Ratgeber

Eiskratzer: So vermeidet man Schäden

Eiskratzer sind im Winter unverzichtbar für freie Sicht. Wir erklären, wie man sie richtig nutzt, worauf es beim Kauf ankommt und welche Alternativen es gibt.

Hand im Handschuh mit Eiskratzer beim Kratzen einer Windschutzscheibe, fotografiert von schräg vorne.
Ein guter Eiskratzer sorgt für freie Sicht und spart im Winter Zeit und Nerven. Foto: iStock
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Ein Eiskratzer sollte im Winter zur Grundausstattung jedes Autos zählen. Er sorgt für freie Sicht und damit für Sicherheit im Straßenverkehr – schließlich müssen Autofahrer:innen dafür auch bei Frost sorgen. Doch Eiskratzer ist nicht gleich Eiskratzer: Die Auswahl reicht mittlerweile von einfachen Kunststoff-Modellen über Varianten mit Besen bis hin zu elektrischen Geräten. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es beim Kauf ankommt, welche Modelle empfehlenswert sind und welche Alternativen es gibt.

Eiskratzer kaufen: Worauf beim Kauf achten?

Wichtige Kriterien beim Eiskratzer-Kauf sind:

  • Klinge: Sie sollte hart genug sein, um Eis zu lösen, aber weich genug, um keine Kratzer zu hinterlassen. Empfehlenswert sind daher Kunststoff- oder Messingklingen.
  • Griff: Gepolsterte oder gummierte Griffe sorgen für besseren Halt – insbesondere bei der Nutzung mit Handschuhen.
  • Größe: Kompakte Modelle passen in die Türtasche, während Teleskop-Eiskratzer für größere Fahrzeuge besser geeignet sind.
  • Extras: Besen, Handschuhe oder Teleskopstangen erhöhen den Komfort, sind aber nicht zwingend notwendig.

Eiskratzer: Unsere Kaufempfehlungen

Lyvanas Eiskratzer

Wer nach einem einfachen Auto-Eiskratzer sucht, wird bei Lyvanas fündig. Dem aus haltbarem ABS-Kunststoff gefertigten Modell bescheinigen Eiskratzer-Tests eine einfache Handhabung und schnelles Entfernen von Eis. Dank gepolstertem und rutschfestem Griff liegt der Kratzer mit Kunststoff-Klinge gut in der Hand.

Macari Eiskratzer aus Recyclingmaterial

Wer beim Eiskratzer-Neukauf auch ein gutes Umweltgewissen haben möchte, kann zum Eisschaber von Macari greifen. Der Kratzer ist Made in Germany und wird laut Angaben zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Trotzdem verspricht der Hersteller sowohl Langlebigkeit sowie auch keine Kratzer auf den Autoscheiben.

Licargo Eiskratzer mit Messingklinge

Ebenfalls sehr kompakt und günstig ist der Eiskratzer von Licargo. Der Schaber aus kälteresistentem Kunststoff kommt aber mit einem ganz besonderen Extra: Mit leichtem Druck passt sich das Gadget nämlich an die Form der Scheibe an, die Lippe aus Messing soll so für perfekte Sicht ohne Kratzer sorgen.

Wolfcraft multi-star Eiskratzer

Einfach und handlich ist der Multi-Star von Wolfcraft. Der 20 cm lange Eiskratzer verschwindet schnell in der Türtasche und kann dank Silikonlippe auch zum Abziehen feuchter Scheiben verwendet werden. Kleine Zacken vereinfachen das Aufbrechen dicker Eisschichten auf dem Auto.

Licargo Eiskratzer mit Bürste

Neben einem klassischen Eiskratzer bietet Licargo auch eine Version mit Bürste an. Der Clou: Eiskratzer und Schneebesen sind nicht permanent miteinander verbunden, sondern können auch einzeln eingesetzt werden. Zusammengesteckt misst das Winterzubehör ganze 67 cm und ist damit auch für Fahrzeuge mit größerer Windschutzscheibe gut geeignet.

APA Teleskop-Eiskratzer

Auch der Teleskop-Eiskratzer von APA ist ein Multitool: Neben dem Scheibenkratzer ist am anderen Ende der ausziehbaren Stange (90 – 112 cm) ein Schneebesen zu finden. Dank Softgriff sollen Kratzer und Besen gut in der Hand liegen und auch mit einem Baumwoll-Handschuh nicht verrutschen, verspricht der Hersteller. Der Eisschaber kommt dazu noch mit einer Auffangschale für Schneematsch und Eis. Auch für Kleinbusse, Transporter und Vans mit schwer erreichbaren Windschutzscheiben geeignet.

Michelin Eiskratzer mit Handschuh

Gegen kalte Finger helfen Eiskratzer-Handschuhe, wie dieses Modell von Michelin. Der wasserdichte Handschuh soll beim Kratzen für warme und trockene Hände sowie mehr Grip sorgen. Die Klinge besteht auch hier aus Kunststoff, für das Ablösen von dickeren Eisschichten sind kleine Zacken vorhanden.

Kärcher EDI 4 elektrischer Eiskratzer

Automatisierter Frostentferner: Der elektrische Eiskratzer Kärcher EDI 4 sorgt mit sechs rotierenden Kunststoffklingen für freie Scheiben. Die Anwendung ist dabei nahezu genauso simpel wie bei herkömmlichen Eiskratzern. Das Gerät langsam über die Scheibe ziehen, während die Klingen das Eis entfernen. Die Akkulaufzeit gibt Kärcher mit knapp 15 min an.

Fehler beim Eiskratzen: Das vermeiden

Falsches Vorgehen beim Eiskratzen kann zu Schäden an der Scheibe führen. Folgende Fehler sollten vermieden werden:

  • Heißes Wasser verwenden: Auch wenn die schnelle Enteisung verlockend klingt, die hohen Temperaturschocks können Windschutzscheiben zum Springen bringen.
  • Metallklingen oder harte Gegenstände nutzen: Wer die Scheiben mit zu harten Klingenmaterialien freikratzen möchte, kann schnell Kratzer im Glas verursachen.
  • Ungeeignete Bewegungen: Kreisendes Reiben oder hoher Druck erhöht das Risiko von Mikrokratzern im Glas selbst bei Kunststoff- oder Messingklingen.
  • Scheibenwischer betätigen: Vereiste Wischerblätter können die Scheibe zerkratzen. Zudem können festgefrorene Gummilippen abreisen oder den Motor der Wischerarme beschädigen.
  • Schmutz auf der Scheibe: Nicht nur für freie Sicht sollten die Scheiben im Winter möglichst sauber sein. Beim Freikratzen können Schmutzpartikel zwischen Glas und Eiskratzer zu tiefen Kratzern führen.

Unser Tipp: Zunächst Schnee und grobes Eis mit einer weichen Bürste entfernen. Das verhindert Kratzer. Beim Eiskratzen nur kontrollierte Bewegungen (ideal: von oben nach unten) statt schnellem hin- und herzukratzen, um Beschädigungen zu vermeiden.

Welche Scheiben müssen freigekratzt sein?

Nach § 23 der StVO müssen Autofahrer:innen vor Fahrantritt unter anderem dafür sorgen, dass die Sicht durch die Scheiben nicht behindert werden darf. Das beinhaltet im Winter: Frost entfernen. Und zwar so, dass die gesamte Scheibe frei wird. Wer nur ein Guckloch freikratzt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10 Euro rechnen (Stand: Oktober 2025). Neben der Windschutzscheibe sollten auch die Heckscheibe, die Außenspiegel und mindestens die vorderen Seitenscheiben von Eis befreit werden, idealerweise alle Fenster.

Damit ist nicht Schluss: Auch die "Beleuchtungseinrichtungen", wie es im Gesetzestext heißt, müssen "vorhanden und betriebsbereit sein". Auch Abblendlicht, Blinker oder Bremslicht müssen demnach von Eis und Schnee befreit werden, sonst drohen 10 Euro Bußgeld. Ebenso müssen die Kennzeichen sichtbar sein, hier wird die Ordnungswidrigkeit mit bis zu fünf Euro geahndet. Und auch Schnee vom Autodach muss vor Fahrtantritt vollständig entfernt werden. Durch sich lösende Schnee- und Eisplatten und verwehenden Pulverschnee werden anderen Verkehrsteilnehmer:innen gefährdet. Hier werden sogar Bußgelder bis 25 Euro verhängt.

Wer dennoch mit zugefrorenen Scheiben fährt und einen Unfall verursacht, muss auch mit Problemen seitens der Versicherung rechnen. Hier kann es mindestens zu einer Mithaftung für den Unfallschaden kommen, zudem kann die Leistung der Kaskoversicherung gekürzt werden.

Alternativen zum klassischen Eiskratzer

Wer das morgendliche Kratzen vermeiden oder ergänzen möchte, kann auf verschiedene Alternativen zurückgreifen:

Sind CD-Hüllen und Kreditkarten eine Eiskratzer-Alternative?

Einige Autofahrer:innen greifen in der Not auch mal zu unkonventionellen Alternativen zu Kratzer und Enteisungs-Sprays. Jedoch sind CD-Hüllen oder Kreditkarten nicht zu empfehlen! Die Notlösung kann Kratzer in den Autoscheiben hinterlassen. Ein spezieller Eiskratzer, der für den Einsatz auf Autoscheiben entworfen wurde, ist in jedem Fall einem zweckentfremdeten Gegenstand vorzuziehen, um Schäden zu vermeiden.

Wer das Eis ganz ohne Kratzen und Kratzer brechen will, kann auch eine halbe Stunde vor der Abfahrt eine Wärmeflasche aufs Armaturenbrett legen. Heißes Wasser übers Auto zu gießen verbietet sich aber: Durch die starken Temperaturunterschiede können die Scheiben Spannungsrisse bekommen.