Anfahrhilfe im Schnee: Mit diesen Tricks das Auto befreien
Wer oft in schneereichen Regionen unterwegs ist, freut sich über eine gute Anfahrhilfe auf Schnee, als Zusatz-Absicherung zu guten Winter-Pneus, versteht sich. Wir stellen die besten Produkte vor und geben wertvolle Tipps zum (An-)Fahren auf Schneedecken.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Autofahren im Winter hat seine Tücken. Besonders heikel wird es, wenn die weiße Flockenpracht rieselt und als geschlossene Decke auf dem Boden liegen bleibt. So schön Schnee sein mag, im Auto macht der Anblick eher selten Spaß. Insbesondere in schneereichen Regionen oder in Seitenstraßen, in denen auf einen guten Winterdienst verzichtet werden muss, bleiben Autofahrer:innen mit einem Wagen ohne Allradantrieb oder mit Ganzjahresreifen schnell stecken. Wir erklären, was in dieser Situation zu tun ist und zeigen, welche Anfahrhilfen zu empfehlen sind.
Welche Anfahrhilfen für Autos im Schnee gibt es?
Wir stellen hier zwei Arten von Anfahrhilfen vor:
Traktionsmatten oder -bretter
Schneeketten
Während die Matten und Bretter vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn das Auto bereits stecken geblieben ist, helfen die Ketten bereits vorher, damit es erst gar nicht so weit kommt. Dafür ist die Montage der Schneeketten etwas anspruchsvoller als die Anwendung der Bretter. Wir stellen interessante Produkte für Fahrten im Schnee vor.
Schnee-Anfahrhilfen kaufen: Unsere Empfehlungen
Lescars Anfahrhilfe
Die Anfahrteppiche von Lescars helfen dank grobem Gummiprofil auch dabei, ein festgefahrenes Auto aus tieferem Schnee befreien zu können – verspricht der Hersteller. Dank robuster Gelenke passt sich die Anfahrhilfe an den Untergrund an. Für den platzsparenden Transport werden Taschen mitgeliefert.
ProPlus Anfahrhilfe
Besonders günstig sind die ProPlus Anfahrhilfen im Doppelpack. Der Clou: Die Bretter sind faltbar, was sowohl den Transport erleichtert als auch im Gelände von Vorteil ist. Dazu sind sie mit je nur etwa 1,1 kg Gewicht auch besonders leicht. Aber Vorsicht, sie sind nur für Fahrzeuge bis drei Tonnen Gesamtgewicht geeignet.
Jolitac Traktionshilfe
Genauso einfach, wie die übrigen Amazon-Angebote lassen sich auch die Traktionshilfen von Jolitac einsetzen. Bis zu 3,5 t Fahrzeuggewicht halten die Matten laut Hersteller aus. Im Inneren des thermoplastischen Gummis sind rostfreie Stahlseile, so können auch schwere Fahrzeuge rutsch- und stressfrei geborgen werden.
Fiamma Grip System
Die wohl platzsparendste Lösung im Vergleich: Die Antirutschmatten "Grip System" von Fiamma sind speziell für Camper gedacht – aber auch mit anderen Fahrzeugen gut nutzbar. Nur 700 g wiegen die flexiblen Gummimatten und verschwinden nahezu unbemerkt im Stauraum von Wohnmobil und Co.
AutoSock HP 645 Schneesocke
Die norwegischen AutoSock Anfahrhilfen sind eine Art Textil-Schneekette mit sehr einfacher Montage. Einfach von oben über das Rad ziehen, das Auto um eine halbe Radumdrehung bewegen und die Socke vollständig befestigen. Das Modell HP 645 passt auf Räder von 14 bis 19 Zoll – andere Größen sind ebenfalls erhältlich. Die AutoSock ist TÜV-geprüft und darf bei einer situativen Schneekettenpflicht verwendet werden.
Michelin Easy Grip Evolution 11 Textilschneekette
Mit der Easy Grip-Serie bietet auch Michelin eine Textilschneekette mit europaweiter Zulassung an. Auch hier fällt die Montage besonders leicht. Weiterer Vorteil: Die Textilkette ist deutlich leiser auf Asphalt und nimmt auch im Fahrzeug weniger Platz ein.
Ottinger Ringkette 956
Die Neun-Millimeter-Ringkette von Ottinger kommt mit patentiertem Eisfrei-Schnellverschluss-System und eignet sich besonders gut für Mittel- und Oberklassefahrzeuge mit Breitreifen oder engen Radlauffreiräumen. Dank Kratzschutz sind sie auch auf Leichtmetallfelgen nutzbar.
Goodyear GODKN120 Schneekette
Der Amazon-Bestseller unter den Schneeketten kommt von Goodyear. Die klassische Kette aus Edelstahl überzeugt mit Langlebigkeit und Passgenauigkeit. Hierzu muss nur aus der Liste die passende Schneeketten-Größe für die eigenen Räder gewählt werden. Eine Anleitung zur Montage wird mitgeliefert.
Wie montiert man Schneeketten?
Zunächst gilt: Übung bereitet für den Ernstfall vor. Wer also noch nie eine Schneekette montiert hat, sollte das im Trockenen am eigenen Auto üben. Angelegt werden die Schneeketten immer an der Antriebsachse. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb ist der Bedienungsanleitung des Pkw zu entnehmen, auf welche Achse die Schneeketten montiert werden sollen.
Zum Anlegen der Schneeketten selbst ist dagegen die Anleitung der Anfahrhilfe beachten. In der Regel ist folgende Reihenfolge einzuhalten:
Ketten vor die Räder legen
Auto vorsichtig und langsam darauf fahren
Ketten um den Reifen legen und befestigen
Beim Befestigen ist darauf achten, dass die Kette weder zu eng gespannt ist noch zu locker um das Rad liegt. Wer viel und oft auf verschneiten Passstraßen unterwegs ist, kann mit vier Schneeketten vor allem bei Bergabfahrten für ein besseres Bremsverhalten und mehr Stabilität sorgen. Hier erklären wir ausführlich, wie Schneeketten korrekt aufgezogen werden.
Was ist beim Fahren mit Schneeketten zu beachten?
Als Anfahrhilfe auf Eis und Schnee sollten Schneeketten nur im Notfall oder wenn durch das Verkehrszeichen 268 vorgeschrieben, benutzt werden. Das ist beim Fahren mit Schneeketten zu beachten:
Geschwindigkeit anpassen: Bei angelegter Schneekette muss zwingend die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden. Meist sind es 50 km/h. So werden Schäden an Ketten oder dem Fahrzeug vermieden.
Vorausschauend fahren: Zwar geben die Ketten mehr Stabilität und Traktion auf glatten Pisten, können aber bei höheren Geschwindigkeiten Rutschen nicht vermeiden.
Nur bei Bedarf/Pflicht nutzen: Ist die Straße wieder frei von Schnee und Eis oder die Pflicht durch ein Schild am Ende der Passage wieder aufgehoben, sollten die Ketten zur Vermeidung von Schäden wieder abgenommen werden.
Übrigens: Wer auf Straßen mit Schneekettenpflicht ohne diese erwischt wird, muss mit bis zu 20 Euro Verwarnungsgeld (Stand: Dezember 2025) rechnen. Die Vorschrift gilt übrigens auch für Allrad-Fahrzeuge.
Im Schnee festgefahren: So das Auto befreien
Was tun, wenn man ohne Vorbereitung oder einer Auto-Anfahrhilfe von heftigem Schneefall überrascht wird? Ist das Auto zugeschneit und kommt aus eigener Kraft nicht mehr voran, können diese Tipps helfen:
Ruhe bewahren: Bewegt sich das Auto keinen Zentimeter mehr voran, sollte auf keinen Fall zu viel Gas gegeben werden. Dadurch gräbt sich der Wagen nur tiefer in den Schnee. Auch wenn der Asphalt nahe ist, kann die Straße darunter vereist sein – und so ebenfalls nicht mit mehr Grip aushelfen.
Schnee wegschippen: Damit das Auto leichter aus dem Schnee fahren kann, sollte so viel Schnee wie möglich vor den Rädern weggeschaufelt werden. Der Schnee wirkt sonst wie ein Keil gegen das Vorankommen.
Notfall-Anfahrhilfe: Kommt der Pkw immer noch nicht vom Fleck, hilft nur eine provisorische Anfahrhilfe. Hierzu eignen sich: Zweige oder Äste, Fußmatten (idealerweise Gummi) oder – falls zur Hand – Sand. Diese vorsichtig an der Antriebsachse unter die durchdrehenden Räder geben und langsam anfahren. Achtung: Die Notfall-Anfahrhilfe kann beim Anfahren hinter dem Auto wieder herausschießen, also unbedingt Abstand halten.
Langsam und gleichmäßig anfahren: Geschwindigkeit ist in diesem Szenario der Feind. Langsames und gleichmäßiges Anfahren bewirkt dagegen Wunder.
Freischaukeln: Ist eine kleine Mulde entstanden, kann ein klein wenig Schwung helfen, das Auto zu befreien. Dazu das Auto so weit wie möglich in der Mulde vor- und zurückbewegen, bis es ein Schaukelmoment entwickelt, das sich immer mehr steigert. Mit etwas Glück schaukelt sich die Bewegung des Fahrzeugs so weit auf, dass es aus der Mulde herauskommt.
Erst auf festem Grund halten: Ist das Auto frei, sollte man nicht direkt stoppen! Auch wenn sich Mitfahrende noch außerhalb des Wagens befinden, darf das Auto erst auf festen Untergrund zum Stehen kommen, um sich nicht nochmal festzufahren.
Die Tipps lassen sich übrigens auch weitestgehend fürs Steckenbleiben in losem Sand, Matsch und Schlamm übertragen.
Sind Winterreifen mit Spikes eine Alternative?
Wer in den Wintermonaten in Skandinavien, der Schweiz oder Österreich unterwegs ist, kennt vermutlich diese Spezialreifen für Tiefschneefahrten. Spikes, kleine Metallstifte, sind auf den Laufflächen der Reifen eingearbeitet und graben sich so wenige Millimeter in Schnee und Eis. Das sorgt für mehr Grip bei Fahrten im Winter.
Allerdings stellen Spikereifen in Deutschland keine Alternative dar. Hierzulande sind die Reifen mit Spikes verboten. Grund: Die Metallstifte können Straßen beschädigen. Nur Einsatzfahrzeuge dürfen diese Reifen benutzen. Und auch in Österreich und der Schweiz müssen beim Fahren mit diesen Reifen gewisse Regeln beachtet werden:
In Österreich müssen alle angetriebenen Räder mit Spikes ausgestattet werden, ein Aufkleber auf dem Heck ist Pflicht, zudem gelten maximal Tempo 80 auf Landstraßen, auf Autobahnen sind maximal 100 km/h erlaubt.
In der Schweiz sind Autobahnfahrten mit Spikereifen verboten, zudem gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften.
Zudem dürfen Spikereifen nur saisonal aufgezogen werden. In Österreich sind die Reifen etwa von Mai bis Oktober verboten, in der Schweiz sogar von April bis November. Auf trockener, schneefreier Fahrbahn verschlechtern die Metallstifte nämlich die Fahreigenschaften des Autos.


















