Mercedes B 200 d: Test

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Mercedes B 200 d: Test
Mercedes B 200 d: Test Foto: Mercedes-Benz

In der dritten Generation tritt die Mercedes B-Klasse so dynamisch auf wie noch nie. Aber wie gut ist sie wirklich? >> Mehr zum Thema Tests

Mercedes B 200 d: Test
Mercedes B 200 d: Test Foto: Mercedes-Benz

Seine Sparsamkeit verdankt der neue B einer Vielzahl technischer Maßnahmen: Die Aerodynamik glänzt mit einem günstigen Luftwiderstandsbeiwert (cW 0,24).

Mercedes B 200 d: Test
Mercedes B 200 d: Test Foto: Mercedes-Benz

Viele Elemente des Designs ähneln jenen der aktuellen A-Klasse.

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Mercedes B 200 d: Test Foto: Niklas Gotta

Gute Rundumsicht im modernen Cockpit mit zwei 10,25-Zoll-Screens und Touchpad (Display-Paket, 1477 Euro).

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Mercedes B 200 d: Test Foto: Niklas Gotta

Das Navi (ab 1357 Euro) blendet dank Augmented Reality-Technik (298 Euro) Fahrhinweise in ein Live-Bild der Umgebung ein.

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Mercedes B 200 d: Test Foto: Niklas Gotta

Bequeme Multikontursitze mit Massagefunktion (702 Euro).

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Mercedes B 200 d: Test Foto: Niklas Gotta

Glattflächiger Stauraum mit 445 bis 1530 l Volumen.

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Mercedes B 200 d: Test Foto: Mercedes-Benz

Der 150 PS starke Turbodiesel verspricht muntere Fahrleistungen und liefert seine volle Kraft von 1400 bis 3200 Touren konstant ab.

Im ersten Test: Der Mercedes B 200 d mit 150 PS – digitaler, dynamischer und angetrieben von einem ebenso sauberen wie sparsamen Diesel.

PositivGeringer Verbrauch, neueste Motorentechnik, Raumangebot, Sicherheit
NegativHoher Grundpreis, Abroll- und Geräuschkomfort

Erstmals zieht die bislang eher bieder gestylte Mercedes B-Klasse beim Test die Blicke der Passanten auf sich. Sie präsentiert sich elegant, reduziert, modernisiert und zugleich emotionaler, dazu frischer denn je – viele Elemente des Designs ähneln jenen der aktuellen A-Klasse. Doch mit mehr Volumen tritt der Mercedes B 200 d nicht nur seriöser auf als der betont lifestylige Kompakte, sondern bietet dank des üppigen Radstands von 2729 Millimeter auch genug Platz als vollwertiges Familienauto. Der 150 PS starke Turbodiesel des Mercedes B 200 d verspricht zudem muntere Fahrleistungen und begegnet der Kritik am Selbstzünder mit vorbildlichen Abgas- sowie niedrigen Verbrauchswerten. Mehr zum Thema: Alles zu Mercedes

Mercedes B 200 d im Test

Der Mercedes B 200 d wiegt vollgetankt 132 Kilogramm mehr als das Grundmodell, rollt auf optionalen 18-Zoll-Rädern und braucht auf unserer Standardrunde im Test (inklusive Volllastpassage auf der Autobahn) 6,2 Liter. Laut Prospekt soll sich der 200 d je nach Ausstattung mit durchschnittlich 4,2 bis 4,5 Liter Diesel je 100 Kilometer begnügen. Wer sich mit der Höchstgeschwindigkeit aber ein wenig zurückhält, kommt in der Praxis mit gut fünf Litern über die Runden, ohne deshalb bummeln zu müssen. Seine Sparsamkeit verdankt die B-Klasse einer Vielzahl technischer Maßnahmen: Die Aerodynamik glänzt mit einem günstigen Luftwiderstandsbeiwert (cW 0,24). Der Motor aus der OM 654-Familie läuft dank minimierter Reibungs- und Thermo-Verluste besonders effizient und wird von einem neuen, achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe optimal ergänzt. Der 2,0-Liter-Diesel stellt mit maximal 320 Newtonmeter Drehmoment zwar keine neuen Rekorde auf, liefert seine volle Kraft aber von 1400 bis 3200 Touren konstant ab und deckt damit beinahe das gesamte Drehzahlband ab: Oberhalb von 3400 Umdrehungen nimmt die Leistung des Merdedes B 200 d ohnehin wieder ab. Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet entsprechend früh hoch und spät wieder herunter. Die Funktion "Segeln" (automatisch auskuppeln und rollen) aktiviert die Elektronik allerdings nur im Eco-Modus. Die Schaltvorgänge selbst laufen weitestgehend ruckfrei und spontan ab. Nur beim Anfahren aus dem Stand – etwa aus engen Parklücken heraus – dürfte die Kupplung sowohl schneller als auch sanfter schließen. So nimmt der Mercedes B 200 d im Test mitunter nur zögerlich, dann aber ruckartig Fahrt auf. Absolut überzeugend ist indes der kultivierte Lauf des Vierzylinders: Lästige Vibrationen oder raues Kaltstart-Nageln kennt er nicht. Zudem wird der Motor nie unangenehm laut, auch wenn sein leicht knurriger Tonfall stets unterschwellig präsent bleibt. Das liegt sicher auch daran, dass die Windgeräusche insgesamt recht leise ausfallen – umso deutlicher treten jedoch auch die  Abrollgeräusche zutage. Auf der anderen Seite glänzt unser Testwagen mit den aufpreisfrei angebotenen Sporträdern (Michelin Pilot Sport 4; inklusive größerer Bremsscheiben vorn) und adaptiven Dämpfern (1178 Euro) in flotten Kurven mit enormen Sicherheitsreserven. Spurstabil und mit neutralem Eigenlenkverhalten stemmt sich der Benz im Ernstfall der Fliehkraft entgegen. Das ESP greift spät ein und steigert die Fahrsicherheit zusätzlich. Die Bremsanlage erweist sich als standfest, dürfte aber ruhig noch entschlossener zupacken. Gleiches gilt für die adaptiven Dämpfer, die im Komfort-Modus zwar ein sensibles Ansprechverhalten der Federn erlauben, bei derben Anregungen oder rasch aufeinanderfolgenden Unebenheiten aber zu lasch agieren. Die Folge: Anregungen überlagern sich und bringen Unruhe in den Aufbau. Im Sport-Setting wirkt die Abstimmung des Mercedes B 200 d harmonischer, weil sie auch dann noch auf unnötige Härte verzichtet.

Spürbar mehr Platz und bessere Rundumsicht im Mercedes B 200 d

Eine weitere aus dem Test resultierende Erkenntnis: Ungeachtet seiner fahrdynamischen Talente empfiehlt sich der Mercedes B 200 d jedoch weiterhin als kompaktes Reiseauto mit einem beachtlichen Raumangebot. Wie bei den Vorgängern setzt das aktuelle Modell auf eine erhöhte Sitzposition (neun Zentimeter höher als in der A-Klasse). Vorteil: Ein- und Ausstieg sind bequemer, die aufrechte Sitzhaltung auf Langstrecken ist entspannter. Auch die Übersichtlichkeit passt, zumal die Dachsäulen so gestaltet wurden, dass die Rundumsicht weiter optimiert wird. Noch deutlicher spürt man den Raumgewinn auf allen Plätzen: Vorn genießen Fahrer und Beifahrer mehr Ellenbogenfreiheit, hinten freuen sich die Insassen über mehr Platz für Knie und Füße. Der Gepäckraum fällt hingegen geringfügig kleiner aus, lässt sich aber dank glatter Flächen optimal nutzen. Eine dreigeteilte, optional verschiebbare Rückbank sowie eine vorklappbare Beifahrersitzlehne (verfügbar ab Mitte 2019) sorgen außerdem für eine bedarfsgerechte und variable Aufteilung des Stauraums. So modern sich der Mercedes B 200 d dank MBUX-Infotainment präsentiert, bleibt er in anderen Punkten doch ein klassischer Mercedes: Bei Assistenz- und Sicherheitssystemen übernimmt er eine Vorreiterrolle, allerdings zu stolzen Preisen.

Connectivity-Test

Mercedes setzt nun auch in der B-Klasse das moderne MBUX-System ein. Die Sprachsteuerung ist zwar genial einfach, weist im Alltag aber noch Funktions-/ Verständnislücken auf. Das Navi (ab 1357 Euro) blendet dank Augmented Reality-Technik (298 Euro) Fahrhinweise in ein Live-Bild der Umgebung ein. Interessante Optionen: Smartphone-Integration (298 Euro), kabelloses Laden und DAB+ (je 238 Euro), Head-up-Display (1178 Euro).

Messwerte & technische Daten des Mercedes B 200 d

AUTO ZEITUNG 7/2019Mercedes B 200 d
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.R4/4; Turbo
Hubraum1952 cm³
Leistung110 kW/150 PS
Max. Gesamtdrehmoment320 Nm
Getriebe/Antrieb8-Gang, Doppelkupplung; Vorderrad
Messwerte
Leergewicht (Test)1602 kg
Beschleunigung (Test) 
0 - 100 km/h8,4 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)219 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,1/35,2 m
Verbrauch (Test/WLTP)6,2/4,2 l D/100 km
CO2-Ausstoß (Test)112 g/km
Preise
Grundpreis35.932 Euro

Fazit

B steht nicht länger für "bieder", sondern für "begabt": Der neue Mercedes B 200 d überzeugt mit hochmoderner und sauberer Antriebstechnik sowie viel Platz bei kompakten Abmessungen. Connectivity und Assistenzsysteme sind wegweisend, die Fahrdynamik ist beachtlich. Komfort, Sicherheit und Vielseitigkeit der neuen B-Klasse relativieren das hohe Preisniveau.