Produkt-Vergleichstest

Rückfahrkameras zum Nachrüsten: Das sind die Testsieger!

Wer ab Werk keine Rückfahrkamera an Bord hat, kann diesen nützlichen Helfer auch im Nachhinein im Auto installieren, teils sogar ohne lästige Kabel. Doch unser Test zeigt: Nicht alle Rückfahrkameras zum Nachrüsten sind empfehlenswert.

(1/18)
Testerhände beim Montieren einer Rückfahrkamera zum Nachrüsten, fotografiert von hinten, mit Einblendung eines Bildschirms mit Hund.
Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Nachrüst-Rückfahrkameras können auch älteren Autos einen besseren Durchblick nach hinten verschaffen. Ein Plus an Sicherheit und Bequemlichkeit. Wir haben acht Kandidaten zum Nachrüsten getestet.

Ein Finger streift über den Bildschirm des Garmin Drivesmart 66, um die Leitlinien zu konfigurieren.
Garmin Drivesmart 66 + BC 50 Night Vision im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Der Testsieger kommt von Garmin und überzeugt mit einem großen Touchdisplay und guten Sichtwinkeln. Die Leitlinien lassen sich sogar bequem mit dem Finger auf die Autobreite kalibrieren. Das ist fast schon so gut wie Rückfahrkameras ab Werk. Das hat natürlich seinen Preis. Dafür stecken aber auch zahlreiche Zusatzfunktionen – etwa eine sehr gute Navigation – in dem durchdachten Gerät.

Zwei Hände bei der Montage der Rückfahrkamera Garmin BC 50 Night Vision.
Garmin Drivesmart 66 + BC 50 Night Vision im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Das Bild wird von der Kamera BC 50 Night Vision erzeugt und per Funk übertragen. Die Montage der Kamera erfordert einen gewissen Aufwand, denn sie deckt ihren Strombedarf über das Kabel der Rückfahrleuchte. Die muss man bei der Installation also anzapfen.

Parkraum hinter dem Auto, gefilmt von Rückfahrkamera Garmin BC 50 bei fast völliger Dunkelheit.
Garmin Drivesmart 66 + BC 50 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Ohne die Infrarotdiode ihrer Schwester mit dem Namenszusatz Night Vision verpixelt das Bild der Garmin BC 50 bei mauem Licht. Die Darstellung ist leicht verzerrt und weniger detailreich, aber immer noch nützlich.

Tester beim Einstellen der Rückfahrkamera Lescars Solar-Funk-HD.
Lescars Solar-Funk-HD im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Der Preis-Leistungssieger hört auf den Namen Lescars Solar-Funk-HD und überzeugt mit guter Funktion sowie sehr einfacher Montage. Die Kamera wird von Akkus und Solarzellen gespeist. Eine Verkabelung des Kennzeichenträgers entfällt daher. Der Kamerawinkel und die seitlichen Abstandssensoren lassen sich ohne Werkzeug einstellen.

Tester beim Befestigen des Saugnapfes für den Bildschirm der Lescars Solar-Funk-HD.
Lescars Solar-Funk-HD im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Bildqualität ist ordentlich, allerdings dürft die Bildkrümmung schwächer ausfallen. Dank der großen Sichtwinkel hat man sowohl den Stoßfänger als auch die Umgebung gut im Blick. Die Ultraschallsensoren überzeugen hingegen weniger.

Ein schwarzer Hund steht hinter einem Auto auf einem Parkplatz, aufgenommen von der Rückfahrkamera Primaster Solar.
Primaster Solar Rückfahrkamera im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Sichtwinkel der Primaster fallen deutlich knapper aus. Dennoch ist Redaktionshund und "Versuchskaninchen" Athos unübersehbar im Bilde.

Tester beim Fixieren einer Schraube an der Primaster Solar Rückfahrkamera, die an einen Ford Fiesta montiert wurde.
Primaster Solar Rückfahrkamera im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Einstellung der Kamera der Primaster Solar Rückfahrkamera erfordert einen Schraubendreher.

Lescars MDV-5100.dual auf dem Armaturenbrett eines Ford Fiesta.
Lescars MDV-5100.dual im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Lescars MDV-5100.dual erinnert mit ihrem Format und dem winzigen Bildschirm an eine Pocketkamera aus vergangenen Zeiten. Und in der Tat steckt auch eine weitere Kamera in der Fronteinheit, die auch als Dashcam fungiert. Im Test versagte allerdings die Rückfahrkamera den Dienst. Das führte zur Abwertung.

Rückfahrkamera Lescars MDV-5100.dual beim Auspacken mit Bedienungsanleitung, fotografiert auf einem Schreibtisch.
Lescars MDV-5100.dual im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die kleine Rückfahrkamera, hier zentral im Bild, ließ sich partout nicht dazu überreden, Bilder zu generieren.

Display des Autovox M1 Pro HD Backup Camera Kit auf dem Armaturenbrett eines Ford Fiesta, mit Bild der Rückfahrkamera.
Autovox M1 Pro HD Backup Camera Kit im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Das Autovox M1 Pro HD Backup Camera Kit ist kabelgebunden und erfordert daher großen Montageaufwand. Die viele Arbeit wird nicht wirklich gerecht entlohnt. Der Bildausschnitt ist wegen der geringen Sichtwinkel nahezu unbrauchbar, das Bild erfordert zudem fünf Sekunden zum Aufbau und das Display spiegelt stark.

Tester beim Befestigen des Kennzeichenhalters an einem Ford Fiesta.
Autovox M1 Pro HD Backup Camera Kit im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Zumindest an unserem Test-Fiesta ließ sich die Kamera des Autovox M1 Pro HD nicht gut installieren. Die Einstellwinkel fallen schlicht zu knapp aus.

Tester beim Befestigen einer Rückfahrkamera an einem Ford Fiesta.
Vtopek AHD P056 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Auch die nahezu baugleiche Kamera der Vtopek AHD P056 leidet unter zu engen Einstellwinkeln.

Bild einer Rückfahrkamera Vtopek AHD P056 mit Annäherung an parkendes Auto.
Vtopek AHD P056 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Von der Umgebung bekommt man beim Parken entsprechend wenig mit. Schlimmer noch: Im Test sorgte ein Defekt alle sechs Sekunden für einen kurzen Blackout.

Tester beim Befestigen der Renkforce SB505 an einem Ford Fiesta auf einem Parkplatz.
Renkforce SB505 im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Das Schlusslicht in unserem Test nennt sich Renkforce SB505 und leistete sich einen Totalausfall. Bereits in einem früheren Test 2021 fiel dieses System mit Kennzeichenhalter wegen eines instabilen Funksignals unangenehm auf. Das ist höchst bedenklich.

Tester beim Demontieren der linken Heckleuchte eines Ford Fiesta.
Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Falls die Rückfahrkamera oder der Transmitter des Signals Bordstrom benötigen, sollte man sie an die Leitung der Rückfahrleuchte anklemmen. Dazu muss man im Regelfall die Heckleuchte demontieren. Angenehmer Nebeneffekt: Die meisten getesteten Systeme springen so verdrahtet spontan an, wenn man den Rückwärtsgang einlegt.

Tester beim Messen der Distanz zwischen Auto und Mauer, aufgenommen durch eine Rückfahrkamera.
Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Die Leitlinien und farbigen Abstandsmesser sind nicht immer sehr vertrauenswürdig oder hilfreich und bewegen sich bei den Nachrüstlösungen nicht je nach Lenkeinschlag.

Tester beim Auspacken der Rückfahrkamera Vtopek AHD P056, fotografiert am Schreibtisch.
Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Schon beim Auspacken haben wir die Geräte begutachtet und die Lieferung auf Vollständigkeit überprüft. Auch die Bedienungsanleitungen haben wir komplett durchgearbeitet.

Werkseitig eingebaute Rückfahrkameras bieten viel: Abstandsmarkierungen und Leitlinien sind mit dem Lenkeinschlag gekoppelt und zeigen genau, welchen Weg das Auto beim Rückwärtsfahren nimmt. Damit kann man selbst in kleinen Lücken zentimetergenau einparken. Ganz so viel Durchblick bieten Rückfahrkameras zum Nachrüsten nicht. Hilfreich können sie dennoch sein. Wir haben acht Nachrüst-Lösungen getestet und geben Tipps zum Einbau und zur Nutzung. So viel vorweg: Nur vier Nachrüstkameras haben den Test bestanden. Vier sind glatt durchgefallen, ein bedenkliches Ergebnis.

Die getesteten Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Überblick

Testsieger
Garmin BC 50 Night Vision – Drahtlose Rückfahrkamera mit Nachtsicht-Technologie
Garmin BC 50 Night Vision – Drahtlose Rückfahrkamera mit Nachtsicht-Technologie
 
Garmin DriveSmart 66 MT-S Amazon Alexa – Navigationsgerät mit Alexa Built-in
Garmin DriveSmart 66 MT-S Amazon Alexa – Navigationsgerät mit Alexa Built-in
Sehr empfehlenswert
Garmin BC 50 – Drahtlose Rückfahrkamera
Garmin BC 50 – Drahtlose Rückfahrkamera
Preis-Leistungs-Sieger
Lescars Einparkhilfe: Solar-Funk-HD-Front- & Rückfahrkamera
Lescars Einparkhilfe: Solar-Funk-HD-Front- & Rückfahrkamera
 
Primaster Solar Rückfahrkamera Einparkhilfe digital kabellos
Primaster Solar Rückfahrkamera Einparkhilfe digital kabellos
 
Lescars Autokamera Dashcam: 4K-Dashcam & Full HD-Rückfahrkamera
Lescars Autokamera Dashcam: 4K-Dashcam & Full HD-Rückfahrkamera
 
Autovox M1W Wireless Backup Kamera-Kit, Rückfahrkamera drahtlos
Autovox M1W Wireless Backup Kamera-Kit, Rückfahrkamera drahtlos
 
Vtopek AHD P056 1080P Rückfahrkamera
Vtopek AHD P056 1080P Rückfahrkamera
 
Conrad Electronic Renkforce SB505 Funk-Rückfahrvideosystem
Conrad Electronic Renkforce SB505 Funk-Rückfahrvideosystem
Unsere Bewertung
3,5/5
Unsere Bewertung
0,0/5
Unsere Bewertung
3,3/5
Unsere Bewertung
3,1/5
Unsere Bewertung
1,9/5
Unsere Bewertung
1,0/5
Unsere Bewertung
1,0/5
Unsere Bewertung
1,0/5
Unsere Bewertung
1,0/5

Testsieger: Garmin Drivesmart 66 + BC 50 Night Vision

Testsieger
Garmin BC 50 Night Vision – Drahtlose Rückfahrkamera mit Nachtsicht-Technologie
Garmin BC 50 Night Vision – Drahtlose Rückfahrkamera mit Nachtsicht-Technologie
Unsere Bewertung:
3,5/5

Die mit Abstand teuerste Rückfahrkamera im Test erweist sich auch als die weitaus beste. Für ihren Preis bietet die Kombination aus der Rückfahrkamera BC 50 Night Vision und dem Garmin-Navigationsgerät Drivesmart 66 als Basis aber viel. Das sechs Zoll große Touchdisplay sorgt für Durchblick, fast schon auf dem Niveau einer Erstausrüster-Lösung. Sowohl horizontal als auch in der Vertikalen kann man detailreich sehen, was sich hinter dem Auto abspielt.

Die Montage ist etwas aufwendig, da die Rückfahrkamera und der Transmitter des Bildsignals vom Strom der Rückfahrleuchte gespeist werden. Das zum Einbau und zur Verkabelung nötige Material liegt jedoch bei, inklusive clipbarer Kabelverbindungen und Inbusschlüssel. Nach der Installation erscheint das Bild zwei Sekunden nach dem Einlegen des Rückwärtsganges automatisch, ausreichend scharf und mit guten Hell-/Dunkel-Übergängen, wenn auch leicht verzerrt.

Wer sich die Zeit nimmt, kann die einstellbaren Leitlinien genau auf die Breite des Autos kalibrieren und damit engen Einfahrten oder Garagentoren den Schrecken nehmen. Bei Dunkelheit wird der Parkraum zudem automatisch durch eine integrierte Diode ausgeleuchtet. Die leicht nutzbaren und reichhaltigen Navigationsfunktionen geraten da beinahe schon zur Nebensache. Zudem bleibt der Innenraum dank Funkübertragung kabelfrei, wenn man von dem etwas klobig geratenen Ladeadapter des Bildschirms mit drei Ausgängen (2x USB A, 1x AUX) absieht. Insgesamt bietet die Rückfahrkamera von Garmin einen echten Mehrwert und zeigt sich als die ideale Ergänzung zu Parkpiepsern, die beim Zurücksetzen die Grenzen des Parkraums auch akustisch aufzeigen.

Sehr empfehlenswert: Garmin Drivesmart 66 + BC 50

Sehr empfehlenswert
Garmin BC 50 – Drahtlose Rückfahrkamera
Garmin BC 50 – Drahtlose Rückfahrkamera
Unsere Bewertung:
3,3/5

Die kleine Schwester des Testsiegers muss auf ein interessantes Feature verzichten: die integrierte Infrarotdiode. Bei ordentlichen Lichtverhältnissen ist das kein Problem. Das kleinere Gehäuse kann der Garmin BC 50 bei der Montage sogar zum Vorteil gereichen, wenn der Bauraum knapp ist. Bei Dunkelheit wird der Unterschied aber auf dem Bildschirm des Drivesmart 66 gnadenlos sichtbar. Während die Night Vision beim Zurückstoßen auch bei völliger Dunkelheit für nahezu optimalen Durchblick sorgt, verrauschen die Details bei der BC 50. Wer auf der Bremse steht, muss zudem mit einem deutlichen Magenta- und Blaustich leben. Hilfreich ist das leicht verzerrte Bild trotzdem. Nur eben nicht so schön anzuschauen. Dafür ist die BC 50 aber auch rund 100 Euro günstiger zu haben.

Preis-Leistungs-Sieger: Lescars Solar-Funk-HD-Rückfahrkamera

Der Preis-Leistungs-Sieger dieses Tests punktet nicht nur mit seinem günstigeren Preis, sondern auch mit dem besonders leichten und schnellen Einbau. Die Lescars Solar-Funk-HD-Rückfahrkamera ist in einen soliden Kennzeichenträger integriert und wird von einem Akkupack und Solarzellen mit Energie versorgt. Damit entfallen das Kabelverlegen und eventuelles Anbohren der Karosserie. So soll das sein. Die rückwärtige Einheit wird elegant per Funk mit dem Bildschirm verbunden.

Im Test funktionierte das prächtig. Das fünf Zoll große Display haftet per Saugnapf zuverlässig am Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe und erlaubt einen ausreichend breiten und tiefen Rückblick, um Feindkontakt zu vermeiden. Allerdings wird das Bild deutlich gekrümmt. Auch die beiden ebenfalls integrierten Ultraschall-Abstandswarner können nicht ganz überzeugen. Obwohl einstellbar, bekommt man damit keinen Überblick über die Karosserieecken. Das nervige Piepsen lässt sich immerhin abstellen. Dennoch eine empfehlenswerte Rückfahrkamera zum Nachrüsten, die beim Einbau kein Kopfzerbrechen bereitet.

Ergebnisse der Top 3 (Tabelle)

Produkt (Punkte max.)

Garmin BC 50 Night Vision 

 Garmin BC 50

Lescars Solar-Funk-HD-Rückfahrkamera

Funktionalität (50)

36

34

33

Qualität (20)

18

18

16

Sicherheit (20)

18

18

17

Nachhaltigkeit (10)

10

10

10

Gesamtpunkte (100)

82

80

76

Bewertung

Gut

Gut

Gut

Prädikat

Testsieger

Sehr empfehlenswert

Preis-Leistungs-Sieger

Weitere Rückfahrkameras im Test

Primaster Solar

Für vertretbaren finanziellen Einsatz verspricht die Primaster Solar Rückfahrkamera einigen Gewinn. Im Test ließ sich die Kamera problemlos am Kennzeichenhalter montieren. Abgesehen von einem überflüssigen Ein-/Ausschalter ist die Inbetriebnahme beinahe selbsterklärend. Dank Akkus, Solarzellen und Funkübertragung geht die Prozedur ohne Kabelziehen über die Bühne. Allerdings fielen ein paar scharfe Kanten am soliden Metallträger negativ auf. Der Bildschirm ist mit 4,3 Zoll eher klein und die Bildauflösung gering (480 x 272 Pixel). Die Bildkrümmung fällt allerdings ebenfalls bescheiden aus und der Kontrast reicht aus. Nachts bringen zudem vier integrierte Dioden beim Rangieren Licht ins Dunkel.

Sehr schön: Im Gegensatz zu den meisten anderen Probanden sind die Bedientasten am Monitor gut zu erreichen und eindeutig beschriftet. Auch die Menüstruktur ist selbsterklärend. Die Sicht auf die Karosseriekanten leidet aber unter dem recht engen Sichtwinkel und die Leitlinien sind nutzlos. Damit empfiehlt sich die Rückfahrkamera Primaster Solar vor allem als Ergänzung zu Abstandswarnern, die in den hinteren Stoßfänger integriert sind.

Lescars MDV-5100.dual

Auf dem Papier gefällt das Gerät mit dem sperrigen Namen Lescars MDV-5100.dual mit einer Fülle an Features, die ihresgleichen sucht: Beschleunigungssensor, WLAN-Kompatibilität und Parkwächter-Funktion sind schon an Bord. Für einen niedrigen Preis bringt es sogar eine Dashcam mit. Im Test hat es sich allerdings zumindest als Rückfahrkamera als unbrauchbar erwiesen. Der Grund: Die hintere Kamera des von Pearl vertriebenen, der Redaktion zu Testzwecken zur Verfügung gestellten Geräts verweigerte konsequent den Dienst. Das wird mit null Punkten in der Disziplin Nachhaltigkeit und der Gesamtnote "Mangelhaft" quittiert. Aber auch mit einer funktionierenden Kamera hätten wir von diesem Probanden keine Wunder erwartet: Dafür erscheint das Display, kaum größer als eine Briefmarke, einfach zu winzig. Schade.

Autovox M1 Pro HD Backup Camera Kit

Schon beim Auspacken der Rückfahrkamera mit dem sportlichen Kürzel im Namen wird klar: Autovox liefert für seine M1 Pro HD verdächtig lange Kabel mit. In der preisgünstigen Version ohne W (für Wireless) fehlt nämlich die Funkübertragung des Signals. Das rächt sich beim Einbau, denn da müssen meterweise Strippen unter dem Teppich oder über dem Dachhimmel gezogen werden, ohne dass Auto oder Kabel Schaden nehmen. Eine nicht vergnügungssteuerpflichtige Angelegenheit.

Damit nicht genug: Zumindest an unserem zu Testzwecken herangezogenen Ford Fiesta ließ sich die Kamera weder ordentlich über noch unter dem Nummernschild montieren. Dafür ist ihr Verstellbereich zu klein. Selbst sanftes Verbiegen der Metallhalterung half in unserem Test nicht. Im Ergebnis sieht man somit entweder die hintere Stoßstange, aber so gut wie nichts von der Umgebung, oder aber nichts vom Stoßfänger, den es ja vor Feindkontakt zu bewahren gilt. Da fällt kaum noch ins Gewicht, dass der stark spiegelnde Bildschirm satte fünf Sekunden benötigt, um das weitgehend nutzlose Bild anzuzeigen. Auf diese Rückfahrkamera darf man getrost verzichten.
Zurzeit ist die Autovox M1 Pro HD auf amazon.de nicht erhältlich.

Ergebnisse der Plätze 4 bis 6 (Tabelle)

Modell (Punkte max.)

Primaster Solar-Rückfahrkamera

Lescars ZX-8870-675 MDV-5100.dual

AUTO-VOX M1 Pro HD Backup Camera Kit

Funktionalität (50)

27

27

16

Qualität (20)

8

2

7

Sicherheit (20)

14

20

17

Nachhaltigkeit (10)

10

0

0

Gesamtpunkte (100)

59

49

40

Bewertung

Ausreichend

Mangelhaft

Mangelhaft

Vtopek AHD P056

Die Rückfahrkamera Vtopek AHD P056 ist konkurrenzlos preisgünstig und konkurrenzlos schlecht. Und bevor man die zahlreichen Kabel umständlich im Auto installiert, tut man gut daran, das Gerät vor dem Einbau auf Funktion zu prüfen. Bei unserem Test brach nämlich die Bildübertragung "zuverlässig" alle sechs Sekunden ab. Der folgende Blackout dauerte zwar nur drei Sekunden. Zum Längsparken auf einer belebten Einkaufsstraße genügt das aber, um eine hupende, wütende Autoschlange zu provozieren. Der Sichtwinkel der Kamera ist zudem zu sehr eingeschränkt, und der Einstellwinkel, analog zur Kamera von Autovox, genügt nicht, um einen hilfreichen Bildausschnitt zu generieren. Fazit: Finger weg von diesem Billigheimer!

Conrad Electronic Renkforce SB505

Schlimmer gehts nimmer? Leider doch. Die Rückfahrkamera Renkforce SB 505 von Conrad Electronic unterbietet die Leistung der anderen Durchfaller noch, indem sie im Test hartnäckig den Dienst verweigerte. Bei dem Totalausfall blieb der Bildschirm einfach schwarz. Damit nimmt die Ausfallrate in unserem Test der Rückfahrkameras zum Nachrüsten bedenkliche Ausmaße an. Außerdem ist die Renkforce SB505 schon bei unserem Test aus dem Jahre 2021 mit einem instabilen Funksignal übel aufgefallen. Offenbar haben Preisdruck und nachlässige Produktionsverfahren der zumeist aus China stammenden Geräte ihre Grenzen erreicht. Für teils dreistellige Summen darf man mehr erwarten.

Dabei hat die Nachrüst-Lösung von Renkforce eigentlich vielversprechende Anlagen: Der Kennzeichenhalter mit integrierter Kamera und zwei Parksensoren ist unkompliziert zu montieren. Dank Funkverbindung bleibt der Innenraum kabelfrei. Eine Kabelverbindung zur Rückfahrleuchte ermöglicht es, den Bildschirm beim Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch zu aktivieren. Das versprach eigentlich ein ehrenwertes Testergebnis. Eigentlich.

Ergebnisse der Plätze 7 und 8 (Tabelle)

Modell (Punkte max.)

Vtopek AHD P056

Conrad Electronic Renkforce SB 505

Funktionalität (50)

17

17

Qualität (20)

8

2

Sicherheit (20)

12

16

Nachhaltigkeit (10)

0

0

Gesamtpunkte (100)

37

35

Bewertung

Mangelhaft

Mangelhaft

So haben wir getestet

Im Fokus unseres Rückfahrkamera-Tests stand die Anwenderfreundlichkeit. Insgesamt waren maximal 100 Punkte zu erzielen. Getestet wurden die Kamerasysteme von uns in vier Hauptkategorien (Produkttest: So testet die AUTO ZEITUNG). Und das unter möglichst praxisnahen Bedingungen: Nach gründlicher Dokumentation des Auslieferungszustands und des Lieferumfangs der Probanden machten wir uns an die Erstmontage der Kameras und, sofern Teil des Lieferumfangs, der mitgelieferten Displays. Zu diesem Zweck stand uns ein einige Jahre alter Ford Fiesta als Testfahrzeug zur Verfügung, der werkseitig über keine Rückfahrkamera verfügt.

Hauptkriterien in unserem Praxistest waren die unkomplizierte, nach Möglichkeit werkzeuglose Montierbarkeit der Kamera an Fahrzeugheck, deren Einstellmöglichkeiten und Bedienfreundlichkeit. Musste etwa die Karosserie zum Durchführen des Signalkabels durchbohrt werden, unter dem Dachhimmel ein Kabel verlegt oder die Bordelektrik per Kabel "angezapft" werden, um die Kamera überhaupt zum Laufen zu bekommen, wurde dies mit Punktabzug belegt. Autostart beim Einlegen des Rückwärtsgangs wurde hingegen mit Extrapunkten belohnt. Auch der Halt des Saugnapfes oder des Klebepads der Display-Halterungen an den verschiedenen, zur Befestigung im Cockpit zur Verfügung stehenden Oberflächen (kunststoffgeschäumtes Armaturenbrett, Windschutzscheibe, etc.) spielten eine Rolle.

Tester beim Messen der Distanz zwischen Auto und Mauer, aufgenommen durch eine Rückfahrkamera
Rückfahrkameras zum Nachrüsten im Test Foto: AUTO ZEITUNG

Ferner flossen neben dem Vorhandensein und der Qualität einer Bedienungsanleitung die Bildqualität (u.a. Bildschirmgröße, Auflösung, Lichtempfindlichkeit, Kontrast) sowie die Menüführung, das Vorhandensein und die Nutzbarkeit von Leitlinien ein. Eine weitere Testdisziplin war die Übersichtlichkeit beim rückwärts Einparken um 90° in eine enge Längsparklücke zwischen zwei parallel abgestellte Testfahrzeugen. Auch die Zeit, die das Kamerasystem zum Hochfahren brauchte, die Wirksamkeit eines gegebenenfalls integrierten Parkpiepsers und die Zuverlässigkeit der auf dem Display eingeblendeten Abstandsanzeige zu einem hinter dem Fahrzeug befindlichen Hindernis, in dem Fall einer Mauer, waren Teil des Testszenarios.

Rückfahrkamera nachrüsten: Anleitungs-Tipps zum Einbau & zur Nutzung

  • Vor dem Einbau alle Bauteile testen. Bei China-Importen häufen sich Probleme mit dem Verbindungsaufbau (Kamera/Display).
  • Kamera sicher und so befestigen, dass sie sich auch bei Autobahntempo nicht verstellt.
  • Die Zusatztechnik (Kamera, Solarpaneel) darf das Kennzeichen nicht – auch nicht teilweise – verdecken, sonst droht Ärger.
  • Bei Autos mit LED-Rücklicht ist das automatische Aktivieren der Rückfahrkamera durch Anklemmen an die Rückfahrleuchte nicht möglich.
  • Beim Ausrichten der Kamera reale Entfernungen zwischen Hilfslinien und Hindernissen ermitteln, um später Fehleinschätzungen beim Rangieren zu vermeiden.
  • Kabel so verlegen, dass sie verdeckt sind und nicht gequetscht werden können (Sitzschiene).
  • Monitor/Display sollten sicher und vibrationsfrei möglichst in der Mitte des Fahrzeug-Cockpits platziert werden (Blickachse zum Innenspiegel).
  • Nicht ausschließlich auf Monitor-Informationen verlassen, stets Umgebung mit im Blick haben.
  • Beim zentimetergenauen Einparken auf Besonderheiten beachten, etwa ausgeklappte Anhängerkupplung und Hindernisse, die außerhalb des Sichtbereichs liegen (Bordstein, Pflanzkübel, etc.).

Was kostet der nachträgliche Einbau einer Rückfahrkamera?

Wer sich den Einbau einer Rückfahrkamera zum Nachrüsten nicht selber zutraut (so Rückfahrkameras selbst nachrüsten) oder den Montage-Aufwand scheut, sollte sich an eine Fachwerkstatt wenden (So unterscheiden sich die Werkstattkosten im regionalen Vergleich). Der Einbauaufwand richtet sich nach dem Typ der Rückfahrkamera und nach dem Fahrzeug. In der Regel dauert das Einbauen einer Rückfahrkamera drei bis fünf Stunden und kostet zwischen 250 und 480 Euro.

Fazit

Der Testsieger von Garmin beweist, dass Rückfahrkameras zum Nachrüsten fast so gut sein können wie so manches Erstausrüster-Equipment. Außerdem bringt die Garmin-Kombo eine lange Liste toller Zusatzfunktionen mit. Das relativiert den absolut gesehen stolzen Preis. Am anderen Ende des Preisspektrums hingegen zeigt sich, dass Sparen an der Qualität nicht nachhaltig ist. Vier Durchfaller bei acht Kandidaten sind einfach zu viel und werfen ein schlechtes Licht auf die Hersteller und Importeure der Billigheimer. Da gereicht es dem Preis-Leistungssieger von Lescars zur Ehre, dass er Sicherheit und Komfort mit erschwinglichen Kosten verbindet.