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Autos ohne echte Nachfolger: Legenden mit Neuauflage-Potenzial

In der langjährigen Geschichte des Automobils tauchten immer wieder Modelle auf, die so schnell, schön oder ikonisch waren, dass kein Nachfolger je an sie heranreichte – sofern es denn überhaupt einen gab. Wir haben eine Auswahl an 13 Klassikern getroffen, die eine Neuauflage verdient hätten.

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Collage mit vier Fahrzeugen.
Manche Autos waren kein Kassenschlager und wurden erst posthum zur Legende. Andere wiederum besitzen derart große Fußstapfen, die bis heute kein Nachfolger zu füllen vermag. Wir zeigen die großartigsten Klassiker, die heute ein Revival verdient hätten. Foto: AUTO ZEITUNG
Die Alfa Romeo Giulia GT fahrend von vorne.
Zeitlosigkeit in seiner schönsten Form: Die späteren Alfetta und GTV-Modelle reichten nie an die schnörkellose Eleganz des "Bertone" heran. Ganz abgesehen von dessen Erfolgen im Motorsport, die den Namen GTA weltweit berühmt machten. Auch in den zivilen Varianten fährt die Alfa Romeo Giulia GT mit ihren Doppelnocker-Vierzylindern wie ein Gedicht. Wenn die traditionsreiche Firma aus Mailand jemals eine Neuauflage plant, dann von diesem Auto. Und sowohl mit der noch aktuellen Giulia als auch mit dem baldigen Nachfolger als Basis wäre eine GT-Reinkarnation grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Foto: Wim Woeber
Der Audi Sport Quattro fahrend von vorne.
Den Siegeszug des Allradantriebs hat die Autowelt dem Audi Quattro zu verdanken. Und bis heute findet sich das Quattro-System in beinahe jedem Audi. Zur Legende wurde das Coupé im Rallyesport, wo es als kürzerer und noch stärkerer Sport Quattro in den Händen von Walter Röhrl und Co. von Sieg zu Sieg fuhr. Während der furiose Fünfzylinder (noch) im RS 3 weiterlebt und der normale Quattro konzeptionell durch den RS 5 vertreten wird, wartet das hoch gehandelte Homologationsmodell bis heute auf einen würdigen – gerne ebenso kantigen –Nachfolger. Der inzwischen eingestellte Mittelmotorsportler R8 war nun mal von einem ganz anderen Schlag. Foto: AUTO ZEITUNG
Der BMW M1 fahrend von vorne.
Nur wenige Marken stehen so konsequent für Dynamik ein wie BMW. Umso erstaunlicher, dass der von 1978 bis 1981 gefertigte M1 bis heute ein Solitär geblieben ist. Den XM klammern wir an dieser Stelle bewusst aus – es gibt Gründe. Zur Entwicklung holte sich die Marke Hilfe von Lamborghini, wo der Supersportler auch ursprünglich hätte gebaut werden sollen. Einen Hauch Stier merkt man der von Stardesigner Giugiaro gezeichneten Karosserie an, während hinter dem Fahrgastraum ein klassischer BMW-Reihensechser mit 277 PS (204 kW) werkelt, der später auch in den 6er und M5 gelangte. Zwar sind die Lambo-Verbindungen wegen der Audi-Mutter längst gekappt, allerdings böte sich für eine sensationelle Neuauflage ein anderer Supercar-Player an: Mit McLaren hat BMW dank des F1 bereits eine gemeinsame Vergangenheit. Foto: Aleksander Perkovic
Die Citroën DS fahrend von vorne.
Die französische Limousine muss bei ihrer Präsentation 1955 auf dem Pariser Autosalon neben Ponton-Mercedes und BMW Barockengel wie ein UFO gewirkt haben. Und noch heute begeistert die Citroën DS mit ihrer göttlichen Anmut. Unter dem Blech ging es wegen der Hydropneumatik mindestens genauso avantgardistisch zu. Dank der damit verbundenen automatischen Niveauregulierung fährt sich die Oberklasse wie auf Wolken. Auch im darauf folgenden CX fährt viel Kult mit, aber unter ganz anderen Vorzeichen. Seit 2015 bedient sich Citroën wieder des legendären Namens als eigene Marke, leider ohne eine Neuauflage zu forcieren. Der wenig progressive DS 9 wird der DS als Erbe nicht gerecht. Foto: Wim Woeber
Der DeLorean DMC-12 fahrend von vorne.
Der DeLorean DMC-12 ist Filmfans der "Zurück in die Zukunft"-Reihe dermaßen in das kollektive Gedächtnis gerast, dass man sich fast schon über den fehlenden Flux-Kompensator am Serienmodell wundert. Zum Zeitpunkt der Filme war die Marke längst in einem Wirtschaftskrimi untergegangen, den nur die plötzlich gehypten rund 9000 Autos überlebten. Die Zeitreise in die heutige Serienproduktion wird der Mittelmotorflunder wohl nie gelingen. Die Namensrechte besitzen Autoverrückte in Texas (USA), die trotz fehlender Mittel beinahe jährlich über Neuauflagen sinnieren. Allerdings gäbe es mit Entwicklungshelfer Lotus und Motorenpartner Volvo unter dem gemeinsamen Dach von Geely ein äußerst theoretisches wie kurioses Szenario. Foto: Daniela Loof
Der Ferrari F40 fahrend von hinten.
Ja, nominelle Nachfolger hat der F40 genug, doch als Erstes rollendes Spekulationsobjekt seiner Art ragt dieser Supersportler eben doch aus der Geschichte der Marke heraus. Der letzte Ferrari vor dem Ableben des Commendatore Enzo Ferrari kam zum 40. Jubiläum und sollte folglich das ultimative Auto aus Maranello werden. Für die Italiener:innen damals untypisch setzte man einen aufgeladenen V8 hinter die Sitze, was heute unter anderem im 849 Testarossa Karriere macht. Auch wenn spätere Supersportler schneller wurden, bleibt das teuflische Ansprechverhalten bis heute unerreicht. Selbiges gilt für das simple und deshalb ikonische Design. Foto: Aleksander Perkovic
Der Fiat Multipla stehend seitlich.
Auch wenn der Fiat Multipla eher ein Weg- statt Hingucker war, hätte das wegweisende Konzept einen Erben verdient. Seit dem SUV-Boom schrumpft das Van-Segment zusehends, dabei bieten Modelle wie der Multipla nach wie vor den meisten Platz für ihre Außenmaße. Gerade die Idee, drei Sitzplätze pro Reihe im Auto unterzubringen, war wegweisend. Mit platzsparenden Elektromotoren statt Verbrenner könnte sich die Praktikabilität weiter steigern. Und die fehlende Emotionalität von Elektroautos könnte mit polarisierendem Design behoben werden. Ob der Multipla jemals vom Thron der hässlichsten Autos gestoßen wird, ist allerdings fraglich. Foto: Fiat
Der Ford Capri fahrend von vorne.
An der Stelle des Ford Capri könnten genauso gut Opel Manta und VW Scirocco stehen. Fakt ist: Es fehlen bezahlbare Sportcoupés auf Basis von Großserientechnik. Als der Capri 1969 die Bühne betrat, initiierte er das Segment der bezahlbaren Traumwagen mit, dem viele weitere Modelle folgen sollten. Mit Leistungen von 50 bis 150 PS (37 bis 110 kW) war für jeden Geldbeutel und Anspruch etwas dabei und dank ausreichender Rückbank eignete er sich sogar für Urlaube der jungen Familie. Nachfolger wie Probe und Cougar konnten dem Erbe nicht gerecht werden. Der Erfolg des aktuellen Mustang böte eine Klasse darunter Platz für einen charismatischen kleinen Bruder. Ford entschied sich jedoch anderweitig und benannte ein Elektro-SUV nach dem Kultmobil. Und wie das bislang läuft, ist hinlänglich bekannt. Foto: Jürgen Zerha
Der Lancia Delta HF Integrale Evo fahrend von hinten.
Die erste Generation des Lancia Delta kann man guten Gewissens als italienischen Golf bezeichnen – immerhin zeichnete Giugiaro für beide Kompakten verantwortlich. Besonders vermissen wir aber den wilden HF, speziell als bis zu 215 PS (158 kW) starken Evoluzione. Als Rallyebolide dominierte der Delta die Wertungsprüfungen, während er auf der Straße trotz voller Alltagstauglichkeit sogar Porsche-Modelle in Schach hielt. Gerade im emotionalen Kompaktsportlersegment fehlt ein italienischer Vertreter und da käme ein neuer Delta gerade recht. Und tatsächlich: 2026 soll ein Nachfolger kommen, der womöglich auch als Sport-Version erscheint. Foto: Frank Ratering
Der Mazda RX-7 stehend von vorne.
Seitdem Mazda mit dem RX-8 2012 den letzten Wankelsportwagen abgesägt hat, warten wir sehnlichst auf einen Nachfolger – auch wenn der höchstwahrscheinlich ein Ladenhüter bleiben würde. Am Ende überwiegt nun mal die Sorge vor den laufenden Kosten und der Haltbarkeit der faszinierenden Rotationskolbentechnik. Immerhin erhält der elektrische Mazda MX-30 seit 2022 einen Wankel als Range Extender. Was wir aber viel lieber hätten, wäre ein Sportwagen wie den RX-7, der sich den kompakt bauenden Motor für seine Aerodynamik zunutze macht und sich mit seinem Klang und der Leistungscharakteristik von den Konkurrenten abhebt. So, wie es der RX-7 von 1978 bis 2002 tat. Foto: Mazda
Der Opel GT fahrend von vorne.
Der von 2007 bis 2009 gefertigte Opel GT konnte seinen Namensvetter nie so richtig das Wasser reichen. Er war ja streng genommen nicht mal ein GT, sondern ein Roadster. So wie 1968 würde auch heute dem biederen Modellportfolio ein emotionales Modell gut zu Gesicht stehen, da sind sich Fans und Rüsselsheim einig. Damals basierte der Sportler auf Kadett-Technik, während das Design parallel zur Corvette C3 Form annahm. Unter dem Dach von Stellantis könnte man sich parallel zur damaligen Geschichte mit ganz viel Fantasie einen Mini-Maserati Gran Turismo auf Astra-Basis vorstellen. Foto: AUTO ZEITUNG
Der Saab 900 Turbo fahrend von vorne.
Der Saab 900 steht stellvertretend für alle Nonkonformisten, die sich über die Jahrzehnte in der Mittelklasse versuchten. Die erste Generation des Schweden entstand noch vor der GM-Ära und prägte das Image der Marke mit dem klassischen Fließheck-Design sowie den ausladenden Stoßfängern. Spätestens als Turbo erregte die Limousine auch auf der Autobahn Aufsehen, wo sie mit bis zu 175 PS (129 kW) Anfang der 80er an der 200 km/h-Marke kratzte. Und im 900 brauchte man da nicht mal feuchte Hände zu bekommen, weil er zu den sichersten Autos seiner Zeit gehört. Trotz eines Wiederbelebungsversuches der Marke sind die Lichter in Trollhättan noch immer aus. Foto: Jürgen Zerha
Der VW Käfer fahrend von hinten.
Ja, der Käfer wurde bereits als Retro-Modell neu aufgelegt und das sogar in zwei Generationen. Allerdings fehlte den New Beetle immer die Leichtigkeit und Verspieltheit des Urahnen. Irgendwie haftete ihnen die Nüchternheit des Golf an – immerhin borgten sie sich von ihm die Plattform inklusive des Frontantriebs. Mit einem dritten Versuch könnte es dank des modularen Elektrifizierungsbaukastens wie damals sein: Heckmotor, Hinterradantrieb und das alles zu einem überschaubaren Preis. Wenn dann auch noch das typische Boxer-Sägen aus den Lautsprechern tönt, ist das Remake perfekt, oder? Dass Retro-Modelle im Elektro-Zeitalter funktionieren können, stellt derzeit der ID. Buzz unter Beweis. Foto: Jürgen Zerha

Autos ohne echte Nachfolger gibt es viele, aber nur die wenigsten davon werden Legenden, die eine Neuauflage verdient hätten. Doch manchmal landet eine Marke einen richtigen Volltreffer: Sei es mit einem echten Verkaufsschlager oder dessen sportlichem Ableger, einem Entwurf, der seiner Zeit Jahrzehnte voraus ist, oder einem Sportwagen, der das Image seiner Marke über eine lange Zeit hinweg prägt.

Zu letzterer Kategorie gehört zweifelsohne der Ferrari F40, der den Grundstein für eine ganze Supersportwagen-Ära legte, aber auch der BMW M1, der die sportliche DNA von BMW in absoluter Reinheit verkörpert. Noch einen Schritt weiter geht der Audi Quattro, ohne den wir Allradantrieb immer noch als rustikale Geländetechnik verstehen würden.

Der Ferrari Amalfi im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Von M1 über DS bis hin zu Multipla: 13 Autos ohne echte Nachfolger

Dann wären da volkstümliche Coupés wie Alfa Romeo Giulia GT, Ford Capri oder Opel GT sowie die Sportskanonen Lancia Delta HF und Saab 900 Turbo, die nicht nur als Image-Booster, sondern auch als Volumenmodelle funktionierten.

Technische und optische Leckerbissen wie Mazda RX-7 und Citroën DS hätten ebenso eine Neuauflage verdient wie Kultautos á la DeLorean DMC-12. Warum aber auch der VW Käfer trotz mehrerer Revivals und der schaurige Fiat Multipla einen Platz in der Liste verdient haben, erklären wir in der Bildergalerie!

Fazit

In einer Zeit, in der sich immer mehr Marken auf ihre einstigen Werte und Modelle besinnen, versprechen Retro-Modelle nicht nur, scheinbar verloren gegangene Emotionalität wiederzubringen, sondern auch wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen. Autos wie Alpine A110, Ford Bronco und VW ID. Buzz sind die jüngsten Beweise hierfür. Umso verwunderlicher, dass die hier gezeigten Modelle nach wie vor auf einen echten, modernen Nachfolger warten. Doch Geschichten wiederholen sich bekanntlich – wir sind also gespannt, welches Modell aus unserer Liste als Nächstes ein Comeback feiert.