Ratgeber

Polierpaste fürs Auto: Tipps & Unterschiede zu Politur

Wenn eine einfache Lackpolitur für tiefere Kratzer nicht mehr genügt, kommt die etwas gröbere Polierpaste zum Einsatz. Wie sie angewendet wird, Kauftipps und die Unterschiede zu Poliermittel haben wir im Ratgeber zusammengefasst.

Eine Person trägt Polierpaste mit einem Mikrofasertuch an der linken Ecke der vorderen Stoßstange an einem dunkelblau lackierten Auto auf.
Polierpasten können dank hoher Schleifwirkung auch tiefere Kratzer entfernen. Foto: Imago
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Was ist Polierpaste und wofür wird sie verwendet?

Wo die herkömmliche Lackpolitur an ihre Grenzen stößt, fängt der typische Einsatzbereich einer Polierpaste erst an. Denn während die klassische Autopolitur nur zum Ausbessern kleinerer Kratzer und mattierter Stellen geeignet ist, dafür aber für eine allumfassende Pflege aller lackierter Karosserieteile dient, ist die Polierpaste eher für Ausbesserungen an einzelnen, kleineren Karosseriepartien geeignet.

So das Auto mit der Rotationsmaschine polieren (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Dass sie nicht überall und großflächig am Auto verwendet werden kann, liegt an ihren speziellen Eigenschaften: Polierpaste wirkt oft stark abrasiv, hat also eine hohe Schleifwirkung. Daher nennen sich einige Produkte auch „Schleifpasten“. So lassen sich auch tiefere Kratzer, die noch nicht bis zum Blech reichen, oder auch angegriffene Lackstellen, etwa durch eingetrockneten Vogelkot, entfernen. Ein klassischer Einsatzbereich ist auch das Blech in der Türgriffmulde, das durch Fingernägel und Schlüssel arg mitgenommen aussieht. Der Einsatz von Polierpaste erfolgt aber meist nur punktuell für kleine Ausbesserungen gedacht und nicht für das ganze Fahrzeug in einem Durchgang, wie es bei klassischen Poliermitteln oder Polituren meist der Fall ist.

Test: Akku-Exzenter-Poliermaschinen als materialschonende Alternative

Wer sich den Umgang mit Polierpaste und Rotations-Poliermaschine (noch) nicht zutraut oder einfach nur das Auto nach dem Waschen einmal komplett auf Hochglanz polieren will, ist mit Politur und Exzenter-Poliermaschinen besser bedient, die sich auch von Anfänger:innen problemlos verwenden lassen. Hier stellen wir die besten Akku-Poliermaschinen aus unserem Test vor.

Testsieger
Akku Poliermaschine Auto 150mm Exzenter mit 2×21V 2000mAh Batterien, 13-tlg Polierset
Akku Poliermaschine Auto 150mm Exzenter mit 2×21V 2000mAh Batterien, 13-tlg Polierset
Preis-Leistungs-Sieger
Poliermaschine Auto Akku, 8 variablen Geschwindigkeiten, 2800–6000 U/min
Poliermaschine Auto Akku, 8 variablen Geschwindigkeiten, 2800–6000 U/min
Sehr empfehlenswert
Einhell Akku-Autopoliermaschine CE-CB 18/254 Li Power X-Change
Einhell Akku-Autopoliermaschine CE-CB 18/254 Li Power X-Change

Hier geht's zum Test:

Polierpaste am Auto anwenden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Durch den spezifischeren Einsatzzweck einer Polierpaste unterscheidet sich auch die Anwendung in einigen Details von der klassischen Autopolitur. Folgende Schritte sind beim Arbeiten mit Polierpaste am Auto zu beachten:

  1. Auszubessernde Stelle reinigen: Bevor eine verkratzte, angeätzte oder verwitterte Stelle mit Polierpaste gereinigt werden kann, muss diese zuvor gereinigt werden. Auch das direkte Umfeld in einem Durchmesser von einigen Zentimetern um die betroffene Lackpartie sollte von Schmutzpartikeln und Fremdkörpern befreit werden, um beim Polieren keine Kratzer zu verursachen.

  2. Polierpaste auftragen: Wie bei einer Autopolitur wird auch die Polierpaste nicht direkt auf den Lack gegeben, sondern auf ein geeignetes Tuch oder einen speziellen Polierschwamm. Einige Mittel sind auch für die maschinelle Anwendung geeignet, hier wird die Paste auf das Polierpad der Poliermaschine aufgetragen.

  3. Polieren: Bei der Handpolitur in kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck die auszubessernde Stelle polieren. Bei der Politur per Maschine insbesondere bei schlecht zugänglichen oder besonders kleinen Stellen mit geringer Drehzahl arbeiten.

  4. Nachwischen: Rückstände der Polierpaste mit einem sauberen Tuch abwischen.

  5. Nachpolieren und Lack versiegeln: Da durch den hohen Schleifmittelanteil in einer Polierpaste die ausgebesserte Stelle sowie der Bereich direkt drumherum leicht angeraut werden, empfehlen einige Hersteller eine Nachbehandlung mit einem Lackreiniger oder einem Poliermittel sowie einer anschließenden Versiegelung mit Wachs oder synthetischen Lackversiegelungen.

Polierpaste vs. Poliermittel vs. Lackreiniger: Das sind die Unterschiede

Polierpaste

Poliermittel

Lackreiniger

Schleifmittel-Anteil

Hoch

Mittel

Niedrig

Einsatzzweck

Stark verwitterte Lackstellen, tiefere Kratzer, angeätzter Lack (z. B. durch Vogelkot)

Leichte Lackkratzer, matte und verwitterte Lacke

Leicht verwitterte Lacke

Anwendung

Punktuelle Ausbesserungen (z. B. Kratzer in Türgriffmulde beseitigen)

Vollständige Pflege und Ausbesserung aller lackierten Karosserieteile

Gepflegte Lacke auffrischen

Anwendungsintervall

Nur, wenn notwendig

Ein- bis zweimal jährlich

Je nach Bedarf, mehrfach pro Jahr

Polierpaste kaufen: Unsere Produktempfehlungen

Sonax SchleifPaste

Die Schleifpaste von Sonax kommt mit einem hohen Schleifmittelanteil, der das Abschleifen von verwitterten und verkratzten Lackschichten problemlos ermöglichen soll. Die Polierpaste soll für alle Lackarten und -farben geeignet sein und entfernt neben Kratzern auch Anätzungen, die durch Vogelkot, Insekten und Baumharz im Lack entstanden sind.

Rotweiss Polierpaste

Die Polierpaste von Rotweiss ist laut Hersteller für unter anderem Lacke, Acryl sowie die meisten Metalle geeignet und darüber hinaus auch silikonfrei. Wie üblich kann die Paste leichte Kratzer verursachen, weshalb Rotweiss das Nachpolieren mit einer feineren Glanzpolitur empfiehlt.

Prinox Polierpaste

Die Polierpaste von Prinox eignet sich ebenfalls für die Politur von Lacken, aber auch Acrylglas, Epoxidharzen, Gelcoat, Chrom und Kunststoffen. Der Hersteller legt der Tube à 150 ml zudem noch ein „Profi-Poliertuch“ für die Verarbeitung der Paste bei. Neben der Kratzerbeseitigung soll die Paste im selben Arbeitsschritt auch einen schützenden Abperl-Effekt hinterlassen. Das Mittel lässt sich auch mit einer Poliermaschine verarbeiten.

Presto Polier-Schleifpaste

Die „Polier-Schleifpaste“ von Presto soll feine Kratzer aus dem Lack entfernen und sowohl mit der Poliermaschine, als auch von Hand angewendet werden können. Mit dem richtigen Zubehör soll die Feinschleifpaste dem Autolack so ein Hochglanzfinish verleihen.

FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Polierpaste

Ja, Polierpaste kann Kratzer aus dem Autolack entfernen, aber dies hängt von der Art und Tiefe des Kratzers ab. Polierpasten enthalten abrasive Partikel, die beim Auftragen und Polieren den oberen Bereich des Lackes leicht abschleifen. Bei oberflächlichen Kratzern, die nicht zu tief in den Lack eingedrungen sind und nur die Klarlackschicht betreffen, können Polierpasten Kratzer beseitigen oder zumindest deutlich reduzieren. 

So selten wie möglich. Durch ihre stark abrasive Wirkung – zumindest im Vergleich zu herkömmlichen Lackpolituren – tragen Polierpasten stets etwas mehr Lack ab. Daher sollte die Schleifpaste nur verwendet werden, um grobe Kratzer zu entfernen, und nicht zur regelmäßigen Lackpflege.

Ja, eine Versiegelung des Lacks nach einer Behandlung mit Polierpaste wird empfohlen. Da mit jeder Anwendung auch etwas Klarlack entfernt wird, ist der Lack anschließend weniger gut gegen Witterungseinflüsse geschützt. Autowachs sowie Nano- oder Keramikversiegelungen schützen den behandelten Lack und helfen gleichzeitig, den Glanz länger zu bewahren.