Mercedes-Tuning 1980er: Von AMG bis Zender

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Mercedes Tuner 80er AMG Brabus Bilder Vergleich
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er

Von A wie AMG bis Z wie Zender

Mercedes Tuner 80er AMG Bilder 190 E AMG Vergleich
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - AMG

1984: AMG setzte schon immer auf Leistung

Mercedes Tuner 80er AMG Bilder 190 E AMG Vergleich
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er

Beim 190er vergrößerten die Affalterbacher den Hubraum und kamen so auf 160 PS

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E AMG Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er

Innen hat AMG Wurzelholzfurnier verarbeitet. Das Sportlenkrad ist mit Leder ummantelt und schön griffig

Mercedes Tuner 80er AMG Bilder Vergleich 190 E AMG Motor
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - AMG

Der Vierzylinder ist 2299 Kubikzentimeter groß, der Kopf bearbeitet. Die Nockenwelle stammt von AMG

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E Brabus 3.5
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Brabus

1987: Breit, stark und schwarz kam der Brabus-Benz daher

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E Brabus 3.5 Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Brabus

Feines Lederlenkrad und ein bisschen Wurzelholz – innen gibt sich der Brabus dezent

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E Brabus 3.5 Motor
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Brabus

Das Tier unter der Motorhaube: Der 3,5 Liter große Brabus-Motor mobilisiert 245 PS bei 5700/min und 320 Nm bei 4000/min

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Carat Duchatelet
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Duchatelet

1984: Der Carat 190 in vollem Ornat – hier wurden rund 7000 Mark in Tuning-Teile investiert

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Carat Duchatelet
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Duchatelet

Tuning für die Optik

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Carat Duchatelet Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Duchatelet

Lederlenkrad und Holzfurnier, wahlweise in Nußbaumwurzel oder Zebrano: Design und Farben ganz im Stil der 80er

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 1001 SEL Gemballa
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Gemballa

1985: Der 1001 SEL sollte höchsten Komfort vermitteln und ist damit kein Tuning-Auto im Sportsinne

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 1001 SEL Gemballa
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Gemballa

Geht nicht, gibt's nicht: Der Kunde ist König

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 1001 SEL Gemballa Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Gemballa

Bedientasten im Lenkrad und ganz viel Leder: Kaum ein Teil im Innenraum blieb unangetastet

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 1001 SEL Gemballa Ausstattung
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Gemballa

Man beachte die HiFi-Komponenten am Dach – in Gold gefasste Unfassbarkeiten

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SEL Lorinser
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Lorinser

1981: Der Lorinser 500 SEL verzichtete auf Chrom – ein Verzicht, der knapp 3000 Mark kostete

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SEL Lorinser
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Lorinser

Die S-Klasse als Sportwagen

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SEL Lorinser Motor
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Lorinser

Bullige Kraft: Der Motor des 500 SEL blieb unangetastet. Man vertraute auf die werksseitigen 245 PS des fünf Liter großen V8

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E 3.6 Oettinger
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Oettinger

1988: Wehe, wenn er losgelassen! Oettingers 300 E 3.6 ist von außen kaum zu erkennen, doch er hat Leistung satt

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E 3.6 Oettinger
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Oettinger

Der Wolf im Schaftspelz

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 300 E 3.6 Oettinger Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Oettinger

Ein Tacho bis 300 km/h und ein Lederlenkrad: Auch innen setzte Oettinger auf Understatement

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 280 TE Zender
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

1980: Das neue Jahrzehnt startete wild mit dem getunten 280 TE. Bei Zender mutierte er zum silbernen HiFi-Tempel auf Rädern

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 280 TE Zender Heck
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er

Schlichtes Heck ohne Schriftzüge, dafür mit Stoßstange in Wagenfarbe

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 280 TE Zender Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er

Bitte anschnallen und Knöpfchen zählen: Kassettenteil, Tuner, Verstärker und darunter rechts der obere weiße Knopf für die Handschuhfachkühlung

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SET Zender
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

1983: Der 500er Kombi wirkte sehr gefällig

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SET Zender
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Der Kombi zeugte zudem von hohem handwerklichen Geschick

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 500 SET Zender Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Auch hier wieder: Umbau der Mittelkonsole für die diversen Sound-Komponenten

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Zender
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

1983: Auch Zender stellte sofort einen 190er vor – mit auffällig großem Stern im Grill

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Zender Heck
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Kantig mit Spoiler

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Zender Cockpit
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Leder ohne Ende: Zender legte großen Wert auf das Finish im Innenraum

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Zender Sitze
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Die Sportsitze mit ausgeprägten Wangen vorn sind ein Hingucker

Mercedes Tuner 80er Bilder Vergleich 190 E Zender
Vergleich: Mercedes-Tuner der 80er - Zender

Die hinteren Einzelsitze mit eigener HiFi-Anlage übertreffen sie noch

Die 80er waren ein Tuning-Jahrzehnt. Breitbauten, PS- und Protz-Orgien bestimmten das Bild. Am Beispiel Mercedes zeigen wir, was Tuner von A wie AMG bis Z wie Zender so anrichten konnten. Damals war das cool – und heute?

Mercedes190 E AMG

Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gründeten 1967 in Großaspach bei Stuttgart die Firma AMG. Heute gehört der einstige Tuner zum Daimler-Konzern. AMG-Sportversionen und sogar reine AMG-Kreationen sind so selbstverständlich wie die Freundschaft zwischen Asterix und Obelix. Dort, wo der große Konzern etwas behäbig wie ein Hinkelsteinlieferant ums Eck biegt, flitzt der Sportableger von Zaubertrank beflügelt vorneweg. 1984 stellte AMG seine Version des W201 vor. Aber kein Zaubertrank verhalf dem Baby-Benz zu mehr Leistung, denn er fiel in keinen Kupferkessel voll magischen Gebräus – er wurde solide auf Leistung gebracht: AMG verpasste ihm einen auf 2,3 Liter aufgebohrten Vierzylinder, der gut war für 160 PS und 215 Newtonmeter Drehmoment. Genug für 216 km/h Spitze und einen Null-Hundert-Sprint in 8,6 Sekunden. Das waren Werte, welche die meisten Konkurrenten nicht bieten konnten. Die Auslegung des AMG-Aggregats war typisch für einen sportlichen Saugmotor: Bestes Drehmoment erst bei 4750 /min, höchste Leistung bei 5750 /min. Der Vierzylinder wollte gedreht werden, wenn er der Konkurrenz davon fahren sollte. Dafür blieb der Testverbrauch vergleichsweise zahm: 11,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Im Innenraum gönnte die Firma mit dem Affalterbacher Apfelbaum im Logo dem Baby-Benz ein schickes Lederlenkrad, Wurzelholz und Sportsitze. Die aber waren im Fahrbericht der AUTO ZEITUNG im Februar 1984 Gegenstand der Kritik. Zwar boten sie sehr guten Seitenhalt, doch man saß zu hoch, was dazu führte, dass die Oberschenkel größerer Menschen schnell mal mit dem Lenkrad in Berührung kamen. Das Fahrwerk des AMG-190ers erwies sich im Testbetrieb als sehr sportlich ausgelegt. Mit ihm ließ sich sauber um die Ecke zirkeln, doch der Komfort blieb auf der Strecke – speziell bei kurzen Bodenwellen. Und der Preis des Umbaus ließ einem fast den Himmel auf den Kopf fallen: 12.682 Mark!

Mercedes 300 E BRABUS 3.5

Brabus-Chef Bodo Buschmann stellte 1987 klar: „Wir wollen einen Mercedes lediglich individueller machen.“ Dennoch: Die AUTO ZEITUNG-Redakteure stellten sich nach einem Vergleichstest von Mercedes 300 E Brabus 3.5 und seinem Serien-Pendant die Frage, ob der bessere Benz nicht doch aus Bottrop kommt. Der 3425 Kubikzentimeter große Brabus-Motor erwies sich als 57 PS stärker und mit 6,6 Sekunden von null auf 100 deutlich stärker als der 300 E (188 PS, 8,5 s von 0 auf 100 km/h). Und noch eindrucksvoller: der Elastizitätswert von 60 auf 160 km/h im 5. Gang – 28,8 Sekunden beim Brabus, 45,0 beim Serien-Benz. Dabei verbrauchte der Bottroper 12,7 Liter Super, der Stuttgarter 10,8 Liter gleicher Sorte. Auch das Fahrwerk des Brabus konnte sich sehen lassen: guter Komfort, allerdings etwas nervöser im Grenzbereich. Der Brabus-Testwagen kostete damals mit allen Schikanen 91.942,71 Mark. Dafür bekam man einen Benz, der sich auch heute noch sehen lassen kann: dezent und 250 km/h schnell.

Mercedes 190 E Carat Duchatelet

Duchatelet? Ja, auch dieser Umbauspezialist aus Belgien hat mal Mercedes getunt. Eigentlich ein Experte für gepanzerte Fahrzeuge, wagte sich die Firma aus Lüttich Anfang der 80er aufs Tuning-Parkett und stellte einige bemerkenswerte Fahrzeuge vor. Allerdings ging man in Belgien nicht so sehr ans Eingemachte. Motoren mit größerem Hubraum oder eigene technische Finessen in der Motorsteuerung sucht man vergebens. Dafür gab es zum Beispiel für den 190er Mercedes das komplette Tuning-Programm fürs Auge und auch Fahrwerkskomponenten. „Carat“ nannte man die Tuning-Linie, die für den 190er folgende Teile umfasste: Frontspoiler mit Aufnahme für Zusatzscheinwerfer (548 Mark), die passenden Scheinwerfer (229 Mark), dreiteilige Heckschürze (598 Mark), Seitenschweller mit Radläufen (698 Mark), Heckspoiler (298 Mark). Das komplette Fahrwerk mit speziellen Federn und Dämpfern gab es schon für 592 Mark. Teuer hingegen das lederbezogene Armaturenbrett (im Austausch): 2500 Mark! Die Duchatelet-Benz sind heute sehr selten. 

Gemballa 1001 SEL

Was ist bitteschön das? Ein Mercedes 1001 SEL? Nun, im Grunde macht die Typenbezeichnung Sinn, denn der Schöpfer dieses ganz besonderen Benz war Uwe Gemballa, eine der eher schillernden Figuren im Auto-Zirkus. Viele seiner Kunden kamen aus dem Nahen Osten. Ein Benz wie aus Tausend und einer Nacht ist da nur die logische Konsequenz. Gemballa verbindet man eigentlich mit Porsche und McLaren. Die Firma ist als Automobilhersteller sehr erfolgreich im Geschäft. Uwe Gem-balla selbst wurde 2010 entführt und ermordet. Gemballas Mercedes-Umbauten galten schon in den 80er Jahren vom Stil her als durchaus – nennen wir es einmal – diskutabel. Aber immerhin wies diese S-Klasse von 1985 schon Bedienknöpfe im Lenkrad auf. Sie sind sogar hinterleuchtet. Ein Detail, das heute Standard ist in Oberklasse-Limousinen. Gemballas S-Klasse-Umbauten konnten gerne mal bis zu 400.000 Mark kosten. Es kam nicht drauf an: 24-Karat-Vergoldungen? Kein Problem! Gleich mehrere Bildschirme und Video-Entertainment? Aber sicher doch! Einzelsitze hinten, Echtholz-Klapptischchen, am Dach untergebrachte HiFi-Komponenten? Gemballa machte es möglich. Dass das dann aussah wie im Hymer-Wohnmobil nach Eigenausbau durch den Eigner (nur qualitativ natürlich perfekt!) – geschenkt. Gemballa versuchte stets, jeden Kundenwunsch zu erfüllen. Und der Scheich an sich mag’s halt gern etwas üppiger. Heute wie damals schüttelt man den Kopf: Ein solches Show-Tuning mutet seltsam an.

Lorinser 500 SEL

Die Firma Lorinser aus Waiblingen machte in den 80ern aus so manchem Benz einen Sportwagen – speziell die großen Modelle mit Stern hatten es Lorinser angetan. Damals dort für Mercedes-Umbauten zuständig: Adolf Koch. Er zeichnete in der AUTO ZEITUNG 26/1981 zwei Charakterbilder des typischen Lorinser-Kunden: Entweder waren es ehemalige Porsche-Fahrer, die mehr Platz haben und dennoch weiter sportlich fahren wollten. Oder es waren Kunden wie der damalige McLaren-Boss Teddy Mayer, die auch abseits der Rennstrecke Sportwagen-Feeling schätzten. Technisch gesehen packte Lorinser die S-Klasse beim Fahrwerk: BBS-Räder in 7 x 16 (1921 Mark), Breitreifen in 225/50 VR 16 (2687 Mark), Federn und Stoßdämpfer (1515 Mark). Dazu Recaros (5198 Mark) und Entfernung des Chromschmucks und Ersatz in Mattschwarz (2938 Mark) sowie ein Spoilersatz (2914 Mark). Damit war Lorinser alles andere als günstig, doch allemal individuell. Gutes Kurven-Handling zeichnete den 500 SEL aus. Beim Design schieden sich die Geister.

Oettinger 300 E 3.6

Oettingers Tuning-Variationen bringt man eher mit Volkswagen in Verbindung. Doch der Veredler aus Friedrichsdorf konnte auch anders. 1988 mischte der 300 E 3.6 die Tuningszene gehörig auf. Oettinger gab sich noch viel dezenter als zum Beispiel AMG und auch noch mal eine Stufe unschuldiger als Brabus. Doch unter dem Blech tobte ein Inferno. 30 Millimeter tiefergesetzte Karosserie dank Sportfahrwerk, 7 x 15 Zoll große Ronal-Räder. Punkt! Mehr optische Finessen bekam der 300 E in Rentnergraumetallic nicht. Doch der Reihensechser von Mercedes musste sich tiefgreifende Änderungen gefallen lassen. 3607 Kubikzentimeter groß, Chrom-Molybdän-Kurbelwelle, Schmiedekolben, Kopfbearbeitung, geänderter Abgaskrümmer, Verdichtung 10:1 (Serie: 9,2:1), Sportauspuffanlage – das brachte 240 PS bei 5800/min und 355 Nm bei 3900/min (Serie: 255 Nm bei 4400/min). Etwa 13 Liter Verbrauch und ein Null-Hundert-Wert von 7,0 Sekunden waren ein Wort. Der Preis auch: 83.558 Mark. Das war vergleichsweise günstig für die gebotene Leistung.

Zender 280 TE

Beim Stichwort Zender gibt es viel zu erzählen! So produktiv war  kaum ein anderer Anbieter im Tuning-Segment. Wir haben drei Fahrzeuge herausgegriffen, die sehr typisch sind für Zender – und für die 80er-Jahre. Wer 125.000 Mark investieren  wollte, der konnte sich 1980 ein ganz besonderes Merce-des T-Modell anschaffen. Hans-Albert Zender sprach von einem „Edelkombi im wahrsten Sinne des Wortes“. Der 280 TE bekam ein Bodykit, verlor den Chrom und erhielt im Innenraum eine Rundum-Kur. Blaues Alcantara-Leder, wohin man auch blickt – und das war 1980 noch eine echte Sensation! Hochflorteppich, beheizte Sportsitze und dazu eine Soundanlage vom Allerfeinsten mit 200 Watt Dauerleistung und einzelnen Komponenten – samt Kassettendeck. Ein Inferno von Knöpfen und Reglern. Da wurde das Auto zum Wohnzimmer, zu einer Art blauen Lagune auf Rädern. Und zu einer schnellen: Denn zum Sportfahrwerk mit 7 x 15 Zoll großen BBS-Felgen gesellte sich ein lupen-reines  AMG-Aggregat  unter der Motorhaube, das den 280 TE auf muntere 217 km/h beschleunigte. Und noch ein Goodie am Rande: Das Heckabteil war klimatisierbar – extra für Hunde an Bord. Es war eben an alles gedacht. Praktisch mit Erscheinen des W201 nahm sich Zender auch des Baby-Benz an. Die Zender-Variante bekam ein von Hausdesigner Günter Zillner entworfenes Äußeres und 7 x 15 Zoll große  Pirelli-Felgen  samt  225/50 VR  15er-Reifen. Innen ging es sportlich zu: Elektrisch verstellbare und beheizbare Sportsitze vorn, Einzelsitze hinten – natürlich alles in Leder. Dazu kam ein eigenes Blaupunkt-Soundsystem „Heidelberg“ nur für die Fondpassagiere. Mit diesem Prototypen wollte Zender damals zeigen, welche Innovationskraft das Unternehmen besaß – ohne Rücksicht auf die Kosten. Kaum  jemand  wird  damals  bereit  gewesen sein, auf den Kaufpreis eine 190 E nochmals 28.380 Mark draufzulegen. Die AUTO ZEITUNG durfte den Wagen probefahren. Fazit: „Erstaunlich ist jedesmal, wie sauber und präzise selbst der erste Prototyp der umgebauten Zender-Mobile dasteht. Kunststoff und Leder sind bei Zender in besten Händen.“ Blech aber auch! Das zeigt der 500 SET von 1983. Auf Basis eines 500 SEL fertigte Zender unter Verwendung einer W123-Dachpartie und hinteren Seitenscheiben vom Kombimodell des W124 einen Luxuslaster in Kleinserie. Fans erkennen die Versionen dieses Umbaus an der Fensterlinie und weiteren Details. Fakt ist, dass bis heute einige wenige von ihnen herumfahren – ein beeindruckendes Sternenschiff!

Die Firma Zender hat 2008 den Geschäftsbereich Tuning eingestellt, doch ihre Tuning-Kreationen leben weiter. Und sei es nur auf Bildern und in Köpfen. Denn über alle Geschmacksfragen hinweg nötigen vor allem die Umbauten des W126 zum Kombi jedem Autofan auch heute noch Respekt ab und werden unter Youngtimer-Fans immer wieder gern gesehen.