Audi A3/VW Golf: Gebrauchtwagen kaufen

(1/15)
Audi A3/VW Golf: Gebrauchtwagen kaufen
Audi A3/VW Golf: Gebrauchtwagen kaufen Foto: Frank Ratering

Audi A3 Sportback und VW Golf teilen sich viele technische Baugruppen und sprechen als Gebrauchtwagen sehr ähnliche Käufer:innen an. Lohnt sich der Aufpreis für den etwas feiner gemachten Kompakten aus Ingolstadt?

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Der erste Kompakt-Audi erschien 1996, die dritte Generation kam 2012 zunächst als Dreitürer, 2013 als Fünftürer Sportback und als Limousine. 2014 folgte das Cabrio. Die Produktion des Dreitürers endete 2017, 2020 startete die vierte Generation.

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Sehr gut verarbeitetes Cockpit mit klarer Bedienstruktur und Schaltern für wichtige Funktionen.

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Das Vorgängermodell des aktuellen A3 zeichnet sich noch durch eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität aus – lange Zeit die Domäne von Audi.

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Auch in der zweiten Reihe fühlt man sich gut aufgehoben.

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Der A3 Sportback bietet einen Stauraum von 380 bis 1220 Litern.

Audi A3
Audi A3 Foto: Frank Ratering

Bei vier bis fünf Jahre alten Gebrauchtwagen hat sich der Preisunterschied von ehemals 4000 auf etwa 1000 bis 2000 Euro reduziert.

Audi A3
Audi A3 Foto: AUTO ZEITUNG

Fast alles im grünen Bereich: Nur bei über neun Jahre alten Audi A3 führen ölfeuchte Motoren zur Mängelhäufung. 

VW Golf
VW Golf Foto: Frank Ratering

Der erste Golf startete 1974. Im Herbst 2012 erschien die siebte Generation zunächst als Drei- und Fünftürer, ab Juli 2013 der Kombi Variant. Anfang 2017 gab es ein Facelift. Im April 2019 kam das Aus für den Dreitürer, der Golf VIII folgte im Dezember.

VW Golf
VW Golf Foto: Aleksander Perkovic

Auch der Golf VII ist hervorragend verarbeitet, und die Bedienung erfolgt noch intuitiv.

VW Golf
VW Golf Foto: VW

Der Wolfsburger nutzt die zur Verfügung stehende Fläche besser aus.

VW Golf
VW Golf Foto: Aleksander Perkovic

Das Platzangebot ist etwas besser als im A3.

VW Golf
VW Golf Foto: Aleksander Perkovic

Der Golf stellt mit 380 bis 1270 Litern den größeren maximalen Laderaum zur Verfügung.

VW Golf
VW Golf Foto: Frank Ratering

Hier wie dort empfehlen sich die Gebraucht-Modelle mit optionalen adaptiven Dämpfern.

VW Golf
VW Golf Foto: AUTO ZEITUNG

Die häufigsten Mängel Mangelhaftes Tragbild der Bremsscheiben, verschlissene Scheibenwischerblätter, falsch eingestellte Scheinwerfer, fehlende Warnwesten.

Audi A3 Sportback und VW Golf teilen sich viele technische Baugruppen und sprechen als Gebrauchtwagen sehr ähnliche Käufer:innen an. Lohnt sich der Aufpreis für den etwas feiner gemachten Kompakten aus Ingolstadt?

Premium-Anspruch auf der einen, absolute Alltagstauglichkeit auf der anderen Seite: Den Audi A3 Sportback und den VW Golf als Fünftürer trennten in ihrer vorletzten Generation nicht sehr viel. Beide Marken des Volkswagen-Konzerns setzten hier erstmals den Modularen Querbaukasten (MQB) als Basis ein, und auch bei Getrieben und Motorisierungen gab es kaum Unterschiede. Der Audi rollte besser verarbeitet und mit etwas wertigeren Materialien zur Kundschaft, kostete bei leicht besserer Ausstattung aber im Durchschnitt rund 4000 Euro mehr als ein vergleichbarer VW Golf. Bei vier bis fünf Jahre alten Gebrauchtwagen hat sich der Preisunterschied auf etwa 1000 bis 2000 Euro reduziert. So ermittelte die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) für einen Audi A3 Sportback 2.0 TDI des Baujahrs 2017 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 17.650 Euro. Der gleich alte, fünftürige Golf VII mit dem gleichen Motor wird mit 15.900 Euro taxiert. Die mittlere Laufleistung liegt bei beiden nach fünf Jahren übrigens bei 86.000 Kilometern. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der Audi A3 (2022) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Audi A3 & VW Golf als Gebrauchtwagen kaufen

Bei aller technischer Verwandtschaft gibt es aber doch Unterschiede: Das Raumangebot im 4,31 Meter langen Audi A3 Sportback ist ordentlich, fällt jedoch vorn wie hinten etwas knapper aus als im 4,26 Meter langen VW Golf. Der Wolfsburger nutzt die zur Verfügung stehende Fläche besser aus und stellt auch mit 380 bis 1270 Litern den größeren maximalen Laderaum zur Verfügung. Beim A3 Sportback sind es 380 bis 1220 Liter. Auch die Binsenweisheit, dass früher nicht alles schlechter war, bestätigt sich bei beiden Gebrauchtwagen-Kandidaten. Das Vorgängermodell des aktuellen A3 zeichnet sich noch durch eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität aus – lange Zeit die Domäne von Audi. Bei den aktuellen Audi A3-Modellen haben die vier Ringe hier Boden verloren. Das gilt auch für die Bedienung, die in der dritten Generation des Kompakten lockerer von der Hand ging. Das trifft noch stärker auf den VW Golf VII zu, der sich seinerzeit intuitiv bedienen ließ, während der Nachfolger durch unbeleuchtete Slider, lange Ladezeiten und regelmäßige Systemabstürze die Kundschaft vergrätzt. Aktuell soll beim Golf VIII ein Software-Update für Besserung sorgen.

Große Auswahl bei den Motoren

Bei den Antrieben hat man wirklich die Qual der Wahl. Beide Kompaktmodelle werden mit einer Vielzahl an Versionen – vom Drei- bis zum Vierzylinder und von 85 PS (63 kW) im VW Golf bis 400 PS (294 kW) im Audi A3 – angeboten. Zudem gibt es die stärkeren Varianten ab 150 PS (110 kW) auch oder nur mit Allradantrieb und viele Modelle mit optionalem oder serienmäßigem Doppelkupplungsgetriebe. Der Allradantrieb verursacht höhere Verbräuche und ist nur in den Bergen oder für sportliche Fahrer:innen empfehlenswert. Ein Doppelkupplungsgetriebe erleichtert besonders im Stadtverkehr den Alltag. Obendrein gab es die beiden Kompakten auch als Erdgasvarianten und als Plug-in-Hybrid. Diese empfehlen sich mit ihrer E-Reichweite von bis zu 50 Kilometer bei einem vorwiegend städtischen Nutzprofil mit relativ kurzen Wegen und häuslicher Lademöglichkeit. Der seit 2014 angebotene elektrische e-Golf mit zunächst 85 kW (115 PS, 190 km NEFZ-Reichweite) und ab 2017 mit 100 kW (136 PS, 300 km NEFZ-Reichweite) sind ein Kapitel für sich, hier sollte man besonders auf Lebensdauer und Garantie für die Akkus achten. Hier wie dort empfehlen sich die Gebrauchtwagen mit optionalen adaptiven Dämpfern. Beim ohnehin fahraktiven Audi ist das aufpreispflichtige Sportfahrwerk nur etwas für ambitionierte Menschen am Steuer. Besser ist ein Fahrzeug mit optionalem Assistenzpaket. Das Fahrassistenzpaket steht auch dem VW Golf gut zu Gesicht, der seit dem Facelift 2017 in der Highline-Ausstattung mit LED-Scheinwerfern ausgerüstet ist. Beim Audi A3 gab es ab 2017 auf Wunsch sogar Matrix-LED-Scheinwerfer. Bei den Hauptuntersuchungen der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung gelten auch ältere Exemplare beider Kompakten als Musterknaben ohne auffällige Mängel.

Empfehlungen: Antriebe & Extras für den Audi A3

PositivExzellente Verarbeitung und leichte Bedienung, gutes Platzangebot, kaum Mängel bei der HU
NegativSehr hohe Preise und etwas kleinerer Laderaum als der Golf, Variabilität könnte besser sein

Den Audi gibt es mit Turbomotoren als Benziner, Diesel und seltene Erdgasvariante (CNG). 2014 folgte der Sportback e-tron als Plug-in-Hybrid mit bis zu 50 Kilometer Reichweite. Stärkere Varianten haben den Allradantrieb quattro. Schon die Basisvariante des Audi A3 Sportback ist gut ausgestattet, sie rollt allerdings teilweise noch auf Stahlfelgen vor. Komfortliebhaber sollten beim Gebrauchtwagen-Kauf nach einem Auto mit Design-Paket samt Teilleder Ausschau halten. Empfehlenswert sind adaptive Dämpfer und das Assistenz-Paket.

PositivGutes Platzangebot und ausgezeichnete Verarbeitung, leichte Bedienung, kaum HU-Mängel
NegativHohe Preise und schwache Basismotoren mit Fünfgang-Getriebe, mäßige Variabilität

Empfehlungen: Antriebe & Extras für den VW Golf

Den VW Golf VII gibt es mit Turbomotoren als Benziner, Diesel und als seltene Erdgasvariante (CNG). Seit 2014 ist auch der Plug-in-Hybrid GTE am Markt, im gleichen Jahr erschien zudem der e-Golf als batterieelektrische Variante. Die Basisversion Trendline ist ordentlich ausgestattet, besser ist die Version Comfortline mit Alu-Rädern und Notbremsassistenten. Highline bringt LED-Scheinwerfer und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Die adaptiven Dämpfer und das Fahrerassistenz-Paket sollten ebenfalls auf der Einkaufsliste beim Gebrauchtwagen-Kauf stehen.

Weiterlesen:

Technische Daten & Gebrauchtwagen-Preise von Audi A3 & VW Golf

AZ 10/22Audi A3 SportbackVW Golf
Motoren1.5 TFSI2.0 TDI1.4 TFSI1.5 TSI2.0 TDIGTE 1.4 TSI
Zylinder/Ventile4/44/44/4 + E-Motor4/44/44/4 + E-Motor
Hubraum cm³149819681395149819681395
Leistung kW/PS110/150110/150150/204110/150110/150150/204
Max. Drehm. Nm250340350250340350
Verbrauch l/100 km5,0 S4,2 D1,6 S5,0 S4,2 D1,6 S
Vmax km/h220218222216216222
Preise
201716.350 €17.650 €18.500 €15.550 €15.900 €21.500 €
km-Stand58.00086.00058.00058.00086.00058.000
201817.850 €19.200 €22.350 €16.700 €18.400 €23.450 €
km-Stand47.00070.00047.00047.00070.00047.000
201920.300 €20.500 €24.750 €17.950 €19.500 €25.000 €
km-Stand36.00054.00036.00036.00054.00036.000

Fazit

Die Kompaktmodelle von Audi und VW sind auch beim Gebrauchtwagen-Kauf ihr Geld wert. Der Golf ist günstiger und bietet etwas mehr Platz, der A3 Sportback hochwertig verarbeitet und mit besseren Materialien ausgestattet.