Audi Q3/Seat Ateca: Test

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Audi Q3/Seat Ateca: Test
Audi Q3/Seat Ateca: Test Foto: Daniela Loof

Im direkten Vergleich der Kompakt-SUV muss der Audi Q3 beweisen, dass er ...

Audi Q3/Seat Ateca: Test
Audi Q3/Seat Ateca Foto: Daniela Loof

... trotz seines Alters noch gegen die neuen Mitbewerber wie den Seat Ateca bestehen kann.

Audi Q3/Seat Ateca: Test
Audi Q3/Seat Ateca: Test Foto: Daniela Loof

Schicke Erscheinungen: In der neu angebotenen FR-Ausstattung macht der Ateca ...

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

... eine noch schnittigere Figur. Der Q3 bietet nach wie vor viel Prestige.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Ein Raumwunder war der Q3 nie, aber eines der solidesten und dynamischsten Kompakt-SUV.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Edel: Die typische Audi-Solidität gibt’s auch im Q3, Sicherheitsassistenten dagegen kaum.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Bequeme langstreckentaugliche Sportsitze (550 Euro) mit knittrigem Leder.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Die schräg stehende Heckscheibe schränkt das Volumen ein.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Unpraktisch: Tief installierte Klima-Drehregler, immerhin mit Klickfunktion.

Audi Q3
Audi Q3 Foto: Daniela Loof

Wo ist bloß der USB-Anschluss? Unter der Armlehne (Foto) – aber nur, wenn man für das Audi music interface (245 Euro) bezahlt hat. Und so zieht sich das durch
die komplette Connectivity-Ausstattung des Q3: Ein Navi gibt’s erst ab 1190 Euro, DAB-Radio für 335 Euro, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung steht mit 300 Euro
in der Liste – und all diese Extras sind nur mit dem 425 Euro teuren MMI Radio kombinierbar. Serienmäßig sind lediglich das MP3-fähige CD-Radio und die Aux-Schnittstelle. Die Bedienung erfordert nur selten unnötig viel Aufmerksamkeit. Online geht’s übrigens auch, mit separater SIM-Karte, die man auch für einen
WLAN-Hotspot nutzen kann. Apple CarPlay ist nicht im Angebot.


Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

Sichere und dynamische Straßenlage dank 245er-Reifen ...

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

... und adaptiven Dämpfern rundum (beides optional).

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

Das passt: Ergonomisches, klar strukturiertes Ateca-Cockpit mit genügend Platz.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

Das sitzt: Gut geformte Stühle mit einstellbarer Lendenwirbelstütze sind Serie.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

Der lädt: Dank des steilen Heckabschlusses passt in den Ateca mehr Gepäck als in den Q3.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

Das hilft: Eine ganze Armada von Sicherheits-Assistenten ist optional an Bord.

Seat Ateca
Seat Ateca Foto: Daniela Loof

USB, Aux, Bluetooth? Alles Serie und das CD-Radio mit dem SD-Karten-Slot ebenfalls. Für vergleichsweise schmale 215 Euro kann man Digitalradio hören (DAB), die Spiegelung von Smartphone-Apps (Apple CarPlay, Android Auto, Mirror Link) kostet 195 Euro. Ein Navi gibt’s ab 410 Euro, das große System mit integrierter 10-GB-Festplatte für Musik und DVD-Player kostet überschaubare 1390 Euro. Inklusive ist dann auch eine WLANFunktion, wobei der Ateca nur indirekt eine Internetverbindung zur Verfügung stellt. Voraussetzung ist die Datenleitung eines Smartphones, das, bestückt mit der Seat Media Control App (gratis), auch als Fondpassagier-Fernbedienung für das Multimediasystem fungiert.

Sechs Jahre Bauzeit? Die sieht man dem Audi Q3 nicht an. Neben dem frischen Seat Ateca macht der hochwertige Bayer in unserem Test nach wie vor eine gute Figur. Reicht das gegen den Spanier mit moderner Motor-, Fahrwerks- und Sicherheitstechnik?

Mit dem Alter wird man reifer, heißt es. Das trifft vielleicht auf Lebewesen zu, nicht aber auf Gebrauchsgegenstände – noch nicht. Denn schon heute werden zum Beispiel Fahrzeuge via Internet mit Software-Updates gefüttert, die sie sicherer machen und mit frischer künstlicher Intelligenz versorgen. Davon kann der Audi Q3 nur träumen, gehört er mit seinen fast sechs Jahren Bauzeit fast schon zum alten Eisen unter den Kompakt- SUV. Das letzte Lifting ist auch schon wieder drei Jahre her. Ein junger Hüpfer ist dagegen der Seat Ateca: Er ist vollgestopft mit modernen Assistenten, trägt einen technisch fortschrittlichen Motor unter der Haube, ist adaptiv gedämpft und obendrein preislich ziemlich attraktiv. Wie schlägt sich der bewährte Bayer im Vergleich gegen den spanischen Sprössling mit neuem Top-Benziner? Wir haben es getestet.

Der Seat Ateca im Video:

Video Platzhalter

Neuer Seat Ateca im Test gegen den Audi Q3

Verblüffend: Trotz ähnlicher Außenmaße und bloß drei Zentimetern mehr Radstand bietet der Ateca in jeglicher Hinsicht mehr Platz. Zwar mögen die Unterschiede als nackte Zahlen auf Papier recht klein erscheinen, doch neben den äußeren Ellenbogen, über dem Kopf und um die Beine herum ist jeder Zentimeter entscheidend. Dass die Q3-Kanzel etwas enger sitzt, merken aber bloß größere Personen. Im Fond jedoch sieht das ganz anders aus, denn schon der Einstieg in den Audi mit deutlich kleineren Türausschnitten und schräg nach vorn geneigten C-Säulen nötigt uns, den Kopf einzuziehen. Das Entern der Ateca-Rückbank gelingt im Test eleganter, und man hat viel mehr Luft unter dem Dachhimmel und hinter den Vordersitz-Lehnen. Obwohl der Audi laut mittels Laser vermessenen Innenraummaßen hinten quasi genauso breit ist wie der Ateca, bietet der Spanier auch hier das bessere Gefühl. Ganz objektiv hingegen bewerten wir das Gepäckabteil, das im Seat aufgrund des steilen Hecks mehr Koffer und Taschen schluckt. Variabler hingegen ist der Spanier nicht, obwohl er mehr Verstaumöglichkeiten bietet. Dafür ergibt sich im Audi bei umgeklappten Rücksitzlehnen eine nur leicht ansteigende Ladefläche. Beim Seat muss man für eine ebene Fläche den variablen Gepäckraumboden (150 Euro) ordern. Etwas mehr Anhängelast auf der einen Seite (Q3) und minimal mehr Zuladung auf der anderen fallen im wahrsten Sinne des Wortes kaum ins Gewicht. Bei der Bedienung ist der Audi etwas im Nachteil, dafür punktet er in diesem Test-Abschnitt mit der hochwertigeren Materialanmutung und der solideren Verarbeitung – sieht man vom etwas nachlässig bezogenen Fahrersitz ab, dessen mehrstufig ausziehbare Beinauflage nicht immer ordentlich einrastete. Weniger wertige Materialien und an mancher Stelle etwas unpräzise zusammengesteckte Teile trüben das Bild des Seat jedoch nicht stark. Mit der moderneren und reichhaltigeren Sicherheitsausstattung distanziert er den Q3 endgültig in diesem Kapitel, wobei er zum Beispiel autonom vollbremsen (Serie), den Abstand halten (575 Euro) oder beim Ausparken vor Querverkehr warnen kann (390 Euro). Die Müdigkeitserkennung und den Licht-/Regensensor gibt’s zudem ab Werk, bei Audi nur gegen Aufpreis (245 bzw. 160 Euro).

Mehr Fahrkomfort im Seat Ateca

Sportsitze haben beide Testwagen, allerdings kosten die bei Audi 550 Euro extra. Dazu gibt es bei ihm eine ausziehbare Beinauflage. Seat spendiert dem Testwagen-Sitz eine elektrische Verstellung, mit der man die Sitzfläche nicht nur komplett anheben, sondern auch neigen kann. Im Fond des Spaniers stehen die Lehnen etwas steiler und man sitzt insgesamt etwas tiefer, integrierter. Der Ateca ist zudem ergonomischer, was besonders an mehr Ablagen und der niedrigeren Ladekante (68 cm; Audi: 83 cm) sowie dem in der Höhe etwas kleineren Verstellbereich des Q3-Lenkrads liegt. Das Geräuschniveau ist in beiden SUV gleich, wobei die großen Seat-Räder je nach Belag lauter abrollen. Große Unterschiede zeigen sich hingegen beim Federungskomfort, wobei beide Testwagen mit adaptiven Dämpfern (Option) antraten, der Ateca sogar zum ersten Mal. Eines vorweg: Den sportlichen Fahrwerksmodus können wir niemandem empfehlen, es sei denn, der Asphalt ist brandneu und topfeben. Ausgeglichener liegen beide Testwagen, wenn sich die Dämpfer jedem Untergrund anpassen, und das geht blitzschnell. Für die gemütliche Gangart taugt die Komfortstufe am besten. Unterm Strich sprechen die Ateca-Fahrwerkselemente sensibler an, die Karosserie wird weniger stark angeregt und ist spürbar effizienter entkoppelt.

Motor/Getriebe: Der Seat Ateca leistet mehr

Ganz neu im Ateca ist der 190 PS starke Zweiliter-Turbo-Benziner mit Saugrohr-/Direkteinspritzung, den es nur mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gibt. Doch obwohl Hubraum, Bohrung und Hub den Werten des Audi-Aggregats entsprechen, gibt es doch größere Unterschiede zwischen den beiden Motoren als das Plus von zehn PS (Ateca), der andere Drehmomentverlauf und die etwas höheren Drehzahlen vor dem Schaltvorgang (Q3). Der TSI im Seat hat ein innovatives Brennverfahren, wobei die Ansaugzeit verkürzt, der Ladedruck auf der Einlassseite erhöht und mittels zweistufigem Ventilhub Drehmoment und Leistung gesteigert werden, der Verbrauch aber gesenkt wird. Interessant: Der Motor ist eine Entwicklung von Audi und arbeitet bereits in einigen Modellen – bestimmt auch im nächsten Q3. Den Verbrauchsvorteil kann der moderner motorisierte und etwas länger übersetzte Ateca ausspielen, wobei sein Aggregat ganz besonders gut im Futter stand – anders ist das Unterbieten der Werksangabe von 0-100 km/h um 1,3 Sekunden nicht zu erklären. Nervig: In beiden Test-Fahrzeugen ist das Gaspedal beim Anfahren nicht schön dosierbar, was vor allem beim Rangieren stören kann. Außerdem dauert es zu lange, wenn die Getriebe vom Segelbetrieb (nur im Effizienz-Modus) wieder in die Beschleunigungsphase wechseln. Übrigens: Dass hier zwei Auto-Generationen aufeinandertreffen, merkt man auch daran, dass man den Getriebe-Wählhebel im Audi in eine separate Stufe manövrieren muss, um in die Sport-Stufe zu gelangen. Im Seat reicht dafür ein sanfter Zug am DSG-Knauf.

Audi Q3 mit etwas mehr Fahrdynamik

Auch im Grenzbereich offenbart sich im Test das Q3-Alter. Nicht, weil der Audi träge und undynamisch wäre, im Gegenteil. Seine ESC-Abstimmung ist aber so lax, dass sie bei spontanen Ausweichmanövern für plötzliche Heckschwenks sorgt. Der Ateca hingegen wird schon bei der kleinsten Lenkkorrektur vom ESC (ESP) eingebremst. Das ist sicher, kostet ihn aber potenzielle Dynamik, denn die Anlagen zum Kurvenmeister hat er – dank großer Räder und gefühlvollerer Lenkung mit kleineren Lenkwinkeln. Beim Bremsen schenken sich beide nichts, mit warmer Anlage stoppt der Q3 im Test aus Tempo 100 bis zum Stillstand etwas besser (33,5 Meter; Ateca: 34,1 Meter) und bietet unter hoher Belastung das angenehmere Pedalgefühl. Die gewonnenen Punkte verliert der Ingolstädter aber wieder mit seinem recht großen Wendekreis (12,1 Meter im Schnitt).

Umwelt/Kosten: Großer Preisvorteil beim Ateca

Rund 4000 Euro höher liegt der Grundpreis des Audi Q3. Nimmt man den bewerteten Preis inklusive aller testrelevanten Extras, sind es sogar rund 6000 Euro zugunsten des Seat Ateca mit vergleichbarem Antrieb, der obendrein die üppigere Ausstattung (Klimaautomatik und Parksensoren hinten serienmäßig), das moderne Multimedia- und Infotainmentsystem, den niedrigeren Wertverlust und die etwas günstigeren Kraftstoffkosten sowie niedrigeren Emissionen hat. Wartung und Steuer kosten ähnlich viel.

Technische DatenAudi Q3 2.0 TFSI quattro S tronicSeat Ateca 2.0 TSI 4Drive DSG
Motor4/4, Turbo4/4, Turbo
Hubraum1984 ccm1984 ccm
Leistung180 PS190 PS
Maximales Drehmoment320 Nm320 Nm
Getriebe7-Gang, Doppelkupplung7-Gang, Doppelkupplung
AntriebAllradAllrad
0-100 km/h7,4 s6,7 s
Höchstgeschwindigkeit217 km/h212 km/h
Leergewicht1540 kg1461 kg
Kofferraum460-1365 l485-1579 l
L/B/H in mm4388/1831/16084363/1841/1611
Testverbrauch8,5 l S/100 km8,1 l S/100 km
Grundpreis37.200 Euro33.355 Euro
Testwagenpreis41.130 Euro35.310 Euro
Platzierung21

Fazit

Nein, zum alten Eisen gehört der Audi Q3 2.0 TFSI quattro noch nicht, dafür bietet er genügend Komfort, Dynamik und Qualität. Allerdings bezahlt man viel Geld für die vier Ringe am Kühlergrill. In Sachen Raumangebot, Serienausstattung und Sicherheitsausstattung muss sich der Deutsche dem Spanier geschlagen geben. Die Stärken des Testsiegers Seat Ateca 2.0 TSI 4Drive sind neben seinem gut dimensionierten Innenraum der günstige Einstiegspreis, die üppige, beim Wettbewerb meist aufpreispflichtige Ausstattung, viele Assistenten, die vor Gefahren warnen und notfalls eingreifen, um Unfälle zu verhindern. Hinzu kommen seine guten Fahrleistungen dank des modernen Antriebs. Aufgrund der überschaubaren Unterhaltskosten schont man zudem das Portemonnaie. Ein perfektes SUV also für die dynamische Familie.