Autopilot im Test: Tesla/Audi/BMW/Mercedes

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Audi, BMW, Mercedes und Tesla: Autopilot-Vergleich
Audi, BMW, Mercedes und Tesla: Autopilot-Vergleich

Wie gut funktionieren Autopilot & Co. wirklich? Unser Vergleichstest mit Audi Q7, BMW 7er, Mercedes E-Klasse und Tesla Model S klärt die Stärken und Schwächen der Systeme.

Tesla Model S: Autopilot-Test
Tesla Model S: Autopilot-Test

Auf Autobahnen mit klarer Begrenzungsmarkierung kann der Tesla im Gegensatz zu den deutschen Rivalen über lange Distanzen eigenständig fahren.

Tesla Model S: Autopilot-Test
Tesla Model S: Autopilot-Test

Der Tesla-Autopilot funktioniert trotz einfacher Sensorik vor allem auf der Autobahn erstaunlich gut und verleitet zum freihändigen Fahren.

Tesla Model S: Autopilot-Test
Tesla Model S: Autopilot-Test

Sämtliche Assistenten lassen sich über den hochauflösenden 17-Zoll-Touchscreen sehr übersichtlich einstellen.

Tesla Model S: Autopilot-Test
Tesla Model S: Autopilot-Test

Spurführung und Abstandsregeltempomat werden auf dem großen Display des Tesla Model S sehr anschaulich dargestellt.

Tesla Model S: Autopilot-Test
Tesla Model S: Autopilot-Test

Alle Sensoren sind schon im Einstiegsmodell Serie – genau wie Notbremsassistent, Tempomat, Einparkhilfe und Toter-Winkel-Warner. Nur die Aktivierung der Autopilot-Software kostet 3300 Euro extra.

Audi Q7: Autopilot-Test
Audi Q7: Autopilot-Test

Das aufblasbare Autoheck simuliert ein Stauende auf der Teststrecke. Alle vier Testkandidaten bremsen selbstständig bis zum Stillstand, auch der Audi Q7.

Audi Q7: Autopilot-Test
Audi Q7: Autopilot-Test

Der Nachtsichtassistent erkennt dank Infrarot Personen auch bei totaler Dunkelheit und warnt rechtzeitig (2100 Euro).

Audi Q7: Autopilot-Test
Audi Q7: Autopilot-Test

Der Audi Q7 hat gleich zwei Fernbereichsradar-Augen. Das verbessert die Messgenauigkeit des adaptiven Tempomaten.

Audi Q7: Autopilot-Test
Audi Q7: Autopilot-Test

Die Bedienung der verschiedenen Audi-Assistenten erfolgt etwas kleinschachtelig über die Hebel links vom Lenkrad.

BMW 7er: Autopilot-Test
BMW 7er: Autopilot-Test

Fußgänger erkennt die Sensorik bei allen vier Fahrzeugen eindeutig – allerdings ist der Dummy mit genormter, gut erfassbarer Kleidung angezogen.

BMW 7er: Autopilot-Test
BMW 7er: Autopilot-Test

Ferngesteuertes Parken kostet beim BMW 7er 550 Euro und gelingt kinderleicht per Display-Schlüssel.

BMW 7er: Autopilot-Test
BMW 7er: Autopilot-Test

Einfache Einstellung aller Systeme über den mittigen Assistenz-Knopf und das iDrive-System mit großem Touchscreen-Display.

BMW 7er: Autopilot-Test
BMW 7er: Autopilot-Test

Aktiviert werden Spurhalter, Tempomat und Limiter im BMW 7er über die linken Lenkradtasten. Schade: Nicht einmal der Notbremsassistent ist im Münchner serienmäßig an Bord.

Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test
Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test

Der Toter-Winkel-Warner (536 Euro) in der E-Klasse erkennt auch den Querverkehr beim Rückwärts-Ausparken (Rear Cross Traffic Alert).

Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test
Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test

Sämtliche Assistenzsysteme werden beim Mercedes über das hochaufgelöste Zentraldisplay eingestellt.

Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test
Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test

Lenk- und Spurassistent werden einfach über eine Schalterleiste links vom Lenkrad der E-Klasse aktiviert.

Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test
Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test

Die Stereo-Kamera in der Frontscheibe blickt mit bis zu 500 Meter Sichtweite weit voraus.

Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test
Mercedes E-Klasse: Autopilot-Test

Anders als bei Tesla haben die deutschen Konkurrenten auch im Heck Radarsensoren für die Querverkehrserkennung oder die Heckkollisionsprävention. Hinzu kommen beispielsweise beim Mercedes Stereo-Kameras und Nahbereichsradare rundum.

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

Optimale Bedingungen: Die Spurhalte- und Lenkassistenten, die sich via Kamera in der Frontscheibe optisch an den Fahrbahnmarkierungen orientieren, funktionieren am besten ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... bei klarem Wetter auf der Autobahn. Hier sind dann sogar automatische Spurwechsel möglich (Tesla, Mercedes), die über den Blinkerhebel eingeleitet werden.

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

Schlechte Bedingungen: Nebel, Regen oder Schnee behindern nicht nur die Sicht des Fahrers, sondern obendrein die der Kamera, die für die Spurführung verantwortlich ist. Auch Pfützen auf der Fahrbahn ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... können die Regelsensorik irritieren und Unruhe in die Lenkung bringen. Bei Baustellenbaken und extra gelben Fahrspurmarkierungen sollte man aus Sicherheitsgründen in allen Autos unbedingt selbst das Steuer übernehmen.

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

Fazit: Auch wenn es uns Tesla glauben lassen will – die Zeiten, in denen man sich als Fahrer während der Fahrt entspannt zurücklehnen oder gar die Augen schließen kann, ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... sind noch längst nicht angebrochen. Trotzdem begeistert der erstaunlich gut funktionierende Autopilot gerade auf der Autobahn ungemein. Doch er führt in die Irre: Denn so sicher, ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... wie sich das Tesla Model S damit anfühlt oder wie die deutschen Konkurrenten ist der Amerikaner mit seiner begrenzten Sensorik längst nicht. Audi Q7, BMW 7er und ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... vor allem die Mercedes E-Klasse bieten – mit allen Assistenzsystemen bestückt – deutlich mehr Sensoren, Rechenleistung und damit Sicherheit. Dass sie ...

(Teil-) Autonomes Fahren im Test
(Teil-) Autonomes Fahren im Test

... das Steuern dennoch nur kurz übernehmen, hat einen guten Grund: Nur so behält der Fahrer sein Schicksal selbst in der Hand.

Autopilot-Test: Das Tesla Model S und dessen Autopilot ist in aller Munde. Doch was steckt hinter der Technik? Hinken die deutschen Premium-Hersteller mit Audi Q7, BMW 7er oder Mercedes E-Klasse hier tatsächlich hinterher? Unser Vergleichstest schafft Klarheit.

Die Autobahn ist nicht besonders voll an diesem sonnigen Julitag. Lautlos gleitet das weiße Tesla Model S über den Asphalt. Zweimal haben wir den kleinen Hebel links an der Lenksäule gezogen. Jetzt leuchtet das Lenkrad im Display schon seit einer Minute blau. Der Autopilot ist aktiv. Er hält die Spur auch in längeren Kurven, erkennt ausscherende Autos, unterscheidet sogar Lkw, Pkw und Motorräder und bewältigt letztlich selbst Spurwechsel und Stop-and-go-Fahrt. Nur hin und wieder erinnert eine Warnung daran, die Hände ans Lenkrad zu nehmen. Es sind die ersten autonomen Kilometer in diesem Vergleichstest, zu dem wir auch Audi Q7, BMW 7er und Mercedes E-Klasse gebeten haben. Und der amerikanische Elektro-Sportler absolviert sie tadellos. Schon nach kurzer Zeit fasst man Vertrauen in die Technik und lässt sich vom Tesla sorgenfrei über die Autobahn chauffieren. Doch es drängt sich Argwohn auf. Sind die Amerikaner den deutschen Autoherstellern so weit voraus? Ein gefährlicher Trugschluss, wie ein Blick auf die Technik und der Vergleich mit den drei deutschen Premium-Automobilen beweist.

Video: Tesla Model S mit Autopilot in Unfall verwickelt

Video Platzhalter

Autopilot-Test: Wie schlägt sich der Tesla-Autopilot

Autopilot! Was für ein verheißungsvolles Wort. Es verspricht Fortschritt, Komfort und Sicherheit auf einem märchenhaften Niveau. Technisch gesehen ist das, was Tesla für 3300 Euro extra beim mindestens 76.600 Euro teuren Model S anbietet, kein Märchen. Vielmehr ist es eine sehr reizvoll und intelligent verpackte Mischung aus einem adaptiven Abstandsregeltempomaten (per Radar) mit Notbrems- und aktivem Spurhalteassistenten (per Kamera). Im Grunde handelt es sich aber um die gleichen Assistenzsysteme, die auch deutsche Hersteller anbieten. Nur haben Letztere noch längst nicht den Mut, mit dem Begriff Autopilot zu prahlen und ihre Autos auf längeren Strecken teilautonom im Verkehr mitfahren zu lassen – selbst wenn im Fall von Audi Q7, BMW 7er und Mercedes E-Klasse deutlich mehr Sensorik und Rechenleistung an Bord ist als im Tesla. Der greift für die Autopilot-Funktion nur auf die Daten eines Fernbereichsradars, einer Kamera und der Ultraschall-Einparksensorik zurück. Beispiel Mercedes: Die E-Klasse besitzt mit dem Fahrerassistenzpaket Plus (2856 Euro) neben der üblichen Ultraschallsensorik zum Einparken rund ums Auto gleich zwei Kameras hinter der Windschutzscheibe (Stereo Multi Purpose Camera), die bis zu 500 Meter weit räumlich sehen können. Zudem überwacht ein Fernbereichsradar den Bereich bis 250 Meter vor dem Auto und ein zweiter im Heck den Bereich bis 80 Meter hinter dem Auto. Obendrein sitzen hinter den vorderen und hinteren Stoßfängern an allen Fahrzeugecken vier Mittelbereichsradare (bis 40 Meter Reichweite), die herannahende Autos und den Querverkehr erkennen können. Das Fahrzeug behält also stets einen 360-Grad-Rundumblick.

Autopilot-Test: Audi, BMW und Mercedes mit mehr Sensorik


Dennoch lässt Mercedes den "Chauffeurs-Modus" nur in bestimmten Situationen und in einem eng begrenzten Zeitraum zu. Ähnlich verhält es sich übrigens beim Audi Q7 (Assistenzpakete City und Tour: 3040 Euro) und beim BMW 7er (Driving Assistant Plus: 3100 Euro). Tesla beweist also großen Mut, eine vergleichsweise rudimentäre Sensorik für einen Autopiloten zu nutzen. Dass dieser nicht alle Verkehrssituationen beherrschen kann, zeigte der tödliche Unfall  in Florida, bei dem ein Model S mit hoher Geschwindigkeit unter einen kreuzenden Lkw fuhr. Egal, ob viele oder wenige Sensoren verbaut sind – bewertet man den Funktionsumfang der getesteten Fahrzeuge nach dem Stufenmodell des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), so handelt es sich nur um die Kategorie 2 des autonomen Fahrens. Das System kann die Kontrolle schließlich nur in einem spezifischen Anwendungsfall übernehmen – der Fahrer muss es aber ständig überwachen. Vollautonome Autos, die alle erdenklichen Situationen meistern und nicht vom Fahrer überwacht werden müssen, stehen auf der Stufe 5 und sind in Sachen Serienreife noch Zukunftsmusik. Der Autopilot von Tesla deckt also genau wie die Fahrassistenten der deutschen Hersteller nur einige Verkehrssituationen ab – so steht es ja auch im Kleingedruckten der Bedienungsanleitungen. Eine dieser Situationen ist das plötzliche Auftauchen eines Hindernisses bei Stadt-Tempo. Hier soll der Notbremsassistent eingreifen. Im Test auf abgesperrter Strecke erkannten die Systeme bei allen vier Fahrzeugen sowohl das aufblasbare Autoheck als auch den Fußgängerdummy auf der Straße sicher und zuverlässig und leiteten bei Geschwindigkeiten bis 60 km/h eine rechtzeitige Vollbremsung vollautomatisch ein. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob der Abstandsregeltempomat aktiviert ist oder nicht. Sämtliche Unfallsituationen wurden verhindert.

Autopilot problematisch bei schlechter Sicht


Ebenso verdienen die adaptiven Geschwindigkeitsregler viel Lob. Die Zeiten, in denen plötzlich ausscherende Autos für ruckartige Bremsmanöver sorgen, sind längst Vergangenheit. Stattdessen werden die Eingriffe sanft und komfortabel geregelt und lassen sich sogar in der Sensibilität einstellen. Regen oder Dunkelheit haben darauf keinen Einfluss. Im Mercedes wird der Fernbereichsradar im Winter sogar beheizt, sodass er auch bei starkem Schneefall funktioniert. Dank Stauassistent dürfen die deutschen Fabrikate im Stop-and-go-Verkehr sogar länger als bei höherem Tempo teilautonom fahren, wiederanfahren und folgen dabei sogar dem Vordermann beim Spurwechsel (BMW, Mercedes). Die Systeme von Mercedes E-Klasse und vor allem des Audi Q7 stechen obendrein mit einer wirkungsvollen Vernetzung von Verkehrszeichenerkennung und topografischen Daten aus dem Navigationssystem hervor. Fährt man beispielsweise in eine geschlossene Ortschaft ein oder auf eine scharfe Kurve zu, so drosselt der Tempomat automatisch die Geschwindigkeit entsprechend. Mehr zum Thema: Mercedes E-Klasse fordert A6 und 5er heraus

Die kamerabasierten Spurhalteassistenten funktionieren dagegen nur bei optimalen Bedingungen. Ist die Sicht schlecht, die Fahrbahnmarkierung unterbrochen oder in Baustellen von gelben Linien durchkreuzt, steigen die deutschen Systeme schnell aus. Nicht immer ertönt davor ein Warnton. Und so kann es passieren, dass beispielsweise der BMW in eine leichte Autobahnkurve einlenkt, plötzlich aber das System deaktiviert. Aktives Mitlenken ist hier nicht nur ratsam, sondern unbedingt nötig. Der Autopilot des Tesla kann einen Spurverlust länger kaschieren und orientiert sich im Zweifel am vorausfahrenden Auto (leuchtet blau im Display). Das kann aber hier und da schon mal für Schrecksekunden sorgen. Denn nur ein schneller beherzter Griff ins Lenkrad hält die Technik davon ab, in Baustellen eine Bake zu streifen oder dem Vordermann in eine Ausfahrt zu folgen. Ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat, spüren Audi, BMW und Mercedes übrigens über Sensoren im Lenkrad – der Tesla über das Haltemoment. Dass man die Hände während der Fahrt vom Steuer nehmen darf, davon steht ja auch bei Tesla nichts geschrieben. Allerdings verleitet einen der Autopilot regelrecht dazu. Und das kann unter Umständen gefährlich werden.

BewertungAudi
Q7
BMW
7er
Mercedes
E-Klasse
Tesla
Model S
Ausstattung4353
Bedienbarkeit3445
Test Notbrems-
assistent
5555
Test Fußgänger-
erkennung
5555
Regelung
adaptiver Tempomat
5454
- inkl. Verkehrszeichen-
  erkennung/topogra-
  fischer Daten
5342
Regelung Spurhaltung3245
Spurwechsel0042
Autonomes Fahren
(Autopilot)
2134
Sicherheitssensorik5551
Gesamt37324436

Fazit

Auch wenn es uns Tesla glauben lassen will – die Zeiten, in denen man sich als Fahrer während der Fahrt entspannt zurücklehnen oder gar die Augen schließen kann, sind noch längst nicht angebrochen. Trotzdem begeistert der erstaunlich gut funktionierende Autopilot im Test gerade auf der Autobahn ungemein. Doch er führt in die Irre: Denn so sicher, wie sich das Tesla Model S damit anfühlt oder wie die deutschen Konkurrenten ist der Amerikaner mit seiner begrenzten Sensorik längst nicht. Audi Q7, BMW 7er und vor allem die Mercedes E-Klasse bieten – mit allen Assistenzsystemen bestückt – deutlich mehr Sensoren, Rechenleistung und damit Sicherheit. Dass sie das Steuern dennoch nur kurz übernehmen, hat einen guten Grund: Nur so behält der Fahrer sein Schicksal selbst in der Hand.