Kia Optima Hybrid/ VW Passat GTE: Test

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VW Passat GTE, KIA Optima Plug-in Hybrid SW
VW Passat GTE, KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Plug-in-Hybrid-Modelle verbinden moderne Elektromobilität mit traditioneller Verbrennungsmotortechnik zu einer effizienteren Einheit.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der GTE vereint gekonnt souveränen Komfort mit dynamischem Handling.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Im VW genießt der Fahrer zudem den Komfort des beim GTE serienmäßigen Ergo-Comfort-Sitzes.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der VW Passat Variant GTE kombiniert E- und Verbrennungsmotor auf der einen Seite harmonisch für maximale Effizienz und bietet auf der anderen Seite im GTE-Modus ein emotionales Fahrerlebnis.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Sportlich im GTE-Trimm und bis zu 50 km rein elektrisch im E-Mode

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Hochwertiges Interieur mit gewohnt intuitiver Bedienung.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Zum Serienumfang des GTE gehört das Radio Composition Media mit MP3-Funktion, CD-Laufwerk sowie AUX-Anschluss und SD-Karten-Steckplatz.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Trotz weniger Beinfreiheit im Vergleich zum Kia mehr als ausreichend Platz.

VW Passat Variant GTE
VW Passat Variant GTE Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der VW Variant bietet deutlich mehr Laderaum als der längere und breitere Kia Sportswagon.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Laute Abroll- und Fahrwerksgeräusche trüben den Komfort im Optima

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der Kia wirkt lethargisch, verzichtet beim Versuch, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, darauf, in die sechste Stufe seiner Automatik zu schalten und verharrt lieber zahnlos mit hohen Drehzahlen in Stufe fünf.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der Optima Plug-in ist kaum sparsamer als der temperamentvollere Passat GTE

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Bis zu 50 km rein elektrisch im per HEV-Schalter aktivierten E-Modus.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der Touchscreen ist für eine leichte Bedienung nicht optimal platziert.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Ab Werk ist der Koreaner gut ausgestattet. Navisystem mit integrierter Apple CarPlay- und Android Auto-Funktion oder Bluetooth-Freisprecheinrichtung? Alles ist serienmäßig an Bord des Sportswagon.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Selbst für erwachsene Passagiere ist der Beinraum im Fond ausgesprochen üppig.

KIA Optima Plug-in Hybrid SW
KIA Optima Plug-in Hybrid SW Foto: Klaus Huber-Abendroth

Der Kia Optima Plug-in Sportswagon fehlt neben dem Feingefühl in Sachen Komfort vor allem das Temperament des GTE, ohne dass er dafür bei der Effizienz ausgleichend punkten kann.

Im Test stehen sich Plug-in-Hybrid-Modelle gegenüber, die moderne Elektromobilität mit traditioneller Verbrennungsmotortechnik zu einer effizienteren Einheit verbinden. Der Kia Optima Plug-in SW und der VW Passat GTE sind bereits in Richtung Zukunft abgebogen. 

Was wir in Zukunft fahren werden? Möglich ist alles. Was genau, kann jedoch noch niemand sagen. Auf jeden Fall werden die Fahrzeuge – in welcher Form auch immer – elektrifiziert. Ein erster Schritt in diese Richtung sind Plug-in- Hybride. Im Kia Optima Plug-in Sportswagon und im VW Passat Variant GTE lässt sich die Zukunft schon jetzt erfahren. Beide ermöglichen ein lokal emissionsfreies, nahezu geräuschloses elektrisches Gleiten durch die Stadt und bieten auf der anderen Seite dank effizienter Verbrennungsmotoren große Reichweiten für längere Reisen.

Der VW Passat im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Im Test: Kia Optima Hybrid & VW Passat GTE

Apropos Reisen: Dafür benötigt man heute wie damals Platz fürs Gepäck und Bewegungsfreiheit für die Passagiere. Volkswagen zeigt hier eine besonders effiziente Raumökonomie. Denn obwohl die Karosserie des Passat neun Zentimeter kürzer und drei Zentimeter schmaler ist als die des Optima, bietet der Variant innen mehr Größe. Schon Fahrer und Beifahrer profitieren von viel Raum für Kopf und Beine. Und das gilt auch für die Fondpassagiere. Der Kia kontert zwar mit der Kniefreiheit einer Staatslimousine, aber von großem Nutzen ist sie nicht. Auch der Passat gewährt Erwachsenen mehr als ausreichend Beinfreiheit. Viel wichtiger ist die Größe das Ladeabteils. Schon bei aufgestellter Fondlehne fasst der Variant mit 650 Litern unglaubliche 210 Liter mehr als der Sportswagon. Legt man die Lehne um, entsteht nicht nur eine vollkommen ebene Ladefläche, sondern auch ein bis zu 1780 Liter großer Frachtraum. Im Kia sind es hingegen maximal 1574 Liter, zudem bleibt eine Kante im Ladeboden, die das Hineinschieben und Herausziehen von schweren  Gegenständen unnötig behindert. Die Möglichkeit, im Wolfsburger auch noch die Beifahrerlehne nach vorn klappen zu können, kürt den Niedersachsen zum absoluten Lademeister.

Karosserie: Kia mit intuitiver Bedienstruktur

Nicht ganz so groß sind die Unterschiede zwischen den Rivalen bei der Bedienung. Der Kia erleichtert seinem Fahrer den täglichen Umgang mit allen Systemen dank intuitiv erfassbarer Bedienstruktur. Das gilt auch für das komplexere Bediensystem des VW. Sämtliche Menüpfade folgen einem logischen Weg. Lediglich die Bedienung per Touchscreen während der Fahrt lenkt hier wie dort zu sehr vom Verkehrsgeschehen ab. Ein Dreh-Drück-Steller, wie ihn etwa BMW seit Jahren erfolgreich einsetzt, hat deutliche Vorteile. Beide Kombis sind bei der Sicherheitsausstattung up to date. Notbrems- und Spurassistenten sind ebenso erhältlich wie Kurven- und Abblendlicht. Dennoch sammelt der VW mit optionalen Features wie den in die Rücksitzbank integrierten Kindersitzen (520 Euro) und dem Head-up-Display (565 Euro) ein paar Extrazähler auf seinem Sicherheitskonto. Klein, aber fein ist auch der Vorsprung des Passat in Sachen Verarbeitungs- und Materialqualität. Der Kia ist zwar ebenfalls souverän verarbeitet, hier und da knistert es jedoch aus den Verkleidungen im Innenraum.

Fahrkomfort: VW deutlich sportlicher

Auch wenn das Kürzel GTE beim Plug-in-Hybrid klar für Sportlichkeit stehen soll, so beweist der Variant auf Holperstrecken obendrein feine Manieren. Die adaptiven Dämpfer (1200 Euro) begegnen im Komfortmodus Kanten und Fugen mit deutlich mehr Feingefühl als die strafferen, mit nur einer Kennlinie auskommenden Federelemente des Kia. Vor allem auf Querfugen zittern die Aufhängungen des Optima deutlich stärker nach als die des souverän dahingleitenden Passat. Erst mit voller Zuladung absorbiert der Sportswagon Unwegsamkeiten ausgewogener. Im VW genießt der Fahrer zudem den Komfort des beim GTE serienmäßigen Ergo-Comfort-Sitzes. Mit viel Seitenhalt, passend einstellbarer Lordosenstütze, entlastender Lehnenkontur und einer ausziehbaren Schenkelauflage spult man hinter dem Lenkrad des Variant hunderte Kilometer mühelos ab. Die Sitze des Kia weisen spürbar einfachere Konturen auf, sodass man nach längeren Etappen nicht ganz so entspannt aussteigt. Zudem ist der Passat insgesamt leiser unterwegs als der Optima – Wind- und Fahrwerksgeräusche dringen bei ihm deutlich stärker in den Innenraum.

Motor/Getriebe: Optima hat niedrigeren Verbrauch

Die gekonnte Verknüpfung der beiden Antriebsquellen bringt den Passat Variant GTE mit Schwung auf die Überholspur. Er ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h beträchtliche 33 km/h schneller unterwegs als der Optima Plug-in. Auch beim Sprint von null auf Tempo 100 hängt der VW mit elektrischem Boost den Kia locker ab. Ab 150 km/h fühlt es sich an, als würde ein Kleinwagen gegen einen Sportwagen antreten. Der Kia wirkt lethargisch, verzichtet beim Versuch, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, darauf, in die sechste Stufe seiner Automatikzu schalten und verharrt lieber zahnlos mit hohen Drehzahlen in Stufe fünf. Der Passat packt im kernig-sportlichen und auf maximale Leistung programmierten GTE-Modus auch noch bei 180 km/h kräftig zu und stürmt regelrecht auf Topspeed. Auf der anderen Seite gleitet er bei voll geladener Batterie nur von seinem E-Motor angetrieben bis zu 50 Kilometer rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei durch die Stadt und übers Land. Das gilt allerdings ohne Einschränkungen auch für den Plugin-Antrieb im Sportswagon. Das geringere Temperament des Kia wird mit einem etwas günstigeren Verbrauch belohnt. Während sich der Stromverbrauch bei beiden Modellen auf 100 km bei 6,3 kWh einpendelt, verlangt der kleine Turbomotor des Passat 0,6 Liter mehr als der Zwei-Liter-Saugmotor im Kia. Zudem führt beim Passat GTE die unsinnige Art, die Batterie per Charge-Funktion auch während der Fahrt aufladen zu können, den Sinn eines Plugin-Hybriden ad absurdum.

Fahrdynamik: VW-Lenkung arbeitet kontaktfreudiger

Im Alltag präsentiert sich der Variant GTE im Eco- oder im reinen Elektro-Modus als Vernunftsauto. Am Wochenende im GTE Set-up mutiert er dagegen zum Lifestyle-Transporter mit Sportwagen- Ambitionen. Im Dynamik-Trimm äußert sich der kleine Vierzylinder-Turbo nicht nur mit vollmundigerem Bass, auch Lenkung und Fahrwerk arbeiten dann noch kontaktfreudiger mit dem Piloten zusammen. Der GTE stürmt in jede Kehre, bietet einen perfekten Leistungsmix aus beiden Antriebsquellen und überträgt seine Kraft mit viel Gefühl auf die Vorderachse, um mit vollem Schwung wider auf die nächste Gerade zu stürmen. Die schweren Akkus im Heck sorgen zudem für ein deutlich ausgeglicheneres Gewichtsverhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse gegenüber „normalen“ Passat-Modellen. Das dadurch beim Einlenken leicht nach außen drängende  Heck transportiert einen Schuss sportliches Handling in den GTE. Der Kia setzt auf maximale Fahrsicherheit. Seine Lenkung setzt Befehle zwar souverän um, bleibt aber bei der Rückmeldung stumm. Deutlich früher als der Passat erreicht der Optima sein Limit und schiebt über die Vorderräder sicher nach außen.

Umwelt/Kosten: Kia mit unschlagbarer Kostenbilanz

Unschlagbar ist der Kia dafür in der Kosten-/Umweltbilanz. Der bewertete Preis des Testwagens ist fast 5000 Euro niedriger als der des VW. Zudem verursacht der Optima einen geringeren Wertverlust und bietet eine siebenjährige Garantie auf die Technik – der VW beschränkt sich hier standardmäßig auf bescheidene zwei Jahre. Erst bei den Versicherungskosten profitiert der GTE von seiner günstigeren Einstufung.

Technische Daten Kia Optima Hybrid & Passat Variant GTE

 KIA Optima Plug-in Hybrid SWVW Passat Variant GTE
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/44/4; Turbo
Hubraum1999 ccm1395 ccm
Gesamtleistung205 PS218 PS
Leistung Benziner156 PS156 PS
Leistung E-Motor68 PS115 PS
Max. Gesamtdrehmoment375 Newtonmeter400 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Stufen-Automatik /Vorderrad6-Gang, Doppelkupplung /Vorderrad
Beschleunigung  
0 - 100 km/h8,7 s7,3 s
Höchstgeschwindigkeit192 km/h225 km/h
Leergewicht1787 kg1740 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm34,9 m32,9 m
Verbrauch6,2 l S & 6,3 kWh/100 km6,8 l S & 6,3 kWh/100 km
CO2-Ausstoß182/33 g/km196/38 g/km
Grundpreis40.490 Euro45.250 Euro
Testwagenpreis40.490 Euro46.935 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)3020 Punkte3165 Punkte
Platzierung21

Fazit

Vernunft verkauft sich am besten, wenn sie auch noch Spaß macht. Genau deshalb gewinnt der VW Passat Variant GTE diesen Vergleichstest. Er kombiniert E- und Verbrennungsmotor auf der einen Seite harmonisch für maximale Effizienz und bietet auf der anderen Seite im GTE-Modus ein emotionales Fahrerlebnis. Der Kia Optima Plug-in Sportswagon ist einfacher gestrickt. Ihm fehlt neben dem Feingefühl in Sachen Komfort vor allem das Temperament des GTE, ohne dass er dafür bei der Effizienz ausgleichend punkten kann.