier profitieren die Tracker von Wetag, Apple, Mega Mtue und Loshall von ihrem kleinen Format und der Vielzahl von Zubehör, mit dem sich die smarten Tags unauffällig in der Klingel, im Rahmen, Rücklicht oder in der Sattelstange verstauen lassen.

Hunde- oder Katzenbesitzer:innen ist mit den Schlüsselfindern nur geholfen, wenn die Bluetooth-Reichweite groß und der Lautsprecher des Trackers sehr kräftig ist. Im Testfeld trifft dies am ehesten auf den Wetag Mini zu. Für die genaue und schnelle Standortermittlung sind hier aber eher dezidierte GPS-Tracker angeraten.

FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Schlüsselfindern

Bluetooth-Schlüsselfinder nutzen keinen integrierten GPS-Empfänger zur Ortung. Sie können auf verschiedene andere Weisen aufgespürt werden. Im Abstand von bestenfalls 70 Metern, wenn eine Bluetooth-Verbindung möglich ist, kann man per Smartphone-App einen Piepton aktivieren, der das Auffinden des Smart Tags erleichtert. Im Nahbereich bis auf wenige Zentimeter präzise funktioniert dies auch per UWB (siehe unten), was allerdings bislang nur teure High End-Smartphones verstehen.

Falls das eigene Smartphone nicht in Bluetooth-Reichweite des Schlüsselfinders ist, kommen kompatible Smartphones anderer Nutzer:innen ins Spiel. Sobald eines der Smartphones in den Funkbereich des Schlüsselfinders kommt, kommuniziert das Handy dessen Identität und ungefähre Position anonymisiert an einen Server. Dort kann die Person, die den Smart Tag verloren hat, dann mittels der kostenlosen Apps „Wo ist“ (Apple) und „Mein Gerät finden“ (Android) die Position des Smart Tags ermitteln. Praktisch alle Nutzer:innen von Smartphones bilden also ein sogenanntes peer-to-peer-Netzwerk zur Übertragung der Koordinaten. Dies bedeutet allerdings auch, dass in abgelegenen Bereichen, in denen sehr wenige Smartphone-Nutzer:innen unterwegs sind, wenig oder gar keine Ortungsinformationen existieren.

Die Ultra-Breitband-Technologie UWB (englisch: Ultra-wideband) dient vor allem der präzisen Nahbereichs-Ortung und der sicheren Kommunikation zwischen elektronischen Geräten. Sie wird genutzt für Tracker, digitale Autoschlüssel, schlüssellose Zugangssysteme, Indoor-Navigation und die Echtzeit-Verfolgung von Robotern und Objekten in der Industrie. Unter den getesteten Schlüsselfindern nutzen wir nur die Apple AirTags UWB.

Nein, Apples „Wo ist?“ und Googles „Mein Gerät finden“ ähneln sich zwar, sind aber nicht kompatibel. Es handelt sich um geschlossene, getrennte Systeme. Apple-Geräte können nicht über das Google-Netzwerk geortet werden und umgekehrt. Die Systeme nutzen jedoch ähnliche Technologien zur Standortbestimmung über Bluetooth-Signale von Drittgeräten im jeweiligen Netzwerk.

Beide Unternehmen kooperieren außerdem beim Schutz vor Stalking. Ein Android-Smartphone erkennt also, wenn ein unbekannter Apple-Tracker über längere Zeit mitgeführt wird, und umgekehrt. Zudem gibt es Drittanbieter, die Schlüsselfinder produzieren, die sowohl mit iPhones als auch mit Android-Smartphones funktionieren. Im Testfeld sind dies die Tracker Tagigo, Mega Mtuo und Loshall.

AirTags und ähnliche Bluetooth-Tracker taugen nur bedingt als Diebstahlschutz für Auto, Motorrad oder Fahrrad. Sie sind kein vollwertiger Ersatz für richtige GPS-Tracker oder hochwertige Schlösser. 

Warum Schlüsselfinder als Diebstahlschutz problematisch sind:

  • Abhängigkeit vom Nutzer-Netzwerk: Ein Schlüsselfinder sendet keine eigenen GPS-Koordinaten. Er funktioniert passiv, indem er Bluetooth-Signale an fremde Apple- und Android-Geräte in der Umgebung sendet. In ländlichen Gegenden, Tiefgaragen oder wenn das Diebesgut in einen Transporter verladen wird, bricht diese Verbindung oft ab.

  • Anti-Stalking-Funktion: Apple und Google haben Sicherheitsfunktionen eingebaut, die verhindern sollen, dass Personen unbemerkt verfolgt werden. Wenn sich ein Schlüsselfinder über längere Zeit mit einer fremden Person fortbewegt (die ja auch ein:e Dieb:in sein könnte), meldet sich der Tracker auf dem Smartphone der betroffenen Person oder beginnt nach einer gewissen Zeit zu piepen. Hier geht den Diensteanbietern also Persönlichkeitsschutz vor Diebstahlschutz.

  • Einfaches Finden und Deaktivieren: Da Langfinger mittlerweile wissen, wonach sie suchen müssen, können sie Tags schnell finden, sie wegwerfen oder die Batterie entfernen.

  • Kein Echtzeit-Tracking: Wegen des passiven Informationsaustausches gibt es eine Verzögerung bei der Standortaktualisierung, was die Verfolgung eines sich bewegenden Fahrzeugs erschwert.

In unserem Test kam auch das Gerät mit der größten Bluetooth-Reichweite, der Pearl Callstel SGF-55, kaum über 70 m Entfernung hinaus. Andere Tracker machten schon bei 40 m schlapp. Das ist deutlich weniger als die Werksangaben, die offenbar von perfekten Bedingungen ausgehen, die in der Realität nicht anzutreffen sind. Für die Ortung im Nahbereich ist die Bluetooth-Reichweite besonders relevant, da nur bei einer bestehenden Bluetooth-Verbindung der Klingelton des Schlüsselfinders ausgelöst werden kann. Aber auch zur Standortermittlung in großer Distanz ist sie wichtig. Je größer der Aktionsradius des Schlüsselfinders, desto besser ist die Chance, Signale an fremde Smartphones weitergeben zu können, mit denen der Tracker gefunden werden kann.

Die höchste Genauigkeit beim Orten im Nahbereich bietet der Apple AirTag 1. Dank der Technologie UWB, die nur er in diesem Testfeld bietet, lässt er sich beinahe zentimetergenau lokalisieren.

Fazit

AirTags und Co. sind nahezu brillant, um verlegte Gegenstände zu finden, aber als primärer Diebstahlschutz fürs Auto oder Hundetracker eher ungeeignet. Für wertvolle Fahrzeuge sind richtige GPS-Tracker, die sich nicht so leicht finden lassen und über eine eigene Stromversorgung verfügen, die deutlich bessere Wahl. Wenn man sich aber die heutigen Preise für Ersatz-Autoschlüssel ansieht, muss man sagen: Zumindest an jede dieser Karten oder Keys gehört ein ordentlicher Schlüsselfinder!