Superb Combi vs. 3er Touring: Mittelklasse-Diesel im Vergleichstest

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Skoda Superb Combi und BMW 3er Touring fahren über eine Flugzeuglandebahn, von vorne fotografiert.
Skoda Superb Combi/BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Noch nie im Vergleichstest-Duell aufeinandergetroffen: BMW 3er Touring und Skoda Superb Combi.

Der BMW 3er Touring fährt durch eine Linkskurve, von vorne rechts fotografiert.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Kaum ein anderes Mittelklasse-Auto fühlt sich derart leichtfüßig an wie der BMW.

Der BMW 3er Touring fährt durch eine Linkskurve, von hinten fotografiert.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Mit dem Geäruschkomfort des BMW kann der Skoda nicht mithalten.

Der Skoda Superb Combi fährt durch eine Linkskurve, von vorne rechts fotografiert.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

Der Skoda erweist sich dank tollem Federungskomfort als formidabler Reisewagen.

Der Skoda Superb Combi fährt durch eine Linkskurve, von hinten fotografiert.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

Der große Tscheche bietet sowohl gehobenen Komfort als auch eine hohe Agilität.

Das Cockpit des BMW 3er Touring.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Die aktuelle 3er-Reihe beinhaltet serienmäßig das neueste BMW Operating System 8.5, das Navigation, Smart­phone-Anbindung und unzählige Web-Funk­tionen beinhaltet. Der Einstiegsbildschirm zeigt dauerhaft großflächig die Kartenansicht des Navis oder andere indi­viduell wählbare Inhalte an. Außerdem ermög­licht der Schnellzugriff Quick-Select eine flachere Menüstruktur. Die gewünschte Funktion lässt sich direkt auf dem Ein­stiegsbildschirm aus­wählen ohne in Untermenüs wechseln zu müssen. Darüber hinaus bietet der BMW eine hervorragende Sprachsteuerung.

Das Cockpit des Skoda Superb Combi.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

In der Basisausstattung Essence muss die Kundschaft mit einem 10,0-Zoll-Infotainment vorliebnehmen, das keine integrierte Navigation besitzt. Einen Lotsen gibt es ab 1040 Euro – inklusive eines 13,0 Zoll großen Touchscreens. Weil Apple CarPlay und Android Auto serienmäßig kabellos funktionieren, dürfte der Malus für viele aber verschmerzbar sein. Für weitere 480 Euro ist ab der Ausstattung Selection das Head-up-Display mit dabei. Ordert man das Navi, ist ein Online-Zugang für drei Jahre enthalten – Remote-Funktionen via App bietet aber auch schon das Basis-Infotainment.

Die vorderen Sitze des BMW 3er Touring.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Optionale Sportsitze mit Lehnenweiteneinstellung – gut für breite Rücken.

Die vorderen Sitze des Skoda Superb Combi.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

Die Sitze sind auf langen Fahrten eine Wohltat, kosten aber auch viel Geld.

Eine Person sitzt im Fond des BMW 3er Touring.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Mit dem Superb kann das 3er-Platzangebot zwar nicht mithalten, aber eng ist der BMW definitiv auch nicht.

Eine Person sitzt im Fond des Skoda Superb Combi.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

Das Platzangebot im weitläufigen Fond hat Oberklasse-Format – mindestens.

Der Kofferraum des BMW 3er Touring mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Zum Gepäckraumpaket (440 Euro) gehören auch die praktischen Antirutsch-Elemente.

Der Kofferraum des Skoda Superb Combi mit teilweise umgeklappter Rücksitzbank.
Skoda Superb Combi Foto: Frank Ratering

Die 690 bis 1920 l Ladevolumen des Superb sind in der Fahrzeugklasse unerreicht.

Skoda Superb Combi und BMW 3er Touring fahren nebeneinander auf einer Flugzeuglandebahn, von hinten fotografiert.
Skoda Superb Combi/BMW 3er Touring Foto: Frank Ratering

Durch das spontanere Anfahrverhalten liegt der BMW bei der Beschleunigung zunächst vorn.

Der BMW 3er Touring und der Skoda Superb Combi konnten in ihrer langen Historie bereits einige Vergleichstests gewinnen. Jetzt stehen sich die beiden Erfolgsmodelle erstmals im direkten Duell gegenüber.

BMW 3er Touring & Skoda Superb Combi im Vergleichstest

Seit vielen Jahren gehören so­wohl der beliebte BMW 3er als auch der Skoda Superb zu den Urmetern in der Mittelklasse. Gleichwohl bedienen sie seit jeher eine völlig unter­schiedliche Klientel. Während der BMW in der Touring-Variante sportlich Gesinnte mit einem nicht allzu hohen Anspruch an den Nutzwert im Visier hat, will der Superb mit immensem Platzange­bot zu fairen Preisen punkten. Kurz gesagt geht es hier um das direkte Duell zwischen einem Lifestyle-Laster und einem hoch­ veranlagten Lastesel.

Das jeweili­ge Grundkonzept bescherte bei­den Kombis bislang eine große, treue Fangemeinde und auch den ein oder anderen Vergleichstest-Sieg. Umso spannender ist die Frage, wie das Aufeinandertreffen der beiden traditionsreichen Kombis ausgeht, zumal der Skoda 2024 erst einen Modellwechsel er­lebte und somit deutlich jünger ist als der seit 2019 gebaute BMW, der aller­dings fortwährend mit zahlreichen Modellpflegen auf dem neuesten Stand gebracht wurde.
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Der Skoda Superb (2024) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Platz im Skoda Superb Combi ist unerreicht

Auch wenn beide Kandidaten des Vergleichstests grundsätzlich zur Mittelklasse gehören, liegt das Raumangebot des Skoda Superb Combi doch auf einem ganz anderen Level. Vorn macht sich dies durch eine erheblich größere seitliche Bewegungsfreiheit und noch mehr Kopffreiheit als im alles andere als engen BMW 3er Touring bemerkbar. Noch immenser ist der Raumvorteil des Superb indes in Reihe zwei, in der sich auch sehr große Erwachsene über ein nahe­zu kaum enden wollendes Maß an Knieraum freuen dürfen. Und da der Tscheche außerdem mit dem erheblich größeren Gepäckraum punkten kann, ist ihm der Sieg im Karosserie-Kapitel nicht zu nehmen.

Eine Collage zeigt BMW 3er Touring und Skoda Superb Combi von der linken Seite mit geöffneter Heckklappe.
Foto: Frank Ratering

Dennoch hat auch der BMW eini­ge Vorzüge vorzuweisen, zum Bei­spiel die hochwertige Anmutung im Innenraum. Auch wenn sie sich bei Skoda viel Mühe mit der Gestaltung des Superb-Interieurs gegeben haben, wirkt der Bajuware im Detail doch noch etwas edler und solider. Zudem beein­druckt die Stabilität der Grundfeste seiner Karosserie immer wieder aufs Neue. Außerdem weist er cleverere Lösungen im Frachtabteil auf. Gemeint ist in diesem Zusam­menhang das optionale Gepäck­raumpaket für 440 Euro, zu dem unter anderem Antirutsch-Ele­mente im Ladeboden oder ein Aufsteller des Ladebodens gehö­ren. Darüber hinaus ist die separat zu öffnende Heckscheibe im Alltag nach wie vor ein praktisches De­tail, wenn man "mal eben" eine Kleinigkeit in den Kofferraum legen will, ohne darauf warten zu müssen, dass sich die elektrische Heckklappe in gemächlichem Tempo erhebt.

Fahrkomfort: Federungskomfort gegen Geräuschkomfort

Die erwähnte Karosseriesteifig­keit des BMW 3er Touring zeigt sich gerade auch beim Überfahren von verschlissenen Straßen. Trotz der straffen Grundabstimmung knarzt und knistert nichts im BMW-Innenraum. Beim Fede­rungskomfort an sich kann der mit dem adaptiven M-Fahrwerk bestückte Münchner jedoch nicht ganz mit seinem osteuropäischen Wettstreiter mit­halten. Der ebenfalls mit optionalen elektronisch geregelten Dämp­fern ausgerüstete Superb hält in Summe deutlich mehr Anregun­gen von seinen Fahrgästen fern und liegt auch auf der Autobahn ruhiger auf dem Asphalt. Echten Luxus bietet der Skoda auf Langstrecke durch seine hochkomfortablen Ergo-Kom­fortsitze: Stressgeplagte Rücken und Gesäße werden durch die an­schmiegsame Polsterung und die angenehmen Massageprogramme wirkungsvoll entlastet. Allerdings sind diese Fauteuils mit 3420 Euro Aufpreis auch extrem teuer.

Von der AUTO ZEITUNG getestet und empfohlen:

Serienmäßig hingegen ist die ge­mütliche Rückbank des Skoda Superb Combi, die Fondgästen langes Reisen sehr angenehm gestaltet. Dort sitzt man überaus entspannt, und die gut ausgeformte Lehne sorgt auch bei forcierter Kurvenfahrt für Halt – letzteres wünschen sich die hin­ten Sitzenden im BMW wehmütig. Und auch die Beinauflage ist hier kürzer als im Skoda. Die Stärken der optionalen Sportsitze des 3er liegen, wie der Vergleichstest zeigt, in den weitreichenden Einstellmöglichkeiten sowie im sehr guten Seitenhalt. Beim Ge­räuschkomfort zeigt sich übrigens anschaulich – beziehungs­weise hörbar – der Unterschied zwischen Premium- und deutli­cher kostenoptimiertem Produkt. Im BMW geht es auch jenseits der Autobahn-Richtgeschwindigkeit sehr leise zu, während der Skoda teilweise mit unschönen Fahr­werksgeräuschen nervt. Außer­dem fallen seine Reifen mit lau­terem Abrollen auf, und auch der Motor arbeitet im BMW akustisch wirkungsvoller gedämmt.

Motor/Getriebe: BMW 320d xDrive Touring unten schneller, Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 oben

Der Motor des BMW 3er Touring in Detailaufnahme.
Foto: Frank Ratering

Überhaupt hinterlässt die 190 PS (140 kW) starke Antriebseinheit des BMW 320d xDrive Touring einen sehr harmonischen Ein­druck, woran vor allem die ge­wohnt blitzschnell, sanft und situationsgerecht schaltende Achtstufen-Automatik von ZF einen großen Anteil hat. Aber auch der Motor selbst gefällt im Alltag mit seiner Laufruhe, der linearen Leistungsentfaltung und einer ausgeprägten Drehfreude. Im direkten Vergleich wirkt der Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4 gerade am Start regel­recht gehemmt, was vorrangig am enervierend trägen Anfahr­verhalten des serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebes liegt. Hat der 193 PS (142 kW) starke Superb erst einmal Fahrt aufgenommen, geht es – gerade im mittleren Dreh­zahlbereich – aber souverän und druckvoll vorwärts. Oberhalb der Autobahn-Richtgeschwindigkeit wirkt der TDI sogar noch kräfti­ger als der Motor des 3er, was die Messwerte belegen.

Der Motor des Skoda Superb Combi in Detailaufnahme.
Foto: Frank Ratering

Und: Obwohl Skoda beim Superb 2.0 TDI 4x4 im Gegensatz zu BMW auf effizienzfördernde Mildhybrid-Maßnahmen in Form eines Star­tergenerators mit dazugehöri­gem 48-V-Bordnetz verzichtet, geht der große Tschechien-Kombi noch etwas verantwortungsvol­ler mit dem Kraftstoff um. Dem BMW 320d xDrive Touring genügen be­achtliche 6,1 l für die Distanz von 100 km. Der Superb 2.0 TDI 4x4 schafft im Vergleichstest einen Durchschnitts­verbrauch von gerade einmal 5,9 l. Beide Werte sind in­des – für sich genommen – sehr respektabel für derart flotte und große Autos.

Fahrdynamik: BMW 3er Touring mit hervorragendem Handling

Die Handlingeigenschaften des BMW 3er Touring verdienen das Prädikat "Freude am Fahren" auf ganzer Linie. Seine mitteilsame Len­kung erlaubt es in Zusammenarbeit mit dem heck­lastig ausgelegten Allradantrieb, punktgenau die vorgegebene Linie zu halten, und das agile Einlenk­verhalten ist für einen rund 1800 kg schweren Kombi aller Ehren wert. Mit diesen Eigen­schaften deklassiert der Münch­ner seinen Widersacher in der Slalomgasse geradezu.

Allerdings: Den Handlingkurs umrundet der Skoda Superb Combi schneller. Trotz des nicht deaktivierbaren ESP dreht sich der Tscheche sanft mit dem Heck in Kurven ein und ermöglicht dadurch hohe Kurven­geschwindigkeiten. Außerdem glänzt die Bremsanlage des Superb mit ihrer Leistungsfähigkeit spe­ziell auch auf dem Rundkurs. Mit kalten Komponenten benötigt der Skoda lediglich 32,9 m aus Tempo 100 bis zum Stillstand. Die optionale Sportbremsanlage des BMW schafft derweil nicht diese Performance und nervt im Alltag dadurch, dass sie bei nied­rigen Geschwindigkeiten nur schwer zu dosieren ist und es so­mit häufig zu einem ungewollt ruckartigen Anhalten kommt.

Umwelt/Kosten: Der Skoda Superb Combi ist nach wie vor günstiger

Dass BMW als Premiumhersteller für seine Produkte vergleichswei­se hohe Preise aufruft, ist nichts Neues. In der Basis 58.700 Euro teu­er, bringt der aktuelle BMW 320d xDrive Touring allerdings bereits eine gehobene Ausstattung mit – gera­de was die Konnektivität angeht. Doch auch bei Skoda haben die Preise reichlich angezogen – was angesichts der Qualitäten, mit denen die aktuellen Modelle aus Mladá Boleslav aufwarten, auch wenig verwunderlich ist. Zwar ist der Skoda Superb in der Grundaus­stattung erheblich günstiger als der BMW, doch hievt man ihn auf dessen Ausstattungsniveau, schießt der Endpreis ebenfalls schnell in die Höhe. Die für den Vergleichstest relevanten Ausstattungen der beiden Kombis zugrundege­legt, ergibt sich folgendes Bild: Der Skoda kostet 57.520 Euro und somit immer noch 7900 Euro we­niger als sein Rivale. Darüber hin­aus verliert der Tscheche weniger an Wert und ist etwas günstiger in der Versicherung. Die Folge: Der Skoda sichert sich auch das Kostenkapitel.

Technische Daten & Messwerte von BMW 320d xDrive Touring & Skoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4

AUTO ZEITUNG 04/2025BMW 320d xDrive TouringSkoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Technik
Motor4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Mildhybrid (48-V-Startergenerator); 1995 cm³4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; 1968 cm³
Antrieb8-Stufen-Automatik; Allrad, permanent7-Gang-Doppelkupplung; Allrad, permanent
Leistung140 kW/190 PS, 4000 U/min142 kW/193 PS, 3400 U/min
Max. Drehmoment400 Nm, 1750-2500 U/min400 Nm, 1750 U/min
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4709/1827 (2068)*/1440 mm4902/1849 (2095)*/1482 mm
Leergewicht (Werk/Test)1725/1803 kg1675/1799 kg
Dachlast75 kg100 kg
Anhängelast/Stützlast1800/75 kg2200/90 kg
Kofferraumvolumen500-1510 l690-1920 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)7,0 s7,4 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)225 km/h230 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
35,8/34,6 m32,9/32,7 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)6,1/5,4 l D5,9/5,7 l D
Abgaswerte
AbgasnormEuro 6eEuro 6e
CO₂ (Test/WLTP)162/141 g/km157/149 g/km
Preise
Grundpreis58.700 €49.200 €
Bewerteter Preis65.420 €57.520 €
Kfz-Steuer pro Jahr341 €329 €
Versicherungskosten (HP/VK/TK)764/1206/327 €595/1311/236 €
*Breite mit Außenspiegel

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)BMW 320d xDrive TouringSkoda Superb Combi 2.0 TDI 4x4
Karosserie (1000)698752
Fahrkomfort (1000)722753
Motor/Getriebe (1000)723720
Fahrdynamik (1000)707742
Eigenschaftswertung (4000)28502967
Kosten/Umwelt (1000)296307
Gesamtwertung (5000)31463274
Platzierung21

Fazit

Obwohl beide Kombis herausragende Stärken mitbringen, gibt es am Ende einen eindeutigen Vergleichstest-Sieger nach Punkten. Objektiv betrachtet führt am Skoda Superb Combi kein Weg vorbei: Er ist geräumiger, bietet den größeren Kofferraum, fährt komfortabler, bremst er­heblich vehementer und kostet zumindest in der Basis deutlich weniger Geld. Wer den tschechi­schen Transporter jedoch premiummäßig ausstatten möchte, benötigt eben­falls ein pralles Budget. Der BMW 3er Touring trifft im Gegenzug sportlich Ambitionierte ins Herz, fährt herrlich leichtfüßig und ist fast ebenso sparsam wie der Superb.