Vergleichstest: Santa Fe gegen CR-V, X-Trail & RAV4

Mit seiner Optik sticht der neue Hyundai Santa Fe aus der Masse heraus und wirkt wie mit dem Winkeleisen gestaltet. Zeigt der hybridisierte Koreaner im Vergleichstest auch seinen fernöstlichen Konkurrenten Honda CR-V, Nissan X-Trail und Toyota RAV4 die Kante?

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Toyota RAV4, Hyundai Santa Fe, Honda CR-V, Nissan X-Trail stehen in einer Parkgarage.
Toyota RAV4/Hyundai Santa Fe/Honda CR-V/Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Vier Vollhybride aus Fernost! Wer geht als Sieger aus dem Vergleichstest hervor?

Honda CR-V fährt durch eine Parkgarage, von vorne fotografiert.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

In freier Wildbahn ist der Honda mit 187 km/h der schnellste Testkandidat.

Honda CR-V fährt durch eine Parkgarage, von hinten fotografiert.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

Der Hybridantrieb mit 184 PS (135 kW) Systemleistung hat eine ordentliche Laufkultur.

Hyundai Santa Fe fährt durch eine Parkgarage, von vorne fotografiert.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Auffälliges Erkennungszeichen: das H für Hyundai als Tagfahrlicht-Signatur.

Hyundai Santa Fe fährt durch eine Parkgarage, von hinten fotografiert.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Dass der Santa Fe Platz für eine dritte Sitzreihe bereithält, lässt bereits das steile Heck erahnen.

Nissan X-Trail fährt durch eine Parkgarage, von vorne links fotografiert.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Auffällige Optik durch die zweigeteilte Frontscheinwerfer-Einheit.

Nissan X-Trail fährt durch eine Parkgarage, von hinten fotografiert.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Gut für Sprints, aber durstig: Der aufgelade Vierzylinder liefert Strom für die E-Maschinen.

Toyota RAV4 fährt durch eine Parkgarage, von vorne fotografiert.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Im Elektromodus ist der Toyota RAV4 flüsterleise unterwegs.

Toyota RAV4 fährt durch eine Parkgarage, von hinten fotografiert.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Wie im CR-V arbeitet auch das RAV4-Aggregat nach dem Atkinson-Prinzip.

Cockpit des Honda CR-V, vom Fahrersitz aus fotografiert.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

Wer nach dem Thema Konnektivität beim Honda CR-V fragt, muss sich nicht vor einer umfangreichen Aufpreisliste fürchten, denn das SUV mit der Schwinge im Logo ist serienmäßig recht komplett ausgestattet. Honda Connect samt Navifunktion und 9,0-Zoll-Touchscreen ist ebenso an Bord wie eine Schale für das induktive Laden des Smartphones, das sich im Fall von Apple CarPlay kabellos anbinden lässt. Mit der Erstzulassung ist die Nutzung zahlreicher Funktionen der App My Honda+ für drei Jahre kostenlos. Hierzu zählt unter anderem, dass man das Smartphone als digitalen Schlüssel für den Fahrzeugzugang nutzen kann. Nach Ablauf der drei Jahre sind pro Monat 4,99 Euro fällig.

Cockpit des Hyundai Santa Fe, vom Fahrersitz aus fotografiert.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Der neue Hyundai Santa Fe ist nicht nur eine in seiner Klasse imposante Erscheinung, auch bei der Multimedia-Ausstattung greift er in die Vollen, beginnend mit den beiden hochauflösenden, 12,3 Zoll großen Panorama-Curved Displays. Neben der üppigen Bildschirmlandschaft bringt die Basisausstattung unserer Antriebskonfiguration im Test namens Signature ein Bose-Soundsystem mit elf Lautsprechern plus Subwoofern und Verstärker ohne Aufpreis mit. Selbstredend ist auch ein Navigationssystem mit lebenslang Kartenupdates over the air und Cloud-basierten Online-Verkehrsinformationen stets Standard. Eine WLAN-Funktion fehlt allerdings in der Ausstattungsliste.

Cockpit des Nissan X-Trail, vom Fahrersitz aus fotografiert.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Nicht ganz so freigiebig wie Honda und Hyundai zeigt sich Nissan. Zwar gibt es im X-Trail eine Ladeschale für das Smartphone, aber ein Navigationssystem steht für die Basis-Variante Acenta mit 1350 Euro in der Preisliste. In den höheren Ausstattungslinien ist die NissanConnect Navigation immerhin serienmäßig. Neben dem 12,3-Zoll-Touchscreen, über den der elektronische Wegweiser bedient wird, gibt es hier auch noch drei Jahre kostenlos Echtzeit-Verkehrsinformationen und Kartenupdates. Zusätzlich enthalten sind eine Spracherkennung, eine Diebstahl-Trackingfunktion, Google Assistant, Amazon Alexa, ein WLAN-Hotspot und die kabellose Smartphone-Integration.

Cockpit des Toyota RAV4, vom Fahrersitz aus fotografiert.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Für volle vier Jahre ist im RAV4 das System Toyota Smart Connect kostenlos. Innerhalb dieses Zeitraums kann man eine Cloudnavigation ebenso nutzen wie die Sprachsteuerung. Obligatorisch ist hier auch die Apple CarPlay- und Android Auto-Smartphone-Integration. Die Bildschirmdiagonale fällt mit 10,5 Zoll zwar etwas kleiner aus als in Hyundai und Nissan, aber größer als im Honda (9,0 Zoll). Unabhängig davon umfasst das Paket sechs Lautsprecher, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Schnittstellen mit Ladefunktion. Kabellos Strom für das Smartphone "zapfen" kann nur, wer das Technik-Paket (1390 Euro) ordert oder zu einer höheren Ausstattungslinie greift.

Vordere Sitze des Honda CR-V, durch die Fahrertür fotografiert.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

Vordersitze mit hinreichend straffen Polstern und guter Torso-Abstützung.

Vordere Sitze des Hyundai Santa Fe, durch die Fahrertür fotografiert.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Vielfältig einstellbare Vordersitze mit serienmäßiger Sitzklimatisierung.

Vordere Sitze des Nissan X-Trail, durch die Fahrertür fotografiert.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Die Polsterung der Vordersitze des Nissan fällt eindeutig zu weich aus.

Vordere Sitze des Toyota RAV4, durch die Fahrertür fotografiert.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Ordentlicher Sitzkomfort im RAV4 vorn – vergleichbar mit dem des Honda.

Auf der Rücksitzbank des Honda CR-V sitzt eine Person. Fotografiert durch die offene linke Tür hinten.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

Die Abstimmung des Honda ist eher straff, wodurch er die Insass:innen nie im Unklaren darüber lässt, was ihm gerade unter die Räder kommt.

In der dritten Sitzreihe des Hyundai Santa Fe sitzt eine Person. Fotografiert durch die offene linke Tür hinten.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Optionale dritte Sitzreihe – der Sitzkomfort reicht nur für kurze Strecken.

Auf der Rücksitzbank des Nissan X-Trail sitzt eine Person. Fotografiert durch die offene linke Tür hinten.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Der X-Trail gleitet so geschmeidig über verschlissenen Asphalt, dass man meint, auf einem Daunenkissen unterwegs zu sein.

Auf der Rücksitzbank des Toyota RAV4 sitzt eine Person. Fotografiert durch die offene linke Tür hinten.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Der Toyota ist der einzige Testkandidat ohne verschiebbare Rücksitzbank.

Der Kofferraum des Honda CR-V mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank, durch die geöffnete Heckklappe fotografiert.
Honda CR-V Foto: Daniela Loof

Durchschnittliches Kofferraumvolumen: 579 bis 1634 l, Stufe im Ladeboden.

Der Kofferraum des Hyundai Santa Fe mit teilweise umgeklappter zweiter und dritter Sitzreihe, durch die geöffnete Heckklappe fotografiert.
Hyundai Santa Fe Foto: Daniela Loof

Raumriese: Das Gepäckabteil fasst bis zu 2032 l (fünfsitzige Variante).

Der Kofferraum des Nissan X-Trail mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank, durch die geöffnete Heckklappe fotografiert.
Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Mit 575 bis 1396 l ist dieses Gepäckabteil das kleinste im Testfeld.

Der Kofferraum des Toyota RAV4 mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank, durch die geöffnete Heckklappe fotografiert.
Toyota RAV4 Foto: Daniela Loof

Durchgängig ebene Ladefläche. Das Volumen beträgt 580 bis 1690 l.

Toyota RAV4, Hyundai Santa Fe, Honda CR-V und Nissan X-Trail stehen in einer Parkgarage. Heckansicht auf die Fahrzeuge.
Toyota RAV4/Hyundai Santa Fe/Honda CR-V/Nissan X-Trail Foto: Daniela Loof

Der Hyundai macht so vieles so gut, dass ihm auch der höchste Preis den Testsieg nicht mehr streitig machen kann.

Honda CR-V, Hyundai Santa Fe, Nissan X-Trail & Toyota RAV4 im Vergleichstest

Als der Santa Fe der ersten Generation im März 2001 auf den Markt kam, wirkte die Formgebung des ersten SUV von Hyundai ungewöhnlich, weil eher schwülstig-barock. Und da sich Geschichte manchmal wiederholt, zieht auch die Linienführung der unlängst vorgestellten fünften Generation abermals die Blicke auf sich. Eckiges bestimmt allerdings jetzt das Bild und suggeriert, dass hier ein stämmiger, solider Alleskönner vor einem steht. Daraus erwachsen hohe Erwartungen – und die Frage, inwieweit der neue Hyundai Santa Fe diese erfüllen kann. Die Vollhybrid-Konkurrenten wie Honda CR-VNissan X-Trail und Toyota RAV4 warten schon auf den ersten Vergleichstest.
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Der Honda CR-V (2023) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Bis zu 2032 l Gepäckvolumen im Hyundai Santa Fe – Bestwert

Mit 4,83 m Länge überragt der neue Hyundai Santa Fe seine Rivalen um bis zu 23 cm. Das bedeutet nicht nur mehr Platz für die Passagier:innen, sondern auch für das Gepäck. So fasst der Hyundai mit fünfsitziger Bestuhlung bei umgeklappten Sitzen üppige 2032 l, während der Nissan X-Trial maximal nur 1396 l aufnimmt. Dafür hat dieser dem Santa Fe eine serienmäßig dreigeteilt klappbare Rücksitzlehne voraus. Zudem gibt es den Nissan – ebenso wie den Hyundai – mit bis zu sieben Sitzen (Nissan: 800 Euro, Hyundai: 7-Sitzer 1200 Euro, als 6-Sitzer samt Blackline-Ausstattung 4000 Euro Mehrpreis).

Der Variabilität dienlich sind längs verschiebbare Rücksitzbänke, die nur der Toyota RAV4 vorenthält. In Sachen Zuladung glänzt der Hyundai Santa Fe mit satten 659 kg, patzt aber mit nur 1110 kg bei der gebremsten Anhängelast. Beim Nissan X-Trail ist es genau umgekehrt: Mäßigen 446 kg Nutzlast steht die Möglichkeit gegenüber, einen immerhin 1800 kg schweren Anhänger zu ziehen (Hier die Übersicht der Pkw mit höchster Anhängelast).

Nicht nur beim Platzangebot, auch bei der Materialgüte ist der Koreaner seinen japanischen Konkurrenten mehr (Toyota) oder weniger (Nissan) voraus. Ob der Blick über die Dachverkleidung im Alcantara-Look oder die mattsilbernen Alu-Intarsien wandert, alles wirkt sehr hochwertig und perfekt passend zusammengebaut. Eine Armada an serienmäßigen Assistenzsystemen, darunter Abbiege-, Ausweich- und Ausstiegsassistenten, zeigt den Hyundai zusätzlich in Sachen Sicherheit auf der Höhe der Zeit. Nervig fällt in diesem Zusammenhang allerdings der übergriffige Aufmerksamkeitsassistent auf. Im Alltag gefällt das Curved Display im Santa Fe mit Übersichtlichkeit und bester Auflösung. Auf der Touchscreen-Oberfläche findet man sich so schnell zurecht. Telefonkoppelung und Naviberechnung verlaufen schnell, klassische Tasten erleichtern die weitere Bedienung.

Cockpit des Hyundai Santa Fe, vom Fahrersitz aus fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Im Honda CR-V verlaufen die Herstellung einer Verbindung zum Smartphone und die Zielberechnung etwas langsamer. Davon abgesehen versteht seine Sprachbedienung im Gegensatz zu den Pendants in Hyundai Santa Fe und Nissan X-Trail nur vorgegebene Befehle und die genannten Orte für die Navigation auch nicht immer richtig. Da hört der Toyota RAV4 im Vergleichstest besser hin, seine Bedienmenüs erschließen sich allerdings nicht immer auf Anhieb.

Fahrkomfort: Nissan X-Trail überraschend geschmeidig

Während Honda und Hyundai serienmäßig Amplituden-gesteuerte Dämpfer an Bord haben, setzen Nissan und Toyota auf konventionelle Feder-Dämpfer-Konstruktionen – mit teils überraschenden Ergebnissen während der Komfortfahrten. Es ist nämlich der X-Trail, der so geschmeidig über verschlissenen Asphalt gleitet, dass man meint, auf einem Daunenkissen unterwegs zu sein. Allerdings wird die Verarbeitung löchriger Wege von recht ausgeprägten Karosseriebewegungen begleitet. Eine derartige Schaukelei verkneift sich der Santa Fe und hält den Aufbau stets in der Waagerechten, was dem Wohlbefinden der Besatzung dienlicher ist. Unter Ausnutzung der vollen Nutzlast gibt er sich auf Frostaufbrüchen im Ansprechverhalten aber etwas steifbeiniger als der Nissan.

Die Abstimmung des Honda ist etwas straffer als die der vorgenannten Rivalen, ohne dabei Defizite aufzuzeigen. Er lässt im Vergleichstest allerdings nie im Unklaren darüber, was ihm gerade unter die Räder kommt. Das gilt ebenso für den Toyota, der sich aber stellenweise etwas ruppiger mit dem Asphaltrelief auseinandersetzt.

Auf den Hyundai Santa Fe-Sitzen profitieren die Passagier:innen vorn nicht nur von der besten Oberschenkelauflage, sondern auch von einer guten Torso-Abstützung. Diese fällt bei Honda CR-V und Toyota RAV4 nur geringfügig schlechter aus. Die Sitzkonturen des Nissan X-Trail wirken auf den ersten Blick fast identisch, doch wer Platz nimmt, merkt schnell, dass die Polster rutschiger und auch eine Spur zu weich sind, was sich besonders im Schulterbereich bemerkbar macht. Im Fond verweist der Hyundai seine Konkurrenten abermals auf die Plätze: Seine Sitzbank gefällt mit einer besser konturierten Lehne und ausgeprägter Oberschenkelauflage. Diese lässt insbesondere der Nissan vermissen.

Ins Feld führt der X-Trail dafür den niedrigsten Innengeräuschpegel und das angenehmste Klangbild. Kein Wunder, ist er doch sehr oft elektrisch unterwegs. Und seine Insass:innen freuen sich vorn wie hinten über die großen Türablagen, die sogar 1,5-l-Flaschen aufnehmen (Cup-Holder zum Nachrüsten im Test).

Motor/Getriebe: Der Toyota RAV4 ist mit 6,7 l Super der Sparsamste

SUV in Verbindung mit mehr oder weniger kleinvolumigen Benzinern? Der Gedanke daran schaudert mit Blick auf die Haushaltskasse nicht nur knauserige Menschen. Hier können wir allerdings Entwarnung geben, denn der überwiegende Teil der Kandidaten geht recht sparsam mit dem Kraftstoff um.

Das SUV-Quartett verfügt nämlich über hybridisierte Antriebe, wobei im Nissan X-Trail 1.5 VC-T e-Power e-4orce der meiste Aufwand betrieben wird. Als serieller Hybrid liefert sein Dreizylinder-Turbo Strom für den vorderen und hinteren E-Motor. Die Systemleistung liegt bei 213 PS (157 kW), was ihn in nur 7,2 s auf Tempo 100 sprinten lässt. Erfreulich ist der spontane Antritt, der dem eines Elektroautos gleicht. Lediglich beim Kick-down nach längeren Rollphasen setzt die E-Power mit einer Verzögerungssekunde ein. Signalisiert der Bordcomputer im gemächlichen Landstraßenbetrieb Werte zwischen fünf und sechs Litern, kommt das System bei Autobahntempi an seine (Spar)Grenzen: Nach der Volllast-Etappe unserer Verbrauchsstrecke stehen zwölf Liter auf dem Bordcomputer. Der Testverbrauch des X-Trail liegt am Ende bei satten 8,9 l pro 100 km.

Toyota RAV4 fährt durch eine Parkgarage, von vorne fotografiert.
Foto: Daniela Loof

Hybrid-Pionier Toyota kann das besser. Die Antriebseinheit besteht aus einem 178 PS (131 kW) leistenden 2,5-l-Vierzylinder, der nach dem Atkinson-Prinzip arbeitet, sowie einer 88 kW (120 PS) starken E-Maschine an der Vorderachse und einem 40 kW (54 PS) spendenden E-Motor an der Hinterachse. In Verbindung mit der stufenlosen Automatik fährt der Toyota RAV4 2.5 VVT-i AWD-i Hybrid nicht nur als serieller, sondern auch als Parallel-Hybrid und spart Sprit: Mit einem Testverbrauch von 6,7 l Super ist der Toyota der Sparsamste im Vergleichstest.

Mit nur einem Elektromotor an der Vorderachse geht der Honda CR-V e:HEV AWD (Systemleistung 184 PS/135 kW) auf Tour. Der Verbrenner liefert hier – wie im Nissan – per Generator den Strom für die E-Maschine (serieller Hybrid), schaltet sich aber bei Bedarf über eine Überbrückungskupplung dazu (Vollhybrid-Modus), was zu steigender Lautstärke und – bei höherem Tempo – spürbar nachlassender Beschleunigung führt. Mit bis zu 187 km/h liegt der CR-V aber vor der Konkurrenz, die bei 180 km/h abgeregelt ist. Sein Kraftstoffkonsum fällt mit 7,5 l Super bestenfalls durchschnittlich aus.

Der Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI HEV 4WD genehmigt sich ein Zehntel mehr, muss aber mit seinen 2016 kg Leergewicht auch bis zu 296 kg mehr schleppen als seine Gegner (Übersicht der schwersten Autos am Markt). Das erklärt die gegenüber den Wettbewerbern schlechteren Sprintwerte bis zur 100-km/h-Marke. Hinzu kommt, dass sein 160 PS (118 kW) starker 1,6-l-Turbobenziner ähnlich wie der Toyota-Verbrenner etwas rau zu Werke geht. Die 48 kW (65 PS) starke E-Maschine hingegen läuft ebenso flüsterleise wie die der Konkurrenten.

Fahrdynamik: Nissan X-Trail bremst am besten

So unterschiedlich wie die Antriebe sind die fahrdynamischen Eindrücke, die das Testquartett hinterlässt. Dabei zeigt sich der Toyota RAV4 als der handlichste Kandidat. Kurven meistert er mit überschaubarer Seitenneigung. Die Lenkung ist vergleichsweise mitteilsam und arbeitet mit moderaten Lenkwinkeln. Im Grenzbereich greift der Schleuderschutz mit wohldosierten Regelintervallen ein. So soll es sein, ist es aber nicht überall.

Abzulesen am Nissan: Der X-Trail erledigt schnelle Richtungswechseln bei entspannten Tempi zwar sehr spontan, landet dann aber umgehend im Untersteuern und damit im Regelbereich des ESP, das ihn fast bis zum Stillstand abbremst. Bei höherem Tempo und in Kurven gelupftem Gasfuß dreht das Heck markant ein, während der ESP-Einsatz recht lange auf sich warten lässt. Fahrmanöver dieser Art begleitet der Nissan X-Trail mit deutlicher Seitenneigung, was präzises Zirkeln erschwert. Das teigige Pedalgefühl beeinträchtigt die Leistung der Bremsanlage jedoch nicht, wie der kürzeste Warmbremswert von 36,1 m beweist. Auffällig sind aber die vergleichsweise hohen Rückstellkräfte seiner Lenkung.

Der Hyundai Santa Fe zeigt wegen seines hohen Gewichts eine gewisse Schwerfälligkeit, und so meistert er kurviges Terrain deutlich gemächlicher als seine Gegner, insbesondere weil seine Vorderachse Richtungsvorgaben eher störrisch umsetzt. Hinzu kommen die vergleichsweise hohen Lenkkräfte. In die Waagschale wirft er allerdings – trotz seiner Masse – den kürzesten Kaltbremswert von nur 35,6 m aus Tempo 100 bis zum Stillstand. Die Bremsleistung ist dagegen die Achillesferse des Honda CR-V, denn sowohl der Kalt- als auch der Warmbremswert fallen bei ihm im Vergleichstest am längsten aus, was schade ist, denn ansonsten benimmt sich der Japaner fahrdynamisch eher unauffällig.

Umwelt/Kosten: Alle SUV jenseits der 50.000-Euro-Schwelle

Auch wenn die Kandidaten ihre Familientauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben, sollten Familien ein besser verdienendes Oberhaupt haben, denn die bewerteten Preise liegen samt und sonders über der 50.000-Euro-Schwelle, beim Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI HEV 4WD gar über der 60.000-Euro-Linie. Entsprechend hoch fällt der jeweilige Wertverlust – berechnet anhand des Grundpreises – aus.

Toyota RAV4, Hyundai Santa Fe, Honda CR-V und Nissan X-Trail stehen in einer Parkgarage. Heckansicht auf die Fahrzeuge.
Foto: Daniela Loof

Während dieser sich erst beim Wiederverkauf bemerkbar macht, sind die Betriebskosten ständig präsent: Abgesehen von den überwiegend moderaten Kraftstoff-Aufwendungen sind teils horrende Vollkaskoprämien (Vollkasko oder Teilkasko: Diese Versicherung passt) fällig, die sich weniger an der Risikobereitschaft als vielmehr an den erwarteten teuren Schäden an der Hybridtechnik orientieren dürften.

Auch die Werkstattpreise fallen nicht gerade günstig aus. Demgegenüber stimmen die Garantien versöhnlich: Honda und Nissan gewähren drei Jahre auf die Technik, Hyundai fünf und Toyota sogar 15 Jahre (Übersicht aller Herstellergarantien). Das spricht für das Vertrauen der asiatischen Hersteller in die eigene Technik und sollte deutschen Autobauern mal zum Vorbild gereichen.

Technische Daten & Messwerte von Honda CR-V, Hyundai Santa Fe, Nissan X-Trail & Toyota RAV4

AUTO ZEITUNG 23/2024Honda CR-V e:HEV AWDHyundai Santa Fe 1.6 T-GDI HEV 4WD
Technik
Motor4-Zylinder, 4-Ventiler, Atkinson-Prinzip, Vollhybrid; 1993 cm³4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Vollhybrid; 1598 cm³
AntriebKonstantübersetzung; Allrad6-Gang, Doppelkupplung; Allrad
Systemleistung135 kW/184 PS158 kW/215 PS
Leistung Verbrenner/E-Motor109 kW (148 PS), 6100 U/min / 135 kW (184 PS)118 kW (160 PS), 5500 U/min / 48 kW (65 PS)
Systemdrehmoment367 Nm, 400-4100 U/min
Drehmoment Verbrenner/E-Motor198, 4500 U/min / 335 Nm265, 1500-3500 U/min / 264 Nm
Kapazität brutto/netto–/1,4 kWh–/1,49 kWh
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4706/1870 (2153)*/1684 mm4830/1900 (2206)*/1770 mm
Leergewicht (Werk/Test)1800/1812 kg1910/2016 kg
Kofferraumvolumen579-1634 l711-2032 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,4 s8,8 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)187 km/h180 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
38,1/37,7 m35,6/36,2 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)7,5/5,4 l S7,6/6,9 l S
Elektrische Reichweite (Test)
Preise
Grundpreis52.100 €61.150 €
Testwagenpreis52.100 €61.150 €
*Breite mit Außenspiegel
AUTO ZEITUNG 23/2024Nissan X-Trail 1.5 VC-T e-Power e-4orceToyota RAV4 2.5 VVT-i AWD-i Hybrid
Technik
Motor4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Vollhybrid; 1477-1497 cm³ (variable Verdichtung)4-Zylinder, 4-Ventiler, Atkinson-Prinzip, Vollhybrid; 2487 cm³
AntriebKonstantübersetzung; AllradStufenlose Automatik; Allrad
Systemleistung157 kW/213 PS163 kW/222 PS
Leistung Verbrenner/E-Motor116 kW (158 PS), 4600 U/min / 150 kW (204 PS) vorne, 100 kW (136 PS) hinten131 kW (178 PS), 5700 U/min / 88 kW (120 PS) vorne, 40 kW (54 PS) hinten
Systemdrehmoment
Drehmoment Verbrenner/E-Motor250 Nm, 2400-4400 U/min / 330 Nm vorne, 195 Nm hinten221 Nm, 3600-5200 U/min / 202 Nm vorne, 121 Nm hinten
Kapazität brutto/netto2,1/1,8 kWh–/1,1 kWh
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4680/1840 (2065)*/1720 mm4600/1855 (2160)*/1685 mm
Leergewicht (Werk/Test)1833/1899 kg1720/1720 kg
Kofferraumvolumen575-1396 l580-1690 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)7,2 s7,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)180 km/h180 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,5/36,1 m36,8/37,2 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)8,9/6,1 l S6,7/5,6 l S
Elektrische Reichweite (Test)
Preise
Grundpreis45.900 €49.590 €
Testwagenpreis55.190 €55.590 €
*Breite mit Außenspiegel

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Honda CR-V e:HEV AWDHyundai Santa Fe 1.6 T-GDI HEV 4WD
Karosserie (1000)633730
Fahrkomfort (1000)690723
Motor/Getriebe (1000)649640
Fahrdynamik (1000)579617
Eigenschaftswertung (4000)25512710
Kosten/Umwelt (1000)322295
Gesamtwertung (5000)28733005
Platzierung41
Gesamtbewertung (max. Punkte)Nissan X-Trail 1.5 VC-T e-POWER e-4ORCEToyota RAV4 2.5 VVT-i AWD-i Hybrid
Karosserie (1000)658647
Fahrkomfort (1000)694685
Motor/Getriebe (1000)627660
Fahrdynamik (1000)603612
Eigenschaftswertung (4000)25822604
Kosten/Umwelt (1000)300335
Gesamtwertung (5000)28822939
Platzierung32

Fazit

"Think big" – die Aufforderung, im Großen zu denken, haben die Hyundai-Ingenieur:innen beherzigt. Und zwar mit Erfolg: Dank üppigem Platzangebot, umfangreicher Sicherheitsausstattung, des hohen Komfortniveaus und der kurzen Bremswege sammelt der neue Hyundai Santa Fe so viele Punkte, dass selbst das hohe Preisniveau seinen Testsieg nicht gefährden kann. Als zweiter rollt der Toyota RAV4 durchs Ziel, wofür der niedrigste Verbrauch, die vergleichsweise günstige Kostenbilanz, die üppige Garantie und das überraschend handliche Fahrverhalten verantwortlich zeichnen. Der Nissan X-Trail schwächelt dagegen beim Kofferraumvolumen und bei der Fahrwerksabstimmung. Dafür ist er recht komfortabel und im Vergleich günstiger zu versichern als die Konkurrenten. So landet er auf Platz drei. Der Honda CR-V trägt die rote Laterne, was weniger an der Gesamtheit seiner Eigenschaften als vielmehr an der mäßigen Bremsleistung, insbesondere dem langen Kaltbremswert, liegt.