Vorstellung

Opel Corsa OPC mit 360 PS: Dank Saab-Motor zu neuer Kraft

Im Augenblick muss der Opel Corsa ohne OPC-Version leben. Dafür bekommt einer der sportlichen Urahnen einen zweiten Wind zugefächert: Die holländische Tuningschmiede KCPerformance verpasst ihm einen Saab-Motor und 360 PS.

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Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von schräg vorne.
Wenn die vielen Sticker nicht wären, ginge der Opel Corsa OPC von KCPerformance glatt als Daily für den Weg zum Supermarkt oder zur Uni durch. Foto: KCPerformance via Facebook
Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von schräg hinten.
Dank seiner 360 PS (265 kW) sieht man den getunten Opel Corsa OPC zumeist von hinten. Foto: KCPerformance via Facebook
Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von vorne.
Außer dem fehlenden Blitz und dem Splitter unterscheidet den gepimpten Corsa OPC wenig vom Original. Foto: KCPerformance via Facebook
Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von hinten.
Der charakteristische dreieckige Auspuff hat eine Klappensteuerung bekommen. Foto: KCPerformance via Facebook
Motor des Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von schräg oben.
Statt des originalen 1,6-l-Motors steckt hier eine 2,3-l-Maschine von Saab, die auch noch gründlich in die Mangel genommen wurde. Foto: KCPerformance via Facebook
Cockpit des Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von rechts.
Der Innenraum des getunten Corsa ist völlig unangetastet. Foto: KCPerformance via Facebook
Rechtes Vorderrad des Opel Corsa OPC von KCPerformance, fotografiert von der Seite.
Der Corsa von KCPerformance liegt ein bisschen tiefer als das Original. Die Bridgestone Potenza sorgen für Haftung, die Sechskolbenzangen für heftige Verzögerungen. Foto: KCPerformance via Facebook

OPC für "Offenkundig PS-gestählter Corsa"

Saab und Opel verbindet ein gemeinsames Schicksal. Die beiden Marken waren von 2000 bis 2010 unter dem Dach von General Motors vereint und damit eigentlich dem sicheren Untergang geweiht. Für den schwedischen Hersteller endete die Partnerschaft mit den Amerikanern prompt tödlich. Opel hat sich 2017 aus dem gar nicht galaktischen Imperium lösen können und sich seitdem unter Stellantis-Führung beachtlich berappelt.

Doch jetzt finden die beiden Marken wieder zueinander – zumindest in einem dottergelben Corsa OPC des Baujahres 2009. Der fährt nämlich keinen 1,6-l-Motor mit 192 PS (141 kW) mehr auf der Vorderachse spazieren, sondern einen B235R aus Saab-Produktion.

In der Tuningszene wird dieser Vierzylinder für seine Robustheit geschätzt und dafür, dass man ihm mit relativ einfachen Mitteln mehr Leistung entlocken kann. Als wichtigste Mittel zu diesem Zweck dienen hier Schmiedepleuel und -kolben, die beim niederländischen Veredler KCPerformance für 699 respektive 899 Euro zu haben sind (alle Preise: Stand Mai 2026). Doch damit nicht genug: Turbo-Hersteller Garrett spendiert dem 2,3-l-Vierzylinder einen GT28-Lader.

Eine überarbeitete Einspritzanlage, eine Benzinpumpe mit mehr Mumm sowie das Black Master-Steuergerät sorgen letztendlich für schlanke 360 PS (265 kW) und – fast noch wichtiger – ein dieselverdächtiges Drehmoment von 500 Nm. Also praktisch das Doppelte des Opel-Vierzylinders, der kurzzeitig im Overboost 266 Nm mobilisieren konnte. Damit der akustische Auftritt zum Leistungssprung passt, atmet der Spendermotor im Corsa durch einen dreieckigen Klappenauspuff aus.

Der Opel Corsa Electric im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Offizieller Opel Corsa OPC derzeit nicht in Sicht

Dem erhöhten Kühlungsbedarf tragen größere Ladeluft- und Ölkühler Rechnung. Das Opel-Originalgetriebe mit sechs Gängen wurde beibehalten, aber mit der langen Achsübersetzung eines Corsa Diesel gepaart. Bridgestone Potenza auf offenherzigen Zehnspeichenfelgen lenken den Blick auf gelbe Sechskolben-Bremssättel vorne. Kürzere Federn sorgen im Verbund mit einem dezenten Bodykit dafür, dass die kleine Krawallschachtel kaum krawalliger aussieht als das Original. Der Innenraum blieb sogar komplett unangetastet und bietet mit beheizten Nappa-Ledersitzen Komfortmerkmale wie einst die geschätzten Saab-Limousinen.

Leider teilt KCPerformance nicht mit, zu welchen Fahrleistungen der fliegende Corsa nach der Vitaminkur fähig ist. Aber vor allem das Drehmoment dürfte mit dem Federgewicht aus dem Opel Performance Center leichtes Spiel haben. Nur dass hier OPC eher für “Offenkundig PS-gestählter Corsa” steht.

Wenn das viele Gelb und all die Sticker nicht wären, ginge der Corsa D glatt als Daily für die Fahrt zum Supermarkt oder zur Uni durch. Auf dem Weg dorthin dürfte ihn jedenfalls kein Corsa jüngeren Datums überholen. Bei der Marke wird der Blitz im Augenblick eher als Sinnbild für elektrisches Fahren verstanden. Das Siegel GSE steht folglich höher im Kurs als OPC. Schade.