Citroën C4 Cactus/Fiat Tipo/Skoda Rapid Spaceback: Test

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Kompaktklassen-Vergleichstest
Kompaktklassen-Vergleichstest Foto: Jürgen Zerha

Der neue Fiat Tipo tritt im Kompaktklassen-Vergleichstest gegen den Skoda Rapid Spaceback und den Citroën C4 Cactus an.

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Kompaktklassen-Vergleichstest Foto: Jürgen Zerha

Der Citroën C4 Cactus fällt in Sachen Fahrdynamik hinter seine beiden Kontrahenten zurück.

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Das schwammige Fahrwerk sorgt für starke Aufbaubewegungen in kritischen Situationen.

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Er hat den einzigen Dreizylinder im Testfeld. Dieser ist kernig, sparsam und durchaus kräftig.

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Das Cockpit ist eine Plastiklandschaft in Grau und Hellgrau mit einem Schuss Extravaganz.

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Der C4 hat breite und straff gepolsterte Sessel, allerdings ohne Seitenhalt.

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Das große Glasdach kostet für die höheren Versionen nur 490 Euro Aufpreis.

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Weil es den 110-PS-Benziner erst ab der Feel-Ausstattung gibt, ist der sieben Zoll große Touchscreen schon serienmäßig – ebenso wie die Fernbedienungstasten am Lenkrad. Ein Audiosystem mit USB- und AUX-Eingang ist ohnehin bei jedem Cactus Standard. Die Bluetooth-Kopplung mit Freisprecheinrichtung ist im Navigations-Paket enthalten und kostet 790 Euro extra – DAB-Radio nochmals 250 Euro. Citroën bietet aber auch ein günstigeres Garmin-Navi für 229 Euro. Über Online-Anbindungen oder App- Kompatibilität verfügt diese Alternative jedoch ebenfalls nicht. Die optionale Citroën Connect-Box (300 Euro) ermöglicht nur Notruf und Assistance-Dienste.

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Der Fiat Tipo ist von den drei Testkandidaten der größte. Acht bis zehn Zentimeter fehlen seinen beiden Kontrahenten in der Breite – ein Umstand, den der Fiat im Innenraum gut auszunutzen weiß.

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Sportlich, wenn auch ein bisschen gefühllos umrundet der Tipo die Pylonen souverän und zügig.

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Das Aggregat ist ein kräftiger 1,4-Liter-Vierzylinder nach alter Turbo-Sitte. Viel Punch, aber auch viel Durst.

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Die Materialien sind nicht besonders edel – dafür aber passgerecht verarbeitet.

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Der Tipo hat einen großen Laderaum ohne Kante bei umgelegter Rückbank.

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Audio- und USB-Anschluss sind Serie, Sitzheizung kostet im Lounge 850 Euro.

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Das Uconnect-Touchscreen-Radio ist beim Tipo in der Ausstattungsvariante Easy und auch für den Turbo-Benziner Standard. Der Bildschirm ist fünf Zoll groß, lässt sich einfach bedienen und am linken Rand über einen animierten Regler sogar abschalten. Das Update zum Navigationsgerät kostet 750 Euro und beinhaltet immerhin die hinteren Parksensoren. In der teuren Lounge-Version wächst der Bildschirm auf sieben Zoll. Das System ermöglicht dann zusätzlich Bluetooth-Audiostreaming und den Zugriff auf die Uconnect-Live-Dienste mit mobilen Apps aus dem Apple- oder Google-Playstore. Allerdings muss dafür ein Telefon gekoppelt werden – einen eigenen Zugang hat das System nicht.

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Der Skoda Rapid Spaceback hat das beste Gesamtpaket. Er weist die perfekte Raumausnutzung, eine sehr gute Verarbeitung und die sportlichsten Fahrleistungen auf.

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Für diese Preisklasse hat der Skoda Rapid eine ungewöhnlich präzise Fahrdynamik, dank straffem Fahrwerk und guter Lenkung.

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Im Monte-Carlo-Look hat der Rapid eine edle Anmutung und top Bedienung, negativ allerdings das viele harte Plastik.

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Die sehr guten Sportsitze sind in der Monte-Carlo-Ausstattung serienmäßig.

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Der Frontradar mit City-Notbremsassistent kostet faire 270 Euro Aufpreis.

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Auch im Skoda sind USB-Anschluss und AUX-Schnittstelle Standard.

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Das Standard-System im Rapid Ambition besitzt schon sechs Lautsprecher, USB- und AUX-Anschluss sowie zwei SD-Kartenslots. Für nur 100 Euro lässt es sich mit digitalem Radioempfang (DAB) aufrüsten. Für 600 Euro bieten die Tschechen das Infotainment Bolero mit 6,5-Zoll-Touchscreen und Bluetooth-Freisprecheinrichtung an, das sich über Smart-Link (150 Euro) auch mit dem eigenen Telefon koppeln lässt (Apple CarPlay, Android Auto, MirrorLink). Die Erweiterung zum vollwertigen Navigationssystem berechnet Skoda mit zusätzlich 490 Euro. Das SmartGate zum Übertragen von Fahrzeugdaten aufs Handy (inklusive Efficiency- und Service-App) kostet weitere 130 Euro.

Klassischer Fall für einen Vergleichstest : Der neue Fiat Tipo ist so groß wie ein VW Golf, aber so günstig wie ein Skoda Rapid oder ein Citroën C4 Cactus. Wird der schicke Italiener die neue Preis-Leistungs-Empfehlung unter den kompakten Allroundern?

Sonderangebot! Hersteller und Werbeindustrie lieben diesen Begriff. Dabei steckt nur selten eine wirkliche Verlockung dahinter, vor allem für Neuwagenkäufer. Wenn Fiat allerdings den neuen, bildschönen Tipo im Rahmen der Big-Deal-Aktion schon ab 10.990 Euro anbietet, dann sollte man genauer hinsehen. Schließlich handelt es sich um ein Auto in der Größe eines VW Golf. Auch wenn man Händler-Eintauschprämie und Finanzierungsvorteil abzieht, bleibt der Italiener noch deutlich unterhalb des günstigsten Golf-Modells auf dem Preisniveau von Citroën C4 Cactus und Skoda Rapid. Und anders als in anderen Fahrzeugsegmenten kann man sich in diesem Umfeld sogar die stärkeren Turbo-Benziner mit mehr als 100 PS leisten. Ein Vergleichstest mit drei echten Sonderangeboten.

Der Fiat Tipo im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Fiat Tipo mit meistem Platz im Test

Der äußere Eindruck täuscht nicht. Der neue Fiat Tipo ist das größte Auto in diesem Trio und pflegt vor allem mit seiner Breite von 1,80 Metern einen stattlichen Auftritt. Zum Vergleich: Der Skoda Rapid mit 1,71 Metern und der Citroën C4 Cactus mit 1,73 Metern sind eine Handbreit schmaler. Innen kann der Fiat diesen Vorteil gut ausspielen. Allerdings ist die Luft nach oben vor allem auf der Rückbank begrenzt. Hier können aber auch der Citroën Cactus und der Skoda wegen des großen Glasdachs nicht gerade punkten. Für zwei Erwachsene und zwei große Kinder sind alle drei aber vollwertige Autos. Zumal es die Kofferräume auch mit ausreichend Gepäck aufnehmen. Größter im Test: der Tipo mit 440 Litern. Die hohe Zuladung von mehr als 450 Kilogramm und die Anhängelast von 1,2 Tonnen berufen den Italiener obendrein zum schicken Lastenesel. Kann man sich bei der Standard-Multimedia-Bestückung mit USB- und AUX-Anschluss sowie Touchscreen-Bedienung nicht beschweren, gehört eine umfangreiche Sicherheitsausstattung in dieser Preisklasse aber noch nicht zum Standard. Spurhalteassistent oder Toter-Winkel-Warner gibt es hier wie da jedenfalls nicht einmal gegen Aufpreis. Immerhin steht bei Skoda und Fiat ein City-Notbremsassistent in der Aufpreisliste. Citroën kontert mit der optionalen Connect-Box samt SOS-Taste und dem serienmäßigen Berganfahrassistenten. Xenonscheinwerfer gibt es dagegen nur beim Skoda. In der nahezu voll bestückten Monte-Carlo-Version schmücken die sogar schon serienmäßig die Front. Die vielen harten Plastikoberflächen im Innenraum lassen einen aber auch im teuersten aller Rapid-Modelle nicht vergessen, in welcher Preisklasse man unterwegs ist. Aufgeschäumte Kunststoffe oder edel anmutende Materialien sucht man jedenfalls – wie auch in den anderen Modellen – vergebens.

Der Fahrkomfort ist im Skoda Rapid am besten

Spätestens wenn man längere Strecken auf dem Monte-Carlo-Gestühl des Skoda Rapid verbracht hat, weiß man dessen Güte zu schätzen. Zum einen, weil man einen festen und bequemen Halt hat, zum anderen, weil auch die tiefe Positionierung im Auto gut zum sportlichen Auftritt des Tschechen passt. Dagegen sitzt man im Citroën eher obenauf – was zwar den luftigen Charakter des Franzosen ausmacht, auf längeren Strecken aber etwas unbequem werden kann. Zudem fehlt es der couchähnlichen Bestuhlung an Seitenhalt. Der ist im Tipo etwas besser gegeben, auch wenn die weichen Polster nicht besonders wertig erscheinen. Dafür passt die Geräuschdämmung im Italiener. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten geht es hier jedenfalls am ruhigsten zu. Auch der Federungskomfort ist keine Enttäuschung. Wie der Citroën grundsätzlich komfortabel ausgelegt, kommt er mit schlechten Straßen doch besser zurecht als der Franzose. Dieser neigt bei mehreren aufeinanderfolgenden Wellen schon mal zum Aufschaukeln. Mag das Fans der französischen Fahrwerkstraditionen noch gefallen, so mangelt es doch insgesamt etwas an Souveränität. Die versprüht der Skoda trotz seiner sehr straffen Fahrwerksauslegung umso mehr. Das satte Abrollen und das schnelle Beruhigen des Aufbaus nach starken Anregungen passen gut zu seinem quirligen Charakter, der sich auch bei voller Besetzung nicht ändert. Obendrein fühlen sich vor allem Großgewachsene wegen der ausgefeilten Ergonomie sehr wohl im Tschechen, obwohl er deutlich kleiner ist als der Fiat.

Motor/Getriebe: Skoda-Aggregat mit 125 PS vorn

Auch bei den Fahrleistungen liegt der Rapid vorn, mit 125 PS steht sein Turbo-Vierzylinder ja auch am besten im Futter. Serienmäßig kombiniert Skoda den starken 1,4 TSI mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. So angetrieben beschleunigt der Rapid in 8,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Rivalen brauchen eine gute Sekunde länger. Allerdings fällt der kleine Leistungsunterschied im Fiat kaum auf. Auch sein Vierzylinder-Turbo (1,4 T-Jet) verfügt über reichlich Punch, der aber etwas plötzlicher einsetzt als der des Skoda-Triebwerks. Nur die hakelige Sechsgang-Schaltung verhagelt dem Tipo bessere Beschleunigungszeiten. Erstaunlich gut hält da der Citroën mit, der mit nur drei Zylindern und 1,2 Liter Hubraum auskommt. Sein rauer Dreizylinder-Sound klingt zwar nicht ganz so spritzig wie jener der Vierzylinder, hinterlässt aber trotzdem einen kernigen Eindruck. Auf längeren Touren fehlt dem Getriebe aber ein sechster Gang wie im Fiat. Dennoch trägt der Verzicht auf einen Zylinder Früchte im Alltag. Der Cactus glänzt mit dem niedrigsten Verbrauch, auch wenn 6,3 Liter kein Ruhmesblatt sind. Solche Werte erreicht der Fiat nur mit extrem sensiblem Gasfuß. Im Schnitt muss man mit 7,6 Litern rechnen (Rapid: 6,8 Liter).

Bei der Fahrdynamik fällt der Citroen C4 zurück

Näher rückt der Fiat dem Skoda auf dem abgesperrten Handlingparcours. Auch wenn sich die Rundenzeiten wegen der indifferenteren Lenkung nicht so sauber wiederholen lassen wie im Tschechen, so geht der Tipo durchaus sportlich zur Sache. Passend bissig zeigen sich die Bremsen. Bremswerte um 35 Meter gehen jedenfalls in Ordnung. Bei den Fahrdynamik-Prüfungen muss man im Citroën dagegen Abstriche machen. Die starken Aufbaubewegungen, das schwammige Fahrgefühl und die gefühllose Lenkung verhageln dem Franzosen gute Noten. Hinzu kommen die schlechtesten Bremswerte unter den dreien. Hellwach und agil präsentiert sich hier der Skoda mit guter Traktion, hervorragender Lenkung und top Bremsen. Er siegt auch im Dynamik-Kapitel.

Umwelt/Kosten: Fiat mit der fairsten Preispolitik

Mit deutlich weniger als 20.000 Euro Einstiegspreis gehören der neue Fiat Tipo (1.4 T-Jet) und auch der Citroën C4 Cactus trotz ihrer kräftigen Turbo-Benziner zu den Sonderangeboten im Fahrzeugmarkt. Klimaanlage, elektrische Fensterheber und USB-Radios mit Touchscreen sind für diesen Preis sogar schon an Bord. Fair kalkuliert haben gerade die Italiener auch die höheren Ausstattungsvarianten bis hin zum Topmodell Lounge, das mit gleicher Motorisierung schon ab 18.450 Euro im Schaufenster steht und sich nur noch mit einigen Paketen zur Vollausstattung aufrüsten lässt. Da ist die oberste von sieben Ausstattungslinien des Cactus mit 22.890 Euro schon deutlich teurer. Der Skoda ist nur auf den ersten Blick noch günstiger. Gibt es den 110 PS starken 1.2 TSI nämlich noch ab 16.730 Euro, so ist der 1.4 TSI mit 125 PS und Doppelkupplungsgetriebe erst ab 21.290 Euro zu bekommen. Dafür enthält die Ambition-Variante schon einige Extras wie Klimaanlage, Lederlenkrad oder Nebelscheinwerfer serienmäßig. In der getesteten Topversion Monte Carlo (23.890 Euro) kommt der kompakte Skoda mit Xenon-Scheinwerfern, Panoramadach und Sportsitzen regelrecht edel daher.

Technische DatenCitroën C4 Cactus 1.2 Puretech 110Fiat Tipo 1.4 T-JetSkoda Rapid Spaceback 1.4 TSI DSG
Motor3/4, Turbo4/4, Turbo4/4, Turbo
Hubraum1199 ccm1368 ccm1395 ccm
Leistung110 PS120 PS125 PS
Max. Drehmoment205 Nm215 Nm200 Nm
Getriebe5-Gang, manuell6-Gang, manuell7-Gang, Doppelkpl.
AntriebVorderradVorderradVorderrad
Leergewicht1020 kg1275 kg1185 kg
L/B/H in mm4157/1729/14904368/1792/14954304/1706/1459
Kofferraum358 l440 l415 l
0-100 km/h9,9 s9,8 s8,6 s
Höchstgeschw.190 km/h200 km/h200 km/h
Test-Verbrauch6,3 l S/100 km7,6 l S/100 km6,8 l S/100 km
Grundpreis18.540 Euro17.450 Euro21.290 Euro
Testwagenpreis19.330 Euro19.100 Euro23.890 Euro
Platzierung321

Fazit

Mit dem Fiat Tipo haben die Italiener einen günstigen Allrounder auf die Beine gestellt, der keinesfalls einen billigen Gesamteindruck macht. Das gute Platzangebot, die fair kalkulierte Ausstattung und die schicke Optik sprechen für ihn. Allerdings erweist sich der kräftige Turbo-Benziner als etwas durstig. Nicht zuletzt deswegen muss er dem Skoda Rapid Spaceback am Ende den Vortritt lassen. Der Tscheche gewinnt diesen Vergleichstest trotz kleinerer Maße mit perfekter Raumausnutzung, besserer Verarbeitung und sportlicheren Fahrleistungen. Für die interessiert sich der Citroën C4 Cactus überhaupt nicht. Als Drittplatzierter pflegt der Franzose alte Traditionen und Extravaganzen und hat sich dadurch schon jetzt einen erstaunlich großen Kundenstamm gesichert.