Fahrbericht

V-Klasse-Nachfolger: Testfahrt mit dem neuen Mercedes VLE

Im März 2026 feiert der Mercedes VLE Premiere – der Nachfolger der Mercedes V-Klasse. Wir bekamen vorab die Chance auf eine erste Testfahrt im getarnten Prototyp und in der zugehörigen Studie Mercedes Vision V!

(1/8)
Der Mercedes VLE (2026) fährt als Erlkönig durch eine verschneite Landschaft, von vorne links fotografiert. Oben eingeklinkt: Die Studie Mercedes Vision V fahrend von hinten fotografiert.
Die erste Testfahrt zeigt, dass der Mercedes VLE die Lkw-Gene seines Vorgängers tatsächlich abgelegt hat. Eingeklinkt: die Studie Vision V, die wir ebenfalls schon fahren durften (siehe weitere Bildergalerie). Foto: Mercedes/Collage: AUTO ZEITUNG
Der Mercedes VLE (2026) fährt als Erlkönig durch eine verschneite Landschaft, von links fotografiert.
Wie die erste Testfahrt beweist, sitzt man nicht mehr auf, sondern tief im Sessel und wähnt sich tatsächlich eher am Steuer eines großen SUV denn an dem eines kleinen Lastwagens. Foto: Mercedes
Der Mercedes VLE (2026) fährt als Erlkönig durch eine verschneite Landschaft, von hinten fotografiert.
Natürlich hebt auch der E-Antrieb die Stimmung: Erstens, weil er reichlich Kraft hat und einen lebendigen Antritt, und zweitens, weil die Ruhe perfekt zum Reisen passt. Foto: Mercedes
Der Mercedes Vision V (2025) fährt vor Wüsten- und Skyline-Hintergrund durch Dubai, von vorne links fotografiert.
Im März 2025 vorgestellt, dürfen wir kurz darauf am Steuer der Studie Vision V Platz nehmen. Foto: Mercedes
Der Mercedes Vision V (2025) fährt vor Wüsten- und Skyline-Hintergrund durch Dubai, von hinten rechts fotografiert.
Leider dürfen wir nur langsam fahren, dafür aber das luxuriöse Interieur in Aktion erleben. Foto: Mercedes
Das Armaturenbrett des Mercedes Vision V (2025).
Ein dreiteiliger "Superscreen" dominiert das Armaturenbrett. Foto: Mercedes
Der Fond des Mercedes Vision V (2025) mit einem gr0ßflächigen TV-Bildschirm.
Der Herz des Interieurs: der 65-Zoll-TV, der sich horizontal unter den Boden fahren lässt. Foto: Mercedes
Die beiden Rücksitze des Mercedes Vision V (2025).
Zwei in allen erdenklichen Richtungen verstellbare Komfortsitze sollen im riesigen Fond eine Wohlfühl-Atmosphäre ermöglichen. Foto: Mercedes

Aus Mercedes V-Klasse wird Mercedes VLE und VLS

So schick sie auch ausstaffiert war, die Mercedes V-Klasse ist dem Wesen und dem Fahrgefühl nach immer ein Transporter geblieben. Doch damit soll mit der nächsten Generation Schluss sein. Zum Zeichen des Neuanfangs benennt Mercedes den Van in VLE respektive VLS um. Und mit der Umbenennung zieht der V-Klasse-Nachfolger auf eine eigene Elektroarchitektur und wird zum waschechten Pkw. Nicht umsonst macht Mercedes mit dem „S“ im Namen zumindest beim Luxusableger die S-Klasse-Ambitionen deutlich. Eine rein gewerbliche Variante wird es auch nicht mehr geben. Nur ob zum Mercedes-Stern auch noch das Maybach-M kommt, ist noch nicht entschieden.

Hier bereiten wir die neuesten Informationen und Bilder zum Mercedes VLE und VLS auf.

Der Mercedes Vision V im Video

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Erste Testfahrt: Schon als Prototyp äußerst komfortabel

Entschieden ist dagegen, dass uns Andreas Zygan, Chefentwickler, eine Testfahrt im Prototyp ermöglicht – und räumt dafür sogar den Fahrersitz. Wichtiger als der Luxus im Fond ist ihm bislang noch das Fahrgefühl der neuen Baureihe. Nicht mehr auf, sondern tief im Sessel sitzend, wähnt man sich tatsächlich eher am Steuer eines großen SUV denn an dem eines kleinen Lastwagens. Natürlich trägt dazu auch der E-Antrieb bei: Zum einen wegen der deutlichen Kraftreserven und zweitens wegen der Ruhe – im riesigen Resonanzraum neigt ein Verbrenner ansonsten häufig zum unangenehmen Dröhnen.

„Der Mercedes VLE kommt der S-Klasse tatsächlich näher als einem Sprinter“
Thomas Geiger

So gleitet der neue Mercedes VLE wunderbar sanft dahin und verbirgt gekonnt den schartigen Asphalt, auf dem wir unterwegs sind. Der Van tritt kräftig an und rollt gediegen ab – da kommt er der S-Klasse tatsächlich näher als einem Sprinter. Zudem ist er deutlich schneller als der bei 140 km/h abgeregelte Elektro-Vorgänger EQV und wirkt enorm handlich, kriegt er doch erstmals eine Hinterachslenkung. 

800-V-System, 300 kW Ladeleistung & 500 km Reichweite

Zu den Eckdaten gibt es bisher nur lose Angaben. Mercedes' Plan ist es, in den kommenden Jahren Vans und leichte Nutzfahrzeuge sukzessive auf die Elektro-Plattform Van.EA zu stellen. Und hier wird der Mercedes VLE respektive VLS 2026 den Anfang machen. Die Architektur soll in drei skalierbaren Modulen kommen – mit einheitlicher Vorderachse samt Antrieb im vorderen Modul, skalierbarer Batterie in der Mitte und optional mit einer zweiten Antriebsachse im Heck. 

Die fest eingeplante Allradvariante sollte auf spürbar mehr als 221 kW (300 PS) kommen. 800-V-Ladetechnik dürfte im Vergleich zu den aktuellen Versionen die Ladezeiten verkürzen und die Reichweiten sollen obendrein deutlich die 500-km-Grenze überschreiten. Der V-Klasse-Nachfolger soll gleichermaßen aber auch auf der Van.CA-Plattform mit Verbrennungsmotor erhältlich sein.

VLS-Studie Mercedes Vision V: Luxus ohne Ende

Der Mercedes Vision V (2025) steht in Studioumgebung, mit geöffneter Beifahrertür und hinterer Schiebetür von rechts fotografiert.
Foto: Mercedes

Neben der Erlkönig-Testfahrt mit dem fahrdynamisch ausgerichteten Prototyp hatten wir auch schon die Möglichkeit, den handgefertigten Mercedes Vision V mit Schritttempo zu fahren – ein 5,50 m langes Space Shuttle mit reichlich Bling-Bling. Auf Knopfdruck lassen sich hier die Seitenscheiben und das Panoramadach vor neugierigen Blicken schützen.

Zum Entspannen lässt man dann in Ruhe den 65-Zoll-Bildschirm aus dem Boden surren vor die ansonsten verglaste Trennwand zur vorderen Sitzreihe. Darauf laufen dann je nach Gusto Hollywood-Filme oder Videospiele, es gibt Meditationsprogramme und Entspannungsübungen mit beruhigenden Landschaften und sinnlichen Surround-Sounds aus 42 Lautsprechern.

Und wer so gar nichts übrig hat für das ganze Digitale, greift als analoge Alternative nach dem Hochglanz-Schach im gläsernen Sideboard und schüttet sich dazu noch ein wohltemperiertes Destillat aus der Bordbar in die kristallenen Schwenker. Natürlich ist der Mercedes Vision V, typisch Studie, überzeichnet, und doch zeigt die erste Testfahrt, wie ernst es Mercedes damit ist, den V-Klasse-Nachfolger auf S-Klasse-Niveau zu hieven.

Fazit

Wie weit der Höhenflug geht und wie viel Luxus aus dem Vision V letztlich in den neuen Mercedes VLE respektive VLS kommt – all das bleibt bis zur Premiere des Serienmodells im März 2026 noch offen. Aber wir sagen mal so: An Ideen oder an der technischen Basis wird es nicht scheitern.