Head-up-Display nachrüsten: So funktioniert das HUD
Ab Werk sind sie teure Optionen, doch Head-up-Displays lassen sich auch ganz leicht nachrüsten. Wir verraten, wie die Geräte nachgerüstet werden und wo ihre Grenzen liegen.
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Mehr Sicherheit, das versprechen Head-up-Displays – kurz auch HUD genannt. Der englische Name verrät bereits ihren Nutzen: Der Kopf bleibt oben. Die Geräte projizieren die wichtigsten Fahrinformationen, wie etwa die Geschwindigkeit, direkt auf die Windschutzscheibe oder eine transparente Kunststoffplatte direkt darunter.
Der Blick der Person am Steuer bleibt also auf der Straße. Auch die Augen werden geschont, denn sie müssen nicht zwischen Nah- und Fernsicht wechseln, um die Tachoanzeige zu fokussieren. Ab Werk sind Head-up-Displays oft eine teure Option. Premium-Hersteller wie Mercedes, Audi oder BMW verlangen saftige Aufpreise von 1000 Euro und mehr für die Displays. Doch der Markt für Nachrüstungen boomt und verspricht Head-up-Displays für nahezu alle Fahrzeuge. Wir erklären, wie ein HUD nachgerüstet werden kann.
Kann man ein Head-up-Display nachrüsten?
Ein Head-up-Display nachrüsten ist oft einfacher als es klingt. Denn meistens funktionieren die Geräte nach dem Plug-and-Play-Prinzip – einfach anstecken und fertig. Die angebotenen Geräte lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Die einen holen sich genaue Fahrzeugdaten über den OBD2-Port (On-Board-Diagnose) des Autos, andere HUD nutzen GPS-Daten für die Berechnung der Geschwindigkeit. Welches Gerät am besten passt, kommt sowohl auf das Auto, als auch persönliche Präferenzen an.
OBD-Geräte liefern genauere Daten, müssen aber dauerhaft mit dem Steuergerät verbunden sein. Ein separater Stromanschluss ist jedoch nicht notwendig. Alle Benziner ab 2001 und Diesel ab 2004 müssen in der EU mit einem OBD2-Anschluss ausgestattet sein und sind damit mit den meisten Head-up-Displays kompatibel. HUD mit GPS-Modul müssen nur mit einer Stromquelle verbunden werden, liefern aber weniger Informationen und verlieren in Tunnel oder Tiefgaragen oft den Kontakt zum Satelliten. Ihr Vorteil: Sie funktionieren auch in älteren Autos ohne OBD-Port. In unserem Test haben wir acht Head-up-Displays genauer unter die Lupe genommen.
Wie wird ein Head-up-Display nachgerüstet?
Die Geräte werden in der Regel auf dem Armaturenbrett befestigt und sollten das Sichtfeld unter keinen Umständen blockieren. Zur Befestigung des HUD kommt meist eine Antirutschmatte zum Einsatz. Je nach Modell unterscheidet sich die Art der Projektion: Einige kommen mit einer selbstklebenden Folie für die Frontscheibe, andere projizieren die Informationen auf eine ausklappbare, transparente Kunststoffscheibe.

Für die Auswahl der Nachrüstlösung ist der Winkel der Windschutzscheibe entscheidend. Je geneigter die Frontscheibe des Autos, desto schwieriger wird die Justierung. Hier empfehlen sich eher Head-up-Displays mit separater Kunststoffscheibe. Bei einer mitgelieferten Folie sollte beim Anbringen zwingend auf eine saubere Scheibe geachtet werden. Tipp: Ein dünner Wasserfilm vereinfacht das Aufbringen der Folie und das Entfernen störender Luftblasen.
Ist eine Nachrüstung sinnvoll?
Head-up-Displays sind nicht nur komfortabler, sie sorgen auch für mehr Sicherheit. Auch wenn der Blick auf den Tacho kaum länger als eine Sekunde dauert, legt das Auto bei Autobahngeschwindigkeiten einige Meter im Blindflug zurück. Bei 130 km/h sind es immerhin 36 m pro Sekunde – das entspricht knapp zwei geparkten Sattelzügen.
Ist ein Display nachgerüstet, kann der Blick auf der Straße bleiben, denn die wichtigsten Fahrinformationen werden entweder auf einer kleinen Scheibe oder direkt auf der Frontscheibe im Sichtfeld der Fahrer:innen widergespiegelt. Das sorgt für weniger Ablenkung am Steuer und kann so Unfällen vorbeugen. Was das HUD anzeigen kann, ist von Modell zu Modell unterschiedlich.
Was kann das nachgerüstete Display anzeigen?
Jedes Head-up-Display sollte wenigstens die Geschwindigkeit anzeigen können, egal ob das Gerät die Daten vom Steuergerät des Autos erhält oder anhand einer GPS-Verbindung selbst errechnet. Die OBD-HUD haben hier den Vorteil, dass sie einen genaueren Wert anzeigen.
Zudem können sie auch andere Informationen vom Fahrzeug empfangen: Drehzahl, Verbrauch, Kühlwassertemperatur und Batteriespannung können über den On-Board-Diagnosestecker oft problemlos abgerufen werden. GPS-Geräten bleiben diese Werte verwehrt. Sie können jedoch je nach Modell immerhin einen Kompass oder eine errechnete Fahrtstrecke anzeigen.
Sind nachgerüstete Geräte legal?
Nachgerüstete Head-up-Displays sind in der Regel legal. Sie dürfen ohne Genehmigung oder Eintragung im eigenen Fahrzeug installiert werden. Die Geräte dürften allerdings die Sicht der fahrenden Person nicht einschränken. Wenn das HUD die Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert, sollte zudem – vor allem bei steil stehenden Frontscheiben – darauf geachtet werden, dass andere Verkehrsteilnehmer:innen nicht geblendet oder anderweitig gestört werden.











