Jaguar XF/Audi A6/BMW 5er: Vergleichstest

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Audi A6 vs BMW 5er und Jaguar XF
Audi A6 vs. BMW 5er und Jaguar XF Foto: Frank Ratering

Die zweite Generation des Jaguar XF will es wissen. Zeigen ihm Audi A6 und BMW 5er wo der Hammer hängt?

Audi A6 vs BMW 5er und Jaguar XF
Audi A6 vs. BMW 5er und Jaguar XF Foto: Frank Ratering

Im ersten Vergleichstest tritt der Brite als XF 30d mit 300 PS starkem Biturbo-V6-Diesel gegen die Sechsender ...

Audi A6 vs BMW 5er und Jaguar XF
Audi A6 vs. BMW 5er und Jaguar XF Foto: Frank Ratering

... Audi A6 3.0 TDI competition quattro (326 PS) und BMW 535d (313 PS) an.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Trotz der 20 Zoll großen Räder, die serien-mäßig Bestandteil der competition-Ausführung sind, bietet der Audi den souveränsten Federungskomfort. Verantwortlich dafür ist die optionale Luftfederung, die in Kombination mit adaptiven Dämpfern alle Arten von Fahrbahnschäden kompetent glattbügelt.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Allenfalls Kanten und Querfugen können schon mal als kurze Stöße in den Innenraum gelangen, was den üppigen Niederquerschnittsreifen zuzuschreiben ist. Auf der Autobahn hingegen liegt der extrem spurstabile A6 sehr satt und ruhig.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Der großzügig geschnittene Innenraum des Ingolstädters setzt in Sachen Verarbeitung und Materialqualität nach wie vor den Maßstab. Hier gibt es wirklich nichts zu mäkeln. Die weitreichend einstellbaren Sportsitze sind beim competition serienmäßig.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Am Platzangebot im Fond lässt sich ebenfalls nicht mäkeln.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Die Bedieneinheit entlarvt den A6 als älteres Audi-Modell.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Bei neueren Fahrzeugen wie beispielsweise dem A4 ist die berührungssensible Fläche zur Eingabe von Adressen oder Telefonnummern oben auf dem zentralen Dreh-/Drück-Steller untergebracht. Dennoch gehört der A6 von der Bedienbarkeit her immer noch zu den Besten im Segment.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Ob Navigationssystem mit fotorealistischem Kartenmaterial (Google Earth und Street View) oder LTE-Highspeed-Internet – auch in Sachen Multimedia ist der A6 ein echter Alleskönner. Interessant für Urlaubsfahrten mit Kindern: Entertainmentlösungen für die Fondpassagiere gibt es ab 550 Euro zuzüglich der Vorbereitung (190 Euro).

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Alle drei Wettstreiter vertrauen auf moderne, doppelt aufgeladene Sechszylinder-Selbstzünder mit 300 (Jaguar) bis 326 PS (Audi). Sie ermöglichen Fahrleistungen, die vor wenigen Jahren noch Sportwagen vorbehalten waren.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Vor allem der Audi A6 beeindruckt mit seinem ungestümen Tatendrang. In jedem Drehzahlbereich packt sein leise und kultiviert arbeitender V6 gnadenlos zu und treibt den 1974 Kilogramm schweren Viertürer mit Nachdruck voran.

Audi A6
Audi A6 3.0 TDI competition quattro Foto: Frank Ratering

Für einen aufgeladenen Motor schlicht sensationell ist das Ansprechverhalten, dessen Spontaneität zumindest in diesem Vergleichstest unerreicht bleibt. 
Die Messwerte belegen das subjektiv Erlebte: So erledigt der serienmäßig allradgetriebene A6 den Standardsprint aus dem Stand auf Landstraßentempo in nur 5,1 Sekunden und ist damit der Schnellste in diesem Trio.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Dicht auf den Fersen folgt dem Audi sein 
bayerischer Konkurrent von BMW. Der 535d durchbricht in 5,7 Sekunden die 100-km/h-
Marke und schafft es bis 200 km/h sogar, einen kleinen Vorsprung auf den Audi herauszufahren.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Dennoch fehlt seinem 313 PS starken 
Reihensechszylinder die Explosivität des Audi-TDI, was den 5er insgesamt aber gelassener wirken lässt. Die Laufruhe und die gleichmäßige Leistungsabgabe über das gesamte Drehzahlband überzeugen auf ganzer Linie.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Der unter BMW-Fans so beliebte Reihensechszylinder beschleunigt den 535d in 5,7 Sekunden auf Tempo 100.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Der ausgereifte Oberklasse-Münchner präsentiert sich in der Form seines Lebens. Die Interieurqualität ist auf einem sehr hohen Niveau.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Moderne Oberklasse-Modelle stehen in Sachen technischer Komplexität reinrassigen 
Luxuslimousinen in kaum etwas nach. Umso wichtiger ist deshalb auch – oder gerade in diesem Fahrzeugsegment – eine verständliche Bedienung. In diesem Punkt kann einmal mehr der BMW seine Trümpfe voll ausspielen. Über das iDrive-System lassen sich die zahlreichen Funktionen des Bajuwaren auch ohne langes Studium der Betriebsanleitung relativ ein
fach erlernen.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Die Münchner-Oberklasse bietet eine Vielzahl an Online-Funktionen. Über das mobile Internetportal BMW Online lassen sich E-Mails, Wetterinfos oder Nachrichten abrufen. Aber auch das freie Surfen ist dank integriertem Browser möglich. Über den Kooperationspartner Napster hat man im 5er sogar Zugriff auf Millionen Musiktitel.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Die Komfortsitze sind bequem aber teuer (2260 Euro).

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Auf der Rückbank des BMW lässt es sich sehr gut aushalten. Wenn es sein muss, auch lange. Der BMW 535d hat mit 946 Kilometern die längste Reichweite.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Die 
harmonische Fahrwerksabstimmung trägt 
einen großen Teil zur gehobenen Wohlfühlatmosphäre im 535d bei, wenngleich die Komforteinstellung der adaptiven Dämpfer (1300 Euro) auf kurz aufeinanderfolgenden Wellen einen Tick zu schwammig wirkt. Dafür ist der 5er das leiseste Auto im Feld.

BMW 5er
BMW 535d Foto: Frank Ratering

Für einen derart potenten Hecktriebler ist auch die Traktion des BMW hoch entwickelt. Allerdings gibt er sich bei den Handlingprüfungen nicht ganz so leichtfüßig und agil wie der Audi. Daran kann auch die optionale Allradlenkung (1750 Euro) nichts ändern, mit der unser Testwagen bestückt ist. Sie beeinflusst zwar die Spurstabilität beim Kurvenräubern positiv, wirkt aber mitunter synthetisch und etwas entkoppelnd.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

BMW und Audi schlagen sich mal wieder auf Augenhöhe. Kann der Jaguar XF 30d von diesen ewigen Querelen profitieren?

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Für den Spurt auf 
Tempo 100 benötigt der Engländer 6,1 Sekunden.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Der britische V6-
Biturbodiesel verwöhnt mit ausgeprägter Laufkultur und spontanem Ansprechverhalten.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Das Cockpit des Briten wirkt angenehm reduziert. Die Materialauswahl überzeugt, die Verarbeitungsgüte hingegen hat noch etwas Luft nach oben. Sämtliche Infotainment-Funktionen werden über den zentralen, 
etwas tief liegenden Touchscreen gesteuert. Die Menüstrukturen geben keine großen Rätsel auf.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Typisch Jaguar: Kein Schaltknauf, dafür ein Drehrad, das zwischen den Fahrstufen wählt.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Das optionale InControl-Connect-Paket verfügt über einen WLAN-Hotspot, der mit Hilfe einer integrierten SIM-Karte mit dem Internet verbunden ist. Darüber hinaus bietet die Konnektivitätslösung die Anbindung spezieller Apps wie Cityseeker (virtueller Städteführer), Parkopedia (Online-Pakplatzsuche) oder iHeartRadio (Web-Radio).

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Die Sitze des Jaguars gefallen durch ihre angenehme Polsterung. Hier lassen sich zahlreiche Kilometer bequem abspulen. Allerdings stört neben der insgesamt geringeren Innenbreite in Reihe eins der dichtere Verlauf der Dachholme an den Köpfen der Fahrgäste ...

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

... während es in Reihe zwei vor allem an Fußraum fehlt. Die coupéhafte Seitenansicht des noblen Briten mit dem sanft abfallenden Dach lässt zudem bereits erahnen: Auch die Kopffreiheit im Fond ist gemessen an der der anderen Wettstreiter nicht die beste. Dafür bietet der XF das größte Kofferraumvolumen.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Der neue Jaguar XF fühlt sich auf der Autobahn sehr wohl und blendet die meisten Unebenheiten wirkungsvoll aus. Allerdings reagiert die Raubkatze auf kurze Stöße etwas zickig, was wie schon im Fall des Audi A6 sicher auch auf das Konto der großen Räder geht.

Jaguar XF
Jaguar XF 30d Foto: Frank Ratering

Unterm Strich ist der neue Jaguar XF 30d mit der testrelevanten Ausstattung das günstigs
te Auto in diesem Vergleichstest – ohne freilich als echtes Schnäppchen durchzugehen.

Audi A6 vs BMW 5er und Jaguar XF
Audi A6 vs. BMW 5er und Jaguar XF Foto: Frank Ratering

Auch wenn es in diesem Vergleichstest lediglich zur Bronzemedaille reicht: Der neue Jaguar XF 30d ist mehr als nur eine Alternative für Individualisten. Der noble Brite beweist mit gutem Fahrkomfort, günstigem Verbrauch und sehr guten Bremsen, dass er mit den Besten im Segment mithalten kann. Der Gesamtsieg geht derweil an den Audi A6 3.0 TDI c ompetition quattro – trotz seines hohen Preises.

Audi A6 vs BMW 5er und Jaguar XF
Audi A6 vs. BMW 5er und Jaguar XF Foto: Frank Ratering

Vor allem fahrdynamisch ist gegen den Ingolstädter kein Kraut gewachsen. Darüber hinaus stellt sein wuchtig anschiebender V6-Motor einen der größten Kaufanreize dar. Der ausgewogene BMW 535d sortiert sich in die goldene Mitte ein und zeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil, bei Geräuschkomfort, Bedienung und Connectivity kann er die Konkurrenz hinter sich lassen.

Mit 300 PS starkem Bi-Turbodiesel will der neue Jaguar XF 30d das hart umkämpfte Segment der sportlichen Business-Limousinen aufmischen. Im ersten Vergleichstest trifft die Raubkatze auf Audi A6 und BMW 5er.

Jaguar schickt ab sofort die zweite Generation seiner Oberklasse-Limousine XF ins Rennen um die Gunst der Kunden. Den ersten Vergleichstest bestreitet der edle Brite mit dem 300 PS starken Biturbodiesel, der maßgeblich dabei helfen soll, den Spagat zwischen souveränem Reisekomfort und gehobener Fahrdynamik zu meistern. Dabei wagt sich der Jaguar allerdings in ein äußerst schwieriges Wettbewerbsumfeld. Mit dem 326 PS starken Audi A6 3.0 TDI competition quattro und dem BMW 535d mit 313 PS warten zwei denkbar harte Brocken auf den Neuling. Alle drei Business-Limousinen knacken die 4,90-Meter-Marke relativ deutlich. Dementsprechend opulent bemessen sind die Innenräume der großen Viertürer. Im Test mit den deutschen Konkurrenten von Audi und BMW fällt der neue Jaguar XF sowohl vorn als auch hinten in Sachen Raumangebot jedoch ein wenig ab. Neben der insgesamt geringeren Innenbreite stört in Reihe eins der dichtere Verlauf der Dachholme an den Köpfen der Fahrgäste, während es in Reihe zwei vor allem an Fußraum fehlt. Die coupéhafte Seitenansicht des noblen Briten mit dem sanft abfallenden Dach lässt zudem bereits erahnen: Auch die Kopffreiheit im Fond des Jaguar XF ist gemessen an der der anderen Wettstreiter nicht die beste. Dafür überzeugt der XF im Test mit dem größten Kofferraumvolumen. 540 Liter fasst sein Gepäckabteil und damit 20 Liter mehr als das des BMW 5er und zehn mehr als das des Audi A6, der seinerseits allerdings die höchste Zuladung verträgt.

Testvorteil: Audi A6 und BMW 5er intuitiv zu bedienen

Moderne Oberklasse-Modelle stehen in Sachen technischer Komplexität reinrassigen 
Luxuslimousinen in kaum etwas nach. Umso wichtiger ist deshalb auch – oder gerade in diesem Fahrzeugsegment – eine verständliche Bedienung. In diesem Punkt kann einmal mehr der BMW seine Trümpfe voll ausspielen. Über das iDrive-System lassen sich die zahlreichen Funktionen des Bajuwaren auch ohne langes Studium der Betriebsanleitung relativ einfach erlernen. Ähnliches gilt für den Audi A6, 
dessen MMI-Bedieneinheit im Test ebenfalls recht problemlos zu durchschauen ist. Anders als die Rivalen setzt Jaguar bei seinem neuen Business-Gleiter einzig und allein auf einen großen Touchscreen zur Steuerung der verschiedenen Funktionen. Diese Lösung ist gerade beim Fahren nicht ideal, da das Treffen der einzelnen Menüpunkte mit dem Finger schon bei leichten Karosseriebewegungen erschwert wird. Und auch die Verarbeitung liegt nicht ganz auf dem Niveau der penibelst zusammengesetzten Bajuwaren, wie beispielsweise die relativ grobschlächtig eingebauten Lautsprecher in den Türtafeln beweisen.

Mehr zum Thema: Der neue Jaguar F-Pace

Voll bei der Musik ist der Brite hingegen, was die Sicherheitsausstattung angeht. Zu den verfügbaren Assistenten gehören wie bei den deutschen Konkurrenten Hilfen fürs Spurwechseln und Spurhalten oder eine autonome Vollbremsung. Ferner ist ein adaptiver Tempomat samt Stauassistent verfügbar. Dem 
Audi und dem BMW vorbehalten bleibt hingegen ein Nachtsichtassistent, der in der Dunkelheit vor Gefahren wie Personen oder Tieren auf der Fahrbahn warnt. Trotz der 20 Zoll großen Räder, die serien
mäßig Bestandteil der competition-Ausführung sind, bietet der Audi den souveränsten Federungskomfort. Verantwortlich dafür ist die optionale Luftfederung, die in Kombination mit adaptiven Dämpfern alle Arten von Fahrbahnschäden kompetent glattbügelt. 
Allenfalls Kanten und Querfugen können schon mal als kurze Stöße in den Innenraum gelangen, was den üppigen Niederquerschnittsreifen zuzuschreiben ist. Auf der Autobahn hingegen liegt der extrem spurstabile A6 sehr satt und ruhig. Der neue Jaguar XF fühlt sich, das zeigt unser Test, dort ebenfalls sehr wohl und blendet die meisten Unebenheiten wirkungsvoll aus. Allerdings reagiert die Raubkatze auf kurze Stöße etwas zickig, was wie schon im Fall des Audi A6 sicher auch auf das Konto der großen Räder geht.

Gebrauchter Luxus: Jaguar XJ zum Schnäppchenpreis

Der BMW punktet in diesem Vergleichstest vor allem durch seine großartigen, mit 2260 Euro Aufpreis recht teuren Komfortsitze. Sie lassen sich an wirklich jede Statur anpassen und eignen sich aufgrund der sehr bequemen Polsterung perfekt zum Abspulen großer Distanzen. Aber auch die 
harmonische Fahrwerksabstimmung trägt im Test 
einen großen Teil zur gehobenen Wohlfühlatmosphäre im 535d bei, wenngleich die Komforteinstellung der adaptiven Dämpfer (1300 Euro) auf kurz aufeinanderfolgenden Wellen einen Tick zu schwammig wirkt. Dafür ist der 5er das leiseste Auto im Feld. Alle drei Wettstreiter vertrauen auf moderne, doppelt aufgeladene Sechszylinder-Selbstzünder mit 300 (Jaguar) bis 326 PS (Audi). Sie ermöglichen Fahrleistungen, die vor wenigen Jahren noch Sportwagen vorbehalten waren. Vor allem der Audi A6 beeindruckt mit seinem ungestümen Tatendrang. In jedem Drehzahlbereich packt sein leise und kultiviert arbeitender V6 gnadenlos zu und treibt den 1974 Kilogramm schweren Viertürer mit Nachdruck voran. Für einen aufgela-denen Motor schlicht sensationell ist das Ansprechverhalten, dessen Spontaneität zumindest in diesem Vergleichstest unerreicht bleibt. 
Die Messwerte belegen das subjektiv Erlebte: So erledigt der serienmäßig allradgetriebene A6 den Standardsprint aus dem Stand auf Landstraßentempo in nur 5,1 Sekunden und ist damit der Schnellste in diesem Trio.

Laufkultur par excellence im A6, 5er und Jaguar XF

Dicht auf den Fersen folgt dem Audi sein 
bayerischer Konkurrent von BMW. Der 535d durchbricht in 5,7 Sekunden die 100-km/h-
Marke und schafft es bis 200 km/h sogar, einen kleinen Vorsprung auf den Audi herauszufahren. Dennoch fehlt seinem 313 PS starken 
Reihensechszylinder die Explosivität des Audi-TDI, was den 5er insgesamt aber gelassener wirken lässt. Die Laufruhe und die gleichmäßige Leistungsabgabe über das gesamte Drehzahlband überzeugen im Test auf ganzer Linie. Der Jaguar gibt sich in diesem Vergleich ebenfalls entspannter als der A6 und lässt sich bei der Beschleunigung stets etwas mehr Zeit. Für den Spurt auf 
Tempo 100 benötigt der Engländer 6,1 Sekunden. Dafür verwöhnt auch der britische V6-
Biturbodiesel mit ausgeprägter Laufkultur und spontanem Ansprechverhalten. Ganz und gar nicht Sportwagen-like sind übrigens die Verbräuche der schweren Limousinen, die allesamt über schnell und treffsicher agierende Achtstufen-Automaten verfügen. Vor allem der Jaguar beweist mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern je 100 Kilometer, dass sich Kraft und Effizienz keinesfalls ausschließen müssen.

Dass der Audi gut 100 Kilogramm schwerer als seine Widersacher ist, merkt man ihm auf unseren Testfahrten nicht an. Im Gegenteil: Innerhalb des hier versammelten Trios markiert er die dynamische Spitze. Sei es das zackige Einlenkverhalten oder das leichtfüßige Umsetzen mehrerer aufeinanderfolgender Richtungswechsel – gefühlt wähnt man sich stets in einem 
kleineren und vor allem leichteren Fahrzeug. Einen weiteren gravierenden Vorteil gegenüber den heckgetriebenen Konkurrenten von BMW und Jaguar erarbeitet sich der Ingolstädter im Test durch seinen serienmäßigen quattro-Antrieb. Traktionsverluste kennt die Limousine praktisch nicht. Für einen derart potenten Hecktriebler ist auch die Traktion des BMW hoch entwickelt. Allerdings gibt er sich bei den Handlingprüfungen nicht ganz so leichtfüßig und agil wie der Audi. Daran kann auch die optionale Allradlenkung (1750 Euro) nichts ändern, mit der unser Testwagen bestückt ist. Sie beeinflusst zwar die Spurstabilität beim Kurvenräubern positiv, wirkt aber mitunter synthetisch und etwas entkoppelnd. Der Jaguar wird durch seine Leichtfüßgkeit sowie markentypisch leichtgängige, gleichzeitig aber sehr präzise Lenkung geprägt. Auch wenn er die Kurvengeschwindigkeiten der Wettbewerber nicht ganz mitgehen kann, bereitet der Brite in unserem Test jede Menge Fahrspaß. Außerdem vermittelt er dank des Fehlens jeglicher Nervosität vom ersten Moment an viel Vertrauen. Dazu trägt auch die Bremsanlage bei, die kalt wie warm die besten Verzögerungswerte abliefert.

Unterm Strich ist der neue Jaguar XF 30d mit der testrelevanten Ausstattung das günstigs-
te Auto in diesem Vergleichstest – ohne frei-lich als echtes Schnäppchen durchzugehen. Schließlich sind 63.810 Euro trotz aller Qualitäten immens viel Geld. Der Audi A6 3.0 TDI competition quattro ist mit 70.500 Euro hin-gegen das teuerste Fahrzeug im Feld. Allerdings gehört zum Auslieferungsumfang des Sportmodells bereits ein komplettes S-Line-Paket inklusive Sportsitzen vorn sowie 20 Zoll großer Räder. Dass der BMW 535d trotz des im Vergleich zum Audi rund 5000 Euro niedrigeren Preises das Schlusslicht im Kostenkapitel bildet, liegt an den mauen Garantieleistungen seitens des Herstellers sowie den ungünstigen Kasko-Einstufungen der Versicherer.

Technische Daten Audi A6 3.0 TDI competition quattro BMW 535d Jaguar XF 30d Zylinder/Ventile pro Zylin. V6/4; Biturbodiesel R6/4; Biturbodiesel V6/4; Biturbodiesel Hubraum 2967 cm³ 2993 cm³ 2993 cm³ Leistung bei 240 kW/326 PS 4000 – 4500 /min 230 kW/313 PS 4400 /min 221 kW/300 PS 4000 /min Max. Drehmoment bei 650 Nm 1400 – 2800 /min 630 Nm 1500 – 2500 /min 700 Nm 2000 /min Getriebe 8-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik Antrieb Allrad, permanent Hinterrad Hinterrad Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (abger.) 250 km/h (abger.) 250 km/h (abger.) Grundpreis 67.500 € 59.100 € 61.510 €

Unser Fazit

Auch wenn es in diesem Vergleichstest lediglich zur Bronzemedaille reicht: Der neue Jaguar XF 30d ist mehr als nur eine Alternative für Individualisten. Der noble Brite beweist mit gutem Fahrkomfort, günstigem Verbrauch und sehr guten Bremsen, dass er mit den Besten im Segment mithalten kann. Der Gesamtsieg geht derweil an den Audi A6 3.0 TDI competition quattro – trotz seines hohen Preises. Vor allem fahrdynamisch ist gegen den Ingolstädter kein Kraut gewachsen. Darüber hinaus stellt sein wuchtig anschiebender V6-Motor einen der größten Kaufanreize dar. Der ausgewogene BMW 535d sortiert sich in die goldene Mitte ein und zeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Im Gegenteil, bei Geräuschkomfort, Bedienung und Connectivity kann er die Konkurrenz hinter sich lassen.