Mercedes S 500/Mercedes EQS 580: Vergleich

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Mercedes EQS 580 4Matic/Mercedes S 500 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic/Mercedes S 500 4Matic Foto: Mercedes/AUTO ZEITUNG

Die S-Klasse von Mercedes gilt als das Urmeter im Luxussegment. Nun bekommt sie leise, aber nicht heimlich hauseigene Konkurrenz – vom stromernden EQS.

Mercedes EQS 580 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic Foto: Mercedes

Eine coupéhafte Linie samt großer Heckklappe und durchgängigem Leuchtenband am Heck, so fährt die Zukunft auf und davon.

Mercedes EQS 580 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic Foto: Mercedes

Auch innen herrscht Hightech vor, zum Beispiel mit dem gestochen scharfen Hyperscreen.

Mercedes EQS 580 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic Foto: Mercedes

Der Komfort – nicht zuletzt dank der Luftfederung – ist hier wie dort erhaben.

Mercedes EQS 580 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic Foto: Mercedes

Trotz abfallender Dachlinie bietet die zweite Reihe im EQS großzügige Platzverhältnisse.

Mercedes EQS 580 4Matic
Mercedes EQS 580 4Matic Foto: Mercedes

Bildschirmlandschaften mit extrem hoher Auflösung nebst einer nahezu unüberschaubauren Armada an Assistenzsystemen, zeigen was heutzutage geht.

Mercedes S 500 4Matic
Mercedes S 500 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Mit klassischem Stufenheck eher konservativ vorfahrend.

Mercedes S 500 4Matic
Mercedes S 500 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Das 12,8-Zoll-OLED-Touchdisplay in der Armaturenbrett-Mitte lässt sich gut bedienen, die Touchfächen im Lenkrad – wie im EQS – sind dagegen fummelig.

Mercedes S 500 4Matic
Mercedes S 500 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Die Multikontursitze (2380 Euro) bieten top Langstreckenkomfort und sind fein einstellbar.

Mercedes S 500 4Matic
Mercedes S 500 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Die S-Klasse bietet das größte Raumangebot hinten und den besten Komfort auf den Fondsitzen (1856 Euro).

Mercedes S 500 4Matic
Mercedes S 500 4Matic Foto: Zbigniew Mazar

Die Steuerung aller Funktionen läuft über den Touchscreen, was dank dessen Größe gute Darstellungen und damit übersichtliche, meist logisch aufgebaute Menüs möglich macht. 

Das Urmeter der Luxusklasse, die Mercedes S-Klasse, bekommt hauseigene Konkurrenz: Kann der stromernde Mercedes EQS im ersten Vergleich zwischen Mercedes S 500 4Matic und Mercedes EQS 580 4Matic überzeugen?

Im Vergleich zwischen Mercedes EQS 580 4Matic und Mercedes S 500 4Matic geht es um mehr als nur die Frage nach dem Antrieb. Seit Jahrzehnten ist die Mercedes S-Klasse eine feste Größe, wenn es um automobilen Luxus geht. Mehr Komfort und Antriebssouveränität geht kaum. Auch die neue Generation ist mit hybridisierten Benzinern sowie mit Dieselmotoren erhältlich und deckt das Bedürfnis nach Luxus rund um den Globus ab. Vor dem Hintergrund des Klimawandels schmelzen allerdings derzeit die Sympathien für den Verbrenner wie das Gletschereis der Alpen. Mercedes reagiert und stellt der 5,18 Meter langen S-Klasse den gut drei Zentimeter längeren, vollelektrischen Mercedes EQS zur Seite. Während die S-Klasse eine Stufenheck-Limousine ist, geht der Stromer als viertürige Schrägheck-Limousine mit großer Heckklappe durch. So gewinnt er mehr Praktikabilität, bietet aber im Fond weniger Kopffreiheit. Sei’s drum. Der Komfort – nicht zuletzt dank der Luftfederung – ist hier wie dort erhaben. Vielfältig einstellbare Multikontursitze, aufwendige Soundsysteme, Bildschirmlandschaften mit extrem hoher Auflösung nebst einer nahezu unüberschaubaren Armada an Assistenzsystemen zeigen, was heutzutage geht, aber auch, was noch verbesserungsfähig ist: Die mäßig bedienbaren Touchflächen im Lenkrad zum Beispiel. Mehr zum Thema: Unsere Produktipps auf Amazon

Leslie checkt den Mercedes EQS (2021) im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Elektroauto gegen Verbrenner: Mercedes S 500 und Mercedes EQS 580 im Vergleich

Nimmt man bei der Mercedes S 500 4Matic zum Maßstab, stellt sich schnell heraus, dass sich hinter dieser Nomenklatur längst kein V8-Benziner mehr verbirgt. Stattdessen ist hier ein 435 PS starker 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Turboaufladung und elektrischem Verdichter sowie Starter-Generator am Werk. Letzterer setzt beim Beschleunigen bis zu 16 kW (22 PS) frei, was eine Systemleistung von 457 PS ergibt. Beim Mercedes EQS 580 4Matic kommen zwei permanenterregte Synchron-Maschinen zum Einsatz, die 385 kW (524 PS) Systemleistung und 855 Newtonmeter Zugkraft bereitstellen, während sich der Mercedes S 500 4Matic im Vergleich mit 520 Newtonmetern begnügen muss.

Der Mercedes EQS 580 zeigt sich sprintstärker

So schießt der 2,6 Tonnen schwere Mercedes EQS 580 in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 – im Vergleich sind das 0,6 Sekunden weniger als beim Mercedes S 500 4Matic, der ihn wiederum mit 250 km/h Spitze deklassiert. Diese wird beim EQS mit Rücksicht auf die Reichweite schon bei 210 km/h limitiert. Dass die Kraft verlustarm auf die Straße gelangt, garantiert jeweils ein Allradantrieb. Für ein den Abmessungen und Gewichten entsprechend behändes Fahrverhalten sorgt hier wie dort eine Allradlenkung (EQS: Serie, S-Klasse: 1547 Euro).

Reichweite und Preis sprechen für den Mercedes S 500

Und wie steht es um die Reichweite im Vergleich zwischen Mercedes S 500 und Mercedes EQS 580? Die 107,8-kWh-Batterie des Mercedes EQS 580 ermöglicht bei einem Testverbrauch von 24,1 kWh sehr praxistaugliche 447 Kilometer Reichweite, im ECO-Modus sind sogar 540 Kilometer möglich. Mit bis zu 200 kW Ladeleistung lässt sich an der Ladesäule in 15 Minuten Strom für 300 Kilometer Reichweite speichern. Hier lächeln S-Klasse-Fahrer:innen müde. Bei einem Testverbrauch von 9,5 Litern Super pro 100 Kilometer schafft der Mercedes S 500 4Matic 684 Kilometer, mit optionalem 76 Liter-Tank gar satte 800 Kilometer. Auch wenn die Geldfrage im Luxus-Segment nicht an erster Stelle steht, lohnt dennoch ein Blick auf die Kosten um festzustellen, dass der Mercedes EQS 580 4Matic im Unterhalt günstiger fährt. Keine Kfz-Steuer dank der Befreiung für E-Autos, niedrigere Versicherungsprämien, geringere Energiekosten und weniger Aufwendungen für die Wartung sind hier ursächlich. Im Vergleich der Gesamtkosten macht sich allerdings der höhere Anschaffungspreis bemerkbar. Der elektrische Luxusliner kostet in der Anschaffung nämlich 12.376 Euro mehr als sein Verbrenner-Pendant: Eine E-Auto-Prämie gibt es für den Mercedes EQS aufgrund des hohen Anschaffungspreises nicht. Und so dauert es knapp sechs Jahre, bis der EQS-Besitzer einen finanziellen Vorteil einfährt. Eine solche Haltedauer wäre im Sinne der Nachhaltigkeit, ist aber in dieser Fahrzeugklasse eine eher selten geübte Praxis.

Technische Daten & Kosten von Mercedes S 500 4Matic und Mercedes EQS 580 4Matic

AUTO ZEITUNG 25/2021Mercedes
S 500 4Matic
Mercedes
EQS 580 4Matic
Technik
Leistung336 kW/435 + 22 PS
520 Nm
385 kW/524 PS
855 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)4,8 s4,2 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h210 km/h
Reichweite (Test)684/800 km
(mit opt. 76-Liter-Tank)
447 km
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)9,5/8,6 l S24,1/18,3 kWh
Kosten
Steuer356 €0 €
Versicherung HP/VK
bei 10.000 km / Jahr
430/1490 €458/1239 €
Energiekosten/Kraftstoff
10.000 km
1359 €723 €
Energiekosten/Kraftstoff
20.000 km
2717 €1446 €
Wartung/Jahr²992 €644 €
Wertverlust
10.000 km/20.000 km/Jahr ³
16.964/18.042 €16.873/18.195 €
Kosten pro km**
(10.000/20.000 km/Jahr)
0,46/0,33 €0,31/0,21 €
Kosten pro Monat**
(10.000/20.000 km/Jahr)
383/550 €258/350 €
Preise
Grundpreis123.153 €135.529 €
Rabatt*7389 €-
Prämie--
Preis abzüglich
Förderung/Rabatt
115.764 €135.529 €
Quelle: * www.meinauto.de; ** ohne Wertverlust; ² ermittelt durch den ADAC; ³ Berechnung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) basierend auf Listenpreis und vier Jahre Haltedauer

Fazit

Ähnliches Komfortniveau wie die S-Klasse, druckvollerer Antrieb, sprintstärker, günstiger im Unterhalt. Doch dauert die Amortisationsphase des Mercedes EQS 580 4Matic gegenüber dem Mercedes S 500 4Matic zu lang. Insofern liegt der Verbrenner aus gleichem Hause in diesem Vergleich vorn.