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Geht auch ganz einfach:

Reifen wechseln: Tipps, Anleitung & passendes Werkzeug

Victoria Zippmann Leitende Redakteurin
Fabian Hoberg Freier Mitarbeiter

Ohne passendes Reifenwechsel-Werkzeug geht nichts. Für den halbjährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und wieder zurück werden die passenden Tools benötigt. Wir stellen empfehlenswerte Wagenheber, Drehmomentschlüssel & Co. vor.

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reifenwechsel werkzeug
Den Radwechsel in Eigenregie durchzuführen, ist mit dem passenden Werkzeug kein Problem. Foto: iStock/Cameris
Inhalt
  1. Welches Werkzeug benötigt man für den Reifenwechsel?
  2. Schritt-für-Schritt-Anleitung: So klappt der Reifenwechsel
  3. Nützliche Reifenwechsel-Werkzeuge in der Übersicht
  4. Worauf beim Werkzeug-Kauf achten?

Der einzige Kontakt zur Straße sind die Reifen. Die Reifen müssen bei jeder Jahreszeit und jedem Witterungsverhältnis ausreichend Grip bereitstellen. Neben Ganzjahresreifen nutzen viele Autofahrer:innen daher Sommer- und Winterreifen (hier der aktuellste Ganzjahresreifen-Test, Sommerreifen-Test und Winterreifen-Test), die im Frühling (nach Ostern) und im Herbst (meist Oktober) gewechselt werden.

Wer die Arbeit nicht in der Werkstatt seines Vertrauens oder beim Reifenhändler machen lässt, kann die Reifen selbst wechseln. Das ist nicht schwierig, verlangt nur ein wenig technisches Verständnis und das passende Werkzeug. Denn nur mit dem richtigen Werkzeug können Hobbyschrauber:innen die Räder am Fahrzeug korrekt montieren und anziehen. Das meiste Werkzeug lässt sich bequem in Online-Shops bestellen, von einfachen und günstigen Produkten bis zum besten Werkzeug.

Die Testsieger unserer Reifentests:

 

Welches Werkzeug benötigt man für den Reifenwechsel?

Für den Wechsel der Räder benötigen Hobbyschrauber:innen neben ausreichend Platz und einem ebenen Stellplatz eine Reihe von Kfz-Werkzeugen, wie einen Rangierwagenheber, Radkreuz oder Kraftnüsse, Drehmomentschlüssel, Reifenmarker, Drahtbürste, Holzkeil oder Kunststoffblock. Ein Akkuschlagschrauber kann außerdem von großem Vorteil sein.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So klappt der Reifenwechsel

Reifen wechseln mit einem Wagenheber, dem richtigen Schraubwerkzeug und einem Drehmomentschlüssel ist nicht schwierig, wenn man folgende Punkte unserer Anleitung beachtet.

  1. Geeigneten Ort finden:
    Zunächst muss das Fahrzeug auf einem geraden, stabilen Untergrund stehen, auf dem der Wagenheber nicht wegrutschen oder einsinken kann.

  2. Schrauben lockern:
    Da die Radmuttern oder Radschrauben sehr fest sitzen können, empfiehlt es sich, diese schon zu lockern, solange das Rad noch Kontakt mit dem Boden hat. Das gewährleistet die entsprechende Stabilität, wenn man dabei Kraft aufwenden muss (Tipp: Zur Not hilft ein verlängerter Hebel oder Kriechöl, das jedoch nicht auf die Bremsen gelangen sollte!). Achtung: Manche Räder sind mit einem Felgenschloss – entweder als Schlossschraube oder Schlossmutter – gesichert, damit sie nur mit dem passenden Schlüssel entfernt werden können (Diebstahlschutz). Hier benötigt man das entsprechende Werkzeug, das vom Hersteller/Zulieferer mitgeliefert wird.

  3. Bremse und Gang:
    Bevor man den Wagen mit dem Wagenheber anhebt, das Fahrzeug gegen das Wegrollen sichern. Dazu die Handbremse ziehen und den ersten Gang einlegen. Automatikgetriebe auf P stellen.

  4. Wagenheber ansetzen:
    Um Schäden an der Karosserie zu vermeiden, müssen Autofahrer:innen den Wagenheber unbedingt korrekt ansetzen. Die richtige Stelle findet man in der Bedienungsanleitung oder auch durch eine Markierung am unteren Seitenschweller. Gegebenenfalls muss man erst den Schmutz entfernen und eine Lampe zu Hilfe nehmen. Eine Wagenheber-Aufnahme aus Kunststoff lässt sich häufig auch ohne Hilfe erkennen. Nun kann das Auto an der entsprechenden Stelle, an der das Rad gewechselt werden soll, mit dem Wagenheber aufgebockt werden. Die richtige Höhe ist bereits erreicht, wenn der Autoreifen wenige Millimeter über dem Boden hängt.

  5. Rad abmontieren:
    Hat das Rad den Bodenkontakt verloren, kann man die Radmuttern oder Radschrauben vorsichtig entfernen. Dazu startet man mit einer beliebigen Schraube oder Mutter und arbeitet dann sternförmig weiter. Das bedeutet, man entfernt immer die gegenüberliegende Befestigung zur gelockerten Schraube oder Mutter, um das Rad nicht auf der Nabe zu verklemmen. Vorsicht beim Entfernen der letzten Befestigung, denn das Rad kann von der Nabe rutschen. Tipp: Die Muttern oder Schrauben mit einer Drahtbürste säubern, in eine Schale legen und die Reifen sofort mit ihrer ursprünglichen Position beschriften (Vorne links: VL, hinten rechts: HR, usw.).

  6. Reifenmontage vorbereiten:
    Bevor man den neuen Reifen am Auto montiert, lohnt es sich, die Nabe und Auflagefläche zu reinigen. Flugrost und Schmutz lösen sich mit einer Drahtbürste. Die richtigen Radschrauben oder Radmuttern für den neuen Reifen und der passende Radmutternschlüssel sollten griffbereit liegen. Achtung: Beim Wechsel von Stahl- auf Leichtmetallräder (oder umgekehrt) werden häufig unterschiedliche Schrauben oder -muttern verwendet.

  7. Neues Rad montieren:
    Die Felge auf die Radnabe positionieren, sodass die Löcher für die Schrauben über dem passenden Gewindeloch stehen. Muttern nacheinander mit der Hand eindrehen, bis das Rad plan auf dem Nabenteller sitzt. Nun mit dem entsprechenden Werkzeug die Schrauben oder Muttern ohne Kraft anziehen.

  8. Räder festziehen:
    Nun kann man das Auto vorsichtig so weit ablassen, bis das Rad Kontakt mit dem Boden hat. Das richtige Drehmoment (siehe Handbuch) im Drehmomentschlüssel einstellen und damit die Radschrauben oder Radmuttern über Kreuz (wie beim Lösen) anziehen. Anschließend das Auto ganz ablassen.

  9. Reifendruck checken:
    Stimmt der Reifendruck? Wer einen Kompressor oder Reifendruckprüfer zu Hause hat, sollte den Reifendruck der neu montierten Räder prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Wer das nicht selbst machen kann und die Reifen nicht auffällig platt sind, sollte vorsichtig zur nächstgelegenen Tankstelle fahren, um dort den richtigen Reifendruck einzustellen.

Tipp: Nach 50 bis 100 km, die man mit den neu montierten Reifen gefahren ist, sollte man den Sitz der Schrauben oder Muttern mit einem Drehmomentschlüssel kontrollieren beziehungsweise nachziehen.

 

Nützliche Reifenwechsel-Werkzeuge in der Übersicht

Die meisten Hobbyschrauber:innen besitzen auch ohne eigene Kfz-Werkstatt schon eine Grundausstattung an Werkzeug und müssen daher nur wenige Einzelwerkzeuge dazu kaufen, meist ist es ein stabiler Wagenheber und ein solider Drehmomentschlüssel. Komplette Werkzeug-Sets mit Steckschlüssel-Einsätzen und Reifenheber für den Wechsel der Reifen gibt es hingegen kaum. 

Wagenheber

Um die Reifen des Autos zu wechseln, müssen diese angehoben werden. Wer keine Hebebühne zur Verfügung hat, muss das Fahrzeug einzeln an den vier Positionen anheben. Dabei hilft der Reifenheber, meist aus Aluminium oder Metall. Wichtig ist, vor dem Kauf zu darauf zu achten, dass das Gerät eine ausreichende Hubhöhe bietet, um den Reifen in die Luft zu heben, und das Fahrzeuggewicht überhaupt tragen kann. Brauchbare Wagenheber gibt es für rund 43 Euro, wie der Cartrend, der bis zu zwei Tonnen Tragkraft bietet.

Wer den Heber öfter benutzt und viele Pkw anheben möchte, sollte mehr Geld in einen hydraulischen Rangierwagenheber mit Schnellhub investieren. Mit einem langen Arm und einem Schnellhub lässt sich der Pkw ohne viel Kraftaufwand hochpumpen, mit den stabilen Rollen rangieren, wie mit dem Kunzer 1075 FSH für rund 240 Euro.

Um Kratzer oder Schäden am Unterboden zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz eines Gummi-Puffers, wie von Deuba, für rund sieben Euro. Dieser wird einfach zwischen Heber und Aufnahmepunkt der Karosserie gelegt.

Radkreuz oder Radmutternschlüssel

Um die Muttern vom Rad zu lösen, benötigen Hobbyschrauber:innen entweder ein spezielles Radkreuz oder einen Radmutternschlüssel mit Verlängerung. Ein stabiles Radkreuz liegt meist im Auto dabei, ist aber eher für den Notfall wie eine Reifenpanne gedacht. Komfortabler geht es beispielsweise mit einem Radmutter-Schlüssel-Set wie von Wiesemann. Dazu gehört eine Teleskop-Stange als verlängerter Arm und die gängigsten Steckschlüssel in 17 mm/19 mm und 21 mm/23 mm. Preis: rund 24 Euro.

Auch von Spurtar gibt es passendes Werkzeug wie den Teleskop-Radmutternschlüssel im Set mit 17 mm/19 mm, 21 mm/23 mm mit zwei Steckschlüsseln für Autoräder.

Ein einfaches Radkreuz für verschiedene Schrauben-Größen wie von Cartec kostet rund elf Euro. Für den einfachen Gebrauch reicht diese Lösung.

Druckluftschrauber

Wer sehr viele Räder wechseln will, sollte sich überlegen, sich einen Druckluftschrauber zuzulegen. Der arbeitet per Druckluft und löst die Schrauben ohne eigenen Kraftaufwand in den meisten Fällen mühelos und schnell. Für die nötige Druckluft sorgt in der Regel ein externer Kompressor. Ein gutes Paket bietet Einhell mit einem Schlagschrauber und passenden Aufsätzen für rund 145 Euro an.

Akkuschlagschrauber

Praktischer bei einem Reifenwechsel sind Akkuschlagschrauber. Mit ihnen lassen sich die Radmuttern leicht lösen. Geräte wie der Einhell Professional Akku IMPAXXO kosten ohne Wechselakku und Ladegerät rund 173 Euro. Vorteil: Ein Kompressor wird nicht mehr benötigt.

Bosch bietet für einen Reifenwechsel mit dem Professional Akkudrehschlagschrauber GDS 18V-450 HC eine elektrische Hilfe mit einem Anziehmoment von 450 Nm an.

Drehmomentschlüssel

Um die Radmuttern oder -schrauben mit der vorgeschriebenen Kraft anzuziehen, ist ein Drehmomentschlüssel unerlässlich. Nur damit lässt sich die vorgeschriebene Newtonmeter-Zahl korrekt treffen. Den passenden Wert finden Autofahrer:innen im Bedienungshandbuch des Autos. Bei den meisten Fahrzeugen liegt das Anzugsdrehmoment der Muttern zwischen 80 und 150 Nm, daher wird ein Drehmomentschlüssel-Set benötigt, das auch diesen Wert abdeckt. Ein kleiner Spezialschlüssel mit einer maximalen Einstellkraft von zwei bis 50 Nm hilft hingegen nur für ein Fahrrad oder Bauteile am Motorrad. Gute und solide Schlüssel wie Awang mit einem Einstellbereich zwischen 40 und 220 Nm gibt es ab 40 Euro.

Qualitätswerkzeuge wie von Wera mit einem Einstellbereich von 40 bis 200 Nm kosten rund 179 Euro.

Hazet bietet für einen Reifenwechsel einen Drehmomentschlüssel mit praktischer Umschaltfunktion, rutschfestem Griff und mit einem Bereich zwischen 40 und 200 Newtonmeter für rund 150 Euro an.

Fettkreide

Das Markieren der abmontierten Räder beim Reifenwechsel wird gerne vergessen, ist aber wichtig. Daher sollten diese nach dem Wechsel auf der Reifenflanke beschriftet werden, wie VL= vorne links oder HR= hinten rechts. Dafür eignet sich die Fettkreide von Sisa, für rund sechs Euro. Die Kreide hält lange, lässt sich aber aus eigener Erfahrung schnell wieder entfernen.

Arbeitshandschuhe

Für einen guten, festen Griff beim Reifenwechsel in jeder privaten Werkstatt sorgen passende Arbeitshandschuhe. Dazu schützen sie die Haut vor Kratzern, Verletzungen und Schmutz – ganz gleich, ob bei der Arbeit am Fahrrad, Auto oder Camper. Robuste Handschuhe wie von Wolfsfeller gibt es im 10er-Set bereits ab 19 Euro.

Drahtbürste

Um die Schrauben nach dem Radwechsel von Flugrost oder Schmutz zu reinigen, eignen sich Drahtbürsten. Dank der metallenen Borsten schrubben sie die Ablagerung leicht weg, auch von der Auflagefläche an der Bremsscheibe oder der Felge. Gute Bürsten wie von Hazet kosten rund zehn Euro.

 

Worauf beim Werkzeug-Kauf achten?

Robustes Werkzeug wie Ratschen oder Drehmomentschlüssel müssen gut in der Hand liegen und dürfen nicht rosten. Markenprodukte bieten das in der Regel. Bei Wagenhebern gibt es Versionen aus massivem Metall und aus Alu. Die aus Metall sind schwerer und günstiger, verrichten ihre Arbeit aber genauso gut. Beim Kauf ist auf eine gültige EC-Norm oder das TÜV-Prüfsiegel, stabile Heberarme und gute Rollen zu achten. Denn mit dem richtigen Werkzeug geht die Arbeit am Auto leichter von der Hand.

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