Citroën GS (1971): Classic Cars

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Klassiker Youngtimer Citroën GS
Citroën GS (1971)

Im Umfeld des Pariser Mais 1968 geboren, nahm der Citroën GS die revolutionäre Stimmung der Stunde förmlich in sich auf.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Design
Citroën GS (1971)

Das Außendesign schuf Robert Opron und nahm damit die Linienführung des späteren Citroën CX vorweg.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Premiere Paris 1970
Citroën GS (1971)

Der CS avancierte zu einem Auto des Aufruhrs und wurde 1970 auf dem Pariser Salon erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Technik
Citroën GS (1971)

Citroën verbaute Komfort, der seiner Zeit voraus war: Per Zug am Hebel hebt das hydropneumatische Fahrwerk die Karosserie an, legt eine Reifenpanne den CS lahm, ...

Klassiker Youngtimer Citroën GS Niveau-Ausgleich
Citroën GS (1971)

... geht es auch auf drei Rädern weiter - Niveau-Ausgleich sei dank.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Praktische Technik
Citroën GS (1971)

Hatte der Citroën einmal Startschwierigkeiten, ...

Klassiker Youngtimer Citroën GS Motor Kurbel
Citroën GS (1971)

... so konnte der 1,0-Liter-Boxermotor auch per Kurbel gezündet werden.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Straßenlage
Citroën GS (1971)

Die Straßenlage des Citroën GS war der vieler zeitgenössischer Konkurrenten ebenso voraus wie das Design.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Hydropneumatik Federung
Citroën GS (1971)

Stoisch planiert die Hydropneumatik fiese Bodenwellen.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Bremsen
Citroën GS (1971)

Gegen diese Federungstechnik sah die damalige Mittelklasse ziemlich alt aus – zudem besaßen schon die ersten GS serienmäßig vier Scheibenbremsen.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Modell-Palette
Citroën GS (1971)

Mit dem CS schloss Citroën die klaffende Lücke zwischen den mit Zweizylinder-Boxer-Motoren ausgestatteten Ami 6 und Ami 8 sowie den luxuriösen DS-Modellen.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Interieur Sitze
Citroën GS (1971)

Die Interieurfarben sind Geschmacksache, die Sitze so bequem wie Fernsehsessel.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Cockpit
Citroën GS (1971)

Eher TGV-Führerstand als Armaturenbrett. Typisch Citroën der Siebziger: Das Lenkrad "wächst" förmlich aus der Lenksäule.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Kombiinstrument
Citroën GS (1971)

Auch in Details brach Citroën-Innenraum-Stylist Michel Armand mit Bewährtem: Im GS zeigt eine beleuchtete Ziffernkugel die Geschwindigkeit an.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Armaturenbrett Handbremse
Citroën GS (1971)

Der graue Handbremsgriff aus Kunststoff weilt ungewöhnlich positioniert im Armaturenbrett.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Ablage
Citroën GS (1971)

Das Interieur umgab die Insass:innen mit einer Aura der Modernität, ohne es an Funktionalität mangeln zu lassen.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Rückbank
Citroën GS (1971)

Auch auf der Rückbank konnte man es sich gutgehen lassen.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Türgriff
Citroën GS (1971)

Die Bedienung wirkt avantgardistisch, aber nicht unbedingt ausgereift. Zum Öffnen der Türen muss ein Drehknopf betätigt werden.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Kofferraum
Citroën GS (1971)

Kleine Klappe, großer Kofferraum – reisen ist im Innenraum bequemer.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Motor
Citroën GS (1971)

Stets gut gewärmt: Das Reserverad ruht unter der Motorhaube.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Auto des Jahres 1971
Citroën GS (1971)

Seine Modernität bescherte dem Citroën GS 1971 immerhin den Titel "Auto des Jahres".

Klassiker Youngtimer Citroën GS Absatz Verkaufszahlen
Citroën GS (1971)

Insgesamt verkauften sich die GS- und GSA-Modelle in 16 Jahren rund 2,5 Millionen Mal.

Klassiker Youngtimer Citroën GS Mängel Probleme
Citroën GS (1971)

Die Legende nahm allerdings ein unrühmliches Ende: Lückenhafter Korrosionsschutz und andere Verarbeitungsmängel rafften die meisten Citroën GS über die Jahre zügig dahin.

Mit dem Citroën GS setzte sich die Marke ab 1970 an die Spitze der Bürgerbewegung und boten bezahlbare Avantgarde, die verblüffte. Bei Bedarf auch auf drei Rädern …

Im Frankreich der 60er-Jahre waren die Entbehrungen der dürren Nachkriegszeit nur noch in der Erinnerung vorhanden – der Wohlstand hatte längst Einzug gehalten. Dennoch kehrte das Chaos noch einmal zurück. Während der Entwicklung des Citroën-Projekts "G", aus dem später der Citroën GS wurde, brannten in Paris im Mai 1968 die Barrikaden. Der ursprünglichen Studentenrevolte hatten sich ganz im Stil der Revolutionsideale von Liberté (Freiheit), Egalité (Gleichheit) und Fraternité (Brüderlichkeit) Intellektuelle und Arbeitenden angeschlossen und das öffentliche Leben mit Streiks lahmgelegt. Um seinen untergebenen Mitarbeiter:innen zeitraubendes Schlangestehen zu ersparen, übernahm schließlich Jean Pierre Larousse, damals Chef der Karosserie-Entwicklung, ganz im Stil von Egalité und Fraternité kurzerhand die Organisation von Lebensmitteln und Benzin. So konnte das Team schließlich unter Hochdruck weiterarbeiten.

Das war auch bitter nötig, denn das Projekt "F", eine Mittelklasse-Limousine von Citroën, musste im Dezember 1967 aufgegeben werden, obwohl die Presswerkzeuge für Karosserieteile bereits geordert waren. Heraus kam nämlich, dass sich Konkurrent Renault beim seit 1965 produzierten R16 bereits ein neues Verfahren zum Verschweißen der Seitenteile mit dem Dach hatte patentieren lassen, bei dem die Schweißkanten der Dachläufe mit Chromleisten verklebt wurden. Eine Technik, die auch für den "F" vorgesehen war. Hinter vorgehaltener Hand erfuhr man, dass es außerdem um die Verwindungssteifigkeit des "F" nicht zum Besten gestanden haben soll. So avancierte der aus der Not geborene Citroën GS buchstäblich zu einem Auto des Aufruhrs, das 1970 auf dem Pariser Salon erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zweifellos war Citroën mit dem GS spät dran. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Renault 5 Elektro (2024) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Classic Cars blickt auf den Citroën GS zurück

Seit Jahren schon klaffte in der Modellpalette zwischen den skurrilen, nur mit Zweizylinder-Boxermotor erhältlichen Ami 6 und Ami 8, die noch auf der "Ente" basierten, und den luxuriösen DS-Modellen eine große Lücke im Modellprogramm. Ein moderner Mittelklasse-Citroën war längst überfällig. "Überholen ohne einzuholen" – was ein paar hundert Kilometer weiter östlich stets propagiert, aber nie verwirklicht wurde, verwirklichte Citroën beim GS, ohne es zu propagieren. Vielleicht importierte die damalige DDR auch deshalb einige GSA, die als Weiterentwicklung des ursprünglichen Citroën GS ab 1979 über eine große Heckklappe und Kunststoffstoßfänger, Kunststoffarmaturenbrett sowie Bedienungssatelliten verfügten. Schon die ersten GS besaßen serienmäßig vier Scheibenbremsen und eine hydropneumatische Federung in einer strömungsgünstigen Schrägheck-Karosserie, gegen die die zeitgenössische Mittelklasse plötzlich ziemlich alt aussah.

Die Basisversion bot 54 PS (40 kW) aus einem luftgekühlten 1,0-Liter-Boxer, der den 880 Kilogramm leichten GS auf maximal 146 km/h trieb. Ein gleich starker VW 1600 wurde mit seinen maximal 135 km/h im Citroën-Rückspiegel deshalb immer kleiner. Mit 7600 Mark war der fortschrittliche Franzose relativ günstig. Ein gleich starker Audi 60 kostete 690 Mark mehr. Seine Modernität bescherte dem Citroën GS 1971 immerhin den Titel "Auto des Jahres". Citroën setzte noch eins drauf und offerierte zwischen 1973 und 1975 den GS-Birotor mit 105 PS (77 kW) starkem Zweischeiben-Wankelmotor, eine Weiterentwicklung des NSU Ro 80-Aggregats, die aber nur 847 Mal produziert wurde. Populärer waren die 1129 cm³ und 1220 cm³ großen Versionen mit 55 respektive 58, 63 oder 65 PS (40, 43, 46 oder 48 kW). Einen Kombi gab es ab 1971 unter der Bezeichnung Break.

Das Interieur umgab die Insass:innen mit einer Aura der Modernität, ohne es an Funktionalität mangeln zu lassen. Gut, der Türöffner per Drehknopf war nicht gerade ein Kennzeichen epochaler Ergonomie. Dafür ruhte der Handbremsgriff aus Kunststoff relativ crashsicher im Armaturenbrett. Die Kolorierung des Interieurs erwirbt sich nach heutigem Geschmack das Prädikat fehlfarben. Immerhin ließen sich die Vordersitze in Liegesitzen verwandeln. Der geräumige, glattflächige Kofferraum besaß eine sehr niedrige Ladekante, und zur Not ließ sich der fortschrittliche Citroën bei Startschwierigkeiten ganz konservativ per Handkurbel aus dem Bordwerkzeug zum Leben erwecken.

Der "DS des kleinen Mannes"

Einmal in Fahrt, will der laufruhige Boxer gedreht werden. 54 PS fordern im Verkehr von heute schon etwas Engagement, um den relativ unelastischen Boxer auf Trab zu halten. Immerhin unterstützt die gute Straßenlage derlei Mühe. Der Lohn ist die sich beschaulich drehende, den Geschwindigkeitszuwachs signalisierende Ziffernkugel im Lupentacho. Stoisch planiert die Hydropneumatik fiese Bodenwellen. Unterdessen darf man sich in die Wohnzimmersofa-bequemen Plüschsessel der "DS des kleinen Mannes" lümmeln und darüber sinnieren, wie es wohl gewesen sein mag, als sich die französische Mittelklasse-Familie mit ebensolcher Limousine in die provenzalische Sommerfrische aufmachte. Per Zug am Hebel hebt das hydropneumatische Fahrwerk gar die Karosserie an, um etwa die Ölwanne auf Feldwegen vor schädlichem Bodenkontakt zu schützen.

Zum Spaß lässt sich der Citroën GS dank Niveau-Ausgleich so auch auf drei Rädern bewegen. Das funktioniert wirklich! Heute ist der avantgardistische Mittelklässler aus dem Straßenbild fast vollständig verschwunden. Lückenhafter Korrosionsschutz raffte die meisten Citroën GS über die Jahre schließlich zügig dahin, und auch Verarbeitungsmängel hielten den Citroën im Gespräch – und vielfach nicht in bester Erinnerung. Was bleibt, ist der Umstand, mit dem GS die Schranken zwischen den automobilen Klassen durchbrochen und Oberklasse-Technik erfolgreich in die Mittelklasse transportiert zu haben. Damit war der Citroën GS zwar bürgerlich, aber niemals bourgeois. Der Fluch des unglücklichen Projekts F wandelte sich zur Fortune in Gestalt von 2,5 Millionen verkauften GS- und GSA-Modellen in 16 Jahren.

Technische Daten des Citroën GS (1971)

TECHNIK 
 Citroën GS
Motor4-Zylinder, 2-Ventiler, Boxer, luftgekühlt
Hubraum1015 cm³
Leistung54 PS (40 kW) bei 5000 /min
Max.
Drehmoment bei
71 Newtonmeter bei 3500 /min
Aufbau
und Fahrwerk
Viertürige, selbsttragende Stahlblech-Karosserie,
fünf Sitzplätze;
vorn: Doppelquerlenker, Stabi.;
hinten: gezogene Längslenker, Stabi.;
rundum: hydropneumatische Federung;
Lenkung: Zahnstange
Bremsenrundum Scheiben, vorn innenliegend, hydraulisch,
druckgesteuert mit Hochdruckversorgung
über Hydropneumatik
ECKDATEN 
L/B/H4120/1608/1349 mm
Radstand2520 mm
Leergewicht880 kg
Zuladung415 kg
0-100 km/h20,1 s (Messwerte 1971)
Höchst-
geschwindigkeit
146 km/h
Verbrauch12,6 Liter N /100 km
Grundpreis7600 Mark (GS Confort, 1971)