Tesla Model S Performance: Test

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Tesla Model S Performance
Tesla Model S Performance Foto: AUTO ZEITUNG

Der Tesla Model S ist die weltweit erste Elektro-Luxuslimousine, die bis zu 500 km mit einer Ladung schaffen soll

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Fahrverhalten
Tesla Model S Performance

Liegt sehr satt und fährt sich trotz Größe und Gewicht sehr handlich. Der Ladeanschluss...

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Ladeanschluss
Tesla Model S Performance

... versteckt sich in den Rückleuchten

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Cockpit
Tesla Model S Performance

Das hochwertige Cockpit wird von den zwei TFT-Displays geprägt, die Instrumente lassen sich je nach Wunsch konfigurieren

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Touchscreen
Tesla Model S Performance

Das Highlight im Innenraum ist das riesige Touchscreen-Display. Fast alle Fahrzeugfunktionen lassen sich darüber steuern. Nicht nur die Grafik kann vollauf überzeugen, die intuitive Bedienung begeistert ebenfalls. Auch Surfen geht herrlich einfach

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Türverkleidung negativ
Tesla Model S Performance

Die Türinnenverkleidungen haben keine Ablagefächer, Getränkeflaschen kann man somit nicht sicher verstauen. Auch die mäßig erreichbaren Cupholder sowie die fehlenden Haltegriffe zeigen, dass ergonomisch noch Luft nach oben ist

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Sitze
Tesla Model S Performance

Nichts für die Großen, aber zwei Kinder finden hier bequem Platz

Bilder Tesla Model S Performance 2013 Elektro Luxuslimousine Einzeltest Kofferraum
Tesla Model S Performance

Unter der Haube gibt es einen weiteren Kofferraum mit 150 l

Nach dem Erstlingswerk Tesla Roadster erscheint nun das erste komplett eigenständig entwickelte Auto der amerikanischen Elektro-Pioniere. In den USA wurde das Model S auf Anhieb „car of the year“ und verkauft sich blendend. Auch im Test war der Tesla eine Sensation

Ob es an der kalifornischen Sonne liegt, dass der Erfindergeist und die Kreativität der Menschen im Silicon Valley besonders ausgeprägt sind, wissen wir nicht. Dass mit Apple, Google und Facebook dort Unternehmen sitzen, die unseren Alltag in den letzten Jahren wie kaum andere beeinflusst haben, dürfte wohl niemand ernsthaft bestreiten. Und nun schickt sich mit Tesla erneut ein Start-up aus Palo Alto an, nach der IT-Sparte einen weiteren Wirtschaftszweig zu revolutionieren – die Automobilbranche. War der radikale, auf dem Lotus Elise aufbauende Tesla Roadster noch dafür gedacht, eine große Aufmerksamkeit zu erzielen, so präsentieren die Amis mit dem Erste Auslieferung des Tesla Model S jetzt das erste Volumenmodell, das technisch und preislich im Highend-Bereich angesiedelt ist. Ein kleineres Auto für die Massen folgt erst in einigen Jahren. Bis dahin lautet die Devise der Kalifornier: klotzen, nicht kleckern! Die elegant gezeichnete Limousine streckt sich auf knapp fünf Meter und bietet üppige Platzverhältnisse für fünf Personen – nur die Kopffreiheit im Fond fällt wegen der abfallenden Dachlinie und des im Testwagen verbauten Glasschiebedachs etwas mau aus. Passagiere über 1,80 Meter stoßen an den Fahrzeughimmel. Dafür gibt es im hinteren Kofferraum sogar noch zwei Notsitze für Kinder (optional), womit das Model S sogar Anklang bei den Van-Freunden finden dürfte. Da Kraftstofftank und Abgasanlage fehlen, bleibt hier der nötige Platz für die Beine. Doch wohin dann mit dem Gepäck? Auch dafür hat das Model S eine Antwort: Da der E-Motor zwischen den Hinterrädern sitzt, befindet sich in der Fahrzeugfront ein zusätzlicher, 150 Liter großer Stauraum. Sie sehen schon: verdammt clever und praktisch, dieser Tesla.

Das Tesla Model S Performance im Test

Das erste "Wow-Erlebnis" gibt es bereits, wenn man sich dem Auto nähert. Erkennt es den Fahrer anhand des Fahrzeugschlüssels, fahren die bündig versenkten Türgriffe aus. Das sieht nicht nur sehr cool aus, sondern hilft gleichzeitig, den Luftwiderstand zu senken. Im Innenraum erwartet den Fahrer eine Cockpitlandschaft, wie man sie noch nicht gesehen hat. Dominiert wird das Armaturenbrett von einem Touchscreen im 17-Zoll-Format mit gigantischer Grafik, über den nahezu alle Funktionen gesteuert werden. Auf der Armaturentafel finden sich nur zwei Knöpfe – einer für die Warnblinkanlage und einer zum Öffnen des Handschuhfachs. Das Infotainment-System ähnelt nicht nur optisch Apples iPad, sondern auch was die Menüführung angeht. Alles geht wunderbar intuitiv und spielerisch von der Hand. Das ist eine heftige Klatsche für viele Hersteller, die seit Jahren kein ordentlich funktionierendes Bediensystem anbieten. Bei aller Begeisterung muss aber auch gesagt sein, dass der radikale Verzicht auf Direktwahltasten zur Folge hat, dass für manche Funktionen mitunter mehrere Bedienschritte notwendig sind. Auch diese Medaille hat somit eine zweite Seite. Und trotz der Euphorie über den hochwertigen und stylischen Innenraum gibt es auch einige ergonomische Schwachpunkte zu beklagen: Türfächer suchen wir ebenso vergebens wie Haltegriffe und Kleiderhaken. Die nicht einstellbaren Kopfstützen sind vorn wie hinten etwas zu kurz geraten, und bei genauer Betrachtung findet sich das ein oder andere Spaltmaß, das eine Spur zu groß ausfällt. Das ändert aber nichts am guten Qualitätseindruck, den der Tesla auch dank der steifen und klapperfreien Karosserie hinterlässt.

Lineare Kraftentfaltung im Tesla Model S

Bereits im Stand kann der Ami also begeistern, doch ist er erst einmal in Fahrt, wird auch der letzte Elektro-Skeptiker innerhalb weniger Sekunden bekehrt. Genau 4,5 s reichen dafür, dann nämlich ist die 1970 kg schwere Limo wie von der Tarantel gestochen aus dem Stand auf Tempo 100 geschossen. Und das ohne brüllenden Motor, qualmende Reifen oder filigrane Schaltarbeit. Der 421 PS starke E-Motor (600 Nm) im Verbund mit dem Eingang-Getriebe macht es möglich. Es kommen unweigerlich Kindheitserinnerungen auf, als man auf dem Jahrmarkt Autoscooter fuhr – nur ist das hier die Version für die großen Jungs. Einen vergleichbaren Antriebskomfort bietet kein anderes Auto auf dieser Welt, die spontane und lineare Kraftentfaltung lässt den Tesla blitzartig nach vorn schnellen, und Überholmanöver sind bereits abgeschlossen, da haben selbst Supersportler gerade einmal ihre Gänge sortiert und den Ladedruck aufgebaut. Unglaublich! Damit der Fahrspaß lange anhält, hat der Tesla massig Energie an Bord – genau 85 kWh. Das reicht bei vorsichtigem Gasfuß für eine Reichweite von deutlich mehr als 400 km. Legt man die AUTO ZEITUNG-Verbrauchsstrecke samt Autobahnfahrt zugrunde, bei der der Tesla im Nu seine Spitze von 210 km/h erreicht, ergibt sich ein Aktionsradius von 370 km. Fürs Laden sollte man allerdings genügend Zeit einkalkulieren: Selbst mit einem 32-Ampere-Anschluss (Wechselspannung) dauert eine Vollladung für rund 17 Euro etwa 13 Stunden. Dass der Antrieb überzeugen würde, davon war auszugehen. Dass sich der Tesla aber auch fahrwerksseitig keinerlei Blöße gibt, überrascht dann doch. Der Komfort leidet zwar etwas unter den 21-Zöllern, Agilität, Lenkung und Bremsen sind jedoch tadellos.

Technische Daten

Technische Daten
Motor 
ZylinderAsynchrommotor, Dreiphasen-Wechselstrom, flüssigkeitsgekühlt
Hubraumk.A.
Leistung
kW/PS
1/Min

310/422
5000 - 8600 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
600
0 - 5100 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe1-Gang, Konstantübersetzung
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 245/35 ZR 21 Y
h: 265/35 ZR 21 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1970
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)210
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweite500 km
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Fazit

Es ist schier unglaublich, was Tesla mit dem Model S auf die Beine gestellt hat. Dieses Auto ist das iPhone auf Rädern, das unweigerlich dieses "Will-ich-haben"-Gefühl auslöst. Die Souveränität des Antriebs ist gigantisch, doch auch Fahrwerk und Karosserie zeigen für ein Erstlingswerk einen bemerkenswerten Reifegrad.