Audi A3/BMW 1er/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf: Test

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Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf
Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf Foto: Frank Ratering

Mit dem neuen Focus schickt sich Ford einmal mehr an, den VW Golf vom Thron der Kompaktklasse zu verdrängen. Viel Platz und ein dynamischer Charakter sollen helfen, dass der Kölner die gesammelten Konkurrenten bezwingt. Und: es funktioniert! >> Mehr Vergleichstests

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Mit 31 Metern aus 100 km/h bremst der Focus auf Supersportwagen-Niveau.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Der Kölner ist ein Siegertyp. Seine aktive und passive Sicherheit setzen neue Maßstäbe, das Raumangebot ist üppig, der Komfort gut.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Trotz nur 125 PS kann der neue Ford Focus fahrdynamisch begeistern.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Beim Kofferraumvolumen legte der Focus zu, er bietet jetzt mit bis zu 1354 Litern (Standard: 375 Liter) das größte Gepäckabteil.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Das Focus-Interieur hat an Wertigkeit ebenso zugelegt wie bei der Bedienbarkeit.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Der Focus erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Apple CarPlay und Android Auto sind Bestandteil des außer in der Basisausstattung Trend serienmäßigen Navigationssystems mit 8,0-Zoll-Bildschirm.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

ST-Sitze: sehen sportlicher aus, als sie sind.

Ford Focus 1.0 Ecoboost
Ford Focus 1.0 Ecoboost Foto: Frank Ratering

Im aktuellen Focus leistet der 1.0-Benziner wie bisher maximal 125 PS, besitzt aber einen neu konstruierten Zylinderkopf und kann im Teillastbetrieb (bis maximal 4200 Touren) sogar binnen 0,014 s den ersten Zylinder vorübergehend stilllegen.

Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf
Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf Foto: Frank Ratering

Das günstigste Auto im Test ist der Opel, der trotz etwas höherer Werkstattkosten bei den Kosten vorne liegt.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Frank Ratering

Der aktuelle Golf ist bereits seit 2012 auf dem Markt.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Frank Ratering

Der Golf hat eine Länge von 4,25 Meter.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Frank Ratering

Auf dem Handlingkurs markiert der gutmütige Golf die Bestzeit.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Frank Ratering

Der 130-PS-Vierzylinder ermöglicht 210 km/h.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Aleksander Perkovic

Golf-Cockpit: in puncto Platz, Übersichtlichkeit und Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Aleksander Perkovic

Eine Bluetooth-Schnittstelle im Golf kostet 205 Euro. Das Top-Navi Discover Pro (2435 Euro, links) beinhaltet unter anderem auch einen MP3- und WMA-fähigen DVD-Player und eine 10-GB-Festplatte zur Speicherung von Multimedia-Dateien.

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Aleksander Perkovic

Die 210 km/h Höchstgeschwindigkeit des Golf und des 118i stellen den Bestwert im Test auf. 

VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion
VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion Foto: Aleksander Perkovic

Zwischen 380 bis 1270 Liter fasst der Kofferaum des Golf.

Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf
Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf Foto: Frank Ratering

Ford verspricht, dass der Focus größer, komfortabler und effizienter als sein Vorgänger geworden sei.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Der Audi A3 Sportback überzeugt mit sehr gutem Federungskomfort

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Mit nicht einmal 1,3 Tonnen ist der Opel Astra gemeinsam mit dem Audi A3 (je 1273 Kilogramm) das absolute Leichtgewicht des Quintetts.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Die Testwagen von Audi und VW liegen preislich insgesamt auf einem ähnlichen Niveau, der Ford rangiert knapp darunter.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Aufgeräumtes und penibel verarbeitetes Audi-Cockpit mit einfacher Bedienbarkeit.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Der A3 Sportback hat eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 206 km/h.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

AUX-In-Anschluss und Bluetooth-Schnittstelle gehören beim A3 zur Serienausstattung. Zwei datenfähige USB-Slots kosten 150 Euro, die vollständige Smartphoneintegration 350 Euro.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Bequeme Sportsitze für 235 Euro.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Der dreizylindrige Einliter-Turbo des Audi A3, der trotz nominell nur 116 PS hängt ausgesprochen munter am Gas und hält problemlos mit den Konkurrenten mit.

Audi A3 Sportback 30 TFSI
Audi A3 Sportback 30 TFSI Foto: Frank Ratering

Sehr variabel: dreiteilige Rückbank (250 Euro).

Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf
Audi A3/BMW 118i/Ford Focus/Opel Astra/VW Golf Foto: Frank Ratering

Mit den dreizylindrigen EcoBoost-Motoren hat Ford schon beim Vorgängermodell konsequent auf das Downsizing-Konzept gesetzt.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Frank Ratering

Der Antrieb des Opel kann nicht richtig begeistern: Zwar beschleunigt der Astra insgesamt am flottesten, doch legt er dabei eine ungleichmäßige Leistungsentfaltung und wenig Drehfreude an den Tag.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Frank Ratering

Partikelfilter und WLTP-Homologation sind für ihn aber selbstverständlich, und der Testverbrauch von 5,9 Litern liegt auf einem Niveau mit dem seiner Rivalen.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Frank Ratering

Der Astra hat den zweitkleinsten Kofferraum, aber die höchste Zuladung.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Frank Ratering

Start-Stopp: Der Motorstart erfolgt zögerlich.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Aleksander Perkovic

Zwar bietet der Rüsselsheimer mit 370 bis 1210 Litern nur das zweitkleinste Kofferraumvolumen, darf dafür aber mit 542 Kilogramm am meisten zuladen.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Aleksander Perkovic

Dem großzügig dimensionierten Opel-Arbeitsplatz fehlt es an Ablagemöglichkeiten.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Aleksander Perkovic

Der Opel Astra umrundet die Handlingstrecke völlig problemlos, bremst zuverlässig.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Aleksander Perkovic

Serienmäßig ermöglicht der Astra die Integration des Smartphones via Apple CarPlay bzw. Android Auto.

Opel Astra 1.4 DI-Turbo
Opel Astra 1.4 DI-Turbo Foto: Aleksander Perkovic

Ergositz (390 Euro) mit hohem Komfort.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Der BMW 118i ist mit einer Gewichtsverteilung von 50:50 perfekt ausbalanciert.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Die Steptronic (2100 Euro) arbeitet sehr sanft.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Der Hinterradantrieb beschert hohe Agilität, schränkt aber den Platz ein.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Das eng geschnittene 1er-Cockpit glänzt mit markentypisch vorbildlicher Ergonomie.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Glatte 210 km/h rennt der BMW 118i.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Zur multimedialen Serienausstattung des BMW 1er zählt eine Bluetooth-Schnittstelle. Das kleinste Navi kostet 1190 Euro, Topsystem ist das Navigationspaket Connected Drive (2390 Euro) mit 8,8-Zoll-Touchscreen.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Sportsitze (490 Euro) mit dicken Wangen.

BMW 118i
BMW 118i Foto: Frank Ratering

Der 118i (6d-Temp) verbraucht im Test durchschnittlich 7,3 Litern und damit deutlich mehr Sprit als die Konkurrenz.

Im aktuellen Test kann der Ford Focus den VW Golf vom Thron der Kompaktklasse stoßen. Die Konkurrenten BMW 118i, Opel Astra und Audi A3 müssen sich ebenfalls dahinter einreihen!

Noch heute schwärmen viele vom agilen und peppigen Fahrgefühl des 1998 eingeführten Escort-Erben. Seither sind vom Ford Focus zwei Nachfolge-Generationen (2004, 2010) erschienen, die zwar immer mehr an Reife gewonnen haben, aber auch immer weniger auf Fahrspaß fokussiert waren. Nun besinnt sich Ford wieder der sportiven Gene des Kompakten und präsentiert mit der aktuellen vierten Generation des Focus eine Neukonstruktion, die den Fahrspaß wieder in den Mittelpunkt rückt. Gleichzeitig verspricht Ford, dass der Focus größer, komfortabler und effizienter geworden sei. Ob’s stimmt? Wir messen den Debütanten in der 125-PS-Benziner-Variante an seinen wichtigsten Wettbewerbern: Allen voran am Seriensieger und Klassenprimus VW Golf (1.5 TSI, 130 PS) sowie am rundum gelungenen Opel Astra (1.4 DI-Turbo, 125 PS). Referenz für Qualität und Komfort ist ein Audi A3 Sportback, der als 30 TFSI mit 116 PS antritt, während ein BMW 118i (136 PS) als Maßstab in Sachen Fahrdynamik dient. Kein leichtes Spiel für den Ford Focus. Mehr zum Thema: Erster Vergleich des Ford Focus

Der Ford Focus im Video: 

Video Platzhalter

Ford Focus im Test gegen Golf und Co. extrem stark

Auch wenn der neue Focus gegenüber dem Vorgänger in den Außenabmessungen nicht allzu deutlich zugelegt und in der Höhe sogar 1,5 Zentimeter verloren hat, bietet er seinen Insassen jetzt eine deutlich bessere Raumökonomie. Vor allem die Fondpassagiere freuen sich über ein üppig dimensioniertes Platzangebot, an das selbst der insgesamt sehr weit geschnittene VW Golf nicht heranreicht. Zwar ist die Kopffreiheit im Fond des Focus-Testwagens durch das optionale Panorama-Glasdach (1200 Euro) etwas eingeschränkt, doch dafür entschädigt die enorme Beinfreiheit mehr als genug – was eine Radstandverlängerung um 27 Millimeter doch ausmachen kann. Fahrer und Beifahrer finden um sich herum ebenfalls viel Freiraum vor, wenngleich sich der Golf in der ersten Reihe noch ein klein wenig luftiger gibt. Auch im Audi und im Opel fühlt man sich auf den Vordersitzen keinesfalls eingeengt. Im BMW hingegen geht es auf allen Plätzen sehr kuschelig zu. Der Münchener ist von allen Konkurrenten am wenigsten als Fünfsitzer zu nutzen – nicht zuletzt weil die Nutzbarkeit des mittleren Platzes auf der Rücksitzbank durch den wuchtigen Kardantunnel des Hinterradantriebs zumindest für Erwachsene stark eingeschränkt wird. Auch beim Kofferraumvolumen legte der Focus zu, er bietet jetzt mit bis zu 1354 Litern (Standard: 375 Liter) das größte Gepäckabteil, gefolgt von Audi (380 bis 1220 Liter) und VW (380 bis 1270 Liter).

Karosserie: Ford Focus mit deutlich besserer Raumökonomie

Bei der Variabilität hingegen erreicht der Kölner auch wegen der fehlenden Dreiteiligkeit seiner Rücksitzbank nicht ganz das Niveau der Konkurrenz. Für A3 (250 Euro), 1er (200 Euro) und Astra (200 Euro) ist dieses Feature optional erhältlich. Der Focus lässt sich nur mit einer Durchlademöglichkeit ausrüsten (250 Euro), der Golf bietet diese als 1.5 TSI serienmäßig. Mit nicht einmal 1,3 Tonnen ist der Opel Astra gemeinsam mit dem Audi A3 (je 1273 Kilogramm) das absolute Leichtgewicht des Quintetts. Zwar bietet der Rüsselsheimer mit 370 bis 1210 Litern nur das zweitkleinste Kofferraumvolumen, darf dafür aber mit 542 Kilogramm am meisten zuladen. Der Ford Focus (527 Kilogramm) ist der einzige weitere Kandidat, der über eine halbe Tonne Ballast an Bord nehmen darf. Bei der Anhängelast hingegen positionieren sich diese beiden Kontrahenten ganz gegensätzlich: Während der Opel 1450 Kilogramm an den Haken nehmen darf, lassen sich mit dem Ford Anhänger bis maximal 1100 Kilogramm ziehen. Dafür markiert der neue Focus bei Sicherheits- und Assistenzsystemen den Maßstab. Zu den Ausstattungs-Highlights in dieser Beziehung zählen der serienmäßige Notbremsassistent inklusive Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung sowie der optionale Ausweichassistent (550 Euro im Paket). Serienmäßig verfügt der Focus zudem wie der Golf und der A3 über eine Multikollisionsbremse zum Festbremsen nach einem Unfall. Und optional ist der Ford jetzt mit Head-up-Display (450 Euro) zu haben – ein echtes Alleinstellungsmerkmal in diesem Testfeld. Auch bei der Bedienbarkeit zeigt sich der Focus gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert, er liegt mit seinem hochauflösenden Touchscreen inklusive intuitiver Menüführung auf dem Niveau des Audi – und damit nur knapp hinter dem Golf und dem unveränderten Klassenprimus in dieser Beziehung, dem BMW. Bei Materialgüte und Qualitätsanmutung hingegen ist der Focus etwas weiter von diesen Drei entfernt.

Fahrkomfort: VW Golf und Opel Astra mit bequemsten Vordersitzen

Der Ford tritt zu diesem Vergleichstest in der Ausstattung ST-Line inklusive Sportfahrwerk an. Trotz des sensiblen Ansprechens der Vorderachse auf Fahrbahnunebenheiten vereitelt die straffe Grundabstimmung eine bessere Beurteilung des Federungskomforts. In diesem Punkt führt kein Weg am sehr  ausgewogenen Audi A3 Sportback vorbei, dessen Passagiere auch dank des gut entkoppelten Aufbaus recht wenig vom jeweiligen Straßenzustand mitbekommen. Ähnlich kommod gibt sich der VW Golf, der zudem gemeinsam mit dem Opel Astra die bequemsten Vordersitze offeriert. Der Rüsselsheimer gibt sich im unbeladenen Zustand etwas unterdämpft, was nach Anregung zu einer allgemeinen Unruhe im Fahrzeug führt. Mit zunehmenden Gewicht absorbiert der Opel Fahrbahnunebenheiten aber mit mehr und mehr Souveränität. In puncto Akustikkomfort ist der Ford mit seiner gelungenen akustischen Dämmung eine Klasse für sich. Im Opel und im VW geht es hingegen auch aufgrund der dröhnigen Vierzylindermotoren recht laut zu, wobei der Geräuscheindruck im Astra der insgesamt schlechteste ist. Auch deshalb muss sich der Rüsselsheimer mit dem sehr straffen BMW den letzten Platz im Komfortkapitel teilen. Der Focus schlägt sich ordentlich, kommt aber an den Golf oder gar an den Audi nicht heran. Mehr zum Thema: Alles zum Audi A3

Motor: BMW-118i-Maschine mit hohem Verbrauch

Mit den dreizylindrigen EcoBoost-Motoren hat Ford schon beim Vorgängermodell konsequent auf das Downsizing-Konzept gesetzt. Im aktuellen Focus leistet der 1.0-Benziner wie bisher maximal 125 PS, besitzt aber einen neu konstruierten Zylinderkopf und kann im Teillastbetrieb (bis maximal 4200 Touren) sogar binnen 0,014 Sekunden den ersten Zylinder vorübergehend stilllegen. Ausgleichswellen, eine Schwungscheibe mit definierten Unwuchten und Hydrolager sollen selbst im Zweizylinder-Modus die nötige Laufruhe sicherstellen. Diese Maßnahme kann den Verbrauch um bis zu sechs Prozent reduzieren. Außerdem verfügt der Focus selbstverständlich über einen Benzin-Partikel-Filter und erfüllt die Euro-6d-Temp-Grenzwerte. Der Wechsel zwischen Drei- und Zweizylinder-Betrieb ist beim Fahren nicht spürbar, und auch die Laufruhe des Einliter-Aggregats kann überzeugen. Ziel erreicht. Überdies schneidet der Ford beim Verbrauchstest mit 5,7 Litern je 100 Kilometer sehr günstig ab. Gleichauf (5,7 Liter) liegt der ebenfalls dreizylindrige Einliter-Turbo des Audi A3, der trotz nominell nur 116 PS ausgesprochen munter am Gas hängt und problemlos mit den Konkurrenten mithält. Erst oberhalb der Richtgeschwindigkeit fällt er ein wenig zurück, was er aber mit seiner angenehmen Klangkulisse ausgleicht. Zudem erfreut sein Getriebe mit präzisen und sauber gestuften Übergängen.

WLTP: VW-Golf-Neuwagen aktuell nicht zulassungsfähig

Auch der 30 TFSI entspricht den aktuellen Erfordernissen und erfüllt dank Benzin-Partikelfilter die Euro-6d-Temp-Vorgaben. Noch ein wenig geschmeidiger läuft nur der 1,5 Liter große Vierzylinder-Turbo des Golf, der in der getesteten BlueMotion-Variante 130 PS leistet. Allerdings steht bei diesem Modell die Homologation gemäß WLTP noch aus – Neuwagen sind darum aktuell nicht zulassungsfähig. Ein weiteres Manko des Antriebs ist seine Anfahrschwäche. Wie der Ford besitzt auch der VW eine automatische Zylinderabschaltung (ACT) und läuft phasenweise als Zweizylinder. Testverbrauch: 5,8 Liter. Der Antrieb des Opel kann nicht richtig begeistern: Zwar beschleunigt der Astra insgesamt am flottesten, doch legt er dabei eine ungleichmäßige Leistungsentfaltung und wenig Drehfreude an den Tag. Zudem klingt der Vierzylinder unter Last angestrengt. Partikelfilter und WLTP-Homologation sind für ihn aber selbstverständlich, und der Testverbrauch von 5,9 Litern liegt auf einem Niveau mit dem seiner Rivalen. Nur der 118i (6d-Temp) verbraucht mit durchschnittlich 7,3 Litern deutlich mehr Sprit. Auch er setzt auf einen Dreizylinder-Turbo, der aus 1,5 Liter Hubraum 136 PS holt. In Verbindung mit der komfortablen, aber aufpreispflichtigen Achtstufen-Automatik spurtet der BMW genauso schnell aus dem Stand auf 100 km/h wie der Opel, wirkt dabei jedoch auch ähnlich freudlos wie der Hesse. Dafür rennt der BMW wie der Golf glatte 210 km/h und zeigt den übrigen Kandidaten so auf der Autobahn die Rückleuchten.

Fahrdynamik: BMW 1er glänzt mit direkter Lenkung

Auf dem Slalomparcours setzt der Hecktriebler ebenfalls eine Bestmarke und glänzt mit einer direkten Lenkung, die vollkommen frei von Antriebseinflüssen arbeitet. Klasse auch, wie exakt sich die Stopper des kompakten BMW dosieren lassen. Die Bremswege von rund 35 Meter sind eher mäßig. Im direkten Vergleich besticht der Ford Focus mit einem ähnlich agilen Handling: Zwar operiert seine Lenkung etwas weniger sensibel, doch dafür erlaubt das Sportfahrwerk des Testwagens ein gezieltes Mitlenken der Hinterachse, ohne dass man fürchten müsste, vom Kurs abzukommen. Der absolute Kracher sind jedoch die Bremsen, die mit gut 31 Meter aus 100 km/h für Verzögerungswerte auf dem Niveau von Supersportwagen sorgen. Sensationell! Schade nur, dass das prinzipiell dezent regelnde ESP des Focus die Gasannahme erst sehr spät wieder freigibt. So verliert der Ford beim Herausbeschleunigen aus langen Bögen oder Wechselkurven (Slalom) unnötig viel Zeit – der Fahrsicherheit schadet dies allerdings nicht im Mindesten. Opel Astra und VW Golf umrunden die Handlingstrecke ebenfalls völlig problemlos, bremsen zuverlässig und lassen sich selbst nahe der Haftgrenze nicht aus der Ruhe bringen. Allerdings wirken sie nicht gerade spritzig – Fahrspaß fühlt sich anders an. Der Audi A3 offenbart seinerseits keine echten Schwächen, doch die begrenzte Traktion und der leichte Leistungsnachteil lassen ihn als Letzten ins Ziel einlaufen. Die Fahrstabilität indes ist untadelig. Auf langen Autobahn-Etappen gefällt er zudem mit einem stoischen Geradeauslauf. Auch der VW schnürt ruhig geradeaus, während die anderen drei Kandidaten nach mehr oder wenig häufigen und intensiven Kurskorrekturen verlangen. Mehr zum Thema: Alles zum BMW 1er

Umwelt/Kosten: Opel-Astra-Preislisten verlangen Geduld

Geduld verlangt das Studium der Opel-Preisliste. Nur wer fleißig vor- und zurückblättert, entdeckt, dass es den Astra mit der Testwagen-Motorisierung als Business-Modell schon ab 19.775 Euro gibt. Je nach gewünschter Ausstattung empfiehlt sich ansonsten das ein oder andere Paket in Kombination mit dieser oder jener Ausstattungslinie – doch unterm Strich ist der Astra stets klar das günstigste Auto des Quintetts. Inklusive der für den Test relevanten Mehrausstattung sind es nicht mehr als 21.265 Euro – womit er rund 10.000 Euro weniger kostet als der Test-BMW. Selbst ohne dessen Automatik bleiben noch 8375 Euro Differenz. Die Testwagen von Audi und VW liegen insgesamt auf einem ähnlichen Niveau, der Ford rangiert knapp darunter. Wer statt der markanten ST-Line-Variante die einfachere Trend-Version wählt, bekommt den Focus indes schon ab 21.700 Euro. Gut auch: Sein tatsächlicher Wertverlust ist der Zweitniedrigste im Test. Das günstigste Auto ist auch hier der Opel, der somit trotz etwas höherer Werkstattkosten dieses Kapitel gewinnt.

Technische Daten Ford Focus, VW Golf und Audi A3

 Ford Focus 1.0 EcoboostVW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotionAudi A3 Sportback 30 TFSI
Zylinder/Ventile pro Zylin.3/4, Turbo4/4, Turbo3/4, Trubo
Hubraum998 ccm1498 ccm999 ccm
Leistung125 PS130 PS116 PS
Max. Gesamtdrehmoment170 Newtonmeter200 Newtonmeter200 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad6-Gang, manuell/Vorderrad6-Gang, manuell/Vorderrad
Beschleunigung   
0 - 100 km/h10,0 s9,6 s10,0 s
0 - 150 km/h22,7 s20,6 s23,1 s
Höchstgeschwindigkeit200 km/h210 km/h206 km/h
Leergewicht (Werk)1247 kg1205 kg1190 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm31,1 m33,5 m33,1 m
Verbrauch (Test/NEFZ)5,7/4,8 l S/100 km5,8/4,8 l S/100 km5,7/5,0 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)135/136 g/km138/- g/km135/129 g/km
Grundpreis21.700 Euro24.950 Euro25.350 Euro
Testwagenpreis25.200 Euro26.700 Euro27.220 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)3110 Punkte3066 Punkte3057 Punkte
Platzierung123

Technische Daten Opel Astra und BMW 118i

 Opel Astra 1.4 DI Turbo Start/StoppBMW 118i
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4, Turbo3/4, Turbo
Hubraum1399 ccm1499 ccm
Leistung125 PS136 PS
Max. Gesamtdrehmoment230 Newtonmeter220 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Vorderrad8-Stufen-Automatik (Opt.)/Hinterrad
Beschleunigung  
0 - 100 km/h9,3 s9,3 s
0 - 150 km/h20,5 s23,1 s
Höchstgeschwindigkeit205 km/h210 km/h
Leergewicht (Werk)1203 kg1320 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm33,9 m35,0 m
Verbrauch (Test/NEFZ)5,9/5,4 l S/100 km7,3/5,6 l S/100 km
CO2-Ausstoß (Test/WLTP)140/- g/km173/167 g/km
Grundpreis19.775 Euro27.050 Euro
Testwagenpreis21.265 Euro31.740 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)3016 Punkte2907 Punkte
Platzierung45

Fazit

Was sich bei der ersten Probefahrt im neuen Ford Focus 1.0 EcoBoost schon angedeutet hat, bestätigt nun der Vergleichstest im Detail: Der Kölner ist ein Siegertyp. Seine aktive und passive Sicherheit setzen neue Maßstäbe, das Raumangebot ist üppig, der Komfort gut. Zudem bleiben die Kosten im Rahmen. Da muss sich selbst der erfolgsverwöhnte VW Golf 1.5 TSI ACT BlueMotion hinten anstellen. Doch er behauptet sich dank seiner ausgewogenen Qualitäten nach wie vor souverän auf dem zweiten Platz – die verzögerte Umstellung auf den WLTP-Zyklus dürfte ihn jedoch Kunden kosten. Der ausgereifte Audi A3 Sportback 30 TFSI indes überzeugt mit sauberen Abgasen und einem munteren Antrieb. Qualität und Komfort sind klasse: Rang drei. Nicht nur die günstige Kostenbilanz spricht für den grundsoliden Opel Astra 1.4 DI-Turbo, der aber zu wenig Akzente setzt. Teuer, eng und in die Jahre gekommen wird der BMW 118i Letzter – für Fahrfreude gibt’s keine Punkte.