Neuer VW ID.3 (2020): Erste Testfahrt

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VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Mit dem ID.3 soll die Wende vom Dieselsünder zum grünen Vorzeigeunternehmen gelingen. >> Mehr zum Thema Elektroautos

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Mit den beiden Leistungsstufen 150 und 204 PS sowie dem maximalen Drehmoment von 310 Newtonmetern ist das Elektroauto in der Theorie gut gerüstet und beschleunigt in der Praxis, wie man es von neuesten Stromern erwartet.

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Die rein auf Elektromobilität ausgelegte MEB-Plattform erlaubt eine andere Fahrwerksgeometrie, sodass die Räder deutlich weiter einschlagen und den ID.3 die Wendigkeit eines VW Polo verleihen.

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Die Sitzposition ist dank der zwischen den Achsen untergebrachten Akku-Pakte SUV-ähnlich hoch und bequem. 

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Die Passagiere schauen auf ein futuristisches Cockpit mit einem kleinen Display hinter dem Lenkrad sowie einem riesigen Touchscreen daneben. Knöpfe? Haben ausgedient!

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Die Gänge werden per Drehschalter hinter dem Lenkrad eingelegt.

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Der Kofferraum ist großzügig dimensioniert.

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Während der flüsterleise rollende VW ID.3 in vielen Punkten überzeugt, kommen wir aber zum eigentlichen Casus Knacksus: Ist Elektromobilität wirklich grün?

VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020) Foto: VW

Die Grundproblematik, dass Stoffe wie Lithium – die für die Produktion von Batterien nun einmal nötig sind – nicht unter umweltfreundlichen Bedingungen gewonnen werden, kann auch VW zum jetzigen Zeitpunkt nicht lösen. Dafür möchte der Autobauer die Recyclingquote von Batterien auf langfristige Sicht auf 97 Prozent hochschrauben. 

Der neue VW ID.3 (2020) soll die Wolfsburger in die Zukunft führen und mittelfristig die Rolle des Golf als wichtigstes Konzernmodell übernehmen. Doch wie gut ist der Stromer wirklich? Das zeigt die erste Testfahrt!

Können die Wolfsburger mit dem neuen VW ID.3 (2020) – er steht uns zur ersten Testfahrt zur Verfügung – wiederholen, was ihnen in der Vergangenheit schon mehrfach gelungen ist? Wenn es um die Besetzung neuer Segmente geht, hat Volkswagen schließlich schon öfters auf sich warten lassen, um das Neuland dann dauerhaft zu dominieren. So geschehen beispielsweise bei den Kompakt-SUV, bei denen zumindest in Deutschland schon lange kein Wettbewerber mehr am Tiguan vorbeikommt. Und auch das batterieelektrische Volumenmodell steht erst jetzt in den Startlöchern – und somit für die ausgiebige erste Testfahrt bereit. Der neue VW ID.3 (2020) ist in verschiedenen vorkonfigurierten Ausstattungen zu Preisen ab 35.575 Euro exklusive staatlicher Förderung zu haben. Die Versionen mit der größeren Batterie (77 statt 58 kWh) kosten jeweils rund 5400 Euro mehr. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID.3 R

Der VW ID. (2020) im Fahrbericht (Video):

Erste Testfahrt im neuen VW ID.3 (2020)

Bei unserer ersten Testfahrt mit dem neuen VW ID.3 (2020) fällt auf: Äußerlich ähnlich dimensioniert wie der Golf, eröffnen sich in seinem Innenraum ungeahnte Weiten. Fahrer und Beifahrer thronen auf vergleichsweise weit voneinander entfernten, sehr bequemen Sitzen. Kein erhobener Mitteltunnel stört die Bewegungsfreiheit und der Abstand zu den Türen ist ebenfalls mehr als üppig. Dank 2765 Millimeter Radstand herrscht auch im Fond alles andere als drangvolle Enge. Im Gegenteil, die Kniefreiheit in Reihe zwei lässt selbst einige gestandene Mittelklasse-Modelle alt aussehen. Gleiches gilt für die rundum großzügige Kopffreiheit. Eine weitere Besonderheit im Interieur: Die extrem reduzierte Armaturentafel beherbergt wie beim VW Golf 8 kaum klassische Bedienelemente. Und wie im konventionellen Kompakt-Bestseller erfordert die Bedienung auch hier eine gewisse Eingewöhnung. Nahezu sämtliche Eingaben erfolgen über den zentralen Touchscreen oder die Lenkradtasten. Über so genannte Slider – kleine Touchflächen unterhalb des Zentralbildschirms – kann die Temperatur der Klimaanlage oder die Lautstärke des Infotainments eingestellt werden. Alternativ hört der neue VW ID.3 (2020) dank der gut funktionierenden Sprachsteuerung auf's Wort. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID.4

Neuer ID.3 (2020) fährt bis zu 549 Kilometer weit

Doch wie fährt Wolfsburgs Hoffnungsträger denn nun? Typisch Elektroauto, sprintet der neue VW ID.3 (2020) ansatzlos mit großem Engagement voran. Der im Heck untergebrachte 150-kW-Motor sorgt für eine offizielle Beschleunigung von 7,3 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist der Reichweite – je nach gewähltem Batteriepaket laut VW bis zu 549 Kilometer – zuliebe auf 160 km/h reglementiert. Das reicht auch für flottere Autobahnetappen. In der Stadt und auf gewundenen Landstraßen gefällt der VW indes mit seinen agilen Handlingeigenschaften. In flott gefahrenen Kurven liegt der ID.3 satt und sicher. Er lenkt bei unserer ersten Testfahrt durchaus zackig ein und schiebt vergleichsweise spät und dann sachte über die Vorderräder. Traktionsverluste beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven kennt der Hecktriebler ebenfalls nicht. Für einen hohen Reisekomfort sorgt unterdessen die gelungene Fahrwerksabstimmung. Sie unterbindet einerseits störende Aufbaubewegungen auf kurz aufeinander folgenden Wellen und verarbeitet andererseits auch gröbere Straßenschäden souverän. Was sonst noch auffällt: Der neue VW ID.3 (2020) ist ein sehr leises Auto. Selbst bei hohem Tempo stören kaum Windgeräusche die innere Ruhe, und die Reifen übertragen nur geringe Abrollgeräusche in den Innenraum. Mehr zum Thema: Das ist der VW ID.1

Fazit

VW hat sich mit seinem ersten reinrassigen Stromer zwar wieder einmal viel Zeit gelassen, bringt mit dem neuen VW ID.3 (2020) dafür aber ein Produkt auf den Markt, das mit seinem cleveren Packaging einmal mehr das Zeug zum Kassenschlager hat – sofern das generelle Misstrauen der deutschen Autokäufer gegenüber batterieelektrischen Fahrzeugen weiter nachlässt.