Kleinwagen-Test: Mitsubishi Colt vs. Renault Clio & Seat Ibiza

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Mitsubishi Colt, Renault Clio und Seat Ibiza fahren nebeneinander durch eine Linkskurve, von vorne fotografiert.
Mitsubishi Colt/Renault Clio/Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

Kleinwagen im Test: Colt, Clio und Ibiza unterscheiden sich in der Außenlänge nur um maximal sechs Millimeter. Die tatsächlichen Unterschiede liegen woanders.

Der Mitsubishi Colt fährt durch eine Rechtskurve, von vorne fotografiert.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Der Colt ist gut in Form – dank der Designgene des Renault Clio.

Der Mitsubishi Colt fährt durch eine Linkskurve, von hinten fotografiert.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Der Japaner gefällt mir seinem Federungskomfort und dem grundsoliden Fahrverhalten.

Der Renault Clio fährt durch eine Rechtskurve, von vorne fotografiert.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

Die Esprit Alpine-Ausstattung ist in erster Linie eine Frage des Designs, ...

Der Renault Clio fährt durch eine Linkskurve, von hinten fotografiert.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

... weshalb der Franzose sportlicher aussieht, als er tatsächlich ist.

Der Seat Ibiza fährt durch eine Rechtskurve, von vorne fotografiert.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

Der Ibiza vertritt in diesem Vergleichstest die Kleinwagenriege des VW-Konzerns.

Der Seat Ibiza fährt durch eine Linkskurve, von hinten fotografiert.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

Der starke Antrieb und das dynamischste Fahrverhalten des Spaniers machen Laune.

Das Cockpit des Mitsubishi Colt.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Mit Plus-Ausstattung ist der zentrale Touch­screen im Colt sieben Zoll groß und verzichtet auf eine integrierte Navigationsfunktion. Weil Smartphones aber serienmäßig so­wohl über Apple Car­Play (kabellos) als auch Android Auto verbun­den werden können, dürfte das für viele verschmerzbar sein. Weitere serien­mäßige Ausrüstung: eine induktive Lade­schale, zwei USB- und eine AUX-Schnittstelle. Den 9,3-Zoll-Bildschirm des Testwagens gibt es aber erst mit der Select-Ausstattung. Die Menüstruktur erlernt man relativ schnell, und die Dar­stellung gefällt mit ih­rem guten Kontrast.

Das Cockpit des Renault Clio.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

Die Clio-Ausstattungslinie Evolution be­schränkt sich auf die wichtigsten Connectivity-Funktionen: Smart­phone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto, Freisprech­einrichtung und Audios­treaming per Bluetooth, USB oder AUX. Für 600 Euro Aufpreis bekommt der 7,0-Zoll-Bildschirm eine eigene Navigati­onssoftware. Ab der Techno-Ausstattung lässt sich der große, einfach bedienbare 9,3-Zoll-Bildschirm des Testwagens ordern (800 Euro), der bei Esprit Alpine serienmäßig ist. Eine induktive Ladeschale ist Teil beider Ausstat­tungen, für den Evolution gibt es sie dagegen nicht.

Das Cockpit des Seat Ibiza.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

Obwohl der 150 PS (110 kW) starke Ibiza in der geho­benen FR-Ausstattung startet, umfasst die se­rienmäßige Infotain­ment-Ausstattung nur den kleineren, 8,25 Zoll großen Bildschirm mit USB-C- sowie Blue­tooth-Schnittstelle. Ka­belloses Apple CarPlay und kabelgebundenes Android Auto kosten kleinliche 240 Euro, eine induktive Ladeschale gibt es für weitere 265 Euro. Für das Komplett­paket samt 9,2-Zoll- Navigationssystem ruft Seat aber vergleichs­weise faire 850 Euro auf. Allerdings können die Bedienung der Software sowie die Rechenge­schwindigkeit des Top-Infotainments nicht überzeugen.

Die vorderen Sitze des Mitsubishi Colt, durch die geöffnete Fahrertür fotografiert.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Vergleichsweise einfach konstruierte Colt-Sitze mit geringem Seitenhalt.

Die vorderen Sitze des Renault Clio, durch die geöffnete Fahrertür fotografiert.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

Die schicken Esprit Alpine-Sitze des Renault bieten ordentlichen Seitenhalt.

Die vorderen Sitze des Seat Ibiza, durch die geöffnete Fahrertür fotografiert.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

Schalensitze (395 Euro) für den Ibiza in der FR-Anniversary-Ausstattung.

Eine Person sitzt im Fond des Mitsubishi Colt.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Im Fond wird es schnell eng, die ansteigende Fensterlinie drückt aufs Raumgefühl.

Eine Person sitzt im Fond des Renault Clio.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

Beengter Einstieg und recht steil angewinkelte Beine in Clio und Colt.

Eine Person sitzt im Fond des Seat Ibiza.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

In der zweiten Reihe bietet der Ibiza mehr Platz als seine Konkurrenten.

Der Kofferraum des Mitsubishi Colt mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Während die Kofferäume von Colt und Clio gleichermaßen ...

Der Kofferraum des Renault Clio mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
Renault Clio Foto: Zbigniew Mazar

... 301 bis 979 l fassen, ...

Der Kofferraum des Seat Ibiza mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
Seat Ibiza Foto: Zbigniew Mazar

... übertrumpft das der Ibiza mit 355 bis 1165 l deutlich.

Seat Ibiza, Renault Clio und Mitsubishi Colt fahren nebeneinander, von hinten rechts fotografiert.
Seat Ibiza/Renault Clio/Mitsubishi Colt Foto: Zbigniew Mazar

Unterm Strich sind alle drei vollwertige Autos, die auch lange Strecken meistern.

Kann der japanische Renault Clio-Ableger Mitsubishi Colt dem französischen Original gefährlich werden? Und wie schlagen sich die beiden Hybride gegen den klassischen Turbobenziner Seat Ibiza? Der Vergleichstest gibt Aufschluss.

Mitsubishi Colt, Renault Clio & Seat Ibiza im Vergleichstest

Mittlerweile braucht es im Kleinwagensegment, das aus Kostengründen mehr denn je unter Druck steht, kreative Ideen, um die einst so beliebten Stadtautos zu angemes­senen Preisen zu verkaufen. Weil auch Kleinwagen mittlerweile standardmäßig vier Türen plus Heckklappe bieten und nur noch selten unterhalb von 20.000 Euro bleiben, sind die Anforderungen an eine vollkommene Alltags­tauglichkeit gestiegen. Mit mehr als 140 PS (103 kW) treten die drei Kandidaten Mitsubishi Colt, Renault Clio und Seat Ibiza obendrein auch schon er­wachsen motorisiert zum Vergleichstest an.

Renault etwa elektrifiziert bereits seit ein paar Jahren den Dauer­brenner Clio: Als Hybrid besitzt der Franzose eine Kombination aus Saug- und Elektromotoren. Ein Gespann, das die vereinte Kraft über das automatisierte Multi-Mode-Getriebe an die Vorderräder schickt. Eine kleine Batterie erlaubt das Puffern von elektrischer Energie, die beim Rekuperieren gewonnen wird. Die Systemleistung von 143 PS (105 kW) kann sich nicht nur sehen lassen, sie weckt gar die Hoffnung, Gene des seeligen, aber mittlerweile einge­stellten Clio R.S. in die Gegenwart zu retten – zumal der Renault in der sportlichen Ausstattungslinie Esprit Alpine zum Vergleichstest antritt. Weil der neue Mitsubishi Colt vom gleichen Band wie der Renault Clio läuft, besitzt er den identi­schen Antrieb. Ausstattung und Preise werden aber markenspezifisch abgestimmt – zu wessen Vorteil, wird sich noch zeigen. Um seinen Teilespender zu schla­gen, rollt der Japaner mit Top-Ausstattung vor.

Im Vergleich zum technisch kom­plexen Duo kommt der Seat Ibiza vertraut daher: Sein 1,5-l-Turbo-Vierzylinder, den man aus zahlreichen Modellen des Volks­wagen-Konzerns kennt, markiert mit 150 PS (110 kW) die Leistungsspitze des Trios. Er ist serienmäßig mit dem Doppelkupplungsgetriebe kombi­niert. Der Ibiza rollt als Sonder­modell FR Anniversary Edition zum Vergleichstest, das man zwar noch in der Preisliste findet, aber nicht mehr im Konfigurator. An dessen Stelle ist mittlerweile die Black Edition getreten – allerdings ohne die Option auf die Schalensitze des Testwagens.
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Leslie & Cars zeigt den Mitsubishi Colt (2023) im Video:

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Video: AUTOZEITUNG

Karosserie: Mitsubishi Colt & Renault Clio identisch

Dass sich Mitsubishi Colt und Renault Clio in diesem Kapitel nur wenig schenken, liegt auf der Hand, denn abgesehen von den Markenlogos und kleinen Unterschieden beim Design sind die Karosserien des Duos identisch. Das Platzangebot entspricht dem eines durch­schnittlichen Kleinwagens. Vorn passt es für die allermeisten Menschen, hinten wird es aber dann doch schnell eng. Ein wenig mehr Luft gönnt der Seat Ibiza seinen Fahrgästen – vorn und noch deut­licher im Fond. Im Gegenzug patzt der Spanier bei der Bedienung, obwohl er gute Anlagen für eine einfache Hand­habung mitbringt. Egal ob Licht oder Klimaanlage: Im Seat sitzt der jeweilige Schalter dort, wo man ihn vermutet. Doch beim Touchscreen (Der Touch-Trend im Pro und Contra) wird es knifflig. Hier verirrt sich der Spanier in einem Bedienkonzept, das es sowohl an Logik als auch an Rechenge­schwindigkeit vermissen lässt.

Auch die Bildschirme der Konkur­renz sind nicht perfekt, doch hier gibt es immerhin klar definierte Schaltflächen, um jederzeit zum Startbildschirm oder einen Schritt zurückzukommen. Kann man auf die großen Bildschirme ver­zichten, lassen sich in Mitsubishi und Renault serienmäßig Smart­phone-Inhalte, etwa die Navigation, auf ein kleineres, dann sieben Zoll großes Display spie­geln – im Seat kosten diese Schnittstellen Aufpreis.

Beim Qualitätseindruck liegen die drei Konkurrenten des Vergleichstests auf einem ähnlichen Niveau. Der Seat Ibiza punktet mit der steifsten Karosse­rie und der besten Verarbeitungs­güte, doch auch bei ihm kommt verstärkt wenig hochwertiger Hartkunststoff zum Einsatz. Re­nault wertet das Ambiente des Clio mit großflächigem Stoffeinsatz auf, während sich der Mitsubishi Colt pragmatischer gibt und auf derlei Zierrat verzichtet. Verzichten muss das Hybrid-Duo auch auf einen variablen Ladeboden, sodass stets unschöne Stufen im Kofferraum bleiben – sowohl hinter der sehr hohen La­dekante als auch an den umge­klappten Rücksitzlehnen. Diese Stufen hat zwar auch der Seat Ibiza, hier lässt sich aber immerhin optional ein variabler Boden für 380 Euro ordern, der die Beladung und Nut­zung vereinfacht.

Bei der Sicherheitsausstattung gibt es weder einen Ausreißer nach oben noch nach unten. Alle drei Kleinwagen haben das an Bord, was man heutzutage in die­ser Klasse erwartet. Gegen die Un­übersichtlichkeit von Mitsubishi und Renault hilft beim Rangieren die optionale 360°-Kamera. Eine digitale Rundumsicht wird für den Seat gar nicht erst ange­boten – sein Glück, dass seine Fensterflächen relativ groß aus­fallen und man die Vielzahl an Kameras hier am wenigsten ver­misst. Assistenzsysteme wie Spur- und Abstandshalter verrichten bei allen drei Probanden ihre Dienste gut, weil wenig störend oder gar bevormundend.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

Fahrkomfort: Seat Ibiza kann nicht ganz mithalten

Auch bei Kleinwagen darf man einen Gewissen Anspruch an den Fahrkomfort haben, schließlich soll man in den gut motorisierten Fünftürern auch mal längere Strecken stressfrei absolvieren können. Das technische Set-up von Renault Clio und Mitsubishi Colt äh­nelt sich so stark, dass man bei der Bewertung des Federungskomforts keine Unterschiede aus­machen kann. Beide zeichnet, trotz der jeweils 17 Zoll großen Bereifung, ein har­monisches Verarbeiten von Fahr­bahnunebenheiten aus – sowohl bei langsamem als auch bei schnellem Tempo. Die satte Stra­ßenlage ohne übermäßige Auf­baubewegungen macht beide zu komfortablen Kilometerfressern. Schade, dass die Karosseriesteifig­keit nicht mit der Güte der Feder-Dämpfer-Abstimmung mithalten kann, denn ab und an ist bei den beiden Brüdern ein Knarzen aus den Tiefen der jeweiligen Karosse­rie zu vernehmen.

Der Renault mit Esprit Alpine-Ausstattung verfügt über die be­quemeren Sitze, die mit einer deutlich besseren seitlichen Aus­formung gefallen. Probesitzen ist allerdings empfohlen, denn groß­gewachsenen Menschen könnten die Sitze eine Spur zu eng ge­schnitten sein. Dass der Colt am Ende des Vergleichstest-Kapitels einen Punkt vor dem Clio liegt, geht auf das Konto der besseren Serienausstattung, die beim Japaner Sitz- und Lenkrad­heizung sowie eine Klimaautomatik (Tipps zur richtigen Bedienung und Pflege) umfasst. Annehmlichkeiten, die beim Clio-Einstiegs­modell extra kosten. Beim elektrischen Dahinrollen, aber auch beim verhaltenen Leis­tungseinsatz des Verbrenners ver­wöhnen die Hybride mit einem sehr angenehmen Geräuschkom­fort. Unter höherer Last nerven sie hier wie dort allerdings mit einem angestrengten Klangbild, das die komplexen Antriebe erzeugen.

Der Seat sortiert sich in diesem Kapitel dennoch dahinter ein – verliert aber nicht den Anschluss. Er ist als Sondermodell FR Anni­versary Edition serienmäßig mit einem Sportfahrwerk ausgestat­tet, das seinem Namen gerecht wird. Zu keiner Zeit lässt einen der straffe Ibiza darüber im Unklaren, wie der Fahrbahnbelag beschaffen ist. Auf groben Verwerfungen oder permanenten kleinen Anregun­gen kann das auch schon mal zu viel Härte sein. Zudem geht es im Innenraum eine Spur lauter zu. Dass er beim Komfort nicht gänz­lich die weiße Fahne hissen muss, liegt am besten Sitzkomfort im Fond und an der insgesamt besseren Ergonomie. Auf die optiona­len Schalensitze, die exklusiv der Anniversary-Edition vorbehalten bleiben, kann man verzichten – sie gibt es weder mit Sitzheizung noch bieten sie den Seitenhalt des Renault-Gestühls.

Motor/Getriebe: Turbobenziner gibt sich spritziger als Vollhybride

Im Motorenkapitel des Vergleichstests kann sich der Seat Ibiza 1.5 TSI dann aber an die Spitze setzen. Mit seinem 1,5-l-Vierzylinder-Turbo fühlt er sich nicht nur überlegen an, sondern unter­füttert diesen Eindruck auch mit den besten Fahrleistungen. Das Doppelkupplungsgetriebe miss­fällt zwar bei vollem Leistungs­einsatz mit einer gewissen Lethar­gie, aber manuelle Eingriffe sind via Schaltwippen hinter dem Lenkrad möglich. Eine Option, die den Multi-Mode-Getrieben der Konkurrenz fehlt.

Ohnehin bevorzugen die Hybrid-Antriebe von Renault Clio E-Tech Full Hybrid 145 und Mitsu­bishi Colt Hybrid die gemächliche Gangart. Streichelt man das Gaspedal nur, dann stromern beide gern auf kur­zen Strecken. Das lässt sich auch via EV-Taste erzwingen. Tritt man das Pedal hingegen durch, jaulen die Antriebe laut auf, liefern aller­dings nicht zwingend den erwarteten Schub angesichts von doch üppigen 143 PS (105 kW) Systemleistung.

Dass die Elektrifizierung aber sinnvoll ist, unterstreicht der Ver­brauch von Clio und Colt, die im Vergleichstest jeweils nur etwas mehr als fünf Liter Benzin auf 100 km benötigen. Der Turbomotor des Ibiza schluckt auf der gleichen Distanz fast 1,5 l mehr. Dafür sammelt der Spanier kräftig Punkte bei der Höchstgeschwin­digkeit – hier enteilt er der Kon­kurrenz mit 216 km/h dann doch deutlich. Der Clio muss sich gar mit 174 km/h begnügen, während Mitsubishi dem Colt bis 180 km/h Auslauf gewährt.

Fahrdynamik: Seat Ibiza fährt am sportlichsten

Der Renault Clio verspricht mit seinem Esprit Alpine-Outfit mehr, als er letztendlich liefern kann. Es sind am Ende seine Bereifung und die besser darauf abgestimmten Re­gelsysteme, die ihn vor dem Mit­subishi Colt platzieren. Ignoriert man die sportliche Aufmachung, fährt der Franzose aber angenehm un­aufgeregt und wird im Notfall von seinen elektronisch geregelten Rettungsankern im Dienst der Fahrsicherheit elegant eingefan­gen. Der Clio hadert aber biswei­len mit dem unwilligen Leistungseinsatz seines Hybridantriebs samt verhalten schaltendem Multi-Mode-Getriebe. Eine Charakteristik, die auch den baugleichen Colt auszeichnet. Der Franzose bremst zwar mit kalter Bremsanlage am besten, kann sich ansonsten aber nirgends entscheidend in Szene setzen. Wo zwei sich mit verhaltenen Ambi­tionen um die Fahrdynamik-Pole Position streiten, freut sich in der Regel der Dritte. Und das gilt auch in diesem Fall.

Der Seat Ibiza glänzt mit seinem fahr­aktiven Charakter und kann da­mit auch die leichten Schwächen bei den Bremswegen egalisieren. Mit auf Knopfdruck reduzierbaren ESP-Eingriffen erreicht er auf dem Handlingkurs die Bestzeit und im Slalom die höchste Ge­schwindigkeit. Dabei präsentiert sich der kleine Spanier angenehm neutral im Fahrverhalten. Darüber hinaus markieren sowohl die Abstimmung der Lenkung als auch das Pedalgefühl der Bremse die Benchmark in diesem Trio. Während Clio und Colt den Über­gang von Rekuperation zu mecha­nischer Bremse meistern müssen, verzögert der Ibiza, der auf eine Energierückgewinnung verzich­tet, deutlich besser dosierbar.

Umwelt/Kosten: Renault Clio am günstigsten

Jetzt wird es vor allem bei Renault Clio und Mitsubishi Colt interessant, denn die Hersteller preisen ihre grund­sätzlich sehr ähnlichen Kleinwa­gen gänzlich anders ein. Renault geht mit einem günstigeren Ein­stiegspreis (Ausstattungslinie Evolution) in die Offensive und bietet darüber hinaus, dank ver­schiedener Pakete, mehr Möglich­keiten der Konfiguration nach ei­genem Gusto. Während man bei den Franzosen also schon für 23.400 Euro vom Hof rollen kann, sind beim japani­schen Partner bereits 26.190 Euro fällig – jeweilige Rabatt-Aktionen der Hersteller einmal ausge­schlossen. Weil der Renault auch in testrelevanter Ausstattung unter den Tarifen des Colt bleibt, geht die Preis-Leistungs-Krone nach Boulogne-Billancourt.

Für manche dürfte der Mitsubishi den­noch der attraktivere Kleinwagen sein. Besonders der Garantieum­fang hebt den Colt vom Clio ab: Mit fünf Jahren Neuwagengarantie (Alle Herstellergarantien in der Übersicht) gibt der japanische Hersteller seinem Produkt einen Vertrauensvorschuss, den Renault mit zwei Jah­ren nicht bereit ist zu liefern – trotz identischer Technik. Der Seat Ibiza ist unterm Strich das teuerste Auto in diesem Vergleichstest – sowohl beim Kaufpreis als auch beim Wertverlust. Die zusätzli­chen Nachteile bei Garantie und Kraftstoffkosten können auch die besseren Versicherungseinstufun­gen nicht mehr einfangen.

Technische Daten & Messwerte von Mitsubishi Colt Hybrid, Renault Clio E-Tech Full Hybrid 145 & Seat Ibiza 1.5 TSI

AUTO ZEITUNG 01/25Mitsubishi Colt HybridRenault Clio E-Tech Full Hybrid 145Seat Ibiza 1.5 TSI
Technik
Motor4-Zylinder, 4-Ventiler, E-Maschine (Vollhybrid); 1598 cm³4-Zylinder, 4-Ventiler, E-Maschine (Vollhybrid); 1598 cm³4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 1498 cm³
AntriebVorderradantriebVorderradantriebVorderradantrieb
Systemleistung105 kW/143 PS105 kW/143 PS
Leistung Verbrenner/E-Motor69 kW (94 PS), 5600 U/min / 36 kW (49 PS)69 kW (94 PS), 5600 U/min / 36 kW (49 PS)110 kW (150 PS), 5000-6000 U/min / –
Systemdrehmoment205 Nm205 Nm
Drehmoment Verbrenner/E-Motor148 Nm, 3200-3600 U/min / k.A. 148 Nm, 3200-3600 U/min / k.A.250 Nm, 1500-3500 U/min / –
Kapazität1,2 kWh1,2 kWh
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4053/1798 (2006)*/1439 mm4053/1798 (2001)*/1440 mm4059/1780 (1955)*/1444 mm
Leergewicht (Werk/Test)1271/1292 kg1256/1299 kg1156/1209 kg
Kofferraumvolumen301-979 l301-979 l355-1165 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)9,0 s9,0 s7,8 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)180 km/h174 km/h216 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
35,0/34,9 m35,5/34,5 m35,6/35,2 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)5,2 l/4,2 l5,1 l/4,3 l6,5 l / 5,7 l
Elektrische Reichweite
Preise
Grundpreis26.190 €23.400 €28.470 €
Testwagenpreis27.890 €26.800 €31.050 €
*Breite mit Außenspiegel

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Mitsubishi Colt HybridRenault Clio E-Tech Full Hybrid 145Seat Ibiza 1.5 TSI
Karosserie (1000)498502518
Fahrkomfort (1000)568567563
Motor/Getriebe (1000)636636642
Fahrdynamik (1000)607617645
Eigenschaftswertung (4000)230923222368
Kosten/Umwelt (1000)441443405
Gesamtwertung (5000)275027652773
Platzierung321

Fazit

Das knappe Ergebnis unterstreicht die Reife der drei Testkandidaten. Der Sieger Seat Ibiza 1.5 TSI ist geräumig und egalisiert die Nachteile beim Federungskomfort mit seinen Fahrleistungen. Wer Wert auf eine ge­steigerte Effizienz legt, dürfte besonders den zweitplatzierten Renault Clio E-Tech Full Hybrid 145 ins Auge fassen. Seine variable Preisstruktur mit günstigem Einstiegs­modell und attraktiven Ausstattungsvarianten spricht zudem für ihn. Da muss der baugleiche Mitsubishi Colt Hybrid passen, der vom Start weg teurer ist. Sein größter Pluspunkt ist der Garantieumfang.