Land Rover Discovery/Volvo XC90: Test

(1/22)
Land Rover Discovery/Volvo XC90
Land Rover Discovery/Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Die fünfte Generation des Land Rover Discovery tritt im Vergleichstest gegen den Volvo Xc90 an. Beide Dickschiffe gehören ...

Land Rover Discovery/Volvo XC90
Land Rover Discovery/Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

... mit knapp fünf Metern Länge zu den größten SUV überhaupt. Der Land Rover Discovery ...

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

... beeindruckt mit seiner schieren Größe. Entsprechend gut ist das Raumangebot. Vorn wie hinten ...

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

... haben selbst Großgewachsene keinen Grund, sich über mangelnde Bewegungsfreiheit zu beschweren.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Der noble Brite eignet sich mit einer Anhängelast von 3,5 Tonnen hervorragend als Zugfahrzeug.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Das wuchtige Cockpit ist gut verarbeitet und mit edlen Materialien bestückt.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Der Brite fühlt sich dank entsprechender Programme auch im Gelände zuhause.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Der 240 PS starke Selbstzünder wirkt etwas angestrengt. Kein Wunder, schließlich muss das kultiviert laufende 2,0-Liter-Aggregat satte 2296 Kilogramm bewegen.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Mit bis zu 2500 Liter Stauraum hat der Land Rover Discovery ein gigantisches Ladevolumen.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Der Discovery verfügt über zahlreiche Ablagemöglichkeiten – sogar hinter der Klima-Einheit.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Eine praktische Klappe verhindert, dass das Gepäck aus dem Kofferraum fällt.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery Foto: Frank Ratering

Ab Werk ist der neue Discovery mit einem acht Zoll großen Touchscreen, Bluetooth-Schnittstelle und einem Soundsystem mit sechs Lautsprechern ausgerüstet. Das Top-Multimediasystem InControl Touch Pro mit Festplatten-Navigation und 10,2-Zoll-Display bleibt den beiden höchsten Ausstattungslinien HSE und HSE Luxury vorbehalten, die saftige Aufpreise mit sich bringen. Es beinhaltet unter anderem Digitalradio DAB+, Spracherkennung sowie ein Laufwerk für CDs und DVDs. Ebenfalls nur für die beiden höchsten Ausstattungslinien erhältlich ist das InControl Connect Pro-Paket. Bestandteil dieser Option sind beispielsweise ein Wi-Fi-Hotspot sowie diverse integrierte Apps, darunter Parkopedia zum einfachen Finden von Parkmöglichkeiten oder auch die Internetradio- und Podcast-Plattform Stitcher.

Land Rover Discovery
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Der Volvo XC90 punktet mit einer hervorragenden Basisausstattung, die es im Discovery nur gegen Aufpreis gibt.

Land Rover Discovery
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Auch wenn der XC 90 auf dem Handlingkurs marginal langsamer als der Discovery ist, wirkt er ...

Land Rover Discovery
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

... gerade beim Einlenken agiler. Verantwortlich dafür ist die direkter übersetzte Lenkung, die deutlich geringere Lenkwinkel mit sich bringt.

Land Rover Discovery
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Auch der Volvo geizt nicht mit Aluminium und offenporigem Holz.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Praktische Absenkautomatik zum Einladen von Gepäck.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Der Motor des Volvos wirkt mit seinem 235-PS-Selbstzünder spritziger als der des Land Rovers. Er beschleunigt bei höheren Autobahngeschwindigkeiten noch mit Nachdruck und erzielt mit 220 km/h eine um 13 km/h höhere Endgeschwindigkeit. Zudem verbraucht der schwedische Bi-Turbodiesel 1,4 Liter weniger Kraftstoff.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

In Sachen Stauraum muss sich der XC90 - trotz seiner respektablen 1886 Liter – dem Discovery geschlagen geben.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Wie auch beim Land Rover gegen Aufpreis erhältlich: eine dritte Sitzreihe.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Die Instrumente sind digital ausgeführt und lassen sich optisch verändern.

Volvo XC90
Volvo XC90 Foto: Frank Ratering

Der Volvo XC90 bietet eine vollumfängliche Konnektivität, zu der ab Werk diverse Anschlussmöglichkeiten ebenso gehören wie eine Freisprecheinrichtung oder die Smartphone-Anbindung von Apple- und Android-Geräten. Online geht der Schwede serienmäßig über das gekoppelte Smartphone oder gegen Aufpreis via integrierter SIM-Karte. Dann ist auch ein WLAN-Modul für mobile Endgeräte an Bord. Darüber hinaus bietet der Volvo ab Werk integrierte Applikationen wie beispielsweise Spotify oder auch Wikipedia. Für Audio-Fans eine Empfehlung: das Premium-Soundystem von Bowers & Wilkins (3570 Euro) mit insgesamt 19 Lautsprechern. Dieses liefert einen herausragenden Klang und verfügt sogar über ein Setting, das die Akustik der Göteborger Konzerthalle nachstellt.

Mit geringerem Gewicht, verbessertem Handling und vielseitigem Innenraum soll der neue Land Rover Discovery bei den großen Nobel-SUV mehr Kunden gewinnen. Der moderne Volvo XC 90 ist in diesem Segment ebenfalls erfolgreich unterwegs. Test mit beiden Kandiaten!

Der erste Land Rover Discovery erschien bereits vor 27 Jahren auf dem Markt. Seitdem haben sich über 1,2 Millionen Kunden für den britischen Alleskönner entschieden, der seit jeher eine ausgeprägte Geländegängigkeit mit hoher Praktikabilität im Alltag kombinierte. Diese Erfolgsgeschichte soll die komplett neu entwickelte fünfte Generation nun fortsetzen. Im ersten Vergleichstest stellt sich der Discovery 2.0 Sd4 mit 240 PS starkem Bi-Turbodiesel dem Volvo XC 90 D5 AWD, der ebenfalls mit einem zweifach aufgeladenen Selbstzünder an den Start geht, der 235 PS produziert.

Der Land Rover Discovery im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Test: Land Rover Discovery vs. Volvo XC90

Mit fast fünf Meter Länge und rund zwei Meter Breite gehören sowohl der Land Rover Discovery als auch der Volvo XC 90 hierzulande zu den größten SUV überhaupt. Entsprechend opulent sind die Platzverhältnisse im Innenraum. Vorn wie hinten haben selbst Großgewachsene keinen Grund, sich über mangelnde Bewegungsfreiheit zu beschweren. Beim Kofferraumvolumen hat indes der Land Rover seine bullige Nase deutlich vorn. Bis zu 2500 Liter Stauraum stellen das Ladevolumen des Volvo – maximal 1886 Liter – im Test klar in den Schatten. Das Gleiche gilt für die Zuladung. Der noble Brite darf satte 350 Kilogramm mehr Transportgut mit auf die Reise nehmen und eignet sich mit einer Anhängelast von 3,5 Tonnen (Volvo: 2,7 Tonnen) hervorragend als Zugfahrzeug. Ein weiterer Vorzug beider Dickschiffe ist die ausgeprägte Wandelbarkeit der Innenräume. Eine längs verschiebbare Rückbank mit neigungseinstellbarer, dreiteiliger Rückenlehne gehört hier wie da zum guten Ton. Gegen Aufpreis können die Sitze im Discovery sogar per App vom Handy aus konfiguriert werden. Ein cooles Gimmick, das sich Land Rover mit 1700 Euro allerdings recht teuer bezahlen lässt – zumal es die gehobene Ausstattung HSE für 10.800 Euro voraussetzt. Massiv aufgestockt haben die Engländer die Sicherheitsausstattung des Discovery. Moderne Assistenzsysteme wie Spurhalte und Spurwechselhilfen, autonomes Staufolgefahren, Notbremsassistenz mit Fußgängererkennung oder auch ein Rangierassistent für den Anhängerbetrieb sind für den Briten zumindest gegen Aufpreis erhältlich. Dennoch sammelt der Volvo in unserem Vergleichstest im Wertungspunkt Sicherheitsausstattung ganze 22 Zähler mehr als sein Kontrahent. Der Grund: Fast sämtliche Assistenzsysteme gehören im Gegensatz zum Land Rover selbst in der Basisausführung zum Auslieferungsstandard – vorbildlich! Bei der Bedienung schenken sich die Rivalen hingegen nichts. Die wichtigsten Funktionen werden in beiden SUV über den jeweiligen zentralen Touchscreen vorgenommen. Dabei verzichten die Hersteller auf einen Dreh-Drück-Steller oder einen Scroll-Regler am Bildschirm, was die Bedienung während der Fahrt erschwert. In beiden Fällen ist die Material- und Verarbeitungsgüte den hohen Preisen angemessen. Weder der Brite noch der Schwede geizen mit hochwertigen Materialien wie Aluminium, Leder oder offenporigen Hölzern.

Beim Fahrkomfort hat der XC90 die Nase vorn

Der neue Discovery verwöhnt seine Fahrgäste mit einer gelungenen Geräuschisolierung. Der Federungskomfort gehört allerdings nicht zu den ausgewiesenen Stärken des Land Rover. Seine optionale Luftfederung, die mit adaptiven Dämpfern zusammenarbeitet, reagiert auf mittlere bis grobe Anregungen recht hölzern. Gleichzeitig ist die Karosserie des Discovery fast immer in Bewegung. Der XC 90 verkneift sich im Gegensatz zu seinem Kontrahenten ein Schwanken im Aufbau komplett. Er liegt sowohl auf der Landstraße als auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten viel ruhiger auf der Straße. Darüber hinaus überspielt die optionale Luftfederung, die Volvo mit elektronisch geregelten Dämpfern kombiniert, Unebenheiten deutlich kompetenter. Für beide Wettstreiter gilt: Mit maximaler Beladung reagieren die Feder-Dämpfer-Einheiten viel geschmeidiger auf Unebenheiten. Mehr zum Thema: Erste Fahrt im neuen Discovery

Motor/Getriebe: XC90-Aggregat spritziger

Auch wenn der Landy im Vergleich zum extrem schweren Vorgänger bis zu 480 Kilo abgespeckt hat, wirkt sein 240 PS starker Selbstzünder etwas angestrengt. Kein Wunder, schließlich muss das kultiviert laufende 2,0-Liter-Aggregat immer noch 2296 Kilogramm bewegen. Zwar sorgt die gelungene Abstimmung der Achtstufen-Automatik dafür, dass beim Anfahren und Beschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten stets genügend Kraft zur Verfügung steht. Aber ab etwa 160 km/h legt der Brite nur noch zögerlich an Tempo zu. Im direkten Vergleich wirkt der 140 Kilogramm leichtere Volvo mit seinem 235-PS-Selbstzünder jedenfalls spritziger. Er beschleunigt bei höheren Autobahngeschwindigkeiten noch mit Nachdruck und erzielt mit 220 km/h eine um 13 km/h höhere Endgeschwindigkeit. Zudem verbraucht der schwedische Bi-Turbodiesel 1,4 Liter weniger Kraftstoff. Die Achtstufen-Automatik des XC 90 arbeitet derweil genauso sanft und unauffällig wie das Getriebe im Land Rover.

Beide SUV mit sehr guter Fahrdynamik

Im Vergleich zum eher behäbigen Vorgänger präsentiert sich der neue Land Rover Discovery fahrdynamisch in einer sehr guten Form. So umrundet der Insulaner den Handlingkurs – auch dank der haftstarken Conti Sport Contact 5-Bereifung – neutral und mit vergleichsweise hohen Kurvengeschwindigkeiten. Den bekannt flotten Volvo XC 90 kann er sogar um drei Zehntelsekunden hinter sich lassen. Schnelle Wechselkurven mag der smarte Brite jedoch nicht. Beim Umsetzen greifen seine Regelsysteme zu harsch ein und vernichten unnötig viel Geschwindigkeit. Und auch der Wendekreis von 13,5 Metern, der das Rangieren maßgeblich erschwert, verdient Kritik. Über jeden Zweifel erhaben ist dafür die Performance der Bremsanlage des Discovery, die den Brocken zuverlässig zum Stehen bringt. Auch wenn der XC 90 marginal langsamer auf dem Handlingkurs ist, wirkt er gerade beim Einlenken agiler. Verantwortlich dafür ist die direkter übersetzte Lenkung, die deutlich geringere Lenkwinkel mit sich bringt. Außerdem arbeitet das ESP sensibler, was die höheren Geschwindigkeiten in der Pylonengasse erklärt. Für die Fahrzeugklasse fast schon eine Sensation: der Bremsweg von 33,2 Metern mit kalter Anlage. Mehr zum Thema: Skoda Kodiaq fordert die Oberklasse

Umwelt/Kosten: XC90 mit mehr Ausstattung

Dass derart luxuriöse Allradler nicht zum Discount-Preis zu haben sind, liegt auf der Hand. So verlangt Land Rover für den Discovery 2.0 Sd4 mindestens 54.400 Euro. Der Volvo ist in der Basis zwar nochmals 4250 Euro teurer, verfügt dafür aber über die bessere Ausstattung, die im Gegensatz zu der des Briten beispielsweise eine Klimaautomatik oder eine Einparkhilfe beinhaltet. Im bewerteten Preis ist der Land Rover aber nur noch 360 Euro günstiger als sein Rivale, was auf die hochpreisigen Extras des Discovery-Testwagens zurückzuführen ist, die in Summe 14.910 Euro verschlingen, während die testrelevanten Extras des Volvo bei 11.020 Euro liegen. Der Kapitelsieg geht dennoch an den Schweden, der vornehmlich durch die niedrigeren Kraftstoffkosten und eben die umfangreichere Ausstattung einen knappen Vorsprung herausfährt.

Technische DatenLand Rover Discovery 2.0 Sd4Volvo Xc90 D5 AWD
Motor4/4, Biturbo-Diesel4/4, Biturbo-Diesel
Hubraum1999 ccm1969 ccm
Leistung240 PS235 PS
Maximales Drehmoment500 Nm480 Nm
Getriebe8-Stufen-Automatik8-Stufen-Automatik
AntriebAllrad, permanentAllrad, permanent
Höchstgeschwindigkeit207 km/h220 km/h
0-100 km/h9,0 s8,4 s
Leergewicht2109 kg2055 kg
Kofferraum723-2500 l721-1886 l
L/B/H in mm4970/2073/18464950/2008/1776
Testverbrauch9,5 l D/100 km8,1 l D/100 km
Grundpreis54.400 Euro58.650 Euro
Testwagenpreis69.310 Euro69.670 Euro
Platzierung21

Fazit

Fans der Marke werden den neuen Land Rover Discovery lieben. Der wuchtige Engländer vereint wie kaum ein anderes SUV Abenteuerflair mit herausragendem Nutzwert. Vor allem das riesige Gepäckabteil, die hohe Zuladung von fast einer Tonne sowie die maximale Anhängelast von 3,5 Tonnen beeindrucken. Eine Überraschung sind ferner die Handlingeigenschaften. Dennoch geht der Testsieg an den Volvo XC 90. Der Schwede bietet nicht nur die wesentlich besseren Federungseigenschaften, er sammelt auch dank des spritzigeren und zugleich deutlich sparsameren Antriebs viele wertvolle Punkte. Außerdem legt der XC90 eine beeindruckende Bremsperformance hin. Eine Gemeinsamkeit: Für beide Oberklasse-SUV sollte der geneigte Kunde über eine prall gefüllte Geldbörse verfügen.