Mazda3: Test Angriffslustig in Richtung Wolfsburg
Der Mazda3 sieht klasse aus, fährt ausgesprochen agil und lässt mit seiner Ausstattung kaum Wünsche offen. Passt der 122-PS-Benziner zum sportlichen Auftritt? Erster Test!
Der neue Mazda3 zeigt der Konkurrenz im Test die kalte Schulter – zumindest optisch, dafür aber im wahrsten Sinne des Wortes: Mit seiner breiten C-Säule und der geradezu dramatisch auslaufenden Coupé-Dachlinie steht der Kompakte aus Hiroshima selbstbewusster da als je zuvor. Schmale und zudem serienmäßige Voll-LED-Scheinwerfer leuchten angriffslustig in Rictung Wolfsburg, und angesichts des dunkel vergitterten Kühlergrills im Stil des Hauses regt sich die dringende Vermutung, dass es auch unterm Blech ziemlich heiß hergehen dürfte. Doch genug Design-Schwärmerei auf dem Redaktionsparkplatz – werfen wir lieber einen Blick aufs Datenblatt. Zum ersten Test startet der brandneue Mazda3 mit einem 122 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder ohne zusätzliche Aufladung, der als Mildhybrid von einem 24-Volt- Startergenerator unterstützt wird. Mit maximal 213 Nm Drehmoment soll der Skyactiv-G 2.0 M Hybrid in 10,4 Sekunden auf Landstraßentempo beschleunigen. Alternativ steht zum Marktstart noch ein 1,8-Liter-Turbodiesel mit 116 PS zur Wahl. Ganz klar: Da geht zumindest leistungstechnisch deutlich mehr. Und zwar ab Sommer, wenn Mazda als Topmodell den neu entwickelten Skyactiv-X-Benziner mit 181 PS und innovativer Kompressionszündung nachreicht. Bis dahin gibt sich der Japaner noch etwas zurückhaltend und verlangt mit seinem Saugbenziner doch recht nachdrücklich nach Drehzahl, um schließlich bei 6000 Touren seine maximale Leistung zu entfalten. Wer schnell statt nur zügig vorankommen will, greift entsprechend häufig zum belederten und exakt geführten Knauf des Sechsgang-Schaltgetriebes. Dafür reagiert der Vierzylinder spontan auf Gasbefehle und beschleunigt harmonisch-linear bis zur Höchstgeschwindigkeit von 197 km/h. Mit 7,6 Liter Super bewegt sich der Testverbrauch des Mazda3 dazu auf Klassendurchschnitt. Übrigens: Den Standardsprint auf 100 km/h erledigt der 2.0 M Hybrid in gemessenen 9,4 Sekunden – und ist damit eine volle Sekunde schneller als werksseitig angegeben. Mehr zum Thema: Das ist der neue Mazda3
Der Mazda3 (2019) im Video:
Der Mazda3 im Test der AUTO ZEITUNG
Ganz unabhängig vom gewählten Antrieb erfüllt der 1362 Kilogramm leichte Mazda3 die durch sein sportives Design geschürten Erwartungen mit einem rundum fahraktiven, hellwachen Wesen. Die Lenkung ist direkt ausgelegt und gibt gute Rückmeldung, das Fahrwerk wirkt straff, findet jedoch einen guten Mittelweg zwischen Sport und Fahrkomfort. Mit 32,8 Metern aus Tempo 100 erreicht er zudem den bislang besten Warmbremsweg aller getesteten Mazda-Modelle. Der Innenraum perfektioniert gezielt den reduzierten Look des Vorgängers. Besonders für Fahrer und Beifahrer passt das hochwertige und solide Interieur wie angegossen. Die Steuerung des neuen Infotainment-Systems mit großem 8,8-Zoll-Bildschirms erfolgt intuitiv mit einem Dreh-Drück- Steller auf der Mittelkonsole – so, wie man es sonst von Automobilen aus Münchner Produktion gewohnt ist. Hinter den bequem gepolsterten Vordersitzen erfordert das ambitionierte Design allerdings eine gewisse Kompromissbereitschaft: Auf den Plätzen im Fond leidet die Kopffreiheit unter der flachen Dachlinie, zudem schränken die breiten C-Säulen die Übersicht ein. Auch die Ladekante des Kofferraums könnte mit 764 mm niedriger ausfallen. All das rückt jedoch angesichts der ausgesprochen umfangreichen Serienausstattung schnell in den Hintergrund: Bereits das Basis-Modell für 22.990 Euro bietet Navigation ab Werk, integriert Smartphones ins Infotainmentsystem, projiziert Informationen mit einem Head-up-Display direkt auf die Windschutzscheibe und hält selbstständig den Abstand zum Vordermann. Ein vergleichbares Angebot sucht man in dieser Klasse vergebens. So bestätigt der Mazda3 den ersten Eindruck als dynamischer Kompakter mit attraktiver Hülle. Wie war das noch mit der kalten Schulter? Wir sind gespannt auf den ersten Vergleichstest.
Das Connectivity-Angebot im Mazda3
Die Smartphone-Anbindung per Apple CarPlay oder Android Auto gehört im neuen Mazda3 zur Serienausstattung. Ausgewählte Inhalte werden auf dem hochauflösenden 8,8-Zoll-Bildschirm wiedergegeben, die Steuerung erfolgt über den Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole oder per Sprachsteuerung. Außerdem stets dabei: ein Navigationssystem und ein DAB-Radio mit acht Lautsprechern.
Messwerte & technische Daten des Mazda3
AUTO ZEITUNG 8/2019 | Mazda3 Skyactive-G 2.0 M Hybrid |
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Technik | |
Zylinder/Ventile pro Zylin. | 4/4; |
Hubraum | 1998 cm³ |
Leistung | 90 kW/122 PS |
Max. Gesamtdrehmoment | 213 Nm |
Getriebe/Antrieb | 6-Gang manuell/Vorderradantrieb |
Messwerte | |
Leergewicht (Test) | 1362 kg |
Beschleunigung | |
0 - 100 km/h | 9,4 s |
Höchstgeschwindigkeit (Werk) | 197 km/h |
Bremsweg aus 100 km/h kalt/warm (Test) | 33,4/32,8 m |
Verbrauch (Test) | 7,6 l S/100 km |
CO2-Ausstoß (EU) | 117 g/km |
Preise | |
Grundpreis | 24.290 Euro |
Der neue Mazda3 überzeugt im ersten Test mit seinem Design, dem agilen Fahrverhalten und der beeindruckenden Ausstattungsvielfalt. Der moderne 122 PS starke Mild-Hybrid-Benziner liefert ordentliche Fahrleistungen, könnte aber mehr Durchzug bieten.