Seat Leon ST Cupra 300/VW Golf R Variant: Test

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VW Golf R Variant/Seat Leon Cupra 300
VW Golf R Variant/Seat Leon Cupra 300 Foto: Frank Ratering

In diesem Vergleichstest treten die derzeit schärfsten Kompakt-Kombis VW Golf R Variant und Seat Leon Cupra 300 gegeneinander an.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Frank Ratering

Der Seat Leon Cupra fühlt sich etwas agiler an als sein ...

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Frank Ratering

... Konkurrent. Auf der Rundstrecke sind beide aber fast gleich schnell.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Daniela Loof

Die einfache Bedienung und die gute Verarbeitung prägen das Cockpit des Leon.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Daniela Loof

Die Sitze des Cupra könnten etwas mehr Seitenhalt bereitstellen.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Daniela Loof

Der Zweiliterturbo leistet im Seat 300 PS und ist einen guten Liter sparsamer als im Golf.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Daniela Loof

Sportliche Zusatzinstrumente lassen sich im Zentraldisplay einblenden.

Seat Leon Cupra 300
Seat Leon Cupra 300 Foto: Daniela Loof

Zur Serienausstattung des Leon Cupra 300 gehört das Media-System Plus inklusive CD-Player, USB-Eingängen, AUX-In und Bluetooth-Schnittstelle zum Freisprechen sowie Musikstreamen. Die Anbindung von Smartphone-Apps (Android und Apple) kostet 190 Euro. Letzteres ist zudem Bestandteil des Navisystems Plus (1155 Euro), das auch einen DVD-Player, eine SMS-Vorlesefunktion und eine Sprachbedienung beinhaltet. Allerdings verzichtet das System auf einen Regler zum Scrollen durch Menüs, was die Bedienung während der Fahrt erschwert. Für Musik-Fans bietet Seat zudem ein Sound-System samt Sechs-Kanal-Verstärker und zehn Lautsprechern an. Kostenpunkt: 360 Euro.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Frank Ratering

Der VW Golf R liegt insgesamt ruhiger auf der ...

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Frank Ratering

... Straße. Zudem bremst er noch vehementer.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Daniela Loof

Der Golf verfügt innen über die hochwertiger wirkenden Materialien.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Daniela Loof

Der Golf R offeriert sehr bequem gepolsterte Sitze mit gutem Seitenhalt.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Daniela Loof

Der Golf R ist zehn PS stärker als sein naher Verwandter. Aber: keine Performance-Vorteile.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Daniela Loof

Hübsch gestaltete Grafiken bei der Wahl des Fahrprogramms.

VW Golf R Variant
VW Golf R Variant Foto: Daniela Loof

Ab Werk beinhaltet der Golf R das Radio Composition Colour, das einen AuX-Eingang, einen SD-Kartenslot sowie einen 6,5-zoll-Farbbildschirm bietet. Außerdem ist ab Werk eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung an Bord. Vollumfängliche Smartphone-Integration mit den Standards Android Auto und Apple CarPlay kostet 205 Euro, bedingt aber das Radio Composition Media für 440 Euro. Das Topmodell unter den Multimediaeinheiten ist das Navigationssystem Discover Pro (2385 Euro), das über Gestensteuerung verfügt. Diese überzeugt jedoch nicht auf ganzer Linie, da sie lediglich eine seitliche Wischbewegung der Hand zum Blättern in Menüs oder zum Wechseln der Radiostation erkennt.

Test: Der Seat Leon Cupra 300 und der VW Golf R Variant sind die schärfsten Kombis, die das Kompaktsegment derzeit zu bieten hat. Ausgerüstet mit hochpotenten Turbobenzinern, Allradantrieb und Sportreifen wetteifern sie um die Gunst sportlich ambitionierter Familienväter.

Analog zu den braveren Modellen profitierte der Golf R jüngst von einer umfassenden Produkt-Auffrischung. Sie bescherte ihm neben dem von den übrigen Golf bekannten optionalen Infotainment mit Gestensteuerung eine moderate Leistungsspritze von 300 auf 310 PS. Parallel dazu stieg das Drehmoment um 20 auf nunmehr 400 Newtonmeter. Außerdem beinhaltete das Facelift für das rasanteste aller Variant-Derivate ein neues Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sieben Gängen. Doch auch beim Seat Leon ST Cupra hat sich im Zuge der ebenfalls Anfang des Jahres eingeführten Modellpflege einiges getan. Die wichtigste Neuerung: Erstmals ist der feurige Spanier mit Allradantrieb erhältlich – was ihn zum Angstgegner des Golf R machen könnte. Ob dem tatsächlich so ist, klärt der Vergleichstest.

Der Seat Leon Cupra im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Test: Seat Leon Cupra 300 vs. VW Golf R Variant

Auch als besonders scharfe Cupra- beziehungsweise R-Variante bleiben sich der Seat Leon ST sowie der VW Golf Variant treu und bieten jeweils ein überaus hohes Maß an Praktikabilität. Auf allen zur Verfügung stehenden Sitzgelegenheiten lassen sich selbst Großgewachsene problemlos unterbringen. Allerdings stören sich veritable Sitzriesen am optionalen Panoramadach unseres VW-Testwagens, das vorn wie hinten eine verminderte Kopffreiheit mit sich bringt. Da der Golf in der Breite aber etwas mehr Platz als der Spanier offeriert, erhält er zumindest für das vordere Raumangebot zwei Punkte mehr als der schmaler geschnittene Leon. Zudem ist der Golf der unangefochtene Lademeister dieses Vergleichstests. Mit 605 bis 1620 Liter großem Gepäckraum lässt er sogar die meisten Oberklasse-Kombis alt aussehen. Aber auch der Leon ST ist dank 587 bis 1470 Liter Ladevolumen gut für anspruchsvollere Transportaufgaben gerüstet. Einen Punktevorteil kann sich der VW zudem durch die umfassendere Sicherheitsausstattung erarbeiten. Im Gegensatz zum Seat sind bei ihm beispielsweise ein Aufmerksamkeitsassistent und eine Fernlichtautomatik serienmäßig. Features wie etwa ein Spurwechselassistent oder ein Querverkehrwarner, die die Wolfsburger zumindest gegen Aufpreis anbieten, fehlen in der Cupra-Preisliste dagegen komplett. In puncto Bedienung begegnen sich die beiden hingegen wieder auf Augenhöhe. Eindeutig beschriftete Tasten, klar strukturierte Menüs: Selbst Neueinsteiger sollten sich sowohl im Seat als auch im VW auf Anhieb zurechtfinden.

Der Fahrkomfort ist im Golf R höher

Die beiden sportlichen Kombis sind naturgemäß deutlich straffer abgestimmt als ihre zahmeren Brüder. Dennoch offenbaren sie auf allen Untergründen einen durchaus ansprechenden Federungskomfort. Dies gilt vor allem für den Golf R, der gerade gröbere Fahrbahnschäden sorgsamer verarbeitet als der Seat. Letzterer wirkt bei Schlaglöchern und größeren Kanten hölzerner. Allerdings kosten die adaptiven Dämpfer, die maßgeblich verantwortlich für die angenehmen Komforteigenschaften sind, beim Golf R Aufpreis. Der Cupra 300 hingegen ist serienmäßig mit den im VW-Jargon DCC genannten elektronisch geregelten Dämpfern bestückt. Ein weiterer Baustein für den Kapitelsieg des Golf R in diesem Test sind dessen sehr bequeme Sportsitze. Sie kombinieren eine langstreckentaugliche Polsterung mit einem hohen Maß an Seitenführung, während die Sportsitze im Cupra etwas Seitenhalt vermissen lassen. Darüber hinaus ist die Karosserie des VW akustisch besser gedämmt. Speziell die Abrollgeräusche der Reifen treten im Leon deutlich präsenter auf als im Golf.

Motor/Getriebe: Golf besser, aber auch durstiger

Gerade im Bereich des Antriebsstrangs gibt es bei den starken Kompakt-Kombis zahlreiche Gleichteile. So vertrauen sowohl Seat als auch VW auf den Vierzylinder-Turbobenziner mit zwei Liter Hubraum sowie Allradantrieb. Der VW hat jedoch in Sachen Leistungsfähigkeit die Nase mit 310 zu 300 PS leicht vorn. Allerdings schleppt der Golf 75 Kilogramm Mehrgewicht mit sich herum, was den Leistungsvorsprung wieder egalisiert: So weist das Messgerät für sämtliche Beschleunigungsprüfungen bis zur 200-km/h-Marke, die beide nach exakt 18,1 Sekunden erreichen, stets ein Unentschieden aus. Es gibt aber eine große Differenz zwischen den beiden Konzernbrüdern: Während der VW das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe beinhaltet, muss der Leon Cupra 300 noch mit dem älteren Sechsgang-DSG auskommen. Durch das vergleichsweise unsanfte Einkuppeln beim Anfahren erschwert es das Rangieren auf engem Raum mehr als das sanfter agierende Getriebe des Golf R, das die Übersetzungen obendrein schneller an die jeweiligen Erfordernisse anpasst. Dafür erweist sich der Seat im Test als der sparsamere Rucksack-Sportler. Im Durchschnitt gibt sich der Spanier mit 1,1 Liter weniger Kraftstoff zufrieden als der Wolfsburger, der auf 100 Kilometern 10,6 Liter Super Plus verbrennt.

Leon wirkt in Sachen Fahrdynamik agiler

Nicht nur die gebotene Längsdynamik der beiden schnellen Kompakt-Laster beeindruckt. Auch ihre querdynamischen Talente bieten reichlich Stoff für Benzingespräche. Trotz ähnlicher Anlagen ist es der Seat Leon Cupra, der das Sportfahrer-Herz mehr begeistert. Er wirkt beim Einlenken noch agiler als der alles andere als schwerfällige Golf R und liefert seinem Piloten ein Quäntchen mehr Rückmeldung. Folglich kann der Spanier seinen Kontrahenten im Slalom mit knappem Rückstand hinter sich lassen. Auf der Rundstrecke schenken sich die beiden Rivalen jedoch nichts. Neutral bis in den Grenzbereich und – begünstigt durch das immens hohe Gripniveau der optionalen Michelin-Sportreifen – mit sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten umrunden die Allradler den Handlingkurs in diesem Test ähnlich schnell. Im Ziel liegt der Iberer lediglich eine Zehntelsekunde vor seinem deutschen Widersacher, der dafür mit den kürzeren Bremswegen auftrumpft.

Umwelt/Kosten: Beide Kombis sehr teuer

Der Golf R Variant kostet in der Basis 44.800 Euro, was für sich genommen ein stolzer Preis für einen kompakten Kombi ist – trotz der hohen Motorleistung. Allerdings ist der Wolfsburger ab Werk – so wie sein knapp 5000 Euro günstigerer Kontrahent – bereits reichhaltig ausgestattet. Zweizonen-Klimaautomatik, Freisprecheinrichtung, LED-Scheinwerfer, Alcantara-Bezüge für die Sitze oder auch große Leichtmetall-Räder – all diese Annehmlichkeiten gehören hier wie da zum Serienumfang. Beim bewerteten Preis liegen die Gegner indes 3540 Euro auseinander. Der Leon verteuert sich durch das Performance-Paket unseres Testwagens, das Sportreifen und eine Brembo-Bremsanlage enthält, um 4280 auf 44.120 Euro. Beim VW addieren wir den Preis für das Paket mit Sportreifen und adaptiven Dämpfern auf den Grundpreis, sodass der Wolfsburger insgesamt 47.660 Euro kostet. Dass sich der teurere Golf im Kostenkapitel lediglich einen Rückstand von gerade einmal drei Zählern einfängt, liegt hauptsächlich an den großzügigeren Garantieleistungen. Seat gewährt ohne Zusatzgebühr für den Leon nur eine zweijährige Mobilitätsgarantie, während sich die Mobilitätsgarantie bei VW unter Einhaltung der Wartungsvorschriften über das gesamte Autoleben erstreckt.

Technische DatenSeat Leon ST Cupra 300 4DriveVW Golf R Variant 4Motion
Motor4/4, Turbo4/4, Turbo
Hubraum1984 ccm1984 ccm
Leistung300 PS310 PS
Max. Drehmoment380 Nm400 Nm
Getriebe6-Gang, Doppelkupplung7-Gang, Doppelkupplung
AntriebAllrad, permanentAllrad, permanent
0-100 km/h4,8 s4,8 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h250 km/h
Leergewicht1470 kg1518 kg
Kofferraum587-1470 l605-1620 l
L/B/H in mm4548/1816/14314586/1799/1515
Testverbrauch9,5 l SP/100 km10,6 l SP/100 km
Grundpreis39.840 Euro44.800 Euro
Testwagenpreis44.120 Euro47.660 Euro
Platzierung21

Fazit

Der überarbeitete VW Golf R Variant entscheidet den Vergleichstest für sich. Ähnlich wie die übrigen Golf-Modelle überzeugt der teure 310-PS-Kombi mit seinen guten Allround-Eigenschaften, einem üppigen Raumangebot und überzeugendem Federungskomfort. Eine echte Schwäche erlaubt sich der Wolfsburger nirgends – mit Ausnahme des hohen Verbrauchs. Der Seat Leon ST Cupra 300 4Drive ist hingegen das emotionalere Fahrzeug, das mit seinen agilen Handlingeigenschaften begeistert. Das geringere Raumangebot und die weniger umfassende Sicherheitsausstattung kosten aber Punkte. Längsdynamisch sind hingegen beide eine Klasse für sich.